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an der Entwickelung der frankfurter Verhältnisse bethei- ligen." War diese Herausforderung ehrlich gemeint, so macht sie offenbar der preußischen Regierung jetzt den­selben Vorwurf, den wir im Süden seit 1840 dem Könige von Preußen zu machen pflegten, daß er sich nämlich damals nicht mit kühner That an Deutschlands Spitze gestellt. Wir unseres Theils glauben weder an die Wahrheit des zu Grunde gelegten Gedankens, noch an die scheinbar sich daraus ergebenden Zwecke Preußen zu kräftigerem Eingreifen und Mitwirken in Frankfurt anzustacheln. Wir erkennen vielmehr darin die deutliche Absicht, im Süden Verdacht und Erbitterung gegen Preußen anzufachen und im preußischen Volke aufs Reue den erwachten nationalen Stolz zu reizen. Irren wir in der Beurtheilung der Absicht, so rechtfertigt doch die Wirkung wenigstens, die deutlich hervortritt, unsere irrthümliche Meinung. Von einem Punkte aber, wie der Verfasser der Artikel, zu glauben, daß er seine Mittel zu seinen Absichten vollkommen entgegengesetzten Erfolgen verwende, erlaubt uns die hohe Achtung vor seiner Gewandtheit nicht.

Hessen - Darmstadt. Darmstadt, 30. August. (Proceß Georgi WcikigZ Während der so vielfach besprochenen Proceß wegen des räthselhastrn Todes der Gräfin v. Görlitz sich seinem Ziele nähert, indem das diesige Hofgericht im Begriff ist, zur Aburtheilung zu schreiten, soll ein anderes Strafverfahren beginnen, welches die Aufmerksamkeit noch mehr auf sich ziehen wird, da es die Politik berührt; der Proce Georgi, der zweite Theil, die Kehrseite des Processes Weidig. Das oberste Gericht hat das hiesige Hofgericht als den Gerichtshof bezeichnet, welcher das Verfahren leiten soll. Es ist aus der Literatur des Processes Weidig (denn bekanntlich sind darüber viele Schriften erschie­nen, ja ganze Werke, z. B. die voluminöseacten- mäßige Darstellung" desselben von Nöllner) hinrei­chend bekannt, daß gleich nach dem blutigen Tode Wci- dig's sich Anzeichen ergeben haben sollen, welche zur Erörterung der Frage führen mußten, ob eine Unter- suchung gegen seinen Inquirenten einzulciten sei. Die ärztlichen Zeugnisse deuteten (so wird behauptet) dar­auf hin, daß Weidig, welcher früher mit einer Kette an den Boden gefistelt worden war und solchen Jam­mer zu unterliegen begann, Schläge erhalten hatte, obgleich der Gerichtshof, welcher die Untersuchung lei­tete, das Hofgericht in Gießen dieses verboten hatte. (Georgi hatte darauf angetragen, daß er schlagen lassen dürfe). Ebenso sollen die nach dem Tode Weidigs er- wachienen AcjcuKMe darthun, daß, nachdem Jnqnireni zu dem noch lebenden und an seinen Wunden verblu­tenden getreten war, denselben hülflos und ohne Zu­rücklassung eines Wächters verließ, die Saire des Ge­fängnisses verschließend. Darauf hin hatte der Refe­rent bei hiesigem Hofgericht, Herr v. Lepel, darauf an> getragen,wegen dieserhöchstes. schulcvvllci^Vcruach^ lässigung dec Unglücklichen cinzuschrellen. Dieicr An­trag fand aber keinen Anklang. Welche Resultate jetzt, nachdem der Rost der Zeit sich »»gesetzt, erzielt werden, ist sehr zweifelhaft. Jedenfalls sind viele Spuren ver. wischt. Uebrigeus wird das blutige Drama noch ein­mal vor teil' Augen des Publikums vorübergeführl werden, da die Competenz des Assisenhoss einirctcn wird. Da ich eben den Stoff berühre, so mache ich noch auf eine andere denkwürdige Erscheinung aufmerk­sam, die uns wiederholt cntgcgenirut, und zwar in dem eben erschienenen neuesten Hefte der Annalen der Criminalrechtspflege:Conrad Bodenstadt auf unrecht- lich ungültige Geständnisse unschuldig zum Tode ver- urtheilt." Wir verdanken diese Vorführung dem Ver­theidiger des Unglücklichen, Herrn Canzleiprocurator Freudentheil in Stade, gegenwärtig Mitglied der ver- fassungsgebenden Nationalversammlung und in dieser Eigenschaft Referent des in derselben wegen des Pro­cesses Wcidig gestellten Antrages.

