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dem allgemeinen Zweck dienen. Indem die National­versammlung jene Folgsamkeit der Einzelstaaten gebietet, spricht sie deren Fortbestand aus und beseitigt damit jeden Gedanken an eine Centralisation, welches, die be­stehende Einheit Deutschlands auflosend, aus dem gan­zen Lande eine Anzahl von Departements. machte, die monarchisch von der Centralgewalt beherrscht würden, so daß es dann fernerhin 'nicht mehr eine besondere Verwaltung der Einzelstaalen geben, sondern alle Aemter in Deutschland bis zu dem kleinsten herab nur Reichs­ämter sein und nur zu dem Reichsministerium nnd dem Reichsoberhaupt ressoxtiren würden. Mit andern Wor­ten, sie schließt dadurch die Republik aus. Indem an­dererseits die provisorische Centralgewalt die Regierun­gen ersucht, Bevollmächtigte zu ernennen, mit denen sie in Verbindung treten könne und die vollständigste Be­kanntschaft mit den Bedürfnissen der Fürsten und Völ- kerstânime wünscht, insofern diese Bedürfnisse den nach dem mehrerwähnten Gesetz vom 28. Juni ihr bestimm­ten Wirkungskreis berühren, hat sie ihre Autorität in Bezug auf alle das Ganze und Allgemeine betreffenden deutschen Angelegenheiten gewahrt und indem sie sich zur zweckmäßigsten Erfüllung ihrer Pflichten der Mit­wirkung der Regierungen zu versichern bestrebt ist, stärkt sie ihre eigene Macht und versichert deren Thätigkeit und Dauer. Sie erkennt einerseits Bedürfnisse an, welche die Fürsten zur Sprache bringen können, und wer das radikale Unwesen, die Auflösung der Verhält­nisse in mrhrern Ländern, die gänzliche Begriffsver­wirrung in vielen Kreisen re. bedenkt, wird sich diese Bedürfnisse leicht erklären; sie erkennt andrerseits Be­dürfnisse der Völkerstämme an und gibt dadurch die Gewähr, daß alles, was die deutschen Stände der Ein­zelstaaten in neuester Zeit in Bezug auf Freiheit und Wohlsein ihrer Mitbürger errungen und was zu diesen Errungenschaften in Frankfurt noch weiter hinzukommen wird, unter ihren Schutz gestellt sei. Es kann nicht deutlicher ausgesprochen werden, daß die Interessen der Reichöregierung, der Einzelfürsten und der Völkerstämme eng verbunden sind. Wenn inan die kräftigen Schritte wahrnimmt, die in Mainz, in Wiesbaden, im Oden­wald, in Rheinpreußen rc., seitdem die Regierung des Reichs sich durch die Wahl des Reichsverwesers pro­visorisch constituirt hat, für die Herstellung der Ord­nung gethan worden, wird einem diese enge Verbin­dung ganz deutlich. Die Kraft, welche zur Nieder- drückung der anarchischen Elemente gehört, kann, wie die Dinge stehen, nur ausgehen von der Centralgewalt, sie kommt den Fürsten zu gute, deren gesetzmäßige Au­torität sie stützt, sie kommt den Völker» zu gute, weil sie dieselben vor dem Abgrund der Anarchie wahrt, sie dei^ wohlerworbenen Rechten schützt und die Aussicht auf bessere Zeiten gibt, die der Ruhe und Ordnung noth­wendig folgen müssen. Indem aber Fürsten und Völker die Wohlthätigkest der Centralgewalt inne werden, wirkt diese Wahrnehmung wieder auf das Ansehen der Reichs­verwaltung zurück und erhöht das Vertrauen in sie. Die Schwierigkeit liegt, wie vielfach und auch in diesen Blättern schon vor nahe drei Monaten ausgesprochen ist, in der richtigen Abwägung des Verhältnisses der Einzelfürsten und Einzelstaaten zur Centralgewalt. Ist dieses Verhältniß richtig, d. h. in der Weise gefunden, daß die Thätigkeit der Centralgewalt die der Einzel­fürsten und Einzelstaaten stärkt und fördert und umge­kehrt, so ist die Hoffnung deö Vaterlandes erfüllt; die Gewissenhaftigkeit in Erfüllung der Pflichten von beiden Seiten wird die rechte Eintracht geben, welche die Kräfte nach innnen und außen verzehnfacht, und ein einiges in organischer Gliederung starkes Deutschland wird kein Traum mehr sein. Zur Verwirklichung dieser Idee aber ist die besprochene Mittheilung der Centralgewalt an die Regierungen sicherlich ein bedeutender Schritt.

