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ob es zum Christenthum übergetretenen Juden gestattet sei, wieder zum Judenthum zurückzukehrcn, folgenden Bescheid erhalten: „Auf Ihre Anfrage vom 11. d. M. erhalten Sie hierdurch zum Bescheide, daß dem beabsichtigten Rücktritt der Familie N. N. zum Judenthum ein staatSgesetzlichcö Hinderniß nicht mehr im Wege steht. Berlin, 22 August 1848. Ministerium der geistlichen, Unterrichts und Medizinal- Angelegenheiten, (gez.) Dr. I. Schulze.
Wesel, 25. August. Seit einigen Tagen zeigt sich auch hier, wie überall am Niederrhein, die Kartoffelkrankheit und zwar in einer viel größeren Ausdehnung, als in den beiden letzten Jahren. Man beeilt sich, die wenigen noch gesunden Kartoffeln jetzt schon auSzunehmen. Auch das vielgepriesene v. d. Trappen'sche Mittel hat sich so wenig wie andere bewährt. In Holland ist die Kartoffel- fäule so allgemein, daß man die Ernte als gänzlich verloren betrachtet. In Folge dessen steigen die Kornprcise rasch. Große Massen Roggen und Walzen werden von den Holländern aufgckauft und die wenigen vorhandenen guten Frühkartoffeln zu jedem Prense bezahlt. Auch die inländische Speculation ist schon wieder rege geworden. Unsere Festungomagazine sind zwar vollständig gefüllt, es ist dieß jedoch nur der Bedarf für den Kriegszustand. Die Armirung des Forts Blücher ist vollendet und wurde heute von dem Obristen Conradi infpicirt.
Zrrsland.
Republik Frankreich.
Paris, 30. August. Was Cavaignac betrifft, so hat er, trotz seiner neuesten Eingriffe in die Preßfreiheit, die schwerlich von der Majorität gebilligt werden dürften, das Zutrauen der Versammlung, weil Niemand an der Aufrichtigkeit seiner republikanischen Gesinnung zweifelt, und weil diese Gesinnung, im Gegensatze zur monarchischen oder konstitutionellen, in der Assemblee noch immer, und vielleicht jetzt mehr als früher, wo Alles für die Republik zu schwärmen schien, daö Uebergewicht hat. Was er auf der rechten Seite an Sympathien verloren, hat er auf der Linken doppelt und dreifach gewonnen, seitdem die jüngsten Vorgänge alle Nuancen der republikanischen Partei vereinigten gegen die seitdem gleichfalls vereinigten Nuancen der Reaction. Man kann diesen Umschwung des Verhältnisses Cavaignac's zur Versammlung von dem Augenblicke an datiren, wo er Lcdru- Rollin, als dieser von der Rednerbühne herunter stieg, mit einem Händedruck Glück wünschte zu dem Erfolge, den dessen Rade pro domo gehabt. Cavaignac verbindet mit der Energie deö Soldaten und der Geradheit des Republikaners die Klugheit des Staatsmannes, der zwar seine eigene Meinung hat, aber diese niemals auf Kosten der öffentlichen Meinung durchsetzen will; die miq litärische Schule, welche seinen ursprünglich heftigen Charakter disciplinirt hat, macht ihn zum Muster eines re-s
Preußen au die Spitze des Landes stellen zu können." Da ich inzwischen diese Aeußerungen nur für eine etwas pikantere Rvdomvntade hielt, als he unter mi Helden der Reaelin n sonst üblich lind, |o hie t tu tv nicht für der Mühe werth, darüber zu re^n. Da man aber jetzt aus anchenmcher Quelle dre Umtriebe erfährt, welche von Charlolteiibnrg aus dm ä die Armee geschehen, da den
Landwehren von eben daher m in der Dean id; n Brückern acdrncklen Forinulare von Petitionen zu SÄ welchen sie den König angehen, möie den ibm zustebenden und von ihm geführten Öbâhl über das Heer dc-n Prinzen von Preußen
™ und da dieser Prinz Ichwe-gt, rv.e er am 6 August geschwiegen hat, so muß ich es doch für Pflicht halten, darauf aufmerksam zu machen, dis zu welchen Wünschen nicht nur, sondern selbst bis zu wel- che,i Vorsätzen die reactionäre Partei schon vorwärts geschritten ist. Sie wird freilich unterliegen, aber daß ihre Niederlage ohne Blutvergießen erfolge, dafür hat die Negierung und insbesondere der Kriegsminister zu sorgen. In unserer Provinz wird ihm freilich der General Dohna nicht dazu behülflich sein. ^Allerdings deuten in neuester Zeit das Auftreten der Grundbesitzer mit Bülow-Cuminerow, und selbst dem Grafen v. Arnim an der Spitze, ihre Angriffe auf den Rechtsboden der Nationalversammlung und die Gültigkeit der Ur- wablcn rc. auf — wenigstens eventuell — weit greifende Absicht und vermessene Hoffnungen; deßhalb dürfen wir den obigen beunruhigenden Warnungsruf unseren Lesern nicht vorenthalten. Mögen sich die Reactionäre nicht täuschen! Wollen sie das Volk die Errungenschaften dieses Frühjahres nicht ruhig entwickeln und genießen lassen, so werden sie gerade die Freunde des ruhigen Fortschritts als ihre rücksichtslosesten Gegner kennen lernen!] (K. Ztg.)
