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tionelle Verein, der sich sowohl gegen Absolutismus als Repnblikanismus auf die entschiedenste Weste erklärt, hat in den letzten Tagen großen Aufschwung genommen

und zählt bereits 20,000 Mitglieder.

Nach Briefen aus Wien, vom 17. Sept., brachte wirklich Graf Batthyani in Pesth kein Ministerium für sich allein zusammen; Kossuths Beihülfe scheint in der Verzweiflung wieder erbeten worden zu sein, und dieser veranlaßte die Absendung einer neuen a. eputation nach PUbn an das österreichische Volk Mittlerweile ]oll Graf Telekv, welcher an der Drau dem Banus den llc= bergang wehren sollte, ohne Widerstand gewichen, ja ganz aus Ungarn entflohen und in Gratz angekommcn sein. Wenn also die beiden andern ungarischen Heerhaufen (unter Szalay und ZwankaI nicht besser Stand halten, so kann Jellachich seinen Einzug in Pesth halten. In

über den fraglichen Gegenstand zu berichten und Anträge zu stellen. In der Diskussion über diesen Gegenstand spricht Genf die Ansicht aus, daß von der österreichischen Regierung eine Erklärung zu fordern sei, ob die Maß­regeln Radetzky's genehmigt würden. In dem Falle der Ratifikation bleibe nichts anderes übrig, als Oester­reich den Krieg zu erklären. Jedenfalls müsse man unterdessen durch einstweilige Aufstellung von 20,000 Mann seinen Worten Kraft geben. Die meisten übri- . gen Stände stimmen mit kurzen energischen Worten dem Antrag auf Niedersetzung einer Commission bei, die mit 20 Stimmen beschlossen wird. Der Präsident der Tag­satzung wird auch zum Präsidenten der Commission be­stimmt und ihm überlassen, vier iveitere Mitglieder zu bezeichnen. Er nennt die Herren Zehnder, Munzinger,

|V lullI1 ^.. ,.^ ,.0o ... 7-------- . Briatte und Siegfried. Man erwartet morgen ihren

Pesth ivurde zwar von Batthyani der Landsturm aufge-' Bericht. In Wallis tragen 40 Großräthe auf eine boten; wird aber dieser die Geschicke abwenden können, Trennung des unteren von dem oberen Wallis in allen die über Ungarn drohend Hereinbrechen?Aus A gram

vom 15. erhalten wir Siegesberichte. Die ungarischen Heersäulen an der Mur leisteten so wenig wie die an der Drau Widerstand; die Einen flohen, die Andern unter­warfen sich dem Ban, mit der Bitte, nach Steyermark marschieren zu dürfen so erklärt sich Teleky's Flucht nach Gratz.

In Fiume hat gestern die erste kroatische Con- gregation Statt gefunden. Der Vieegespan eröffnete dieselbe mit einer Rede in deutscher und kroallgher Sprache, welche von der Versammlung mit dem größ­ten Enthusiasmus ausgenommen wurde. Die Fiuma- ner sendeten auch eine Deputation mit einer Ergeben- heitsadresse an Jellachich.

'Wien, 17. Sept. Nicht ohne Besorgniß sieht man dem morgenden Tage entgegen. Der Obercom- mandanl der Nationalgarde, Hr. v. Streffleur, wird beschuldigt, am 13. einen jener Zettel, worin die Wie­derherstellung des Sicherhcitsauoschussks gefordert wurde, von seiner Umgebung gezwungen auf den Hut gesteckt zu haben. Er widerspricht dieser allgemein verbreste- leteii Angabe auf das entschiedenste, wird aber jeden­falls vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Morgen erwartet man eine ungarische Deputation, welche sich von Volk an Volk wenden soll.

Triest, 14. September. Heute früh hat das fran­zösische KriegsdampfbootSolon," Kapitän Iewers,

mit 2 Kanonen und 100 Mann, von Venedig in 10 Stunden kommend, auf unserer Rhede Anker geworfen und Nachmittags sind, von Venedig kommend, das eng­lische KriegsdampfbootLecust" und die FregatteSpar­tan" hier eingetroffen.

Triest, 15. Sept. Gestern langten von Venedig kommend, die französische Dampfcorvette Solon, die englische Fregatte Spartan und die Dampfcorvette Lo- cust hier an, und so eben wird das französische Linien­schiff Jupiter von 80 Kanonen flMilisirt. Außerdem befindet fich noch im Hafen die englische Dampffregatte Terrible. Diese Nacht sah man in der Gegend von Caorle einen starken Brand, und heute bei Tagesan­bruch hörte man längere Zeit von beriethen Seite Ka­nonendonner und darauf eine starke Explosion, worauf man wieder einen anderthalb Stunden währenden Brand sah. Ein Kriegscampfer wurde ausgeschickt um Er­kundigungen tinzuziehen.

Triest, 15. Sept. In diesem Augenblick laufen das französische LinienschiffJupiter" und die franzö­sische FregattePsyche" im Hafen ein. Unsre Flotte ist fortwährend in den Gewässern von Istrien, ohne etwas gegen Venedig zu unternehmen, welches jetzt auch von der Laudseite unbehelligt bleibt, indem das Welden'sche Corps unthätig in seiner Stellung bleibt, während es von Malghera aus sehr beunruhigt wer­den soll.