Bayern. Die Volksversammlung in Nörd­lingen am 27. Aug. ist sehr besucht gewesen. Man schreibt, an 1215,000 Menschen seien dort zusammcngekommen, und darunter Männer des ver­schiedensten politischen Glaubensbekenntnisses. Auf den Vorschlag des Vorstandes des Nöroliuger Volksvcreins wurde Hr. Appcllalionsgerichlsralh Gramm aus Neu- bürg zum Präsidenten und Hr. Assessor Weber aus Ellwangen zum Vicepräsidenlen erwählt, nachdem beide ihr politisches Glanbensbckeiintniß abgelegt hatten. Bei ten hierauf beginnenden Debatten beiheiligte sich Fürst Ludwig Wallerstein besonders mit einer Rede für die -deutsche Einheit. Endlich nach längeren Verhandlungen vereinten sich 19 politische Vereine Bayerns und Würt­tembergs (von meistens constitutionell- demokratischem Charakter) zu dem Beschlusse eine dauernde Verbindung zwischen den politischen Vereinen Bayerns und Würt­tembergs Herbcizuführen. Als leitende Grundsätze tiefer VereinSvcrbrüdcrung stellte man die Sätze auf:Die Erstarkung einer wahren und kräftigen Einheit des deutschen Volkes, die Einführung des Prinzips ter Humanität und gleichen Berechtigung in allen gesell­schaftlichen und bürgerlichen Verhältnissen, die eutschie- dene Durchführung des dcmokralischen Prinzips im deutsche,, Vaterlands. Die Beschlüsse der National- versannnlung werden sowohl für das deutsche Volk, als für seine Fürsten für bindend anerkannt." Außerdem beschloß man, das heißt die Vertreter der politischen Vereine, über nähere Bestimmung zur Verwirklichung der im Prinzip feftgefteUteu Vereinsverbrüderung. Dies lskschah Vormittags in einem Schulsaal. Nach Tisch bewegte sich der Zug der bis jetzt Versammelten nach dem Nördlinger Schießplatz, wo vor dem harrenden- Volke wiederum zehn württembergische und ein bayeri­

scher Redner begeisterte Reden im nationalen Sinne hielten, und endlich die vom Fürsten Wallerstein im Auftrage der Versammlung abgefaßte Adresse an die Nationalversammlung verlesen wurde. Sie lautet: Das Vereimgungs- und Petitionsrecht zählt zu den heiligsten und unerläßlichsten Bedingungen jedes gesetz­lich freien Volksvereins. Die Nationalversammlung steht im Begriff, dies Recht als Volksrccht der Deutschen auszusprechen, und sie wird es gewiß ebenso unum­wunden thun als sie es in Absicht der Druck-, Sprech- unt Redefreiheit gethan hat. Inzwischen treten von verschiedenen Punkten territoriale Verfügungen ein, welche dieses Recht theils ausdrücklich beschränken, theils wie die jüngste bayerische Verordnung vermöge ihrer Fassung dessen beinahe gänzliche Hemmung in das Er­messen der Behörde» legen. Die heute in Nördlingen stâttgehabte Versammlung bayerischer und württemdcr- gischer politischer Vereine richtet daher an die Natio­nalversammlung die dringende Bitte: das erwähnte Recht so schleunig als möglich mit gesetzlicher Kraft und in einer Weise auSzusprechen, welche dessen Ver­kümmerung unmöglich macht. Nördlingen, den 27. Aug 1848." (Folgen die Unterschriften.)