Preußen. Magdeburg, 31. August. Die Cholerafälle nehmen jetzt an Zahl und Heftigkeit auf bedenkliche Weise zu; seit gestern sind 11 neue Erkrankungen bei der Polizeibehörde angemeldet worden.
Königsberg, 29. August. Der Grenzverkehr mit Rußland ist in der letzten Zeit dadurch erleichtert worden, daß den preuß. Grenzbewohnern aus dem Bauernstande gestattet ist, auf die gewöhnlichen auf 8 Tage lautenden, Legitimationskarten nach Rußlaud und Polen zu gehen, und Gutsbesitzer ebenso eingelassen werden, wenn sie den russischen Zollbehörden bekannt sind. Jetzt sind auch alle Woyt-Acmter angewiesen worden, preußische Unterthanen, die in Folge revolutionärer Ereignisse genöthigt sein sollten, über die Gränze zu flüchten, freundnachbarlich aufzunehmen.
AuS Pommern, 29. August. Der israelitische Lehrer Wedell hat auf eine in Veranlassung eines besonderen Falles an das Ministerium der geistlichen, Unter-, richts- und Medizinal-Angelegenheiten gerichtete Anfrage,,
publikanischen Chefs der exekutiven Gewalt, der sich zu jeder Zeit den Beschlüssen der Majorität unterwerfen können muß, ohne den oft sich selbst widersprechenden, launenhaften Befehlen derselben einen persönlichen Widerspruch oder eine persönliche Laune entgegen zu setzen, und der denselben passiven Gehorsam, womit er sich der legislativen Geroalt unterwirft, seinerseits olsFexeeutive Gewalt von allen seinen Untergebenen verlangen und erzwingen kann. Wenn Cavaignac, wie zu erwarten steht, Präsident der französischen Republik werden wird, dann unterliegt es keinem Zweifel, daß, zum großen Verdruffe aller reactionären und anarchischen Elemente, mit dem Jahre 1848 Frankreich die Reihe seiner Revolutionen geschlossen hat.
Schweiz.
Bern, 29. Aug. Graubündten hat durch die 12te Stimme, welche die Entscheidung seines Volkes über den Bundeövertrag aussprach, die Gewißheit gegeben, daß die Schweiz einen neuen wichtigen Abschnitt ihrer Ge- schichte beginnt. Im Ganzen haben sich bisher über die neue Bundesverfassung an nehmend erklärt, die Kantone Zürich, Bern, Luzern, Glarus, Solothurn, Basel, Schaffhausen, St. Gallen, Graubündten, Aargau, Thurgau, Neuenburg und Genf. Verworfen haben Zug und WalliS, denen sich letzten Sonntag zweifelsohne die Kantone der Urschweiz mit großer Mehrheit anschlosscn; in Oberwälden kam es an ter Landesgemeinde sogar zu Schlägereien. Waadt wird sich den Annehmenden anreihen, wofür der Geist und die bisherige Haltung dieses Volkes bürgt. Noch im Ungewissen liegt Tessin. Appenzell spricht sich gewiß in den zwei Gegensätzen aus, welche diesen kleinen Kanton an der Tagsatzung reprâ- sentiren. A. Rhoden hat nämlich fast einstimmig angenommen; im nämlichen Maßstabe wird I. Rhoden ve» werfen.