macht, freilich nicht wegen der Hochzeit mit Mosette, sondern weil sein Anwalt darauf gedrungen hatte, daß er die vierzig Louisd'or jeden Augenblick bereit halten müsse, da man vor dem Beginn eines Processes klüglich versuchen wolle, die Geige privatim so billig als möglich zu erlangen. Für seine Bemühung verlange er dann weiter nichts, als den Ueberschuß von den 40 Pistolen. Klapstein war also zu einem wohlhabenden Vetter gerei- se» hatte das Geld glücklich erhalten, und fuhr mit die­sem Schatz vergnügt so eben inS Thor, als im ein Lei­chenzug begegnete. Der Wagen mußte halten, Klapstein steckte den Kopf aus dem Schlage, und erkannte bald in den langsam Vorüberwandelnden mehre College«, nament­lich Mandelschaf, der ihm zunickte und angelegentlich nach dem Kirchhofe hinaus winkte.

Sie werden doch nicht, murmelte der Zuschauer, sie werden doch nicht so unvernünftig sein, und mir den Grinsel begraben!" Er erkundigte sich bei einem Vor- ubergehendeu, und richtig! Grinsel sollte eben bestattet werden.

. ^,^°"^ "an der Cellist mit seinen vierzig richtig »en Pistolen in der Tasche starr dem Zuge nach- kaum etwas Andres denkend, als:Die rifmaer? geholt! Sie ist längst mit dem weise meines "^Zeugen, oder andere Be- .Hechtes daran hab ich nicht. Doch halt! X bCt t@e9e meuum Anwalt auf dessen Billet

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König Friedrich Wilhelm IV. und Erz­herzog Johann in Köln.

Dem Bericht der Köln. Zeitung über das Dom­baufest entnehmen wir Folgendes:

Unterdessen hatte sich eine unbsehbare Volksmenge aus adeit Ständen an dein Ufer vor dem Trankgassen- Thore und in der Trankgasse selbst versammelt, deren Häuser bis auf die Dachfenster mit Menschen besetzt waren. Gegen 6 Uhr fuhr das DampfschiffSchiller" nach Deutz, um den König abzuholen. Die Genera­lität, der Chef-Präsident und mehrere Offiziere der Bürgerwehr befanden sich auf dem Schiffe. Gegen %8 Uhr ward von Mühlheim her ein Signalschuß gegeben, und nun donnerten Kanonen und Böller vom jenseitigen Ufer, mit denen sich bald der Glockenjubel der Stadt vermischte. Bei der Ankunft ward der Kö­nig am Bahnhöfe empfangen und bestieg sogleich das Dampsboot, auf welchem Se. Majestät sich mehrere der Anwesenden während der Uebcrfahrl vorstellen ließ. Als sich das Dampfschiff dem Ufer näherte, erscholl wie aus Einem Munde von den Tausenden der Ju- belrus, der herzlichste Willkommungsgruß, der sich noch lauter und freudiger wiederholte, als der König, von den Prinzen Wilhelm und Friedrich und mehreren an­deren Mitgliedern des königlichen Hauses, so wie von dem Minister-Präsidenten, dem Minister des Innern, Alexander von Humboldt, Ritter Bunsen und vielen Generalen begleitet, das Schiff verließ. Auf der Lan­dungsbrücke empfing Se. Majestät der Ober-Bürger­meister und der Gemeinderath, wie auch der Vorstand des Central-Dombau-Vereines. Der Herr Ober- Bürgermeister begrüßte den König mit folgenden Worten t

