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versteckt gehabt, drangen jene Bewaffneten in den Gar­ten ein, wo ein Theil zuvörderst die beiden Pferde der Versteckten fortführte, die Uebrigen aber die Schmidt'- sche Behausung auf das Genaueste durchsuchten. Nach etwa einer Viertelstunde gelang es ihnen, zuerst den General v. Auerswald und eine kleine Viertelstunde Nachher auch den Fürsten Lichnowsky in ihren Verstecken aufzufinden. General v. Auerswald wurde unter fort­währenden Mißhandlungen durch Schlägen mit Knütteln und Stößen mit Gewehrkolben aus der Schmidt'schen Behausung nach der Hintern Ansgangschüre des Schmidt'­schen Gartens geschleppt, dort' durch einen Kolbenstoß auf die Brust in den neben dem hinzichenden Graben geworfen und nun durch einen Flintenschuß getödtet. Fürst Lichnowsky wurde gleich nach seinem Aufsinden auf dem nämlichen Wege aus dem Schmidt'schen Gar­ten gebracht, jedoch noch eine Strecke von etwa 350 Schritten in der Richtung nach Bornheim in der Pap- Pelallee fortgeführt und alsdann durch mehrere Flinten­schüsse zu Boden gestreckt. An einen Kampf oder auch nur irgend eine Vertheidigung von Seiten des Fürsten Lichnowsky und des Generals v. Auerswald war unter den angegebenen Umständen nicht zu denken und zwar, was den General v. Auerswald betrifft, um so weniger, als diesem schon vor seiner Ankunft in dem Schmidt'- schen Garten durch einen Steinwurf der eine Arm ge­lähmt worden war.

Frankfurt, 21. Sept. Die Todten des 18. Sep­tembers wurden heute feierlich beerdigt. Der Trauerzug setzte sich um 9 Uhr Vormittags, vom Rosimarkt hinweg, in Bewegung, und zwar durch die grosie Eschenheimer­gaffe und das Eschenheimerthor auf dem nächsten Wege zu dem eine kleine halbe Stunde entfernten städtischen Friedhofe. Den Zug eröffnete eine Abtheilung des zwei­ten würtembergischen Lanzenreiterregiments, an die baye­rische, preußische, österreichische und großherzoglich hessische Infanterie nebst preußischer Artillerie sich anschloß. Un­mittelbar vor dem aus acht Särgen bestehenden Leichen- conduct, in welchem die Särge des Generals von

Auerswald und des Fürsten Lichnowsky sich befanden, schritt das Musikchor des Preuß. 35. Regiments. Hinter den Vahren folgten der Staab sämmtlicher hier weilenden Reichstruppen und die Mitglieder der Nationalversamm­lung. Das österreichische Musikkorps und eine zweite Abtheilung würtembergischer Lanzenreiter schloß den Zug. Auf dem Friedhofe hielten unter Anderen auch die Ab­geordneten der Nationalversammlung v. Ketteler aus Westphalen und Jordan aus Berlin Reden. Nach einer dreimaligen Gewehr- und Geschützsalve der vor dem Be- gräbnißplatze aufgestellten Truppen wurden sodann die Särge versenkt. Die Leiche des Fürsten Lichnowsky ist vorläufig in die Familiengruft des Hrn. v. Bethmann gebracht worden, um später nach Schlesien abgeführt zu

Preußen. Berlin, 20. Sept. Der Generat von Wrangel wird, als Oberbefehlchaber der Truppen in ten Marken, vorläufig nicht in Berlin, sondern im k. Schlosse in Charlottenburg seinen Sitz nehmen.

