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Von den Kriegs-Reservisten, welche zu Ende voriger Woche die Cholera von Stettin der mitbrachten, sind sieben Erkrankte auch gestorben. Als Instand für bedingte Contagiositât der Krankheit mag angeführt werden, daß in den Wohnungen, worin die zuerst erkrankten Kriegs-Reservisten starben, auch andere Bewohner der Cholera erlagen. Namentlich zeigt sich die Krank heit aber in dem zunächst am Clbstrome belegenen Stadt- theile heftig, wo sie auch im ^abrc IS,1 bei ihrem ersten Erscheinen in Magdeburg sehr verheerend auf- trad.
Köln, 31. Aug. D ie Verhaftung F. Freiligraths, die gestern in Düsseldorf stattfand, macht hier einiges' Aufsehen, so viel dessen in dieser Zeit ein Ercig- niß unterg ordncter Wichtigkeit noch macht. Die Veranlassung jenes Schritts war das Gedicht des berühmten WüstensängerS: die Todten an die Lebenden, welches mit allem Feuer, aller Schwungkraft des Dichters geschrieben, doch so viel Erbitterung und Haß enthält, daß ein Einschreiten gegen den Verfasser zu erwarten war. Aus persönlicher Rücksichtnahme oder Neigung zu Schonung und Milde soll der Oberprocurator Schnaase in Düsseldorf die Aufnahme einer Untersuchung nicht gewollt: jetzt aber der Generalprocurator zu Köln die deßfallsigen Befehle erlassen haben. Der Inhalt des Gedichts ist so, daß Freiligrath sich kaum Hoffnung machen darf, einer mehr- jährigen Festungsstrafe zu entgehen. Strafte man unlängst einen armen Referendar für den Ausdruck „Kar- täschenprinz", womit der Prinz von Preußen gemeint sein sollte, mit lömouatlicher Haft, wie viel schwerer muß dann eine Aeußerung, wie die gegen den König gemünzte: „So sank zur Marionette gar, der einst ein Comödiantc war", in die Wagschaale fallen? (Freiligrath soll vor der Verhaftung verwarnt worden sein, habe aber darauf nicht geachtet.) (A. Z.)
Sinzig [an der Ahrs, 4. Sept. So eben vernehmen wir, daß der während der Ferien bierselbst verweilende Hr. Appellations-Gerichls-Rath Broicher von Köln von Seiten des Reichs Justiz-Ministeriums nach Frankfurt berufen worden und bereits dorthin ab« gereift ist.
Sachsen. Dresden, 1. Sept. Die Regierung hat den Ständen eine Denkschrift übersandt, in welcher die Betheiligung der sächsischen Regierung an dem deutschen Verfassimgswerkc dargelegt wird.
Sachsen-Weimar, 31. Aug. Von unserem Etats- minister, Hrn. v. Watzdorf, ist ein entscheidender Schritt geschehen. Er hat die Grundzüge der künftigen Neugestaltung veröffentlicht und damit zugleich eine Art politisches Glaubensbekenntniß verbunden. Die Bearbeitung der Entwürfe zur Umgestaltung des Staatsdienstes war einer Commission von Rechtsgelehrten übergebe» wrttm-wtW '-CTt 5. -fr. 'M. ihre Thätigkeit begonnen hat. Der Minister macht die Ergebnisse bekannt.
Hessen-Kassel, 3 Sept. Die unruhigen Auftritte am 1. Ab. haben sich am 2. wiederholt. Mehrere Bäckerläden sind wieder angegriffen und verheert worden.
Hannover, 30. August. Der König hat gestern den außerordentlichen Gesandten und bevollmöchtigten Minister der französischen Republik am hiesigen Hofe, Hrn. Pete- tin, empfangen und dessen Beglaubigungsschreiben entge- gengenommen.
Ausland.
Schweiz.
Zürich, 28. August. Unterwalden und Uri haben gestern durch Beschluß ihrer Landsgemeinden die neue Bundesverfassung verworfen. Das gleiche erwartet man von Schwyz und Wallis. Zugs Beispiel hatte die kleinen Kantone ermuthigt. UebrigenS wird der Widerstand gegen die Beschlüsse der Tagsatzungs- majorität ein passiver sein. Seit dem erbärmlichen Ausgang des Souderbundökriegs haben die Gebirgs- kamone das Vertrauen auf ihre Waffenmacht verloren. — Aus Mailand ist die Anzeige eingelroffeu, daß die geflüchteten Lombarden, mit Ausnahme der Anführer, ungefährdet zurückkehren können.