Im Angesichte des hohen Domes begrüßen wir feierlichst, ehrerbietigst und in treuer Gesinnung Ew. Majestät, seinen erhabenen königlichen Protector. Dreifach gesegnet sei uns der Tag der großen, ewig denkwürdigen Säcularfeler, welcher den großmüthigen Beschützer, Erhalter und Förderer des erhabenen Got­teshauses abermals zu seinem geliebten Schützling hin­führt! Möge der Friede, die Eintracht, die Liehe, welche die Religion nimmermehr ermüdet, allem Volke in diesem ihrem Heiligthum zu verkünden, immerdar empfängliche Herzen finden! Möge über unser gelieb­tes Deutschland der Segen der Eintracht und Kraft sich verbreiten und erhalten, dessen Symbol unser wun­dervolle Dom ist! Gott erhalte lange Ew. Majestät dem Vaterlande und Deutschland! Dreifaches Hoch dem König-Protector!

Lauter Jubel folgte diesen Worten; der hohe Gast dankte eben so herzlich als leutselig, und gab seine lebhafte Freude zu erkennen, das ihm theurealte Köln" wieder zu sehen.

Dann hielt Hr. Dr. Ev. von Groote im Namen des Dombau-Vorstandes folgende Anrede:

Ew. Maj. geruhen zur Begehung des Jubelfestes des kölnischen Domes an unseren Ufern zu landen. Vor sechs Jahrhunderten ward sein erster Stein gelegt; vor sechs Jahren legten Ew. Maj. den zweiten zum Fortbau, Diese sechs Jahre wiegen sechs Jahrhun­derte in der Geschichte Deutschlands auf. Allein die deutsche Treue, die deutsche Liebe und Ausdauer wird darum nicht wanken. Ew. Maj. bauen mit uns den Dom als heiliges Sinnbild des erstehenden Deutsch­lands. Fest wie seine Mauern, stark wie seine Pfei­ler und Thürme möge das Vaterland sich erheben, Gott zur Ehre, den Fürsten zum Ruhme, und dem Volke zu bleibender Wohlfahrt.

Der König antwortete:

Auf diese Wünsche kann ich nur ein herzliches Amen" sagen.

Das Hochrufen wollte kein Ende nehmen. Man sah an der heiteren, freundlichen Miene des Königs, daß dieser begeisterte Empfang einen wohlthuenden Eindruck auf ihn machte. Wer ^beschreibt aber den

er war doch immer mein College, und ich habe manche vergnügte Stunde mit dem närrischen Kauz zugebracht. Dann aber zum Anwalt, denn Recht geht vor Freund­schaft!"

Er ließ seinen Wagen in die Stadt fahren und wandte sich nach dem Kirchhose. Hier kam er an, als man eben den Sarg in die Gruft senken wollte, und die Todtenfrau eine von Lorbeern umschlungene Leier vom Deckel hob. Bei diesem Anblick fiel ihm Grinsels Drohung wieder ein, die Geige mit ins Grab nehmen zu wollen, und wie er sich über den lästerlichen Vorsatz schon ein­mal beim Hahn im Korbe tüchtig abgeärgert, so ward er, als uun die Schaufeln geschäftig die Gruft füllten, heiß und kalt an Leib und Seele. Er reckte das Ohr weit über die Voranstehenden hinaus, ob er vielleicht ei­nen durch die Erschütterung geweckten Saitenton ans dem Sarge hervorhören könne, und fuhr plötzlich betroffen zu­rück, denn weil er durchaus hören wollte, so klang ihm so etwas ins Ohr. Die College» hatten eine Trauer­musik am Grabe des Hingeschiedenen verabredet, der Morgenwind strich durch den Contrebaß, und der tiefe Ton, vom Geräusch der Schaufeln und der herabrollen­den Erdschollen gedämpft, mochte leicht dem horchenden Cellisten wie aus der Erde hervordröhnen. Still und nachdenkend schlich er davon. Die Leichenfrau hatte kein sonderlich musikalisches Gemüth, sie wollte sich daher bei der langweiligen Trauermusik nicht versäumen, und war schon in der Nähe des Stadtthors, als der Cellist sie erblickte und schnell seine Schritt verdoppelte. Bald war die Frau eingeholt und auf seine Fragen erhielt er denn

