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Mannes haben, der sich nicht damit begnügt, einen Theil der jetzigen Mitglieder der Kammer zu verdäch­tigen, sondern sogar die, welche das Volk später erwäh­len würde, von welchen behauptet wird, daß sie dem Lande weit mehr durch ihre Derwilligung im conser- vativen und reartionären Sinne kosten würden als der verschenkte Zehnte betrage.

Erwiederung und Berichtigung.

f Montabaur, den 7. Sept. 1848.

Nachdem man die vielen Urtheile Einzelner über das Wesen der Montabaurer Bürger in den verschie­denen Zeitungen liest und vergleicht, so findet man einen wahren Unflath böser G.ister; was der Eine will, tadelt der Andere. Dem Nachdenkenden wird unheim­lich, man glaubt sich in einer Narrenhalle statt in der Sprechhalle des Nassauischen Zuschauers vom 1. Sept, zu befinden. Der ch Korrespondent in Nro. 53 jenes Blattes gehört unbedingt, trotz aller Studien, welche derselbe gemacht haben könnte, zu den sehr Ungebildeten: die Diktion des Artikels, der Styl, wo zwölf cinsylbige Worte hintereinander schwülstig folgen, geben darüber vollkommen Zeugniß. Wenn doch dieser cinsylbige Mensch bedachte, daß er gerade bei der Bertheilung des Verstandes in die Welt ganz leer ausgegangen ist und bevor man Andere Hofmeistern will, selbst Conduite haben muß. Sollte die Stadt bei ihren vielfach be­gründeten Ansprüchen durch die Reorganisation des Landes oder wie der f Bauer erzählt, bei Bertheilung der Welt wirklich leer ausgehen, so haben Charaktere als Führer gestanden, welche man jenem lieblosen Schrei­ber glkichachten muß.

Parteigeist ist in Montabaur wie allerwärts aber nur einen Blick über die Bühne und man steht deut­lich, daß in der Menge ein guter Geist, der egoistische Rest jedoch darnach strebt, seine» Vortheil zum Nach­theile Aller zu erreichen. Beschwichtigt man nun die­sen Parteigeist damit, daß man öffentlich beleidigt? belehrt man dadurch, daß man reizt? praktisch ist die Erfahrung, daß durch solche Anreizungen die Spaltung größer und jene stets wachsamen Henker des öffentlichen Wohles bereit sind, durch gewinnenden größern An­hang ihres Vortheils sicher zu werden. Wenn nun unser Mitbürger ein Mann von Intelligenz, von Entschieden­heit wäre, warum tritt derselbe nicht hervor und ist nicht jener Eine, der Alles leitet so aber präsentirt sich der chKorrespondent nur als der Z^pf von jenem dummen Michel, mit welchem uns jener unberufene Schwätzer zu beehren gedenkt. Wir machen ihn ins­besondere darauf aufmerksam, daß der Augenblick ge- kommen, wo seiner Beredsamkeit ein großes Feld ge­öffnet ist: die fürs Land wichtige Frage ist unserer Stadt abermals -zur Boâ EsdlM MWA ° -Potifton crrculirt zur Theilnahme durch Unterschrift, woniach der Beschluß der Deputirtenkammer wegen Ablösung des

Zehntens in zwölffachem Betrage annullirt werden soll. Zugleich aber wird eine zweite, von mehrer» Freunden des Abgeordneten Naht abgefaßt, zur Unterschrift her- umgetragen, welche das Gegentheil will. Sehen sie also, Herr Zopf, den Parteigeist im ganzen Lande während es bei unsern gesinnungstüchtigen Bürgern keinem Zweifel unterliegt, daß die Mehrzahl sich gegen den Beschluß der Depiilirtn zum wahren Wohle des Vaterinndes entscheidet. Herr ch Zopf, werfen sie nur einen Blick über die Bühne und sie werden sehen, wie Einzelne, ihre Privatzwecke verfolgend, die Wohlfahrt des Landes unbeachtet lassen, ohne jedoch dem Depu- tirten Naht zu nahe treten zu wollen. Naht hat die Aufmerksamkeit des ganzen Landes erregt; das Ver­trauen erwirbt man aber nur, wenn man in seiner Stellung die Wohlfahrt des Landes wirklich im Auge behält. Diese Art Freunde, wie solche suppliciren, hält man im Lande für indirekte Bittsteller für sich, sie fin­de» in dieser Art einen Anhang, kein Vertrauen für ihre Zwecke was denn unser Durchgänger bei der Zehntfrage mit seinem Anhänge sich eben so wohl ge­sagt sein lassen wird.