Belgien.
Antwerpen, 31. August. Gestern Abend um 6 Uhr wurden die Debatten über die Unternehmung von Risquons-tout (Einfall belgisch-französischer Freischärler in Belgien) mit einem Verbiet beendigt, welches siebenzehn der angeklagten Thcilnehmer für schuldig erklärte, worauf der Assisenhof gegen neun Uhr daö Todesurtheil über dieselben aussprach. Die fünszehn übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Unter den Verurthellten befindet sich der Zentner Advocat Spilthoorn.
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In Nr. 158 ist in den Kammerverhandlungen der Abgeordnete Born irrthümlich unter denen aufMührt, welche für den Antrag der Commission die Erhaltung des Theaters betreffend stimmten, indessen derselbe dagegen gestimmt hat.
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In Bielefeld Herr C. F. Lohmann.
In Gießen Herr I. G. Appel.
In Mainz Herr A. D. Ganz.
In Paderborn Herr Louis Graön.
In Pr. Minden die Herren I. Kaiser u. Comp.
(811) In Wesel Herr Joh. Tenhompel.
In Worms Herr Joh. Friedr. Schlipp.
In Wiesbaden die Expedition der Nassauischen Zeitung.
Endestehendes Attest möge statt aller Anpreisungen als Beleg für die Gediegeheit unserer Rheumatismus Ableiter dienen. WM. Mayer & Eomp. in Vresiau.
Edictalladung.
Nachdem über das Vermögen des Peter Leicht und dessen Ehefrau Anna Maria geborne Dieth von Altenhain der Concuröproceß erkannt und das Erkenntniß rechtskräftig geworden ist, so werden nunmehr alle Diejenigen, welche dingliche oder persönliche Ansprüche an die Masse haben, aufgefordert, solche bei Vermeidung des von selbst eintretenden Ausschlusses von der vorhandenen Masse, Mittwoch, den 27. k. M. Morgens 8 Uhr dahier geltend zu machen.
Königstein, den 23. August 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt.
(810) ' Jeckeln.
N t t e st.
Die von Ew. Wohlgeboren erhaltenen, zwei und einen halben Monat hintereinander an mir selbst ange? wandten drei Mayer'fchen Rheumatismus-Ableiter haben von einem Uebel mich fast ganz befreit, welches in Folg eines Falles im Kriege 1813 entstanden, aber seit 1830 mit so heftig wüthenden, zuckenden Schmerzen verbunden gewesen ist, p^ß ich jeden Winter und selbst im Sommer beim Witterungs-Wechsel Tag und Nacht unsäglich viel zu leiten gehabt, mir und den Meinigen jede Lebensfreude gestört, eine große Menge Arzneien erfolglos gebraucht, und auch nach fünf Badereisen immer nur geringe und vorübergehende Erleichterung gesunden habe.
Von diesem Uebel bin ich, nachdem ich vor zwei und einem halben Monat aus Verzweiflung zu den Mayer schen Rheumatismus-Ableitern meine Zuflucht genommen, nunmehr, wenn auch nicht ganz und immer, so doch in dem Grade befreit, daß ich die nur seltenen und äußerst geringen Empfindungen desselben mein ganzes Leben hindurch gern erdulden, dieser Amuletö mich unausgesetzt bedienen, und die Stunde segnen will, in der ich zu deren Anwendung meine Zuflucht genommen habe. Dies bescheinige ich gern der Wahrheit gemäß mit dem Anheimstellen des beliebigsten Gebrauches dieser Zeilen.
Grünb erg, im März 1848. Dr. Steuer,
I Jch bin nunmehr gesonnen, mein ganzes Geschäft in der Art aufzugeben, daß ich von heute an meine sämmtliche Waare, bestehend aus Heren- und Damen-Stiefeln und Schuhe, unter dem Fabrikpreis verkaufe.
Wiesbaden, den 17. August 1848.
J. G. Bücher,
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Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichöplatz. __ Redaction unter Verantwortlichkeit des Herausgebers Wilhelm Friedrich.