Oesterreich. Wien, 26. August. Mit Bestimmt­heit kann ich Ihnen melden, daß die italienische Armee neuerdings und zwar um 30,000 Mann vermehrt wird. Man erwartet binnen kurzem den Durchmarsch der­selben. Die Truppen kommen theilweise aus Galizien. Vorgcsteln sind zehn Fahnen aus Italien hier aiige- kommcn, welche unsere Armee bei ten verschiedenen Schlachten erbeutet hatte. Man hört, daß dieselben öffentlich zur Schau ausgestellt werden.

Wien, 25. August. Die neueste Wiener Zeitung bringt folgende allerhöchste Entschließung:Ueber An­trag Meines Justizministers und nach Anhörung Mei­nes Mnüstcrraths habe ich mich bewogen gefunden folgende Bestimmungen zu treffen:1) Alle aus Ver­anlassung ter seit dem Monat März t. J. in Süv- Tyrol stattgchabten revolutionären Ereignisse dermalen bei ten tyrolifchen Gerichtsbehörden anhängigen Cri- minaluntcrsuchungen oder Voruntersuchungen wegen Hochverraths, Störung der inneren Ruhe des Staars, Aufstandes oder Aufruhrs sind alsogleich aufzulassen, und die deßhalb etwa Verhafteten in Freiheit zu setzen. Ausländer sind aus meinen Staaten abzuschaffen (?) und dürfen dieselben nur mit Meiner ausdrücklichen Erlaubniß wieder betreten. 2) Niemand darf wegen der im ersten Absätze erwähnten Ereignisse mehr zur Verantwortung gezogen, daher auch eine neue Unter­suchung wegen derselben oder wegen ähnlicher That­sachen , welche dieser Meiner Entschließung voraus gegangen sind, nicht mehr eingeleitet werden."

Wien, 25. Aug. Aus Mailand vom 21. nichts neues. Karl Albert ist fortwährend in Aleffandrien. -Aus .âesciL wlrd gemeldet rDw tapfern Steuer Freiwilligen bilden die Besatzung in dem turbulenten BreScia. Sie stolziren in den prächtigsten Uniformen der Mailänder und Pavianer Studenten und Freiwil­ligen, von denen sie ein Bataillon erwischt, und ihre zerrissenen Kittel mit den eleganten Uniformen der jun­gen lombardischen Signori vertauscht haben. Nur durch ihre Kopfbedeckung sind sie erkenntlich. Die übrige Beute von dieser lombardischen Jugend soll auch sehr bedeutend gewesen sein; darunter mehrere der prächtig­sten Cylinderuhren. Der tapfere Marschall |oll un­gemein gelacht haben, als ihm dieß gemeldet wurde." Aus Padua wird vom 22. geschrieben, daß sich end­lich der größte Theil der Piemontesen auf tie Flotte des Generals Aldim eingeschifft habe. Albini erwartet binnen kurzem noch einen handschriftlichen Befehl Karl Alberto um abzusegeln. So wird aus Padua versichert.

Triest, 25. August. Der Feldmarschall Radetzky hat mittelst eines Couriers ein offenes Schreiben des sardinischen Kriegs- und Seemimsters an Albini abgcscndet, das den Befehl enthalt, die Gewässer von Venedig sofort mit seinem Geschwader zu verlassen und die sardinischen Truppen alsbald einzuschiffen. Elue Weigerung heißt eS in der betreffenden Depesche, würde als ein casus belli angesehen, und der Krieg würde wieder beginnen. Wir sind nun hier sehr auf die Rück­kehr des ' DampfbvoisVulcano" gespannt, welches Die Depesche durch ten Fregattenlieutenant v. Willers­dorf dahin beförderte, und noch im Laufe des Tages hier Eintreffen muß.