Gewiß ist die Spannung im ganze» Laude über die Zehntfrage ein großes Unglück das Andere kommt noch! wir möchten daher wünschen, daß die De- putirtenkammer den Patriotismus unsers Deputaten theilte und bis auf Weiteres einstweilen durchging.

Deutschland.

* Preußen. Berlin, 9. September. (Verlegen- Heiten und BerwicklungenZ Dem Sturz des Mini­steriums Auerswald - Hansemann stellt Verlegenheiten nuv Verwickelungen aller Art in Aussicht. Das Par­lament hat den bereits durch Preußen ratifteirten Waf­fenstillstand verworfen und ist es nunmehr Dem zukünf­tigen preußischen Ministerium Vorbehalte», zunächst die­sen verwickelten Knoten zu lösen und die richtige Stel­lung Preußens zur Centralgewalt festzustellen oder zu vermitteln. Wird Rodbertus, dessen entschiedene Slimmee im deutschen Sinne seinen Austritt aus dem frühern Ministerium veranlaßte, zur Bildung des kommenden Ministeriums berufen, so ist Alles für die deutsche Ein­heit zu hoffen. Ueber eine Ministercombination ver­lautet noch mchst.

* Braunschweig. (Adresse an die Nationalver- sammlung.) Der vaterländische Verein hat einstimmig an die Nationalversammlung eine Adresse angenommen, worin unter Hervorhebung der am meisten die Inter­essen Schleswig-Holsteins und die Ehre Deutschlands verletzenden Bestimmungen des mit Dänemark abge- fdv!off?nen*^9a^enfttd^ die Zuversicht ausgespro­chen wird, daß die Nationalversammlung die von ihr vorbehaltene Ratifikation nicht »theilen werde und daß

Tagesgeschichte.

man fest entschlossen sei, alle dadurch erforderlichen Opfer willig zu bringen und einig zu der Nationalversamm­lung zu stehen.

Schleswig-Holstein. "Gravenstein, 1. Septebr. [Ühië dem Nassauischen Feldlagers Der Waffenstillstand scheint seinem Schluss? nahe zu sein. Die Brigade des Generals Ranzau verläßt die bisher besetzten Vorposten und die nassauische Brigade unter General Ahlefeld übernimmt diese mit Auslassung der weniger nöthigen Posten. Das 1. Bataillon des 2. Regiments bleibt mit dem Regimentsstaabe in Gravensteiu.

Das 1. Bataillon des 1. Regiments (Dümmler) besetzt mit 2 Compagnien Quars, mit 1 Compagnie Leygard und mit 1 Compagnie Tombül. Das Bataillon Gödecke bleibt mit Staab und 1 Compagnie in Fisch­beck, 1 Compagnie in Atzbüll, 1 Compagnie in Beschall, 1 Compagnie in Baurus.

Die der Brigade beigegebene hanseatische Cavallerie besetzt Schweyruß, Gröngift, und sendet ihre Vedetten nach Neuschau, Baurüß und Nübel

Der rechte Flügel der Vorposten geht über die Souderburger Straße.

Am 6. September tritt die Brigade ihren Rückmarsch an, und hält folgende Marschtage: den 6. nach Flens­burg, de» 7. Ruhetag, den 8. nach Hostrup und Siver- stedt, den 9. nach Schleswig, den 10. Ruhetag, den 11. nach Rendsburg, den 12. nach Hohenwestadt und Nostorf, den 13. nach Itzehoe und Neumünster, den 14. nach Emshorn und Braunstedt, de» 15. Ruhetag, den 16. nach Pinneberg und Quirschborn, den 17. nach Altona.

Der Marsch von hieraus wird den einzelnen Staa­ten zu leiten überlassen werden.

Diese Bestimmungen sind nur vorläufig festgesetzt und werden wohl nur durch den Abbruch der Friedens­unterhandlungen eine Aenderung erleiden.

Zwischen den Commaudirenden der beiden Armeen ist ein vorläufiger Waffenstillstand abgeschlossen worden, und muß dem Bruche desselben eine 48stündige Auf­sagung vorhergehen. Die Mannschaft auf Vorposten toll nur im Falle der Selbstvertheidigung Gebrauch ihrer Waffen mache».

"Altona, 7. September. Die gestern angekom- menen hannoverschen Truppen haben unmittelbar nach ihrer Ankunft die Ordre enthalte», einstweilen hier zu bleiben. Die erste Nachricht von der Aufnahme des Waffenstillstandes in der deutschen Nationalversamm­lung ist hierher gelangt, sie wird wesentlich zur Be­ruhigung des in sein Innerstes aufgeregten Landes bei- tragee. Die Begebenheiten der letzten Tage haben mehr als je dargethan, daß aus dem Kriege die gänzliche Trennung wenigstens des größten Theils der Her- zogthümer von jeder dänischen Verbindung her­vorgehen muß; so wenig wie jetzt der Graf Moltke

die Herzog thümer regieren können.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Deutsche Buchdrucker-Zeitung.