Briefen aus Frankfurt am Main zufolge, ist end­lich Heinrich v. Gagern an der Reihe, selbstthätig in den Gang der Reichsgeschäfte einzugreifen. Er wird das neue Reichministerium bilden, und eS kann dann nicht fehlen, daß die vorzüglichsten Staatsmänner Deutschlands seinem Rufe Folge leisten, unv mit ihm gemeinsam für deS Vaterlandes Frieden und Einigkeit an das Werk gehen werden. Bis jetzt ist in Frankfurt erst eine Wahl bekannt, die Gagern getroffen haben soll, und die dort von allen Seiten die entschiedenste Billigung findet; Graf Döhnhoff soll nämlich von Gagern für die auswär­tigen Angelegenheiten bestimmt worden sein. In Frank­furt ist es nur zu bekannt, wie schon im Herbste 1847 und von da ab unaufhörlich Graf Döhnhoff auf eine Radikal-Reform der deutschen Angelegenheiten hingear- beitet hat; Döhnhoff war der entschiedenste Gegner jenes trostlosen Systems, aus Schonung für Oesterreich, d: h. für daS offizielle Oesterreich, alles Gute hinausznschicben. Die Wahl deS Grafen Döhnhoff zum Reichsminister des Auswärtigen ist eine sehr glückliche zu nennen und spricht für den staatsmännischen Blick Heinrichs v. Gagern. Es ist diesmal zwar kein kühner, aber ein glücklicher Griff. -

Potsdam, 18. September. Heute hatte das ganze Garde-Regiment Generalappell, bei welchem durch eine Ansprache versucht wurde, den Eindruck der demokratischen Aufregungen und namentlich der vertheilten Flugschrift: Die Demokraten Berlins an unsere Brüder, die Sol­daten!" wieder zu verwischen, indem daö Unhaltbare und Unausführbare der dort gestellten Forderungen nachgc- wiesen wurde.

Magdeburg, 19. Sept. Zu dem Verbrüderungs- feste, welches am 17. in Halle statt fand, hatte sich aus Leipzig, Merseburg, Weißenfels, Osterfeld, Zeitz, Delitzsch, Bcrnburg, Braunschweig, Berlin re. mittelst der Eisen­bahn eine Menge Personen eingefunden. Der Festzug durch die Stadt nach dem Roßplatz, wo unter der deut­schen Flagge die Rednerbühne errichtet war, hatte etwas Großartiges. Hr. Fuhse (als Ordner) und die HHrn. Dr. Bertling aus Leipzig, Krackrügge, Mitgl. der preuß. Nationalversammlung, Dr. Ruge, Mitgl. der Frankfurter Nationalversammlung, der Prof. Flathe aus Leipzig, Erbe aus Altenburg, Held auS Osterfeld, Günther und Weiß­gerber auS Halle sprachen nach einander und Wislicenus machte den Schluß. Der Zug ging dann wieder nach dem Markte zurück, wo er sich auflöste. Die Versamm­lung hat sich mit einem feierlichen Gelöbniß zu innigem, treuem und brüderlichem Zusammenhalten verpflichtet.

Vom 16. biS 18. erkrankten hier 29 Personen an der Cholera und starben 16 (überhaupt gestorben 173).

Nach den Berichten von Reisenden sind gestern (19) 'ânds in Coblenz Ruhestörungen vorgefallen. Das paus eines dortigen Advocate», Mitgliedes der deutschen National-Verfammlung, ist geplündert worden.

Munster, 19. Gept. (Einrichtung des Schlosses für den König.) Sicherm Vernehmen nach soll gestern von Berlin die Ordre auf hiesigem Schlosse eingegangen lein, sofort alle Gemächer für Se. Maj. den König ein­zurichten. Die Ereignisse in Berlin und Potsdam,' letz­tere namentlich, sollen den königlichen Hof veranlaßt haben, nach der bis dahin ruhigsten Provinzialhauptstadt zu ziehen und da zu verbleiben.

