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wird man sich bei dem Nachbar auch geltend zu machen wissen. Die schönen Phrasen von Brüderlichkeit bekommen dann auch vielleicht einen Commentar, und statt daß heute 44 Millionen brüderlich gesinnter Deutscher gegenüber von 34 Millionen brüderlicher Franzosen sind, will man alsdann in uns 44 Millionen feindliche Deutsche gegenüber von 34 Millionen Franzosen sehen. Will Frankreich wirklich Deutschlands Freundschaft, so sei es offen und ehrlich mit uns, und wir werden die seinige gewiß nicht verrathen.
Paris, 10. Sept. In einem Corr.-Artikel ter Köln. Ztg. heißt es: Gerade das jüngste Votum der Versammlung zu Frankfurt, dem sich vielleicht ein ähnliches von Seiten der preußischen Volksrepräsentanten zugcscllen wird, dürfte Frankreich, das sich überall und vor allen Dingen die Sympathien des Volkes gewinnen will und muß, über die Rolle aufklären, die es in dieser Beziehung den verschiedenen Parteien gegenüber zu übernehmen hat. Unsere Republik kann und wird sich der Volkspartei in Deutschland nicht entfremden, wie diese letztere ihrerseits wiederum ihre natürlichen Alliirten nirgendswo anders, als in Frankreich, suchen kann. Wenn unsere Republik sich bis jetzt etwas zweideutig gegen die deutsche Centralmacht verhielt, so kommt dies lediglich daher, weil diese letztere sich bis jetzt auch, namentlich Italien gegenüber, etwas zweideutig gegen die Principien der Freiheit und der Nationalunabhängigkeit verhielt, auf welche die Republik sich stützen muß. Frankreich sah bis jetzt ip der deutschen Centralmacht nur ein Hinderniß mehr, das sich der Befreiung der von deutschen Mächten unterdrückten Völker hemmend in den Weg stellte. Was man auch dagegen sagen mag, die französische Republik ist keineswegs der deutschen Nationalität, sondern nur den liebergriffen der im Namen dieser Nationalität versuchten reactionären Gelüste feindlich. Wir ha-
Oesterreich seiner Besitzungen zu berauben (dépouiller), sondern daß vielmehr die Unterhandlungen nur darauf gerichtet werden, dieser Macht, wenn nicht das ganze, doch den größten Theil des Gebietes, das ihr in Italien gehört, zu erhalten. (Suisse.)
Schweiz.
Bern, 11. Sept. Endlich ist das einige Deutschland auch in der Schweiz vertreten. Heute Nachmittag um 4 Uhr wird Hr. Franz Raveaur seine Creditiv» dein Präsidenten der Tagsatzung übergeben. Die ersten Gesandten der Vororte Zürich, Luzern und mehrere andere Mitglieder der Tagsatzung werden die Feier dieser Audienz erhöhen. Herr Raveaur bringt folgendes Schreiben deö Neichsverwefers, welches an Schultheiß und Staatsrath des Kantons Bern als eidgen. Vorort adressier ist: „Geehrte Herren und lieben Freunde! Die verfassunggebende Versammlung zu Frankfurt a. M. hat mich in ihrer Sitzung vom 28. Juni d. I. zum Neichsverweser über Deutschland erwählt. Indem die deutsche Nation den ihr theueren Gedanken der Einheit verwirklichte, hat sie mir eine Gewalt anvertraut, die ich mit der patriotischen Zustimmung der deutschen Fürsten, durchdrungen vom Gefühle der höchsten Pflichten, angenommen habe. Diese Gewalt ist berufen, eine neue und rechtmäßige Stelle im Rathe der Völker einzunehmen. Ich zeige die Uebernahme der provisorischen Centralregierung Deutschlands Ihnen, geehrte, liebe Freunde, mit besonders freudiger Erhebung des Gemüths an. Land und Volk der Schweiz sind mir bekannt und vertraut; ich gedenke vieler wackerer schweizerischer Männer, deren gute Wünsche mich in meinem Berufe geleiten, und cs ergreift mich die Aehnlichkeit der Aufgaben, von deren Lösung für Deutschland wie für die Schweiz das Heil der kommenden Tage abhängt. Möge es beiden Völkern gelingen, die Freiheit zu befestigen und die Einheit zu stärken, ohne wohlthätige Eigenthümlichkeiten zu zerstören! Ich beauftrage den Abge-
Ungarn.
