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räthsklhaft, wie man diesem Unfug so lange zuscheu konnte. Die zusammengerufene Bürgergarde säuberte die Straßen endlich, im Verein mit dem Militär, imd gegen 11 Uhr war die Ruhe wieder bergestellt. - ' bei den jetzigen billigen Getreidepreisen eine Erhöhung derTare nothwendig war, das vermögen wir im Augen­blicke nicht zu beurtheilen; nur das steht fest, daß diese Maßregel in gegenwärtiger Zeil dcr Aufregung eint höchst unkluge und unbedachte war. Daher mag denn auch der Mangel an Sympathie kommen, der sich bei der Bürgerschaft für die bedrohten Backer kund gab. Von den Tumultuanten sind noch gestern viele zur Haft gebracht und zur gerechten Bestrafung abgegeben ^"Sachsen - Altenburg , 26. August. Die Bremer Zeitung schreibt, daß seit einigen Wochen die Fürsten von Reuß und Altenburg mit dem sächsischen Königshaus? wegen Verschmelzung ihrer Länder mit Sachsen, gegen Entschädigung, unterhandeln. (?)

Lippe-Detmold, 27. August. Die hiesige Regie­rung hat den Geh. Justizrath Petri zum Abgeordneten bei der deutschen Centralgewalt zu Frankfurt a. M. kommittirt. (Berl. Z.)

Braunschweig, 29. August. Nachdem die Regie­rung vom Reichs-KriegS-Ministcrmm aufgefordert worden, die hiesige Streitmacht auf 2 Procent der 257,359 Seelen betragenden Bevölkerung, also 5197 Mann zu bringen, wodurch eine Vermehrung des jetzigen Bestandes um 2000 Recruten erforderlich ward, hat dieselbe, um den Militär-Etat so wenig als möglich nachhaltig zu erhöhen dnd in Hinblick auf die wahrscheinliche künftige deutsche Wehrverfassung , angemessen gefunden, zu jenem Behufe ein mit dem stehenden Truppen-Eorps eng verbundenes Landwehr-System zu erwählen, wonach die Hälfte der zum Felddicnste bestimmten Truppen aus activer, die andere Hälfte auS Landwehr-Mannschaft, letztere «»^ den Altersklassen von 2731 Jahren bestehen und im Spät­herbst Behufs der Einübung zusammengezogen werden soll. Die sofortige Aufhebung der Verstärkuugomannschast von 1100 Mann und die Beschaffung der erforderlichen Waffen, Muniton und Ausrüstungs-Gegenstände für die Erhöhungo-, zahl der Mannschaft soll möglichst beschleunigt werden.

Hamburg, 1. September. An der Börse war heute ein Anschlag, der nuttheiltc, daß ein Kcrrespondent aus Berlin berichtet habe,der König habe an den Waf- feustillstandobcdingungen kleine Abänderungen vorgenom- mcn, das Dokument jedoch unterschrieben, in der Vor­aussetzung, daß der König von Dänemark auch unter-. zeichnen werde." Plan ist auf heute Abend gespannt, ob die Auswechselung der Ratifikation stattgehabt haben wird oder nicht.

SchleSwig-Holstei». Altona, 30.Aug^ Heute ist hier die Ordre an Hrn. Olris gelangt, sich morgen nach Stade zu begeben, um die dänischen Gefangenen, 750 an der Zahl, hieher abzu­holen. Dieselben werden sammt den hier befindlichen Gefangenen am 2. September nach Kiel befördert wer­den, um dort gegen die an jenem Tage von Kopenhagen daselbst anlangenden deutschen Gefangenen auögew^chselt zu werden. General v. Bonin, von dem Sohne des Generals Wrangel begleitet, ist bereits hier durch­gekommen. Vom 1. Sept, an rücken täglich -1000 Mann deutscher Truppen aus dem Schleswig'schen ins Holsteinische zurück. Die Preußen (wahrscheinlich mit Ausnahme von 15002000 Mann), sowie sämmtliche zum 10. Armeecorps gehörige BundeScontingente, kehren sofort in ihre früheren Garnisonsörter in Norddeutsch­land zurück; dagegen bleiben die süddeutschen Truppen für'S Erste in und bei Hamburg liegen.