Vom ersten October d. I. an erscheint in meinem Verlage diese neue Zeitung, deren Spalten aus­schließlich den Interessen der Buchdruckerkunst geöffnet sind. Die ersten Nummern bringen das Hauptpro- tocoll der am 27. und 28. August in Frankfurt a. M. stattgehabten Verhandlungen, wie den Entwurf für die zu bildenden verschiedenen Vereine und dürften beide Gegenstände um so mehr eine vielseitige Besprechung Her­vorrufen und auch wünschenöwerth machen, als ohnmöglich in wenigen Tagen eine so wichtige Frage genügend gelöst werden konnte. Die Zeitung soll daher ein Sprechsaal sein, in dem jede Mittheilung, komme sie von Prinzipalen oder Gehülfen, zur Kenntniß Aller gelange, dadurch das Band der Vereinigung immer fester geknüpft und der nächsten Buchdrucker-Versammlung Stoff zur weiteren Förderung der guten Sache ge­boten werde.

Die Zeitung erscheint monatlich zweimal in Hochquart und kann in jeder Buchhandlung bestellt wer­den. Der Preis wird vorläufig auf 10 Sgr. (35 kr.) für das vierte Quartal 1848, bei directer Bestellung jedoch auf 7% Sgr. (26 kr.) franco Leipzig oder franco Frankfurt a. M. festgestellt.

Alle Buchdrucker-Besitzer, denen die Spalten einer Zeitung zu Gebote stehen, werden um Gratisaufnahme dieser Anzeige ersucht.

Kassel, Ende August 1848.

(829) Heinrich Hotop.

-°^77^?, (830) In dem von N au end orfischen ätLEl Landhause am Cursaalwege ist die Bel-Etage, ^MsM, welche besteht: in 1 Salon, 6 Zimmern, wovon eins zur Küche zu verwenden ist, 2 Dachkammern, 1 Abtritt, 2 Pferdeställen, 1 Bedienten­stube, 1 Keller, 1 Heuboden nebst Holzbehälter, 1 Chai­senremise für 2 Wagen, einem großen Theil Garten und Anlage, und in dem Mitgebrauch der Waschküche, Regensäffer und Pumpe und des Trockenspeichers zu vermiethen, und kann sogleich oder auch später bezogen werden. Näheres bei Herrn Regierungsrath Freiherrn v. Gagern oder bei Herrn Ncgierungöprobator Gasteyer zu erfragen.

nunmehr gesonnen, mein ganzes Geschäft in der Art aufzugeben, daß ich von heute an meine sämmtliche Waare, bestehend aus Herren- und Damen-Stie- verkrufe' e' unter ^m Fabrikpreis Wiesbaden, den 17. August 1848.

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Carl Leyendecker

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Zu haben bei der Expedition dieses Bl. (833)

D e c r e t in Sachen des, Levi Seligmann Landau von Singhofen, Klägers gegen Peter Zorn und dessen Ehefrau Wilhelmine geborne Peter von Pohl, Beklagten, wegen Forderung von 40 fl.

48 kr. bedungene Zinsen eines Darlehns von 204 fl. vom 21. Januar 1844 bis dahin 1848, und 2 fl. 38 kr. ältere Kosten.

Abschrift des heutigen Protokolls wird der Mitbe­klagten der Ehefrau Zorn mitgetheilt, und beiden Be­klagten, wovon Peter Zorn unbekannt, wo abwesend ist aufgegeben, sich

Dienstag, den 10. October l. J.

Morgens 8 Uhr auf die erhobene Klage deren Einsicht dahier sreisteht, zu erklären bei Meldung der Rechtönachtheile deS Ein­geständnisses und Verlusts der Einreden.

Dem Mitbeklagten Peter Zorn wird zugleich eröff­net, daß alle weitere in dieser Sache ergehenden Dc- crete nur durch Anheften an der GerichtSthüre werde».

Nassau, den 14. August 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(834) Heye.

Geld - Cours.

Neue Louisdor ..................

Pistolen......................

Preuss. Friedrichsdor ........ . . . .

Holländische Zehnguldenstücke........

Randducaten ...................

Zwanzigfrankslücke...............

Engl. Souverains.................

Laubthaler , ganze................

Preuss. Thaler.............. . . .

Fünffrankenthaler ............. . .

fl.

11

9

9

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5

9

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2

1

kr.

5

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5

36

38

2 437. 45

©ruef und Ver.ag von vi ilhclm Friedrich am Friedrichöplatz. Redaction unter Verantwortlichkeit deö Herausgebers Wilhelm Friedrich.