F • u m e, 3. Sept. Gestern Abend brachte eine Staffette die von dem Banus ausgegangene Ernennung des seit einigen Tagen unter uns weilenden Generals Victor zum Militär-Commandanten von Fiume. Die hiesige Bevölkerung gelangt nun zur Ueberzeugung daß ihre Indereflen unter kroatischer Regierung nicht im Geringsten leiden werden.
Königreich der Niederlande.
Haag, 10. Sept. Der König hat vorgestern in besonderer Audienz den Geschäftsträger des deutschen Neichsverwesers beim niederländischen Hofe, Hrn. Liebe empfangen. Der König von Würtemberg soll hier auf Besuch erwartet werde».
Italien.
Mit der neapolitanischen Expedition nach Sicilien soll es jetzt Ernst werden. Das Dampsboot „St. Georg" brachte am 4. September nach Genua die Nachricht daß bei Reggio bereits 20,000 Mann versammelt seien um nach Sicilien überzusetzen. In Neapel selbst war — nach italienischen Nachrichten — die Spannung zwischen dem König und der zweiten Kammer so sehr ge- wachsen, daß man eine Vertagung oder Auflösung letz, terer erwartete. f Gen Rl 4
Einem pariser
Amerika.
(Gen. Bl.)
Blatte wird aus New-Orleans gemeldet, daß 200 Personen, die sich nach Amerika begaben, um dort das System Cabet's: den CommunismuS, praktisch durchzuführen, an den Ufern des rothen Flusses sich niedergelassen hatten ; es entstanden jedoch schnell Zwistigkeiten unter ihnen, sie schlugen sich mörderisch und brachten sich fast bis auf den letzten Mann um.
ben daher alle Ursache, zu erwarten, daß nach der'
Beilegung der italienischen Zwistigkeiten und nach dem ^ordneten her deutschen Reichsversammlung, Franz Ra
Siege der wahrhaft nationalen Partei in Deutschland < die Vermittelung Frankreichs der deutschen Volkspartei eben so willkommen, als für den europäischen Frieden und Fortschritt ersprießlich sein wird.
Großbritannien.
London. Es bestätigt sich die wichtige Nachricht, daß Rußland dem Cadmet von London eine Note eingereicht hat, in der cs erklärt, daß cs Oesterreich als einzigen und gesetzlichen Besitzer der Lombardei anerkenne. In Folge desselben spricht die russische Regierung die Hoffnung aus, daß eine Mediation, wenn sie statthaben müsse, nicht zum Zweck haben bönne, ‘
vcaur, Ihnen, geehrte Herren, dieses Schreiben zu überbringen, Sie meiner herzlichen Freundschaft für die Schweiz zu versichern und zur Anknüpfung des völkerrechtlichen Verkehrs zwischen den obersten Gewalten Deutschlands und der Schweiz, so viel an ihm ist, beizutragen. Stets werde ich die aufrichtigste Hochachtung und die Bereitwilligkeit zu jeder freundlichen Gefälligkeit bethätigen, womit ich verbleibe, geehrte Herren und lieben Freunde, Ihr wohlgeneigter (gez.) Johann, (gegengez.) Heckscher. Frankfurt a. M., 30. August 1848/
Vermischtes
? Wiesbaden, den 11. September. Es wäre im Interesse der hiesigen Stadt zu wünschen, daß sich der Stadtvorstand mit größerem Eifer für daS Fortbestehen der Winterkur bemühte. In einer Volksversammlung am 2. September wurde der Beschluß gefaßt, den Stadt- vorstand zu ersuchen, deshalb die nöthigen Schritte zu thun, aber dieser erwartet eine größere Thätigkeit von Seiten der unmittelbar hierbei Betheiligten, und so ist diese so wichtige Angelegenheit, welche beinahe allen Klas- sen der hiesigen Einwohner Verdienste verschaffen würde, wieder in das Stocken gerathen.
(848) Bei Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz in Wiesbaden ist soeben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:
Lehrbuch
der
praktischen Mathematik für Gewerbtreibende,
insbesondere für
Bauhandwerker, Landwirthe, Wiesenbauer und Forstpraktikanten.