Die Herren Professoren Falck, ChalpbauS, Nitzfch

und der Obergerichtsrath v. Eckardt aus Glückstadt ha­ben ihre dänischen Orren und Titel nach Kopenhagen zurückgeschickt. Der Zuzug der süddeutschen Truppen ist

noch nicht sistirt. Heute um halb 8 Uhr ist schon ein Bataillon des achten Württembergischen Infanterie-Regi­ments angelangt. Vom Norden her kam wieder ein Kranken-Transport. Auch Mar von Gagern kam mit dem gestrigen Abendzuge auf der Rückreise nach Frank­furt a. M. hier an. Herr Welcker geht nur auf kurze Zeit nach Schweden; er reist morgen Nachmittags 5 Uhr über Mad dahin ab. Mit dem gestrigen Abendzuge kehrte General v. Miller, aus dem Hauptquartiere, und der Reichstagsgesandtc Hr. Welcker, von Kiel kommend, hieher zurück. Der Chef des Wrangel'schen Gene- ralstabcS soll bereits eine anderweitige Verwendung er­halten haben (vielleicht eine Verwechselung mit dem nach Königsberg versetzten früheren Generalstabs-Chef, Frei­herrn v. Stockhausen). (H. B.-H.)

DerHamb. Börs.-Halle" werden von Altona aus folgende, wie sic sagt, authentische Notizen über die von General v. Below vorgelegten Waffenstillstands- Bedingungen mitgetheilt. In Schleswig-Holstein bleibt das ungetrennte schleswig-holsteinische Heer nebst 2000 Mann Preußen zurück. Die Dänen hatten die Trennung der schleswig'schen Soldaten von den holsteinischen ge­fordert, scheinen aber nur daS Zugeständniß erlangt zu haben, daß, wenn die Schleswiger die Beurlaubung der gcbornen Schleswiger (meist ältere Cavalleristen und Artilleristen) forderten, diese bewilligt werden sollte. Die neuen Regierungömitglieder sollen von der jetzigen provisorischen Regierung vorgcschlagen, von der Central­gewalt ohne Weiteres genehmigt und von Friedrich VII., als Herzog von Schleswig-Holstein, bestätigt werden. Prinz Ferdinand wird keinen Antheil an der Regierung nehmen. Die angustenburgischen Prinzen erhalten vollen Ersatz für ihr beschädigtes und weggeführtes Pri­vateigenthum. Ein deutscher Bundes-General über­nimmt den Oberbefehl über die in Schleswig-Holstein verbleibenden Truppen. Die Hannoveraner sollen nach Hamburg verlegt werden. Alle der Souverai- netät und Würde des Herzogs widerstreitenden Verord­nungen und Maßregeln der provisorischen Regierung werden außer Kraft gesetzt.

Zuslmtd.

Republik Frankreich.

Paris, 1. September. Man versichert heute, daß Hr. Trülat zum bevollmächtigten Mi­niste r Fra n kreichs bei der Ceni ralgeivalt in Frankfur t ernannt, und daß der seitherige Ge­schäftsträger, Hr. Savoye, zurückberufen worden sei.

Man liest in derDemokratie", einem Tvftoncr Blatt:

Im Augenblicke, als Admiral Hamelin die Linien­schiffe Hercule und Jemmappes inspizirte, brachte eine telegraphische Depesche von Paris die Ordre, daß beide

flfMKt^ Misse auf M FtetteâMks Tee stkUn sM,. Nach-

mittag gingen dieselben in der Richtung von Cagliari unter Segel, wo sie zu der Flotte im mittelländischen Meere stoßen werden. Man glaubt allgemein, daß sie dem Admiral den bestimmten Befehl überbringen, eine

ernste Demonstration an den italienischen Küsten zu machen, um dem Ueberschwemmen der Legationen durch die Oesterreicher Einhalt zu thun. Man glaucht auch, daß die Flotte die Ordre habe, Venedig gegen jeden Angriff der Oesterreicher bis zur vollständigen Pazifi- kation Italiens zu schützen. Diese Nachricht stimmt mit den in Paris zilkulirenden Gerüchten überein, daß der Kriegsminister nach Marseille den Befehl ertheilt habe, eine Brigade von 4000 Mann bereit zu halten, welche sich sofort nach Venedig einschiffen sollen. Wie man sagt, wurde England eine gleiche Anzahl Trup­pen nach Venedig beordern.

Die Alpenarmee, welche aus 70,000 Mann aus­erlesener und kriegsgeübter Truppen besteht, soll bereits die Gränze überschritten haben; indessen dürfte diese Nachricht doch noch sehr der Bestätigung bedürfen.

