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uns; Sein oder Nichtsein, das ist die Frage und nicht Republik oder legitime Monarchie; zwei Lager stehen sich gegenüber, das der öffentlichen Ordnung und das der Anarchie, und in jenem reichen sich, wenn auch nicht auö Brüderschaftlichkeit, so doch aus Furcht vor dem gemein­schaftlichen Feinde, Legitimisten und Republikaner, Phili- pisten und Imperialisten bereitwillig die Hände.

Paris, 28. Aug. Als gestern die Journalisten ihre Verwahrung gegen die Suspension mehrerer Blätter dem General Cavaignac überreichten, erhielt er gerade die Depesche aus dem Ministerium des Innern, die ihm meldete, man habe die Herren Louis Blanc und Causi- diere vergebens gesucht. Der General theilte die Depe­sche den Journalisten mit den Worten mit:Die Herren Louis Blanc und Caussidiere leisten uns einen großen Dienst; ihre Flucht erhebtuns einer Schwierigkeit mehr." Waren übrigens die Journalisten mit dem Bescheide ans ihre Verwahrung wenig zufrieden, so waren sie eS um so mehr mit der sehr freundlichen Aufnahme und der Aufrichtigkeit und Geradheit, womit ihnen der Chef der ausübenden Gewalt erklärte, er habe gethan, was seines Rechtes (?) und seiner Pflicht gewesen, und freue sich, daß auch die Journalisten ihr Recht geübt und ihre Pflicht gethan.

Paris, 28. Aug. DaSJournal des DebatS" kündigt mit Bestimmtheit an, daß der vor zwei Tagen hier angelangte Adjutant Karl Albert's, Graf Marmora, bei unserer Regierung die Ermächtigung für Marschall Bugcaud nachsuchen solle, den Oberbefehl der picmonte- sischen Armee zu übernehmen.

Italien.

Mailand, 17. Aug. Von der hiesigen k. k. Pro- vincialdelegation wurde in Berücksichtigung der dringenden Bedürfnisse ein Darlehen von 2,800,000 Zwanzigern ausgeschrieben. Die Bedingungen, unter welchen dasselbe in Ausführung gebracht werden soll, sind so günstig und werden allgemein so beifällig ausgenommen, daß sich meh­rere verdienstvolle Bürger aus eigenem Antrieb herbei- ließen, dem Aerar zu Hülfe zu kommen, und auf das erwähnte Darlehen so bedeutenden â conto zu leisten, daß sich nun die Municipalcongregation veranlaßt sah, die betreffenden Termine zur Einzahlung des angeordne­ten Zwangöanlehens um zehn Tage zu verschieben.

(Wiener Ztg.)

Nach demNepublicano" steht Garibaldi noch auf lombardischem Gebiete. Er hatte sich mit seiner Schaar im Gannathale bei Arcisate und Jnduno aufgestellt. Die Oesterreicher schienen sich zu rüsten, um ihn anzu­greifen. Nach den Versicherungen deSJournal des DebatS" haben die jungen Lombarden sich jetzt überzeugt, daß man, um im Felde erfolgreich verwendet werden zu können, sich daâ Exercitium, die Disciplin und die Schule regelmäßiger Regimenter gefallen lassen müsse, während