Italien.
Es wird officiell verkündet, daß Garibaldi, in der Nacht vom 26. nahe bei Tradate von großer Ueber* macht angegriffen, nach hartnäckigem Kampf das Schlachtfeld räumen und sich mit dem Gros seiner Coloune in die Schweiz zurückziehen mußte.
Neapel, 9. August. Die zur Expedition nach Siethen bestimmte Flotte, bestehend aus 18 Dampfschiffen (darunter 10 große) und 24 Kanonierbooten, von denen die eine Hälfte mit einer Kanone von großem, die andere mit einer von kleinem Kaliber versehen ist, hat die Anker gelichtet. Die Flotte soll 20,000 Mann Landungstruppen an Bord haben.
Türkei.
Bei dem in der Nacht von 17. in Konstantinopel ausgebrochencu furchbaren Brande sind auch 26 Kauffahrteischiffe, meist griechische und türkische, ein Raub der Flammen geworden.
Vermischtes.
An hohe National-Versammlung.
Montabaur, 5. September 1848.
Im Jahre 1845 zerstörte die Fäule in den Kartoffeln fast die ganze Erndte. Diese Calamität kehrte wieder von Jahr zu Jahr und tritt 1848 ebenwohl sehr heftig auf. Abseits einer Menge Urtheile über diesen Krankheitozustand, habe ich seit einigen Jahren an ver- schievene Gouvernements, am 21. August 1847 an den Bundestag geschrieben, und überall gegen eine angemessene Belohnung mein naturgemäßes Verfahren, wodurch dem Ackerbau diese Bedrängniß abgenömmen wird, zu öffentlichem Gebrauche angeboten; wobei zu bemerken steht: daß das Verfahren zugleich anderweitige außerordentliche Erfolge für den Ackerbau gewährt.
Man hat mir überall ablehnende Antworten gegeben, welchen die Hoffnung zu Grunde lag: daß die Zeit das Uebel von selbst Ich besaß dagMn iü
meinem Interesse, Allen gegenüber, Festigkeit genug, um diesen frommen Wünschen ebenwohl" die Wirkung der Zeit entgegen zu setzen, welche nach meinem bestimmten Wissen daS Unglück für den Kartoffelbau vermehrt und nicht vermindert — daher will ich für mein beharrliches, wissenschaftliches Bestreben und für daS gewonnene Resultat einen Lohn gewinnen.
Die hohe Nationalverssmmlang hat ohnstreitig Kenntniß genommen: daß in diesem Augenblick der früher eingefallene Regen auch einen größeren Schaden an der Crescenz verübt, als in den Jahren 1846 und 1847, wo die Kartoffel schon mehr ausgebildet, reifer war und vom stärker einfallenden Regen in Mitte September we
niger Nachtheil empfing. Diese Erscheinung habe ich seiner Zeit vorhergesagt und darf eS wagen zu sagendaß in kommenden Jahren, in welchen die Monate Juni und Juli durch vielen Regen heimgesucht werden, jede«, mal die ganze Hoffnung zu einer Kartoffel-Erndte verloren geht. Mein Anerbieten, ein Mittel gegen dieses Unglück, was die Völker betreffen wird, anheim zu geben besteht in folgenden Bedingungen:
1) Das Verfahren umfaßt Bewahrung der Kartoffel vor der Fäule und größere Massenproduktion bei gleichen natürlichen Verhältnissen deS Ackerbaues, wo mein Verfahren nicht angewendet wird.
2) Schutz der Kartoffel vor der Fäulniß, wo deren Zerstörung nicht vollendet oder zu weit fortgefchrsi. ten ist — oder Schutz des Ertrags der diesjährigen Erndte.
3) Ich übergebe die Anleitung in einem populär abgefaßten Recepte nebst einer wissenschaftlichen Rechj- fertigung.
4) Für die Mittheilung verlange ich 100,000 prcnß. Thaler oder
5) Nichts, wenn die Anwendung meines Verfahrens daS Versprechen: Schutz und Gedeihen der Erndte nicht erfüllt.