Preußen. Aus Berlin wird derWeserzeitung" mitgetheill: ES wird mit Zuverlässigkeit erzählt, daß der König sich bestimmt weigere, den von der Nationalver­sammlung angenommenen Gesetzentwurf wegen Abschaffung der Tobesstrase zu sanctioniren, und man fügt hinzu, er habe unter Anderem alS Grund auf ein vor Kurzem in Reustadt-EberSwalde vorgekommenes Ercigniß hmgewiesen, wo die Bauern einen Ü)iörber deßhalb sogleich tödteten, weil derselbe nun ja doch nicht mehr hingerichtet werden könne. Es wurde dies der erste Fall seyn, wo der König von seinem Veto der Kammer gegenüber Gebrauch machen wurde, und eS müßte der Justizminister alsdann noth­wendig aus seinem Amte scheiden, da er ja vor Allem sich mit Wärme für die gänzliche Abschaffung der Todes­strafe in der Nationalversammlung auSsprach, und dadurch besonders zur Annahme des Gesetzes beitrug.

Berlin, 26. August. Vom 1. Oct. c. ab wird die Provision für den Debit der Zeitungen und Zeitschris, ten durch die Postanstallen aUegmein auf pCt. deS Ein­kaufspreises festgestellt, jedoch mit der Maßgalke, daß dieselbe niemals höher sein darf, als die Summe, welche nach der jährlich zu versendenden Bogenzahl bei Anwen­dung der im Gesetze vom 15. December 1821 stipu- lirten Portosatze zu erheben sein würde. (N. C.)

B erlitt, 27. August. Verhaftungen und Haus-- unterfußungen gehen im großartigsten' Maßstabe vor ,1«. in der vergangenen Nacht hat eine Hanssuchuna im Lokale des Haudwerkervercins stattgefunden: Es fanden sich eine Quant,tät Pulver und eine Anzahl Patronen vor. Der Ockouom des Vereins wurde zu deren Herausgabe genöthigt. Der Handwerkervcreül beabsichtigt eine energische Reclamatiou; er ist als ein der Vürgerwchr aggregirtes fliegendes Corps zum Tragen von Waffen, mithin auch zur Verwahrung von Munition berechtigt. Der Verhaftung des Hrii. Dowial, die in einem Bi'erbaufe erfolgt ist, haben fich zwei andere angeschlossen. Der ehemalige Schul­lehrer Karbe und ein beliebter Volksredner Hr Otten» sosser sind im Lauf der letzten Nacht zur Haft gebracht worden. Die Aufregung, welche hier herrscht, ist sehr groß. Nachdem der Staatsanwalt sich für inkompetent erklärt hat, gegen die Koalition ter Buch- druckergehülfen, tie er für ein bloßeS Polizcivergehen krachtet, einzüfchreiten, ist eine gleiche Inkompetenz- erklärung auch vom Polizeirichter ausgesprochen. Der Kaiser von Rußland hat die französische Republik anerkannt und wird in der nächsten Zeit der Graf Pahlen als Bevollmächtigter des russischen Hofes nach Paris gehen. In gut orientirten Kreisen will man wissen, daß in Wien binnen kurzem von der reaktio­nären Partei ein Schlag auSgeführt werden soll. Man ist schon lange bemüht, die im Ganzen freandschaftli- chrn Beziehungen der Wiener Garnison zu der Be­völkerung zu stören, um so beiVorkommnissen" siche­rer auf die Truppen rechnen zu können.Bis Henie, 27. August, Mittags, sind an ter Cholera crkrank 212 Personen (fett gestern 22), davon sind gestorben 148, genesen 22 und 42 noch in Behandlung.

(Lich. Corr.)

Koblenz, 30. August. Gestern brachte uns daS von Köln kominende Dampfoovt eine aus 86 Mann verschiedenen Alters bestehende Anzahl Polen, welche in Frankreich ein Asyl suchen. Sie sind ans dem rus­sischen Polen und haben sich auf preußisches Gebiet geflüchtet. Ihrem Wunsche gemäß läßt sie die preußische Regierung auf Staatskosten nach Frankreich bringen. Sie wurden über Nacht in mehrere Gasthäuser ein* quartirt und gingen heute Morgen mit dein Mosel­dampfboote nach Metz ab.