Ausland.

Schweiz.

Bern, 20. Sept. Gestern kamen in der Tagessaz- zung die Repressalien Radetzky's gegen Tessin zur Sprache. Alles war entrüstet über das Benehmen des Feldmar­schalls, welches durch ein Schreiben des österreichischen Gesandten von Kaisersfeld, das während der Sitzung anlangte, vollkommen gut geheißen wird. Von Zürich wurde die Motion gestellt und kurz begründet, eine Com­mission niederzusetzen, um mit möglichster Beförderung j

materiellen Fragen an.

Zürich, 10. September. Laut der »Schweizer Nat. Ztg.» ist Hofrath Hurter als Geschichtsschreiber des kaiserlichen Hauses ohne Pension entlassen worden und hat sich in Tyrol zu den Jesuiten zurückgezogin.

Nach einem Bericht des Erzählers von St. Gallen schätzt ein neapolitanischer Offizier den eigenen Verlust auf 6000 Todte. Laut diesem Berichte hatte Messina zuletzt kapitulirt.

Republik Frankreich.

Paris, 19. September. Die Wahlen sind vorüber. Gestern Abend um 9 Uhr wurden sämmtliche Listen ge­schlossen; heute werden die Stimmen gezählt. Vor 4 Uhr dürfte jedoch schwerlich etwas Entschiedenes bekannt werden. Es ist fast keinem Zweifel unterworfen, daß Louis Napoleon und Cabct ein bedeutendes Mehr für sich haben werden. Das Gerücht geht, Louis Napoleon sei in Boulogue gelandet und habe eine Ansprache an das Volk erlassen, in welcher er versichert, daß er nicht als Prätendent oder »demokratischer Kaiser», sondern nur als Volksvertreter zu agiren wünsche. Man zweifelt an der Aechtheit dieser Nachricht. Uebrigens ereignete sich keine Störung bei den Wahlen. Clubbs und Straßen waren zwar bis tief in die Nacht sehr belebt; allein zu Unruhen kam es nicht. Nachschrift um 1/2 Uhr Nach­mittags. Die Wahlen sind ganz bonapartistisch und roth ausgefallen.

Paris, 20. Sept. In dem 1., 2., 5., 6., und 11. Arrondissement ist das Ergebniß der Wahlen in folgender Ordnung nach Maßgabe der Stimmenzahl aus­gefallen: Fould, Lonis Bonaparte, Cabet, Rafpail, Bugeaud und Roger, also Bonapartismus, Royal- ismus und Sozialismus. Der eigentliche RepublikaniS- muS ist in der völligsten Auflösung. Ergebniß der Prä­sidentenwahl: Marrast 527 Stimmen unter 670.

Paris, 20. Sept. Die Abstimmung der Armee ge­gen die Regierung und zwar theils in bonapartistischem, theils im orleanistischen Sinne ist eine bezeichnende That­sache, die immer mehr beweist, wie sehr die Februarrepu­blik jeden festen Boden verloren hat. Der gegenwärtige Zustand ist die potenzirte Juliregierung, ohne moralischen Halt, ohne Vertrauen, ohne Kraft, aber gehalten durch die Hoffnung auf eine baldige Entwickelung der Dinge.

Paris, 20. Sept. Beim Abgänge der Post hatte Louis Napoleon 111,000, Achilles Fould 78,000 und Raspail 68,000 Stimmen erhalten. Louis Napoleon ist auch im Uonne-Departement gewählt.

Belgien.

Brüssel, 20. Sept.Im Augenblicke, wo wir zur Presse gehen," sagt ein brusseler Blatt,langen hier aus England die Mitglieder der Congrcsses der Freunde des Friedens an, vierhundert an der Zahl."

Rußland und Polen.

Warschau, 16. September. Man sagt, daß in dem Gouvernement Kiew die Bauern sich die Masse gegen die Edelleute erheben und Alles zu verderben und zu ver­nichten suchen. Den Anlaß dazu soll eine Unvorsichtig­keit des Gouverneurs Bibikow gegeben habe«, welcher von der Regierung den Auftrag erhielt, auf Abänderung der bäuerlichen Verhältnisse anzutrugen, damit sich die galizi­schen Ereignisse nicht in Rußland erneuern möchten. Dies Schreiben soll den Bauern bekannt geworden sein, und die Besorgniß der Regierung den wirklichen Aufstand ver- I anlaßt haben.

Italien.

Neapel. Der heutige Vrffrd. theilt aus Privatnach- richten, die in Bern eingegangen waren, mit, daß Rug­giero Settimo, der Präsident der sizilianischen Regierung, den Vertheidigungskrieg auf der ganzen Insel organifirt hat. Ferner heißt es von der Erstürmung Messinas »Die Gefangenen wurden auf beiden Seiten erschossen: der Verlust der Neapolitaner wird auf 4000 Mann an­gegeben.»