Berlin, 18. Sept. (Ministerkrisis.) Hochgestellte Deputirte der Kammer wußten, daß Mevissen und von Beckerath nur unter gewissen, sehr genau gefaßten Be­dingungen in die Combination eintreten würden. Schon gestern habe ich Ihnen dieses angedeutet. Man versicherte, diese Bedingungen bezögen sich vor Allem auf die even­tuelle Annahme deS gegenwärtig vorliegenden Verfassungs- Entwurfes von Seiten der Krone, auf die gründliche Re- Organisation der Armee, endlich auf die Anerkennung der Centralgewalt innerhalb deü RechtSgebieteS, welches der­selben das königliche Patent vom 18. März und das Gesetz vom 28. Juni anweisen. Nun schwebten die Ber- Handlungen. Wir erfahren so eben, daß v. Beckerath ein Programm vorgelegt hat und daß dieses Programm nicht angenommen worden ist. v. Beckerath hat heute sein Mandat in die Hände des Königs zurückgelegt. Man spricht von einem Auftrage, der dem General v. Pfuel bezüglich der Bildung eines Ministeriums (?) ge­worden, in welches B.nin, Eichmann, Dönhoff u. f. w. eintreten würden!!! v. Beckerath und Mevissen haben den Bitten derjenigen nachgegeben, welche sie beschworen, nicht eher abznreisen, als bis ihnen die Nachricht, daß daS neue Cabinct gebildet sei, notisicirt wäre. Nicht die deutsche Frage scheint übrigens den Zwiespalt hervorge­rufen zu haben. Es ist endlich nicht richtig, wenn gesagt wurde, der Erlaß an die Armee sei schon unterzeichnet. Sie erinnern Sich, daß ich Ihnen dies als Gerücht be­zeichnete und nicht verbürgen wollte. Ich muß dasselbe heute widerrufen. Auch darf die Publikation eines sol­chen Erlasses für die nächsten Tage nicht erwartet wer­den, müßte denn fein, daß die Situation sich durch­aus änderte, und daS steht leider nicht in Aussicht.

(K. Z.)

Köln, 20. September. Gestern Abend nach 10 Uhr wurde daö, auf Kriegsfuß stehende, 1000 Mann starke Bataillon des 27. Regiments auf drei Dampfschiffen nach Mainz eingeschifft. Daâ Bataillon ist nach Frank­furt bestimmt. Diesen Morgen verließ ein Bataillon des 25. Regiments die Stadt mit derselben Bestimmung; vor 8 Uhr traf ein Bataillon des 16. Regiments auö Düsseldorf hier ein und bezog sogleich die Kaserne des ,25. Regiments. .- .. .

Baven. Nach Berichten in derMannst. Abendztg." ist in einer Berathung, welche der Volksversammlung vorausging, von nichts Geringerem die Rede gewesen, als von einemaugenblicklichen Handeln, erforderlichen Falles mit den Waffen in der Hand, namentlich von einem massenhaften Zug nach Frankfurt."

Gr. Mecklenburg. Schwerin. (Nachtrag zur März-Erhebung Deutschlands.) Endlich scheint auch in den Mecklenburgischen Herzoglhümcrn die Revolution ihr Recht geltend zu machen. Dem Bureau der Ber­liner lithogr. Correspondenz schreibt man darüber aus Mecklenburg-Schwerin folgende (auch im Hamb. Corr, im wesentlichen enthaltene) Nachrichten: Der Großher­zog hatte auf die am 7. Sept, ihm überreichte Petition wegen Zurücknahme des Wahlgesetzes, Entlassung des Ministeriums u. s. w. auf den nächsten Tag die Ant­wort verheißen. In der Nacht vom 7 zum 8 Sept, wurden zu Neu-und Alt-Strelitz mißliebigen Aristokra­ten Katzenmusiken gebracht, und dem Minister v. Kamptz sowie C. v. Oertzcn die Fenster eingeworfen. Am 9 Sept, früh erliess der Großherzog, der inzwischen er­krankt sein sollte, eine beschwichtigende Proklamation mit der Uebel-schrift:An meine liebe Mecklenburger!" Dieselbe äußert sich besonders gegen die tuuuilluari- sche Form in welcher die Wünsche des Volks sich ge­äußert hätten. An die Stelle des Ministers v. Dewitz, der seine Entlassung eingegeben hat, ist ein bürgerlicher Beamter Buchka getreten. Indeß ist auch dieser ari­stokratischer Gesinnung verdächtig. Militär (etwa 200 Mann), Bürgerwehr und Arbeiter der Hauptstadt sind gegen die übrigen Städte und das platte Land aufs höchste erbittert,' während diese- in Volksversammlungen gegen die Aristokratie der Residenz und deren Anhang agitiren. Ein am 10 Sept, in Stargard abgehalte- ner Reformverein bat an den Großherzog eine neue Petition wegen Gewährung wahrer Volksfrciheit und Berufung einte volksthümlichen Ministeriums gerichtet.

