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nug sein würden. Gestern Abend erfuhr man sie zuerst in ihrer ganzen Ausdehnung und Größe. Sie haben auch die kühnsten Erwartungen übertroffen. — Die Landes-Versammlung wird heute wahrscheinlich beschließen, sich nicht auflösen zu lassen, keine neue Regierung, die ohne ihre Bewilligung eingesetzt ist an- zuerkcnnèn, nicht zu dulden, daß ein Gesetz ohne ihre Bewilligung geändert oder aufgehoben werde, u. s. w. Diese Anträge werden gestellt, und ihre Annahme ist nicht zu bezweifeln.— Es wird gesagt, daß die Waffenstillstands-Bedingungen keine geheimen Artikel enthielten, cs ist aber gewiß, daß sie wenigsten Einen enthalten, der die Verbannung der Augustenburger Fürsten ausspricht. Daß die verlangte Trennung der schleswig'schcn und holsteinischen Soldaten die völlige Auflösung unserer Armee mit sich führen würde ist sehr klar. — Gestern wollte die Korvette „Galathea,, ohne Parlamentär-Flagge in den Hasen einlänfen, wurde, aber wegen dieser Frechheit mit scharfen Schüssen übel begrüßt. — Unsere gefangenen Landsleuten sind noch immer nicht da, obwohl die kriegsgefangenen Dänen ixt im Lande umherlaufen. sH. B.-HI
Zustand.
Republik Frankreich.
Paris, 30. August. Hr. v. Raumer, der seit mehreren Tagen anwesend ist, wurde noch immer nicht von Cavaignac ofsicicll empfangen. Die hiesige Regierung ist ungehalten darüber, daß die Ceiiiralrcgie- rung in Frankfurt, ohne lange die Ordre von Paris und London abzuwarten, unmittelbar zwischen Oesterreich und Italien ins Mittel getreten ist, und daß »an in Wien dieselbe Sprache führt. Dem Sardcn- önig grollt man, weil er bereits einen Gesandten in Frankfurt hat und den Reichsverweser anerkennt. Alei» Karl Albert weiß recht wohl, daß in seinem cige- ien Land die Mehrheit, namentlich des Landesvolkes, m den Krieg ist.
Schweiz.
Vom Zürich see, 30. August. ^Italienische Wirren. Bessere Stimmung gegen Deutschland.) Die Züricher Genietruppen, die vor ein paar Tagen von Bellinzona, wo sie einige Befestigungsarbeiten vorzu- tehmen hatten, zurücklehrten, erzählen Dinge vom ita? ionischen Volke, die den feurigsten Verehrer Italiens tutzig machen müssen. Das lombardische Landvolk >abe durchgängig nicht die geringste Sympathie für die Erhebung gezeigt und sich deßhalb auf alle bedenkliche Weise der Conseription zu entziehen gesucht; ja, in der elften Zeit habe diese Gleichgültigkeit eine Erbitterung gegen die „Schuiri" (Signori) Platz gemacht, die ohne die rasche Beendigung des Krieges zu galizischen Scenen hätte führen können. Die ,^Signori" stolzirten im theatralischen Waffenschmuck einher, fingen in den Kaffec- MusernIwenn sie in sehr großer Ueber fahl sich befänden, Händel mit ihren als Züricher bekannte» deutschen Schweizern an, denen sie das Dentschsprechen in Mailand untersagen wollte», und ließen auf dem Schlacht- felde regelmäßig die Schweizer und Piemontesen im Stich, indem sie unter lautem „Eyviya Fllalia!