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senius. Wenn man etwas bewilligen wolle, solle man ordentlich und für ein ganzes Jahr bewilligen.

Siebert. Er sei auch derMeinung, daß man für das ganze Jahr bewilligen müsse; tüchtige Künstler ließen sich gewiß nicht auf die kleine Zeit von 4 Mo­naten engagiren. (Schluß folgt.)

Creutz trägt darauf den Antrag von ihm selbst und Fresenius vor, welcher dahin geht, für ein Jahr 32,000 fl. zu bewilligen und das Theater vollständig zu reorganlsiren. Sie stützen sich besonders aus die Zweckmäßigkeit der jährlichen Bewilligung.

Darauf trägt Justi die Rechtfertigung des Antrags von Wimpf und ihm selbst vor, des Inhalts, daß bis zum 1. Januar 1849 eine Summe von 10,960 fl. be­willigt werden möchte, indem man bis dahin eine voll­ständige Uebersicht über die Finanzen der Domänen habe und dann eine feste Bewilligung für jedes Jahr be­stimmen könne. , .

Es trägt nun Naht auch seinen Antrag vor, wel­cher darauf hinausgeht, überhaupt 6000 fl. bis zum 1.Januar zu bewilligen, ohne Zusicherung einer neuen Unterstützung von da an. Er bekämpft die Ansicht Justl's auf Erhebung des Theaters zu einer Staats- aiistalt. Ein solcher Antrag liege auch nicht in der Petition, müsse also selbstständig gestellt und ordnungs­mäßig behandelt werden. Man solle der Stadt Wies­baden einstweilen etwas bewilligen, damit diese Zeit habe, sich nach andern Auskunftsmittcln umzusehen, etwa durch Verbindung mit dem Mainzer Theater, wie die­ses schon einmal gewesen sei, in einer Zeit, wo das Theater auf dem höchsten Glanzpunkte gestanden und der Kurort sehr frequentirt gewesen sei.

Er geht dabei von der Ansicht aus, daß in einem Staate nur die Rücksichten des Rechts und der Freiheit vorwalten dürfen und dagegen alles andere znrückstehen müsse. Er glaubt aber nicht, daß die Kammer recht­lich verbunden sei, der Stadt Wiesbaden etwas zu schen­ken, indem der Zwang, den man der Stadt früher aus­erlegt hat, kein Grund sei, dieselbe deßhalb jetzt zu unterstützen.

Zollmann. Eine solche Verwilligurg für 4 Mo­nate ginge bei einem Theater gar nicht an, indem ein ordentlicher Künstler sicherlich auf so kurze Zeit kein Engagement annchmen würde. Man wolle jetzt genau die Finanzen der Domänen im Auge behalte», während man bei der Zehntfrage auf Zahle» und Finanzen nicht Rücksicht genommen habe.

Bertram. In allen größern Städte» bestünden Theater, welche von dein Staate unterstützt würden. Warum müsse gerade Nassau eine Ausnahme machen. Die Bereinigung mit Mainz habe zu nichts Gutem ge­führt und das Theater sei damals im schlechtesten Zu­stande gewesen und nicht auf seinem Glanzpunkt, wie viele hiesige Bürger sich noch sehr gut erinnern könnten. Darin irre sich also der Herr Abgeordnete sehr. Was den Antrag von Justi und Wimpf anbeträfe, so möge man nicht so grausam sein und die vielen Familien im Winter um die heilige Weihnachtszeit brodlos werden odep Loch darüber in be^ändigex Sorge leben lassen. Man"möge, wenn man etwas thun wolle, auch etwas Ordentliches thun und nicht dabei knickern. Die Stadt Wiesbaden habe immer sich patriotisch und auf das Beste des Landes bedacht gezeigt, ohngeachtet der große» Last, die ihr das alte Regime aufgczwnnge» habe. Die Kammer möge die von Creutz und Fresenius beantragte Summe genehmigen und sie werde sich dadurch die ganze Bevölkerung der Stadt zum Danke verpflichte».

Justi. Nach seinem Anträge sollte ja nicht das Theater vom 1. Januar an aufhöre», sondern blos bis dahin die erste Verwilligung gemacht werden. Er sei auch gegen eine Vereinigung mit Mainz, denn eine solche habe sich immer als sehr unpraktisch bewiesen. Er wolle das Theater zur Staalsanftalt erheben und als solche dotirt haben, denn nur allein dadurch könne dasselbe ganz sicher gestellt werden.