Oesterreich. Wien, 16. Sept. Die Kunde von der Verschwörung zwischen Jellachich, Win­disch grätz und Radetzky, die anfangs fabelhaft klang, bekommt immer mehr Wahrscheinlichkeit. Die Herren wollen die alten politischen Institutionen, an die das Fortbestehen der österreichischen Monarchie geknüpft ist, durch die Macht der Waffen wieder ins Leben rufen. Die Zügel der Regierung sollen nur in den Händen die­ser drei Generäle liegen. Auf Batthiany^s Aeußerung, er werde und könne nur dann ein neues Ministerium bilden, wenn Jellachich wieder den ungarischen Boden verlassen habe, erging vom hiesigen Hofe der Befehl an den Ba­nns, der 'bei' Kaniza stand, sich über die Drave zurückzu- ziehen. Man zweifelt, daß der Generalissimus diesem Befehl gehorchen werde, und glaubt nicht an das heute circulirende Gerücht, Jellachich habe sich bereits zurückge­zogen. In dem Kriegsplane der Ungarn soll es liegen,

ihn durch eine maskirte Retirade bis auf die Großebene vor Pesth zu locken, ihn dort zur Entfaltung der Infan­terie und der Artillerie zu zwingen, um dieselben dann durch einen massenhaften Angriff durch die ungarische Kavallerie zu erdrücken. Der Uebergang über die Drave und Mur ward am 12. ohne Widerstand bewerkstelligt. Die Brücke über die Mur mar nicht von den Magyaren verbrannt worden, wie man geglaubt statte. Der Theil des kroatischen Heeres, welcher am 12. und 13. in Un­garn einfiel, soll nach kroatischen Blättern bei 20,000 Mann betragen. Medjumorje, eine Insel zwischen der Drave und Mur, ward gleich als gute Beute erklärt und auf wenige Zeiten Kroatien incorporirt.

Wien, 16. Sept. Kaum sind den Mittwoch Abend die dreitägigen Unruhen dadurch beseitiget wor­den, daß auf Alistehen des Reichstags das' Militär zurückgezogen wurde, ;o haben wir schon wieder Par- leikämpfc, welche eine permanente Gestalt anzunehmen drohen. Die Reaktionärs, gestützt auf den Hof und das Militär, lassen seit gestern Abend schwarzgelbe Bänder unentgeltlich vertheilen. Gestern Abend hatten wir hierdurch Gelegenheit, einige Katzeumusike zu hören, und heute über den Graben, hohen Markt, Kohlmarkt und vor dem Landhaus Schlägereien zu sehen. Das Volk, welches bis jetzt schwarzroth-goldene Bänder und sonstige Abzeichen in kiesen Vermittlungsfarben trug, hat die rothe Farbe aiifgesteckt, verfolgt die mit schwarz- gelben Bändern Geschmückten, schlägt sie, tritt sie, reißt thuen die reactionären Bänder ab. Heute wurden Placate:die schwarzgelben sollen leben hoch!" feilge- borcu; morgen werden wir ähnliche, auf die Republik bezüglich sehen. Man betrachtet das deutsche Band als das Zeichen der Vermittlung zwischen Absolutis­mus und Freistaat, als daö Zeichen der constitucionel- len Monarchie, und die republikanische Partei sieht sich berechtigt, ihre Abzeichen und Wünsche offen dar­zulegen, nachdem der reactionären Partei dieß nachge­sehen wird.