“ das Weite suchten. Am empörendsten ist aber das Benehmen der flüchtigen Officiere gegen ihre Mannschaft: sobald sie das schweizer Gebiet betragen, bekümmerten sie sich nicht mehr im Geringsten um dieselbe; die Officiere des gleichen Bataillons und der gleichen Compagnie gingen theilnahmlos an ihren im Höchsten Elend auf den Gassen liegenden Leute» vorüber, und hatten nichts Eiligeres zu thun, als sich mit den Resten der Kriegs-Kassen aus dem Staube zu machen. Der Ge- neral d'Agion war deßhalb einen Tag lang in Chur in Verhaft, weil, wie cs scheint, sehr begründete Ansprüche gegen ihn erhoben wurden, die er Anfangs nicht anerkennen zu wollen Miene machte. Die reichen mailändischen Große» in Zürich, als sie von dem dortigen Hülfskomite um einen Beitrag für ihre Landsleute angegangen wurden, erwiderten trocken: Cela ne nous regarde pas; ein Einziger, ein siebenfacher Millionär, gab 10 Francs. Der französische Gesandte in Bern hat dem Vororte angezeigt, daß dem Eintritte der
Summe wird nun wohl zusammenzubringk» sein, mißlicher aber ist es, daß sich durchaus kein Redakteur auftteiben lassen will. Eine seltsame Anomalie ist, daß während die klerikale Partei in den Rheiiilanden fast alle Wahlen beherrscht hat, sie nicht über eine einzige tüchtige Feder gebietet, nicht 30,000 Thlr. für ein Organ aufzutreiben vermag, und wenn sie es könnte, immer noch mit bedeutendem Zweifel an den Erfolg ihres Unternehmend denken muß, da 3. B. die Rhein- und Mosclzciiung, dieß Musterblatt klerikaler Anschauung, nur 1400 Abonnenten hat.
(A. A. 3fß0
Hamburg, 4. Sept. Heute Morgen verließ die sämmtliche Besatzung unserer Kriegsschiffe, in Folge einer unter derselben schon seit einiger Zeit herrschenden Uneinigkeit, jene, und inarschirte mit Sack und Pack nach Altona, um sich, wie ich höre, nach Kiel und Rendsburg zu begeben. Ob dieses Reiseziel mit den heute dort erwarteten U unreif in irgend einer Verbindung steht, weiß ich Picht, doch sagt man hier, „daß die Republik heute dort proklamin werden solle." Vorgestern und gestern Mciib gab es Unruhen in Altona, wobei man vielzellig den Ruf: „Es lebe die Re- publD",hörte. Wer überhaupt jetzt die allgemeine ^Stsmmung in Hamburg, Altona und Umgegend, namentlich in Holstein, seit dem Waffenstillstandsabschluß genau kennt, der kann sich unmöglich über die nächste Zukunft beruhigen.
Schleswig-Holstein. Altona, 3. Sept. Unter einzelnen Truppencorps, namentlich den Preußen, Ba- denserzt und Würtembergern, soll große Mißstimmung über den durch den Waffenstillstand veranlaßten'bevorstehenden Rückmarsch herrschen.
Altona, 4, Sept. Berichte aus Kiel melden, daß cs dort bis heute früh noch ruhig geblieben, und daß auf heute eine öffentliche Versammlung berufen worden sei. — Die bisherige provisorische Regierung soll schon nächsten Sonnabend abtrèten. — Heute Nachmittags oder Abends kommen 2 Bataillone Hannoveraner hier an, um morgen über die Elbe zurückzukehren ; ihnen folgen in den nächsten drei Tagen jedesmal 2 andere Bataillone nach. Die Preußen treten vom fünften Tage an, ebenfalls hierdurchzichend, ihren Rückmarsch an. Nur je ein Bataillone jedes Regiments wird per Eisenbahn befördert; die klebrigen kehren zu Fuß in ihre Contonirung zurück sH. P. £.]