Köln, 23. August. (Rheinland und der König.) Man hatte Anlaß genug, der Erscheinung des Königs bei ten Dombaufeierlichkeiten in mancher Beziehung nicht ohne Besorgniß entgegenzusehen. Die gute Stadt Köln hat ihren Charakter nicht verläugnet, die Besorg­niß hat sich als »»gegründet erwiesen und verwandelte sich bald in warme, dankbare Anerkennung. Nach Nr. 230 der Düsseldorfer Zeitung erwiederte Raveaur dem Minister Auerswald, als dieser über den Werth ^rr jÈmgjggflÄittü^^ aus­gesprochen :Nehmen Sie die Sache nicht wichtiger als sie ist; bad Kölner Volk wird nie so unhöflich sein, einen Gast mißgelten zu lassen, was es der offiziellen Person bei anderer Gelegenheit unverhohlen vorhalten würde." Es mag dahin gestellt sein, ob Raveaur das Wort ge­äußert, allein man darf versichern, daß es nicht so aus- gebeutet werden darf wie man es versucht, und daß es noch weniger als ein allgemeiner Ausdruck der öffent­lichen Meinung genommen werden darf. Es galt allerdings dem Gaste, wenn kein erheblicher Mißlon gegen ten König sich erhoben hat, allein andererseits herrschte in dem Kern der Bürgerschaft wahre Freude darüber, daß der König in ihrer Mitte erschienen war, der, wie man auch seine politischen Ansichten beurtheile» mag, wohlwollende König, der anderorts sehr ver­kannte, mißhandelte König. Noch hält daS Rheinland und nicht bloßdas servile Wupperthal" an Preußen fest, und mit Verachtung blickt die Mehrzahl seiner Bewohner auf die eitel» eigennützigen Wühlereien, welche die Provinz von Preußen zu trennen versuchen. Nur eines kann den Umtrieben weiten Spielraum schaf­fen , ein fortgesetztes Bestreben gewisser Preußen, die Nationalversammlung in Frankfurt vornehm zu iguo- riren oder in ihrer nothwendigen Wirksamkeit zu lähme».

Schlcswig-Äolstcimsche Äugel-Keuhkiten.

Aus Nordschleswt'g, 24. August. Gerüchte kreuzen sich hier mit Gerüchten, so daß in ter Thar Nit mant ganz sicher weiß, woran man ist. Den ei­nen Tag heißt es ganz bestimmt, der Waffenstillstand mit Dänemark sei fest abgeschlossen und unsere Trup­pen würden in kurzer Frist schon in die Heimath ad- marschiren, den anderen Tag wieder: eS sei jetzt der Entschluß gefaßt, unverzüglich in Jütland einzurücken und die Dänen mit aller Macht, überall wo man sie fände, anzugreifen. Die letzte Nachricht erregte einen allgemeinen'Jubel unter dem größten Theile des gan­zen HeereS, denn nur eine gar kleine Parthei ist es, die der Beschwerden des Krieges überdrüssig, sich nach Ruhe und den bequemen Friedensgariüsoncn sehnt. Darin stimmen alle aber überein, daß sie eine Verän­derung des jetzigen Zustandes sehnlichst wünschen; denn unsere Soldaten haben alles Ungemach des Krie­ges, ohne dessen Lorbeeren ernten zu können. Die Quartiere, besonders im Sundwittschen, wo der ge­fährlichen Nähe von Alsen wegen stets eine sehr große Truppenmenge liegt, sind oft ziemlich schlecht, besonders wo große Massen auf einem Fleck zusammengehäufl sind. Ein einziges Bauernhaus muß oft 4050 Mann beherbergen und die Leute müssen oft engge­drängt und ohne frische Streu in Ställen und Schupp pen liegen. An Vorpostendicirst und nächtlicher Alar- mirung fehlt es dabei nicht; denn selten vergehen ein