paar Tage, wo nicht irgend ein Angriff der Dänen vermuthet wird. Besonders von der Seeseite her se- tzen sie uns oft in Allarin und häufig erdröhnen die Kanonenschüsse, welche zwischen ihren Schiffen und un­seren Strandbatterien gewechselt werden. Lw hatte nämlich vor einigen Tagen eine hannoversche -ârw ein sehr hitziges, mehrstündiges Gerecht nut 2 dänischen Corvetten, von denen sie eine sta;k beschädigte, K7'i aber nur einen Mann und eine ^avttic verlor. Der Gesundheitszustand w-rd in Folge der rauhen, nassen Witterung, die fast beständig herrscht, des vie­len Dienstes, dèr die Soldaten oft 23 Tage nicht flUè ben durchnäßten Kleidern kommen läßt, und der schlechten Quartiere tbeilweise schon ziemlich schlecht und die Hospitäler füllen sich auf eine bedenkliche Weise. Besonders die Fieber- und Ruhrkrankheiten nehmen sehr überhand, in letzter Zeit auch als Folge des Krieges die syphilitischen Krankheiten. Die süd- und mitteldeutschen Truppen werden am meisten leiden müssen; denn die schweren fetten Speisen, gewöhnlich in Speck und Erbsen bestehend, welche der Soldat hier täglich erhält, die gänzliche Entbehrung des Weines, an' dessen Stelle hier der Branntwein tritt, und die windige feuchte Witterung sagt ihnen am schechtesten zu, da sie alles dessen am wenigsten gewöhnt sind. Am besten vertragen die pommerischen, mecklenburgi­schen und friesischen Soldaten diese Nahrung und Wit­terung, die ihren heimathlichen Zuständen am gleichsten kommt. Möge daher bald eine Entscheidung kommen, am liebsten vorwärts, sonst aber bald in die Heimath zkrück.

Ausland.

Republik Frankreich.

Paris, 27. Aug. Es gehört eine ungewöhnliche Ge­dankenlosigkeit dazu, um zu glauben, die Legitimisten führten einen Aufstand zu Gunsten Heinrichs V. tm Schilde. Sie ha­ben vielleicht nichts vergessen, sie haben aber gewiß viel ge­lernt, und begreifen ganz gut, daß sie, die fast alle Eigen­thümer sind, die ersten Opfer einer gelungenen Revolte gegen das Gouvernement wären, selbst wenn sie selbst die Losung und das Feldgeschrei zu derselben gegeben hätten. Ueberhaupt sind die Zustände seit der Revolution der Art, daß sie rein politische Wünsche und Hoffnungen gar nicht zu Wort kommen lassen und allen Sondcrinteressen gewaltsam Schweigen gebieten. Wenn eine Gesellschaft von der Hand in den Mund lebt, wenn sie am Abend nicht weiß, ob sie am folgenden Morgen noch existiren oder die Beute der Anarchie geworden sein wird, wenn sie mit Bereitwilligkeit, ja sogar mit Freude dem Genuß ihrer Rechte und Freiheiten entsagt, um nur das Dasein zu fristen, dann ist keine Rede mehr von dieser oder jener Fraction, von dieser oder jener Partei. So ist eS bei

«sie früher sich weigerten, der Armee Karl Albert's incor I porirt zu werden. Sie strömten jetzt in Masse nach Vercelli, wo General Olivieri sie durch erfahrene Offi­ziere einüben lasse. Ihre Zahl belaufe sich, trotz der großen Menge, welche unter Garibaldi diene oder in die Schweiz geflüchtet sei, ans 20,000 Mann. Karl Albert reorganisier unterdeß mit der größten Thättgkeit sein Heer. Im ganzen Lande herrsche die beste Stimmung und vol­les Vertrauen auf das neue Ministerium und den König. Die Reserve-Bataillone langten an, die Recruten ström­ten von allen Seiten zusammen, die Hospitale leerten sich von Tag zu Tag mehr, die Cavallerie und Artillerie seien im besten Zustande. Der König habe die beiden Generale Ferrera und Sommaruga entlassen, Salasco der Chef des Generalstabes, habe selbst seine Demission genommen. Obendrein sei der General Graf de la Mar­mora nach Paris gesandt, um die Autorisation der Re­gierung zu erlangen, daß Marschall Bugeaud das Com- mando des piemontesischen Heeres übernehme. Der Kö­nig sei in Alessandria, leidend zwar (am Wechselsieber), aber voller Zuversicht auf den endlichen Sieg der italie­nischen Unabhängigkeit. Die Ablehnung der Krone Sici- liens von Seiten deö Herzogs von Genua habe sich be­stätigt.