Kiel, 2. Sepr, Der Ausschuß-Bericht über den Verfassungs-Entwurf ist bereits unter der Presse. Er soll im Ganzen liberaler ausgefallen sein, als der Entwurf. Das suspensive Veto ist für alle Fälle, wer Landesfürst sein mag, angenommen. Ist der Herzog ein fremder Fürst, so regiert ein Statthalter, ohne Instruction von jenem annchmen zu dürfen, und behält die Regierung auch dann, wenn der Herzog sich zeitweise im Lande Zur' Würdeves S'tMyM ters werden von der Landes-Versammlung drei deutsche Prinzen dem Herzoge vorgeschlagen, aus denen dieser einen zum Staalhalter ernennen muß. — Als ganz zuverlässig können wir initthcilen, daß von den hiesigen Professoren die Herren Nitzsch, Scheck, Chali- bäus, Meyn und Olshausen ihre dänischen Orden spätestens in den nächsten Tagen, wahrscheinlich schon heute Abend einsenden werden. Hr. Prof. Pell hat schon eingesandt, Prof. Falck, wie cs scheint, aber nicht. Nach einer amtlichen Mittheilung in der „Schlesw.-Holst. Ztg. haben außer Prof. Pelt aucy Prof. Olshausen und der Obergerichtorath Eckardt die Orden schon ein- gesandt. (K. C.- Vl.)
Kiel, 4. Sept. Vorgestern Abend erfuhr man hier zuerst, daß der Graf Karl Moltke Präsident der projectirten Interims-Regierung werden sollte; in der Nacht darauf oder gestern Morgen haben diejenigen Herren, welche man zunächst zu seinen Collegen erkoren (Preußer, Landvogt Boysen, Baron Heintze, Etats- Rath Prehn in Plön), Schreiben von Moltke erhalten daß sie sich in Itzehoe einfinden möchten; sie sind nicht gekommen, wenigstens nicht die drei Erstgenannten, und werden auch nicht kommen. Nun konnte man ja denken, daß die Waffenstillstands-Bedingungen schlecht ge
Flüchtlinge in Frankreich nichts mehr im Wege stehe; von Genf wird berichtet, daß dieselben auf französischem Gebiet einquartirt werden und täglich 75 Cent, erhalten. Hoffentlich werden nun auch die beschränkenden Maßregeln von Uri, Luzern und Aargau zurückgenom- mcn werden. — Der Fall Mailands und die beab- sichtigte Zollerhöhung in Deutschland haben einen merkwürdigen Umschwung der öffentlichen Meinung hervorgebracht: die frühere verächtliche Sprache gegen Deutschland und seine Vertreter hat einem viel anständigere» Ton Platz gemacht, und die Blätter, denen als Repräsentanten der Dcutschenfresserei man früher wenigstens heimlich Beifall zuwinkte, werden nun aller Orten öffentlich desavouirt. Man könnte sich dieses Resultates, das ein besseres Verständniß zwischen zwei durch gleiche Abstammung wie durch gleiche Interessen mit einander verbundenen Völkern erwarten läßt, freuen, wenn eS nicht traurig wäre, daß erst die Furcht dasselbe erwirken mußte. Der Vorort hat den Regierungen von Zürich, Aargau und Bafelstadt erwidert, daß er auf ihr Gesuch einen Abgeordneten nach Frankfurt senden werde, um bei den beabsichtigten Modifikationen im Zollwesen die Interessen der Schweiz gehörig zu vertreten und zu wahren.
Vermischtes.
Zur Berichti g u n g kommt uns folgender Brief zu, welchen wir wörtlich abdrucken. Red. d. N. Z.
V e r e h r l i ch e Redaktion!
In Ihrem gestrigen Blatte ist erwähnt, ich- habe bei dem Beschluß über die Inbetrachtnahme des von Schütz'schen Antrags, betreffend: die Herabsetzung der Gehalte derjenigen Staatsdiener, welche Mitglieder des Land- oder Reichstages sind, während der Dauer der letzteren, — mich der Abstimmung enthalten. — Es ist dies unrichtig, ich habe für die Inbetrachtnahme gestimmt.
Da die genannte Abstimmung Gegenstand eines Zcitungsstreitcs geworden, so halte ich es für nothwendig, daß die Wahrheit nicht schließlich noch entstellt werde, und ich bitte daher, in Ihrem nächsten Blatte die erforderliche Berichtigung erfolgen lassen zu wollen. Wiesbaden, den 8. September 1848.
Professor Dr. Fresenius.
ddaisanisches.
D Kammer - Verhandlungen.
40. Sitzung.
Wiesbaden, den 8. September. Hauptinhalt.
