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Schuhmacher aus Wc

Mediciner ebendaher und

ilburg, ein desgleichen junger | ed auch mit welch immer einer innern Politik gepaart, and ein verschuldeter Zimmer-1 zum Culminiren bringen; er wüthet daher in dem Rcichs-

mann aus Obershausen. Ihre tollen Reben enb

hielten dem Wesen nach folgende Aufforderung:

1) Alle fernere Steuerzahlung zu verweigern.

2) Den Angestellten ihre Besoldungen zu entziehen, nöthigenfalls sie zu versagen.

3) Die Waffen bereit zu halten und zu schärfen, denn nächster Tage werde es zum Los­schlagen kommen.

Man hatte einen zahlreichen Zuzug vom Wcster- walde erwartet, aber der Westerwälder Bauer ist viel zu vernünftig, als daß er an dem unsinnigen Treiben großes Gefallen fände. Indeß sind derartige aufrüh­rerische Reden immerhin von höchst schädlicher Wir­kung und der ruhige Staatsbürger, wenn er auch die Volksversammlungen im Allgemeinen billigt, hat doch das Recht, zu fragen, warum die Landesbehörden sol­chem gefährlichen Uiifuge ruhig zusehe»? Eine neue, ähnliche Volksversammlung soll für die nächste Woche wieder ausgeschrieben sein.

Tagesgeschichte

Deutschland.

Frankfurt. Nachrichten aus Freiburg vom 27. September zufolge cristirt im Oberland kein größerer disciplinirter Trupp der Freischaaren mehr; in kleinen Banden ziehen'sie im Gebirge umher und machen die Gegend unsicher. In St. Blasien hat man sich der Kriegskasse der Anführer mit beiläufig 1415,000 Gulden bemächtigt. Die Truppenmärsche in das ba­dische Oberland dauern fort.

Frankfurt, 28. Sept. Die linke Seite der Natio­nalversammlung scheint cs jetzt geflissentlich darauf an­zulegen, das Ansehen der Versammlung in den Augen des deutschen Volkes auf alle mögliche Weise zu schwä­chen. Während sie nach außen besondere Manifeste erläßt, um die Beschlüsse der Versammlung in ein ge­hässiges Licht zu stellen, wirkt sie in den Sitzungen selbst täglich darauf hin, durch sogenannte dringliche Anträge, Interpellationen an die Minister und das Verlangen zeitraubender namentlichen Abstimmungen über die geringfügigsten Gegenstände das Vorwärts- schreiten im Verfassungswerk aufzuhaltcn.

Nach von dem Reichskommissär und der großh. bad. Negierung an das Reichsministerium des Innern eingelangten Berichtn: ist Gustav Struve von den Bürgern, die ihn verhafteten, elf Stunden weit, mitten durch insurgirte Bezirke, nach Schlingen geführt und dort einem Truppencommando übergeben worden. Er ist sammt Genossen nach FreibuUMW^W W® Kriegsgericht berufen.

Oesterreich. Wien, 24. Sept. (Jellachich und die Slavenpläne.) Die ungarischen Kämpfe scheinen rasch ihrer Entscheidung entgegenzugehen. Nach Berichten, die eben hier einlaufen, soll Jellachich bereits in Stuhlweißen­burg eingcrüât sein, kaum eine halbe Tagreise von Pesth. Die Bauern in den Karpathen sind aufgestanden und große Placate verkünden, daß der Nationalitäsfrühling der Slowaken angebrochen sei. Dazu kommt, daß die ausweichende (für das Wiener Ministerium nicht beson­ders schmeichelhafte) Antwort des Banuö an die Offiziere des Teleky'schen Corps ven Ungarn bewiesen hat, daß sich weniger um einen Kampf der Reaction gegen die Lostrennung Ungarns von Oesterreich handelt, daß es ein großer Racenkrieg zumal ist, der beginnt und in welchem, wir sagen eS nicht ohne schmerzliches Gefühl, alle Chancen gegen die Ungarn sind. Das Alles ver­knüpft sich mit dem was hier geschieht, erklärt es zum Theil und wird zum Theil erst dadurch verständlich. Heben wir auS der slavischen Phalanx z. B. Rieger hervor. Rieger ist seinem Glaubensbekenntniß nach ein Demokrat im Sinn der radikalsten bis zur Stunde be­stehenden Verfassungen, die von Texas nicht ausgenommen. Derselbe Mann nun, der in fast allen Fragen der innern Politik daS Ministerium von diesem Standpunkt anâ an­feindet, ist sein gewaltigster, sein tüchtigster Vorkämpfer, so oft dessen Territorialpolitik in Bezug auf die Länder angegriffen wird, welche bis heute zum Kaiserreich ge­hörten. Im Bewußtsein, daß die Slaven die Majorität in Oesterreich haben, will er unter der modernen Herr- schast der Majoritäten erst ihren slavischen Ausdruck, sei