Großmann. Es handle sich erstens darum, ob Gründe da seien zu einer Verwilligung. Darüber seien alle einig, das Leben und Gedeihen der Stadt und der Be­wohner hänge davon ab. Aber wie viel zu bewilligen sei, darüber sei der Streit? Er müsse sich dem Antrag von Creuz und Fresenius anschließen, denn derselbe be­ruhe auf einer genauen Budgetbcrechnuug und sei der zweckmäßigste. Mit Schlagwörtern Nothstand, Freiheit könne man bei finanziellen Fragen nichts ausrichten. Wenn man sich überzeugt habe, daß eine Bewilligung nöthig sei, so möge man dieselbe ohne Umstände machen.

Wimpf. Seiner Ansicht nach sei ein Zuschuß zum Theater sehr gerechtfertigt. Die Theater seien unsere größte» nationalen Bildungsanstalten; er sei überzeugt, daß, wenn man feine Theater in Deutschland gehabt hätte, sicherlich die März- revolutionen nicht in diesem Jahre ausgebro- che» sein würden. (Heiterkeit.)

Er müsse aber doch dafür stimmen, nur bis zum Januar l0,000 fl. zu genehmigen. Bis dahin könne man vielleicht eine Vereinigung mit Main; zu Stande singen und so vieles Geld ersparen. Man habe zwar iruiHe uuen mißlichen Versuch gemacht, das hindere

Schüben, nochmals zu machen, und er glaube  bin neuer Versuch besser ausfaUe» würde. n "bmdung durch Eisenbahn und Dampf- Weiterleit) sehr erleichtert und mit wenigen Unkosten verbunden.

, ^ sei ein altes Sprüchwort in Deutsch­land, daß tue Kumt nach Brod geben müsse Ob man noch immer dieses sprüchwort wahr machen wolle Mit dem Domäiienvermöge» habe man beim Zehnten "die Schuld auf sich geladen und jetzt wolle man dieselbe durch Knickern wieder gut zu machen suchen.

Er stimme für den Antrag von Creutz und Fre­

Das nassauische Forstschntzpersonal und seine Verwendung auf den Grund der Conduitenliste.

** W............. den 22. August.

Mit welcher schonungslosen Bereitwilligkeit man in der jüngsten Zeit die Förster von ihren Dienststelle» entfernte, wie schutzlos diese Leute dem Sturm der Zeit- verhältnisse preisgegeben, konnte jeder Billigdenkcnde nur mit Bedauern und Theilnahme ersehen.

Wir wundern uns basier nicht, daß unsere Kammer sich im Allgemeinen gegen dieses Unwesen ausgedrückt und freuen uns nur darüber, daß in Folge dessen man­cher brave fleißige Förster in seinen Dienst und somit mancher schwer belastete Familienvater wieder in die Tage versetzt werden wird, wenn auch ärmlich, doch red­lich', den Seinigen das tägliche Brod zu verschaffen.

Unsere Vermuthung, daß bem so ist, gründen wir darauf, daß von sämmtlichen Förstern sog. Conduiten- oder Qualifikationsverzcichnisse bei den betreffenden Be­hörden eingcfordert sind und hiernach namentlich dicBrauch- barfeit derselben, auf ein oder das andere Revier, als Förster oder als Pedell, Chausseewarter re. abgeurtheilt werden soll.

Es ist nicht zu verkennen, daß dieses Urtheil die Basis für die wieder zu erlangende Eristen; der schmäh­lich verfolgten Förster ob mit Recht oder Unrecht, das blieb unter den vielen vorgckommcnen Fälle» leider durchaus unberücksichtigt abgibt. Für die förmliche Abschaffung dieser sogenannten Conduite»liste» können wir, wie cs so vielfach geschehe», aus dem Grunde nicht stimmen, weil dem Vorgesetzten gegenüber dem Untergeordneten immerhin in zufälligen Berichterstat­tungen Gelegenheit gegeben ist, ein sogenanntes Con- duitenlistchen mit unterzuschieben und ein so geführter Sei­tenhieb kann gefahrvoll abfalle». Gegen solche ist der subordinirte Staatsdiener nur dadurch gesichert, daß die Couduitenliste forthin bestehen bleibt, jedoch nicht in der Art wie bisher, dafür müssen wir uns wahren, nein, sie soll jedem offen stehen, sie soll ihre unheimliche Ge- Heimthuerei aufgebeu und ans Licht treten, damit der berührte Diener allenfallsige gerügte Fehler erkennen und beseitigen lernt und Verleumdungen von sich ab­weisen kann. In einem solchen offenen Sinne wün­schen wir eine Coiiduitenliste und nur einzig und allein deßwegen, um die oben berührten Hiebe unschädlich für den zu machen, auf de» sie abgesehen.