In der heutigen Sitzung wurden die §§. 17 bis 32' des Gemkindegesetzes berathen.
Bei den Petitlonsberichte» kamen besonders zwei Petitionen der Stadt Ems um Unterstützung vor.
Auf den Antrag von W e ii ck e ii b a ch 1. wurden 3600 ff. zur Verschönerung dieses Kurorts bewilligt.
Nächste Sitzung ist Montag den 11. September.
Tagesordnung: 1) Bericht über den Chansseebau von Diez nach Nassau; 2) Fortsetzung der Berathung des Gemeindesctzes.
Neueste Nachrichten.
Schleswig-Holstein. Der Waffenstillstand trägt seine Früchte. Die Folge wird der Kampf sein für eine n 0 r d a l b i n g i s ch e Republik. Die Republik wird in Altona offen auögerufen. Das Volk will sie und verlangt sie. Die Armee und das Volk will mit seinem letzten Tropfen Blut seine Unabhängigkeit vertheidigen, — im Falle eS von Deutschland verlassen werden sollte. Viele Reichstruppentheile haben erklärt, daß sie ihr Leben lieber in Schleswig-Holstein lassen wollen, ehe sie unter den obwaltenden Umständen in ihre Heimath zurückkehren.
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
Nu die GetVerbetreLbenden Wiesbadens.
_3n der Versammlung am 4. September wurde eine Avresse an die Nationalversammlung zu senden beschlossen, um derselben die hier sich allgemein geltend machende Ansicht auozusprechen, das des Deutschen Gewerbestandes ganzes Heil einzig und allein von einem zweckmäßigen Schutz gegen die Uebcrmacht des Capitals und die Eingriffe pfuscherhafter Untüchtigkeit zu erwarten sei.
ist im Interesse des GcwerbestandeS dringend zu wünschen, daß diese Adresse mit möglichst zahlreichen Unterschriften versehen wird, weil zu erwarten steht, daß bei Berathung der zukünftigen Gewerbegesetze in der a lonawersammlung viele Stimmen mit großer Bestimmtheit für unbedingte Gewerbefreiheit sich erheben wcr- ^wselben letztere nicht allein für das allgemeine Wohl, sondern auch für den Gewcrbcstand selbst für allein vortheilhaft halten. '
v nun de* Gewerbestand nicht iu seiner großen Mehrheit, daß er damit nicht übereinstimmt, so wird 1 Die ^Akr Demand, als ganz allein sich selbst zuzuschreiben haben.
Ruckbändler s'" Herrn Kaufmann Käsebier, Herrn Buchhändler Louis Friedrich, Herrn
bisient aber noch f vCtrn Buchhändler Schellenberg und im G e w erb v erc i ns l 0 c al e aufliegt, ist bon gebt Unterschriften versehen worden, daß die Nationalversammlung, wenn sie diesel-
dern^für^die unbedingte Freibeit ?" Wiesbadener Gewerbetreibenden wäre nicht für den Schutz, son-
theiligen " ^ ' ^ügcn Gewerbetreibenden nochmals dringend ein, sich an der Adresse zu be-
Wieöbaden, den '7. September 1848. (827)
Der Vorstand des Gerwerbvereins.
(774) Bei W ilhelin Friedrich am Fri'edrichsplatz ist zu haben:
Wichtige Schrift für die Herren Volksabgcord- neten in der nassauischen Kammer.
Der Domainenstreit im Herz0gthum Nassau. Nach seinen Urquellen erläutert und nach Rechtsgrundsätzen gewürdigt. Frankfurt, bei Sauerländer, 1831. Preis 1 Gulden.
Geld - Cours
Neue Louisd’or........ ■
Pistolen...............
Preuss. Friedrichsd’or......
Holländische Zehnguldenstücke
Bandducaten...........
Zwanzigfrank stücke.......
Engl. Souverains.........
Läubthaler , ganze........
Preuss. Thaler..........
Fünffrankenthaler.........
II.
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£rucf und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichöplatz. — Redaction unter Verantwortlichkeit des Herausgebers Wilhelm Friedrich.