Von Wien ist die wichtige Nachricht eingelaufen daß zwischen Oesterreich und Carl Albert der Frieden bereits abgeschlossen sei. Darnach würde Carl Albert auf seine Pläne bezüglich der Lombardei verzichten, sich auf den Besitz seines Landes beschränken, für sei­nen Sohn der Krone Siciliens entsagen, und außer­dem noch an die Oesterreicher 6 Millionen Kriegsko­sten bezahlen. Wenn sich die Wahrheit dieser Nach­richt bestätigen sollte, so könnten daraus sehr ernstliche Verwickelungen entstehen, da Frankreich einem solchen Uebereittkommen wohl schwerlich seine Zustimmung er­theilen würde.

Paris, 2. September. Wie man sagt, würde im Falle des Ausbruchs eines Krieges in Italien, Gene, ral Lamoricisre das Oberkommando der Armee er­halten.

Straßburg, 30. Aug. Am 14. d. M. wurde der deutsche Flüchtling Karl Blind wegen seiner socialistisch- demokratischen Thätigkeit in Straßburg kraft eines Be­fehls des Ministers des Innern, Senard, aus dem Ge­biete von ganz Frankreich ausgewiesen. Am 21. wurde er von Polizeibeamten, als er eben im Begriffe stand abzureisen, verhaftet. Er soll nach Ba el gebracht werden. (Fr. O.-P.-A.-Z )

Schweiz.

Zürich, 27. Aug. Die Nachricht, daß Frankreich sich weigert. die italienischen Flüchtlinge aufzunehen, hat in der Schweiz nicht bloß Verwunderung, sondern sichtbare Verstimmung, ja ein wahrhaft bitteres Ge­fühl gegen die Franzosen erregt. So lange der viel- geschmähte Ludwig Philipp auf dem Throne saß, öff­nete Frankreich den fremden Flüchtlingen aller Parteien seine gastlichen Arme. Polen, Italiener, ja selbst die wilden Banden Cabrera's, obwohl mehr Räuber als Soldaten, fanden auf französischem Boden nicht bloß ein Asyl gegen ihre Verfolger, sondern auch Brod und Quartier, und die Kammern bewilligten seit 17 Jah­ren viele Millionen für diese fremden Gäste. Die Republik ist mitleidloser als die Monarchie. Die Ita­liener, die auf Frankreich übertriebene Hoffnungen ge­baut, klopfen Henie als irrende Bettler an die Pfor­ten der Republik, und die hartherzigen Thorhüter, auf Befehle sich berufend, weisen sie zurück. Das ist je­denfalls nicht großmüthig. Wir sind wahrlich keine enthusiastischen Freunde weder der Italienern, die mehr geprahlt als gekämpft haben, noch der Neuen Züricher Zeitung, deren wälscher Redacteur seine plumpen Aus­fälle gegen Deutschland forisetzt. Aber heute haben beide recht, wenn sie über das ungastliche Benehmen der Franzosen Klage führen, und nach übertriebener Bewunderung dergroßen Nation" nun zum weh­müthigen Gestandn kommen, daß jedes Volk nur auf sich, nicht auf die Hülfe fremder Völker bauen dürfe.

Schweizer Blätter berichten, daß am 27. August die Gräfin von Landsfeld durch Thun nach Luzern reiste, um in letzterer Stadt eine Unterredung mit dem König Ludwig von Bayern zu haben.

Vermischtes.

Erklärung.

Die Unterzeichnete erklärt hiermit, daß das in No. 148 der Nassauischen Zeitung unter Vermischtes enthaltene Gedicht: der Schütze von ihr nur aus Versehen aufgenommen worden ist, und daß es nicht in der Absicht der Redaktion gelegen hat, irgendwie durch diese Aufnahme den Herrn von Schütz zn be­leidigen.

Wiesbaden, 5. Sept. 1848.

Die Red. der Nass. Zeitung.

Läßlicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

(814) Eine neue Sendung aller Arten Stahl­federn erhielt heute

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Nachdem über das Vermögen des Peter Leicht und dessen Ehefrau Anna Maria geborne Dieth von Altenhain der Concursproceß erkannt und daö Er- kennlniß rechtskräftig geworden ist, so werden nunmehr alle Diejenigen^ welche dingliche oder persönliche An­sprüche an die Masse haben, aufgefordert, solche bei Vermeidung des von selbst eintretenden Ausschlusses von der vorhandenen Masse, Mittwoch, den 27. k. M. Morgens 8 Uhr dahier geltend zu machen.

Königstein, den 23. August 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(818) Jeckeln.

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Druck und Verlag von Vilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. Redaction unter Verantwortlichkeit deS Herausgebers Vilhelm ^riebridt.