6) Für das Manuscript empfange ich 20,000 preuß. Thaler sogleich, wenn dessen Inhalt wissenschaftlich von einer Commission geprüft und kein Makel in den dargelegten Grundsätzen gefunden ist, wobei ich mein Interesse auf Discretion an Ehrenmänner übergebe.
7) Bringt der Herbst in 1849 bei Anwendung des Verfahrens gesunde Kartoffeln in größerer Menge, so ist der Rest meiner Forderung mir dann auSzu- zahlen.
8) Das Mittel ist so wenig kostspielig, ändert sich jedoch nach den OrtSverhältniffcn, daß jeder Bauer dasselbe anwenden kann.
9) Der rheinische Morgen vollkommen ausgetragener Ackerkrume wird in vollen Ertrag gesetzt für einen Kostenaufwand von 6 fl. 30 kr. und ist das Mittel schon in dieser Beziehung von unschätzbarem Werthe.
v. Marilla c.
Als Beweis der Beschränktheit unter den Landleuten in manchen Gegenden mag folgender Umstand dienen. Der Assessor Reinstein hat den alten Jahn, weil er für die Beibehaltung des Adels gestimmt, in dem Blatte „der deutsche Bürger" etwas scharf mitgenommen und mit den Worten geschlossen: „Kraft meiner Vertretung des souveränen deutschen Volkes erhebe ich jetzt den Abgeordneten Jahn zum Baron von Jahn." Die Bauern glauben, daß dem wirklich so sei, und wollten letzthin vcm Barsn Vätër Jahn das HauS stürmen, w oran jure ein Regen hinderte.
Neueste Nachrichten.
Den Gerüchten zufolge soll Dahlmann kein Ministerium zu Stande bringen können und es heißt, andere Männer, wie Simon von Breslau, wären zum Erzherzog Johann berufen worden. Wir theilen diese Nachricht nur als Gerücht mit.
Die Red. d. N. Z.
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
Deutsche Buchdrucker - Zeitung.
Vom ersten October d. J. an erscheint in meinem Verlage diese neue Zeitung, deren Spalten ausschließlich den Interessen der Buchdruckerkunst geöffnet find. Die ersten Nummern bringen daS Hauptpro- tocoll der am 27. und 28. August in Frankfurt a. M. stattgehabten Verhandlungen, wie den Entwurf für die zu bildenden verschiedenen Vereine und dürften beide Gegenstände um so mehr eine vielseitige Besprechung hervorrufen und auch wünschenswerth machen, als ohnmöglich in wenigen Tagen eine so wichtige Frage genügend gelöst werden konnte. Die Zeitung soll daher ein Sprechsaal sein, in dem jede Mittheilung, komme sie von Prinzipalen oder Gehülfen, zur Kenntniß Aller gelange, dadurch das Band der Vereinigung immer fester geknüpft und der nächsten Buchdrucker-Versammlung Stoff zur weiteren Förderung der guten Sache geboten werde.
Die Zeitung erscheint monatlich zweimal in Hochquart und kann in jed.er Buchhandlung bestellt werden. Der Preis wird vorläufig auf 10 Sgr. (35 kr.) für das vierte Quartal 1848, bei directcr Bestellung jedoch auf 7% Sgr. (26 kr.) franco Leipzig oder franco Frankfurt a. M. festgestellt.
Alle Buchdrucker-Besitzer, denen die Spalten einer Zeitung zu Gebote stehen, werden um Gratisaufnahme dieser Anzeige ersucht.
Kassel, Ende August 1848.
Heinrich Hotop.
Kölnischen
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Bekanntmachung.
udwig Nickel von Aumenau ist Willens an dem
?"^ ^^ Bach, im District Guldenschäfchen zwi- Se und der Aumenauer Oel-
nach dahier vorgelegtem Plane
2 ! »egen dieses Vorhaben müssen
werden, widri
genfalls sie lei der Entschließung auf das Gesuch im Verwaltungswege mcht berücksschL werben sonnen
Run kel, am 5. September 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt Kissel.
Im Verlage des Unterzeichneten ist erschienen:
Historische Novellen.
Von Eduard DuUer.
Erster Band, enthält: Mohammed der Prophet — Don (825) Juan von Oesterreich.
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Drues und ertaj, ^on — ilbdm , zerbrich am Friedrichsplatz. — Redaction unter Verantwortlichkeit des Herausgebers Wilhelm Friedrich.