In Piemont scheint Attes im Ungewissen zu sein. In Turin besteht ein neues Ministerium, ist aber ohne alles Ansehen; im Hauptquartier des Königs besteht gleichfalls eine Art Regierung, und eine dritte finden wir in Genua, das gern unabhängig sein möchte. Nie­mand weiß, welche die Oberhand behalten wird.

In den Gebirgen, Hügeln und Ebenen der Pro­vinzen Brescia und Como streifen noch immer bei 4000 Freischärler umher, darunter bei 400 Polen un­ter Anführung eines ihrer Landsleute. Dieser Anfüh­rer soll aus Frankreich gekommen sein. Sechs Ba­taillone Kaiserliche sind bestimmt, ihn zu verfolgen. Er kämpft in zerstreuten Rotten, die jedoch in der ganzen Bewegung Einigkeit haben, lebt auf Unkosten der Dörfer und Orte, wo er hinkommt, und hält sich an den schweizerischen Grenzen, die er in den schlimm­sten Falle eines Ueberfattö oder einer Niederlage be­treten wird.

Dluckfehlcl-Nerichtigung.

In dem Aufsatz:Die Theaterfrage betreffend. Wies­baden, 29. Aug." in Nr. 158 sind folgende Fehler zu verbessern: Erste Spalte letzte Zeile statt diese ui entsprechende n diese n entsprechende; Sp. 2 Z. 4 v. o. statt begeisterte begeistere; Z. 13 statt Domänen -Grund steuergelder Domänen- und Steuergelder; Z. 13 v. u. statt Ansicht Absicht; Sp. 3 Z. 40 v. o. statt 1859 1849.

Täglicher Anzeiger für Ankülldignngen aller Art.

Unter Bezugnahme auf die in Nr. 15 des diesjährigen Verordnungsblattes erschienenen Ministerialbekannt­machung vom 1. Mai l. J.

die Errichtung einer besonderen Commission zur Berathung der auf Schutz und Förderung der Ar­beit bezüglichen Einrichtungen betreffend,"

setzen Wir sämmtliche Gewerbetreibenden des Herzogthums in Kenntniß, daß die gewerbliche Section dieser Commission, bestehend aus den Herren: Mechanikus Braun, Wagnermeister Brenner, Dr. Casselmann, Maurermeister Querfeld, Schreinermeister Momberger, Assessor Obernheimer und Graveur Zoll- mann und dem Assessor Hendel, alö Regierungsmitglied, heute dahier zusammengetreten ist. Die Mitglieder der Commission waren hierbei der einstimmigen Ansicht, daß es erforderlich sei, vor Allem und vor dem Beginn der Berathungen die Ansichten und Wünsche ihrer Mitbürger und Gewerbegenossen in dieser hochwichtigen An­gelegenheit möglichst gründlich kennen zu lernen.

Da es nicht möglich ist, sich mit allen einzelnen Gewerbetreibenden desfalls in Einvernehmen zu setzen, so hat die Commission sich unter dem heutigen an die Vorstände der Städte und wichtigeren Orte des Herzogthums mit dem Ersuchen gewendet, gemeinschaftliche Berathungen sämmtlicher Gewerbetreibenden über diejenigen Maß­regeln zu veranlassen, welche geeignet scheinen, das Gewerbewesen den Bedürfnissen der Zeit anzupassen und das Ergebniß dieser Berathungen, sowie die etwa weiter von einzelnen Gewerbetreibenden geäußerten Bedenken oder besondere Wünsche in Beziehung auf das eine oder andere specielle Gewerbe der Commission mitzutheilen, damit bei deren Verhandlungen und Anträgen darauf die geeignete Rücksicht genommen werden kann.