tag gegen die Ungarn als Abtrünnige, gegen die Deut­

scheu als Demagogen, und er würde das umgekehrte Verfahren einschlagen, wenn zu seinen Zwecken diente. Darum vertheidigte Rieger im Reichstag mit seltener Beredsamkeit Jellachich, obgleich dieser vielleicht sehr be­deutende SelbstständigkeitSgedanken hegt und dem Mini­sterium noch viele Schwierigkeiten machen wird.

Wien, 24. Sept. Diesen Morgen ist Erzherzog Stephan hier angekommen, eine Stunde nach Ankunft eines Couriers, der ihn meldete. Es scheint demnach außer Zweifel, daß Jellachich bedeutende Fortschritte ge­macht. Schon damals übrigens, als man in Wien er­fuhr, daß der Erzherzog Palatin zur Drau-Armee zu gehen sich entschlossen hatte, glaubten einsichtsvolle Män­ner, dieß sei nur ein Vorwand gewesen, um sich aus Pesth entfernen zu können.

Wien, 24. Sept. Nach kurzem Aufenthalt in der Residenz verließ und gestern Fürst Windisch-Grätz, um, wie wir hören, zu seiner Erholung nach Italien zu gehen. F. M. L. Melden wird auö Italien hier erwar­tet; er soll das Commando in Prag übernehmen. Die Zusammenziehung der Truppen in und um die Stadt Wien ist eine unbestreitbare Thatsache. Es liegen fetzt in Wien gegen 15,000 Mann, und in weniger als 8 Stunden können dieselben auf das Doppelte gebracht werden.

Wien, 24. Sept. Die konstitutionelle Partei faßt täglich fester» Fuß unb es herrscht kein Zweifel dar­über, daß 'sie Siegerin bleiben wird. Die traurigen Ereignisse in Frankfurt sind ihr ein Signal gewesen, auf ihrer Hut zu sein, und schon sieht man warnende Plakate an allen Streßenecken, damit Wien nicht der Schauplatz ähnlicher Auftritte werde.

Triest, 27. Sept. Vom serbischen Kriegsschauplatz wird uns eben die Einnahme von Becökerek durch dre Serben gemeldet. (Der in Wien bekannt gemachte Sieg der Ungarn über die von Jellachich befehligten Croaten war ein Puff, obgleich das Siegesbülletin die kleinsten Details erzählte. Wie unsre heutige Wiener Correspon- denz berichtet, wäre der Ban vielmehr bis Stuhlweißen­burg vorgerückt.)