Wien, 16. Sept. Neue Aufläufe seit 8 Uhrdes Morgens auf den Kohlmarkt und Graben. Doch ver­steht man heute was die Leute wollen. Große An­schläge verkünden, baß die schwarzgelben Farben wieder zu Ehren gekommen seien; am nächsten Montag solle jeder Bürger die österreichische Fahne zu seinen Fen­stern herauswehen lassen und die schwarzgelbe Kokarde tragen. DerConstitutionelle Club", den man den Club der Schwarzgelben nennt, hat ebenfalls große Plakate anschlagen lassen und nimmt täglich Tausende von Mitgliedern auf. Man hört die heute die Schloß­wache beziehende Nationalgarde wolle, statt mit der deutschen Tricolorc, mit der österreichischen Schärpe aufziehen u. s. w. Nun treibt dies alles natürlicher- wefte auch die Andersfarbigen auf die Straße, es gibt Bravos, Meisels zerschlagene Artslegekästen uub auch Faustschtäge. Die neuen Munieipalgarden suchen zu beschwichtigen doch das nutzt nichts, Wien ist an den Krawall gewöhnt, und die Blase schwillt wieder an, um eines von Caussidiore's plebejkscheii Bildern zu gebrauchen, bis sie zerplatzt. Dabei ma­len die Paniphletsudler den Teufel an die Wand, und ich lege Ihnen ein Muster von einer Vorstadtzeitung bei, worauf Sie in Holzschnitt Hru Häfner, den Re­dacteur der Constitution, am Galgen sehen werden. Der Tert dreht dann den Styl um und läßt die Re­action baumeln! Heute Abend gegen 9 Uhr ist Wien wieder so ruhig, als sei nichts geschehen. Morgen gehts wieder so, übermorgen auch wieder, und am Ende fallt mir bas bayerische Sprüchwort ein; A Ding bas sorum geht, geht sorum a!

Wien, 16. Sept. Nachrichten aus Pesth zufolge, die eben ciutreffen (4 Uhr Abends), scheint es als fet es Balhyanyi nicht gelungen ein Ministerium zu Stande zu bringen. Alle Augen sind aufs neue auf Koffuth gerichtet. Szalay rückt mit seiner merkwürdigen Armee, die er aus Schäfern, Zigeunern und allerlei Waldbe- wohnern, auch Räubern, gebildet und mit großen Ga­beln und Handbeilen bewaffnet hat, nach dem Süden, und wird in Kroatien einfallen wie Jellachich sich Pesth nähert. Vom Ende dieses Kriegs wollen wir wenn Koffuth ans Winter kommt, in einem Jahre wie- eer rebeu. Hr. v. Pulszky ftihrt als Unlerstaatsse- frclär hier die lauseuben Geschäfte des ungarischen Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten fort.

Der Kaiser hat, um die ungarischen kroatischen Differenzen zu schlichten, eine Eonferenz zwischen den österreichischen und ungarische» Ministern und dem Ban Jellachich in Wien angcorbnet. Während derselben sollen die Waffen von beiden Seiten niebergelegt unv Die Militär-grenze soll provisorisch der Leitung des öster­reichischen Kriegsministers unterstellt werden.

Die neuesten Berichte aus Mailand vom 12. mel­den Folgendes: Der Feldmarschall Radetzky war schon seit mehreren Tagen einer Empörung gegen die Armee, welche die Fanatiker in den Stäoten und der Haupt­stadt selbst, bei Ablauf des Waffeiistillstanbes, beab­sichtigten, auf der Spur. Schon am 10. verbreiteten sich Die ernsthaftesten Gerüchte, und einige Angriffe auf Militär-personen zeigten nur zu deutlich die gereizte Stimmung. Am 11. hieß es allgemein in Mailand, am 12. bis 14. sei der Ausbruch einer neuen Um­wälzung in Wien gleichzeitig beschlossen, und andere Abzeichen deuteten darauf hin, daß die höchsten Vor- sichtsinaßregleln nothwendig waren. Demzufolge wurde am 11. Abends und 12. Morgens alle Ausgänge der Stadt mit Kanonen und Mörsernbatterien besetzt, und ganz Mailand ist in diesem Augenblick zur Sicherheit der Aruiee von Außen mit schwerem Geschütz bedroht. Diese Maßregel des Marschalls wirkte augenblicklich.