Die Commission ersucht deshalb alle Gewerbetreibenden des Landes, sich in dieser Angelegenheit, sofern nicht etwa von einzelnen Gewerbetreibenden directe Mittheilungen an die Commission vorgezogen werden, mög­lichst bald an den Vorstand einer der Städte oder wichtigeren Orte deS betreffenden Amts zu wenden, und be­merkt hierbei, daß den Vorständen diejenigen speciellen Fragen, worüber vorzugsweise eine Begutachtung gewünscht wird, mitgetheilt worden sind.

Die Commission behält sich vor, sich je nach dem Ergebniß der von den Stadtvorständen erfolgenden Mittheilungen mit einzelnen Gewerbetreibenden in schriftliche Verbindung zu setzen oder auch dieselben zu den Commissionssitzungen einzuladen.

Bei der anerkannten Dringendheit dieser Angelegenheit spricht schließlich die Commission den Wunsch aus, daß ihr innerhalb spätestens drei Wochen die gedachten Mittheilungen zugehen mögen, damit sie bei ihren wei­teren Berathungen und Anträgen auf solche noch die entsprechende Rücksicht nehmen kann.

Wiesbaden, den 25. August 1848.

Die gewerbliche Section der Commission zur Berathung der auf Schutz und Förderung der Arbeit bezüglichen Einrichtungen.

Edictalladung.

Ueber daö Vermögen des Philipp Corcelius und seiner Ehefrau Anna Maria geborne Schmidt von Zorn ist der Concursproceß erkannt und das Urtheil rechtskräftig geworden.

Dingliche und persönliche Ansprüche an die Masse sind Dienstag, den 26. Sept. 1848 Morgens 9 Uhr dahier unter dem Rechtsnachtheile beb ohne weitere Decrctur eintretenden Ausschlusses von der vorhandenen Masse geltend zu machen.

Langenschwalbach, den 22. August 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(800) Winter.

Heute, Samstag, den 2 September 1848 Abends 8 Uhr, Fortsetzung der Berathung über Vorschläge die Hebung und Belebung der Winterkur unseres Badeortes betreffend.

(802) Die Commifsion.

^- Vollhäringe kosten heute 5 kr.

? Tönnchen 6 fl.; yi6 Tönnchen holl. Sardellen per Pfund

24 fr-; ©"^W vir Pfund 20 fr.; Bor, d-°ur-Pfl°um-n per Pfund 14 fr.; Kacha-in-n- Pflaumen per Pfund 24 kr. bei

^öh Stapp.

Wiesbaden, 30. Mai 1848. (798)

(799) Bekanntmachung.

Johann Iop Hermann von Schönbach beab­sichtigt nach einer dahier übergebenen Zeichnung an der Amdorf bei seiner Wohnung in Schönbach eine Schneid-, Gersten- und amerikanische Walzmühle anzulegen.

Etwaige Einwendungen gegen diese Anlage sind bis zum 25. September l. J. dahier vorzubringen, widri­genfalls diese im Verwaltungswege keine Berücksichtigung finden können.

Herborn, den 25. August 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

Rullmann.

Lahnperlen.

Sicheres Mittel, den Kindern das Zahnen außerordentlich zu erleichtern, erfunden von Dr. Ramyois, Arzt und (801) Geburtshelfer zu Paris.

Preis pro Etui mit Gebrauchsanweisung fl. 1*45 fr.

Ueber die vortreffliche Wirkung dieser Zahnperlen sind bereits vielfache Zeugnisse eingegangen, die, gerichtlich bestätigt, auf Verlangen zur Ansicht bereit stehen.

Zu bekommen in der Expedition dieses Blattes.

Geld - Cours

Neue Louisdor........ .

Pistolen.............. Preuss. Friedrichsdor...... Holländische Zehnguldenstücke Randducaten........... Zwanzigfrankstücke....... Engl. Souverains.........

Laubthaler , ganze........ Preuss. Thaler..........

Fünffrankenthaler.........

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Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichâplatz. Redaction unter Verantwortlichkeit deS Herausgebers Wilhelm Friedrich.