Preußen. Berlin 26. Sept. (Marine.) Die Angelegenheiten der preußischen Marine sind nun be­reits so weit gediehen, daß lm Herbste dieses Jahres ein Uebungs - Manöver an der Ostküste Rügens zur Einübung der Mannschaft und zur Ermittelung der Zweckmäsigkeit der Bauart der Fahrzeuge Statt finden wird. Bereits im Frühfahre d. I. wurden mit thä­tiger Hand sowohl hier als auch in Stettin, Danzig und Stralsund Kanonen-Schaluppen und Jollen auß Staatskosten in Angriff genommen und haben wir das erfreuliche Resultat mitzutheilen: daß unter Leituug von 'erfahrenen Schisssbäuinëlsteni^ler unter den 'ehë^ maligen schwedischen Major Gebe bereits 12 Kanonen- Schlluppen und eiserne Jollen, welche letztere in den Maschienenbau- Anstalten von Borsig, Wohlert und Engels gefertigt, mit den Pairhan'schen Bomben Kano­nen schwersten Calibers bewaffnet, bereits fertig sind. Die Tragfähigkeit dieser Geschütze beträgt mit Sicher­heit 3500 Schritt. Die Lafetten sind in der hiesigen Artillerie-Werkstatt nach englischem Muster gebaut und lassen nichts zu wünschen übrig. Man beabsichtigt während des Winters den Bau fortzusetzen, um zum künftigen Frühfahre 50 Kriegsfahrzeuge zur Sicherung unserer Ostseeküste zur Diposition zu haben, Die Be­mannung dieserFlotille ist fetzt angeworben und bildet ein Marine-Bataillon aus preusischen Seeleuten, Ar­tilleristen, Pionieren und Schiffszimmerleuten bestehend, in der Starke von 600 Mann. Zu Führern der ein­zelnen Fahrzeuge sind Schiffs-Eapilains und Artillerie- Offiziere angestellt worden. Das Bataillon organisirt sich in Stettin, welcher Platz auch für die Zukunft ein Marine-Depot erhalten wird.

Sachsen. Dresden, 26. Sept. In diesem Augen­blicke soll das neue Wahlgesetz in den sächsischen Kam­mern berathen werden. Die erste Kammer sieht ein, daß sie für immer scheiden soll. Die künftige erste Kammer hat fa nur auch den Namen Kammer. Daher spielt sie va banque! Sie hat bereits ein neues Mi­nisterium in petto. Das fetzige bürgerliche will sie stürzen. Ein adeliges, wahrscheinlich v. Watzdorf'sches, soll ans Ruder kommen.

Dresden, 26. Sept. Gestern früh hat ein Cou­

rier vom Reichöministcrium den Befehl gebracht, das sächsische Contingent von 6000 Mann marschfertig zu halten. Demgemäß sind bereits heute früh Marsch- ordres an die kaum beurlaubten Soldaten abgegangen. Dem Vernehmen nach soll in den sächsischen Herzogthii- mern ein auS sächsischen und österreichischen Truppen ge­bildetes ArmeecorpS znsammengezogcn und unter daS Commando eines österreichischen Generals gestellt werden.

Aus Thüringen, 22. Sept. Gestern haben die Bauern in Herren-Gosserßedt, einem Dorfe zwischen Bibra und Eckartsberga, das dortige, dem Hrn. von Münchhausen gehörige Schloß demolirt und in Brand gesteckt. Sie sollen von furchtbaren Feudallasten ge­drückt gewesen sein.

Schleswig-Holstein. Rendsburg, 25. Sept. Die provisorische Regierung beabsichtigt, ihren Sitz nach nach Schleswig zu verlegen, und wie es heißt, sicht diese Uebersiedelung nahe bevor. Für den Fall würde ihr die Laudesversammlung bald folgen. Von der so­genannten Jinediatkommission auf Alfen verlautet nichts weiter. Nach Flensburg scheint sie sich noch nicht ge­wagt zu haben. Sie mag fort fahren, in partibus zu regieren, da die Wirklichkeit ihr nicht gewogen ist.

Hadersleben, 23. Sept. Es verlautet hier all­gemein, daß wir ehestens den Besuch der dänischen Armee, die sich hart an der schlcSwig'schen Grenze concentrirt befinden soll, zu erwarten haben, falls wir unS weigern, die neuerlich auf Alfen improvisirte, vom dänischen König auöersehene neue Regierung in unsern Schooß aufzuneh- mcn. Durch einen Erlaß der provisorischen Regierung ist der Gebrauch dänischer Fahnen und Cocarden nach­drücklich verboten. (Schl.-Holst. Ztg.)