Als Leitfaden
für den
Unterricht an Sewerbe- und Sonntagsschulen, sowie zum Selbstunterricht.
Bearbeitet
von A u g u st Schulte.
kehrer an der höhern Bürgerschule, an der Sonntagsschule für Bauhandwerker und an der landwirthschaftlichen Sonntagsschule zu Siegen.
12 Bogen hoch 4. In Pappe mit 8 Kupfertafeln. Preis 2 Rthlr. oder ff. 3. 30 kr.
Bei Unterzeichnetem ist erschienen: (849)
GèNe deutsche Krim.
Gedicht
von
Auguste Smbdt.
kl. 8. 48 Seiten. Geh. 30 kr.
Inhalt: Vorwort. — Des Mädchens 18. Geburtsfest. — Ein Jahr nach der Hochzeit. — Die Bruthenne. — Der Besuch. — Die schlafenden Kinder. — Die Sparbüchse. — Leidenssegen. — Die Flüchtlinge. — Walte Gott! — Letzter Christbaum. — Am Sarge. — Die Großmutter.
Wiesbaden. Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz,
Edictalladung.
Nachdem über das Vermögen des Friedrich att Unt ^'net Exfrau Elisabethe geborne u l l e r von Soden rechtskräftig der ConcurSproceß erkannt worden ist, so wird zur Anmeldung dinglicher und persönlicher Forderungen an der Masse Termin auf Mittwoch, den 25. October L I.
früh 8 Uhr bei Vermeidung des Rechtsnachtheilö deö Ausschlusses von der vorhandenen Masse anberaumt.
Höchst, den 7. September 1848.'
Herzoglich Nassauisches Amt.
(846)
Westerburg.
Die Wahl der elf Abgeordneten zu der Synode findet Sonntag, den 17. September Nachmittags 2 Uhr in der evangelischen Kirche Statt. Stimmzettel werden in der Kirche ausgetheilt, können aber auch zu Haufe beschrieben, und müssen von dem Wahlberechtigten selbst abgegeben werden. Alle wahlberechtigten Glieder der evangelischen Gemeinde von Wiesbaden und Clarenthal ladet dazu ein
(847) Der Kirchenvorfiand.
Erprobte Haortinriur.
Sicheres und in seiner Anwendung ganz einfaches, unschädliches Mittel, weißen, grauen, gebleichten und hochblonden Haaren in kurzer Zeit eine schöne dunkle Farbe zu geben und dabei das Wachsthum zu befördern. Untersucht und genehmigt von den Medicinal- Behörden zn Berlin, München und Dresden. (850)
Preis pro Flacon Fl. 2. 24 Kr.
Allein zu bekommen bei der Expedition d. Blattes.
Pow^ â CItiite
von
(851) Vilain «6? C® in Paris.
Untrügliches und durchaus unschädliches Mittel, grauen, rothen und verbleichten Haaren binnen 2 bis 3 Stunden eine schöne, natürliche und dauernde schwarze oder braune Farbe, je nach dem Wunsche des Gebrauchenden, zu geben. Dasselbe wird unter der Bedingung verkauft, wenn nach richtig vorgeschriebenem Gebrauche die versprochene Wirkung nicht stattfinden sollte, den dafür gezahlten Preis zurückzuerstatten.
Preis für die grosse Flasche LH. «. «4kr. Desgleichen für die halbe Flasche «. 1. 1$ kP.
Zu haben bei der Expedition dieses Blattes.
Keine Hühneraugen mehr!
Unfehlbares Mittel, um Hühneraugen auf eine ganz schmerzlose und leichte Weise, und zwar in der kürzesten Zeit, für immer auöz rotten; ist in versiegelten Schach' teln, mit Originalbeschreibung versehen,
die Schachtel a 36 fr.
zu haben in der Expedition dieses Blattes. (852)
Geld - Cours
Neue Louisd’or..........
Pistolen..............
Preuss. Friedrichsd’or......
Holländische Zehnguldenstücke
Randducaten...........
Zwanzigfrankstücke.......
Engl. Souverains.........
Laubthaler , ganze........
Preuss. Thaler..........
Fünffrankenthaler.........
II.
11
9
9
10
5
9
12
2
1
kr.
5 56 56 y,
3 36 37'/,
2 43% 45
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