Am 8. dieses hat die sicilische Regierung ein Manifest erlassen, den Fall Messina's zu rächen: »Vertil­gungskrieg dem Bourbonen!» Sieben Lager werden ge­bildet, zu Molazzo, Taorminor, Catania, Syracusa. Girgenti Trapani und Palermo. Das Manifest ist un­terzeichnet von Ruggiero Settimo und sämmtlichen Mi­nistern.

Briefe aus Neapel vom 9. d., welche der Dämpfper Pluton" nach Toulon gebracht, enthalten schaucrvolle Berichte über die Umstände, welche der Einnahme Messina's vorausgingen und folgten ; es war ein Ver- zweiflnngskampf von Kannibalen! Insurgenten von Messina gingen in ihrer blinden Wuth so weit, daß sic sechzig neapolitanische und schweizerische Soldaten! die in ihren Gewalt gefallen waren, rösteten und ver­zehrten ! Es wird auf das bestimmteste versichert, daß dieses entsetzliche Mahl nicht eine Fabel, sondern zur Schande der Menschheit leider eine furchtbare Wahr­heit ist! diese in unserer Zeit unerhörte Barbarei rief eine schreckliche Vergeltung von Seiten der neapolita­nischen Truppen hervor. Die Stadt wurde mit einem wahren Kugelregen überschüttet. Ein großer Theil Messina's ist in einen Trümmerhaufen verwandelt.

Türkei.

Die Post aus K o nsta ntin opel vom 6. Septem­ber meldet nun wirklich die Belehnung Ibrahim Paschäs mit Aegypten.

Neueste Nachrichten.

Die heutige F. O.-P.-Z. vom 23. September meldet: Struve soll mit einer Bande deutscher Handwerksgesellen, Bauern rc., deren Stärke sich noch nicht bestimmen läßt, gestern das Städtchen Lörrach und das Dorf Schlien­gen, int badischen Oberrheinkreise, überrumpelt und be­setzt haben.

In Berlin steht ein eventueller Staatsstreich bevor. Der König will und es heißt allgemein nach den Nachrichten vom 20., er sei entschlossen, die jetzige Nationalversammlung aufzulösen und dem Lande dann selbst wie gewünschte Constitution und zwar die von der Centralabtheilung der Kammer entworfene Ver­fassung durch sofortige Einberufung der darin gedachten beiden Kammern zu verleihen.

Das Gesetz vom 8. April d. I. hat die National­versammlung zur Vereinbarung der Verfassuuzz^be-, rufen derselben, wenn es auch bis dahin noch vorhanden ge­wesen wäre, aufgehört.

Die Berlaffung des Rechtsbodens bleibt immer ein großes folgenschwangeres Unglück. Die Krone wird mit diesem Schritte eben das thun, was die bei­den Ministerien so ernsthaft bekämpft haben, sie würde sich auf den Boden der Revolution stellen. (Man vergleiche die Rede Wrangels an die Berliner.)

Freiburg, 22. Sept. Morgens 8s

So

eben trifft bei der hiesigen Stadtcommandantur ein Cou­rier aus Lörrach ein, mit der Meldung,das Oberland sei im Aufruhr, und es ziehen wenigstens 20,000 Mann (?) bewaffnete Bauern gegen Frankfurt, um die Nationalversammlung zu stürzen." Die Postverbindung mit einem Theil des Oberlandes ist unterbrochen, daher wir ohne weitere Nachrichten sind. 9/, Uhr. Ein eben eingetroffener ^veiter Courier meldet, die Freischaa- ren seien nur noch fünf Stunden von hier entfernt. Al­les ist in größter Bestürzung und Angst. Wir haben bloß 1000 Mann Militär und einige Kanonen hier. 11 Uhr. Bis jetzt noch keine näheren Nachrichten. Mit nächster Post schreibe ich wieder. - Nachschrift. So eben geht ein Courier ab, um Militär zu requiriren.

Nebsi:Allgern^incs Kirchen- und Schulblatt, Nr. 26"

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art

Jagdflinten,

einfache von fl. 8 bis fl. 10, doppelte â fl. 17, fl. 19, 22, fl. 26 bis zu fl. 40 das Stück; Büchsen für Rundkugeln und Spitzkugeln sind in großer Auswahl wieder vorräthig bei L. Marburg

(880) in Wiesbaden.

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Der Unterzeichnete ist gesonnen, Zöglinge von 14 Jahren ins Haus zu nehmen. Eltern, welche ihm ihre Söhne anvertrauen wollen, werden gebeten, sich um das Nähere "»»dich °°°° fWHid, an ihn selbst zu menten.

Naurod, Amts Weisbaden, im September 1848.

(881)

Ilgen, Pfarrer.

Durchschnittspreise

der in Mainz vom 16. bis zum 22. September ver-

kauften Früchte.

Weißmehl das Malter a

140 Pfd.

9 fl. kr.

Roggenmehl do.

do.

6 - -

Waizen ä 200 Pfd.

10 - 5 -

Korn do.

6 - 40 -

Gerste do.

6 - 30 -

Hafer do.

6 - 26 -

Spelz do.

6 - 4 -

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Druck und Verlag von Vilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. Redaction unter Verantwortlichkeit des Herausgebers Withetni Friedrich.