Doch, wozu dieses Gerede! wird man frage». Die erprobten Förster, sie sind ja so duldsam, sie haben ihr herbes Geschick mit so großer Sanftmuth ertragen, daß man sie füglich ganz außer dem Spiele lassen kaun, wenn über ihre in Aussicht stehende Eristenz entschieden wirb.

Allein gerade dieses halten wir für unbillig und nicht zeitgemäß und wünschen, daß bei ihnen ein christlicher Anfang gemacht und febem fein Oualifikationszeuguiß offen und lauter mitgetheilt werde, bevor über sie ver­fügt wird. Nur durch Offenheit und Wahrheit können hier Mißgriffe einigermaßen vermieden werden, da man 61 verschiedene Maßstäbe (es bestehen 61 Oberförfte- reien) zu gewärtigen hat, die sich deßhalb nicht auf 8 (Oderforstämter bestehen) reduciren lassen, weil nicht vorausgesetzt werden kann, daß der Oberforstbeamte die Befähigung und Leistungen jedes einzelnen Försters sei­nes Oberforftcs kennen zu lernen die Gelegenheit hatte und dieser neben dem aus derselben Menschlichkeit wie der Verwaltungsrath zusammengesetzt ist.

Wenn der Zweck dieser Zeilen, die würdigen, bra­ven Förster vor neuer Unbill und einseitiger Beurthei­lung zu schützen, erreicht würde, wenn hiermit die Ver­anlassung gegeben wäre, daß nicht die eckelhafte Kama- schenknöpferei bem taktfeste» Entgegentrete» bevorzugt, wenn endlich diese Schutzdiener nicht in schauerlicher, heimlicher Gerichtsstäite verurteilt, dagegen an dem strahlenden Lichte der Oeffentlichkeit des Richterspruchs sich erfreuen könnten, baun würde auch uns neben dieser jene weitere Freude bereitet, daß die mit dem alten System verschworene Heimlichkeitskrämerei der Condui- tenliftc in ihrer ganzen Anödehuung zu Grabe gegangen.

Frankfurt, den 21. August. DieFr. O.-P.- A.-Z." geht förmlich zu Drohungen im Sinne der RH. u. Mos.-Ztg." über. Sie sagt in ihrem heuti­gen Blatte gegen dieDeutsche Zeitung": Was an­ders unter einer Hegemonie Preußens zu denken sein sollte, als etwa das Verhältniß, in dem wir schon jetzt in mehr als einer Hinsicht zu Preußen stehen, sehen wir wenigstens nicht ab. Schließlich bitten wir wiederholt, zu erwägen, ob man uns darum verwer­fen kann, daß wir im österreichischen Interesse reden und nicht vielmehr im augenscheinlichsten Interesse aller deutscher Einzelstaaten und des monarchischen Pri»cipS im guten Sinne, wenn wir dringend wünschen müssen, daß man nicht länger übersehe, welch gefährli­ches Spiel man spielt, wenn man unser Volk und unser angeblichland- und leuteloscs" Reichshaupt immer wieder und von allen Seiten zu überreden sucht (nicht selten ohne zu wissen, was man thut), daß die Einschmelzung eines halben ober ga n- zen Dutzends deutscher Länder zum Re ichs- krongut und obendrein die Theilung und Schwächung der stärkeren deut sche n Einzel- Regierungen die unerläßliche Bedingn u g sei, nicht nIIr zur Erhaltu » g seiner selb st, sondern auch der davon u n; ertre n u liche ii Stärke u n d Einheit des deutschen Reiches.

Oesterreich. Prag, 16. August. Nicht die Sie­gesnachrichten ans Italien, nicht die Rückkehr des Kaisers nach Wie» vermag die Physiognomie Prags zu lichten, sie behalt den Charakter düsterer, mutloser Trauer, den ihr die Pfingstereignisse aufgedrückt. Tau­sende von Familien haben die Stadt verlassen, Ge­werbe und Arbeit stockt; und ob auch der Friede wie­der da ist, das Mißtrauen gegen de» Frieden wirb noch lange in den Gemüthern fortleben. Jeder fühlt die unendliche Zerbrochenheit Oesterreichs, jeder suhlt das Bodenlose der böhmischen Zustände, und daß es hier nur eines Windstoßes bedarf um alles wieder in den Sturm der entfesselten Leidenschaften hinauszu­tragen.