Würtemberg. Die neueste Nummer desSchwäb. Merkur" berichtet von einem republikanischen Freischaaren- zuge in Würtemberg. Auf Rau's von Gaildorf Veran­lassung hat die Volksversammlung in Rottweil am 24. Sept, einen bewaffneten Zug nach dem Cannstatter Volks­fest (28. Sept.) beschlossen und scheint von dort aus Stuttgart bedrohen zu wollen. Die Bewegung hat Rott­weil, Tuttlingen, Oberndorf und andere Orte mehr oder weniger ergriffen. Die handgreiflichsten Lügenberichte über Siege der republikanischen Freischaaren in Baden werden durch Placate verbreitet, um Anhang und Zuzug zu gewinnen; doch scheint der Erfolg nicht besonders zu sein und auch der würtembergische Freischaarenzug kann in seinem Anfang als beendigt betrachtet werden. Die Anzahl der Aufrührer, mit welchen Rau am 26. Abends in der Nähe von Balingen war, wird auf 600 Mann angegeben. Die erwarteten Zuzüge bleiben aus und viele von der Freischaar kehren nach Hause zurück. Von Rott­weil her hörte man am 26. fortwährend die Lärmkanone. Die Regierung in Stuttgart hat kräftige Maßregeln er­griffen und Truppen marschiren lassen, um den Aufstand

zu ersticken. 4mu.

Baden. Freiburg, 27. Sept. Gustav Struve wurde nebst Frau und Begleitern, worunter Karl Blind, in der vergangenen Nacht in das Hauptquartier Müll­heim abgetiefert. Die Freischaaren sind gänzlich zer­sprengt; kleinere Trupps ziehen noch auf dem Walde auf Raub und Plünderung umher. Es sind die kräftig­sten Maßregeln getroffen, um diesem verbrecherischen Treiben überall ein schnelles Ende zu machen. Diesen Mittag geht eine ans mehreren Mitgliedern deS hiesigen Hosgcrichtö bestehende Nntersuchungökommission nach Müll­heim ab.

Karlsruhe, 28. Sept. Wir vernehmen so eben, Mittags 1 Uhr, daß bereits standrechtlich über Struve abgeurtheilt worden und derselbe diesen Morgen um 10 Uhr erschossen werden sollte.

Bremen, 26. Sept. Das DampfschiffHermann", Kapitän Crabtree, setzte am 20. d. M., seinem regel­mäßigen Tage, seine Reise von Southampton nach Neu­york mit 1^0 Passagieren und voller Ladung fort. Un­ter den Passagieren befand sich auch Dr. Hecker aus Mannheim. (Wes.-Ztg.)

In dem Artikel:Noch Etwas über die Zehnt frage" (Nr. 180 der Nass. Zeitung) sind 2 nicht unwesentliche Druckfehler zu berichtigen. Bei 1844 muß es heißen: Hafer pr. Morgen fünf Mal­ter ; bei 1845Kartoffeln und Gemüse frei" sind die 400 fl. zu streichen.

Nebst:Allgemeines Kirchen- und Schulblatt, Nr. 28."

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art

Pferde - Verkauf.

Aus dem herzoglichen Marstall zu Biebrich soll höchster Entschließung gemäß eine Anzahl Wagenpferde :c. aus der Hand abgegeben werden. Die Pferde find durchge­hends gesund, jung und wohl eingefahren und werden etwaige Fehler derselben vor dem Abschluß des Kaufes bekannt gemacht.

Kauflustige wollen sich an die herzogliche Marstallver­waltung in Biebrich wenden.

Wiesbaden, 18. Sept. 1848.

Bei Unterzeichnetem ist erschienen:

(895)

Herzog!. Nassauisches Hof-Commlssäriät.

(896)

Gedicht

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3 n D u r C M b d t.

kl. 8. 48 Seiten. Geh. 30 kr.

Inhalt: Vorwort. Des Mädchens 18. Geburtssest. Ein Jahr nach der Hochzeit. Die Bruthenne. Der Besuch. Die schlafenden Kinder. Die Sparbüchse. Leidenssegen. Die Flücht­linge. Walte Gott! Letzter Christbaum. Am Sarge. Die Großmutter.

Wiesbaden.

Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.

Druck und Verlag von Tvilhclm Friedrich am FricdrichSpIaK. Redaction unter Verantwortlichkeit des Herausgebers Wilhelm Friedrich.