Wien, 19. August. Der Sturm der politischen Aufregung hat sich nun etwas gelegt; aber dafür stürzt sich Wien jetzt in die Wogen einer kirchlichen Bewe­gung. In der stillen, frommen Stadt Maria There- sia's ist seltsam genug! der Deutscy-Katholi- cismus bereits eine Macht. Alle Straßenecken sind mit Placaten über dieneue Religion" bedeckt; der Andrang zu den Versammlungen der neuen Gemeinde ist ungeheuer. Das wiener Leben ist jetzt von dieser neuen Bewegung beherrscht.Die gestern Nachmit­tags im Odeon abgehaltene Versammlung" schreibt man unswar sehr zahlreich besucht. Leider er­eignete sich dabei ein sehr betrübender Vorfall. Pater Hirschberger sollte auf allgemeines Verlangen einen Vortrag halten. Er bestieg, sichtlich ergriffen, die Rcdnerbühne und sprach, unter lautem Zurufe der Volksmenge, von kirchlichen Reformen. Dann brachte der Redner die verschiedeyeu Punkte vor: Einführung der deutschen Sprache im Gottesdienste; eine Synodal- Kirche; Aufhebung der Klöster; Abschaffung des- libats, der Stol-Gebühren u. s. w. Nach ihm fam Ckardt, der die Versammlung jur Unterzeichnung der von Dr. Schütte verfaßten Adresse an die Linke des frankfurter Parlamentet aufforderte. Er fragte, ob sie einzeln oder im -Hamen des deutsch-katholischen Verei­nes sollte unterzeichnet werden. Letztere Ansicht schien die Oberhand zu haben. Auf einmal erscholl es:Her­unter mit dem Kerl!" Die Nächftstehenden ergriffen den Schreier und wollten ihn hiiiausbringen; während dem verbreitete sich das Gerücht, die Arbeiter seien im Anzuge. Schon Tags vorher wurde Pater Hirschber­ger bedroht, 20,000 Arbeiter würben die Versammlung aus einander jagen. Nach Anderer Meinung soll Je­mandFeuer!" gerufen haben. Genug, die ungeheure Menschenmasse setzte sich in Bewegung und suchte die Ausgänge zu erreichen. Nun begann ein furchtbares Gedränge; ganze Reihen würben zu Boden gestürzt, worunter sich viele Frauenzimmer befanden; über ihre Köpfe wurde rücksichtslos hinweggeschritte». Die Fen­ster wurden zerbrochen, überhaupt jedes im Wege ste­hende Hinderniß zertrümmert; man sprang eine bedeu­tende Höhe, Einige sogar vom ersten Stocke und, wie es heißt, vom Balcone herab. Späterhin legte sich der Tumult und Pauli setzte unter allgemeinem Jubel seine Rede fort." Seltsames Wien! Wie grabes- ruhig und sich in die Lust des Lebens versenkend lag es einst an seinem Strom, und jetzt Deutsch- Katholicismus , Berufung Hecker's, Adresse an die frankfurter Linke sein Lebenselement! Um 9 Uhr Morgens fand auf dem Glacis die Parademusterung des Militärs und der Nationalgarde Statt. Sämint- liche CorpS waren sehr zahlreich vertreten.Wir berichten" schreibt man uns weiterals ein­fache und vollkommen wahrheitsgemäße Thatsache, daß nur von etlichen Compagnien der Garde Lebehochs an- geftimmt wurden, während die akademische Legion sich gänzlich passiv und schweigend verhielt.

Preußen. Berlin, 21. August. Nachdem die Herren v. Usedom und Dönhoff cs abgelehnt, die Un­terhandlungen des Waffenstillstandes zu leiten, ist Ge­neral v. Below mit dem dänischen Gesandte am schwe­dische» Hofe, dem Kammerherrn v. Bille, in Malmö zusammengetroffen. Hr. v. Bille weigert sich, auf die neuen, in Frankfurt gestellten Bedingungen cinzu- gehen. Doch hat er eingewilligt, seinen Hof nochmals .zu befragen. Der Minister Arago hat eine Protesta-

TagesgeschicHte.

DeuLschiand.

Hcsscu-Darmstadt. Mainz, 24. Aug. Nachdem bereits gestern eine Abtheilung großherzogl. Hess. Trup­pen auf der Reise nach Schleswig-Holstein hier durch- gekommen war, ist heute früh ein weiterer Transport auf drei Dampfbooten hier vorübergefahrcn und während der Durchfahrt durch die Rheinbrücke auf das Freund­lichste begrüßt worden.

Zur Feier der Siege in Italien und der Wie- dcreinnahme von Mailanv hat heute eine glänzende Pa­rade der k. k. österreichischen Garnison unserer Reichs- sestung stattgefunden, worauf die Truppen vor dem Gcneralstabe defilirten.