Jubel, als noch auf dem Werste, nahe am Thore, der Erzherzog Reichoverweser ihm entgegentrat und Beide sich umarmten, sich herzlichst brüderlich in die Arme schlossen! Die Bürgerwehr hatte bis zur Wohnung des NeichsverweserS Spalier gebildet, durch welches der König zu Fuß ging, dem Reichsverweser die Rechte bietend, indem er rasch gewechselt hatte, als der Erz­herzog ihm zur Linken getreten war. Schöner, leben, diger und freudiger konnte der Empfang nicht sein, als er auf der kurzen Strecke bis zur Wohnung un­seres Chef-Präfiventen von allen Seiten den verehr­ten Fürsten vargebracht wurde.

Indessen hatten sich die Straßen zum Regierungs­gebäude mit Menschen gefüllt, wie auch der Platz vor demselben. Auf der ganzen Strecke, wie auch im Re- gierungögebäude hatte die Bürgerwehr alle Wachen besetzt, wobei sich das Schützeneorps besonders aus- zeichnete. Die zur Vorstellung beschiedenen Personen harrten in der Vorhalle. Endlich ward der Jubelruf wieder laut; der König kam angefahren und wurde mit dreifachem Hoch am Negierungsgebäude empfan­gen, wohin ihm später der Erzherzog Reichsverweser folgte. In dem weißen Saale fanden sich die einzel­neil Corporalionen, die vorgestellt werden sollten, in großer Masse ein, während auf der Straße ein Hoch dem andern folgte, namentlich als der König auf dem Bälcon erschien.

Den Präsidenten v. Gagern an der Spitze, fült ten nach und nach gegen hundert Abgeordnete der frankfurter Reichsversammlung den rothen Saal, der an die Gemächer des Königs stößt. Als dieser er­schien, richtete Herr von Gagern folgende Worte an Se. Majestät:

Königliche Majestät! Der Dombau- Verein von Köln hat die deutsche National-Versamm­lung eingeladen, einem bedeutungsvollen Feste beizuwohnen. Diese hat solcher Einladung ent­sprochen, und die hier anwesenden Mitglieder sonnten sich überzeugen, daß es für den Anbau auch dieses herrlichen Werkes der nationalen Einheit bedarf. Das Streben nach Einheit auch in diesem Werke ist durch Eure Majestät neu er­weckt worden. Die ReichSversammlung vertraut fest auf die Unterstützung Eurer Majestät bei dem Baue der Einheit, der unternommen ist und den die Nation ausführen wird!"

Der König bemerkte:Die Einheit Deutschlands liegt mir am Herzen; sie ist ein Erbtheil meiner Mutter!"

Präsident von Gagern:Wir wissen, dass Eure Majestät der Pfleger dieses Gedankens sind!"

Der König entfernte sich, kam zurück, liess sich durch den Präsidenten die anwesenden Mitglieder der Nationalversammlung vorstellen und sprach dann etwa folgende Worte:

Meine Herren! Um recht gute Freunde zu sein, ist es nothwendig, daß man sich von Angesicht zu Angesicht kenne; deßhalb freut es mich wahr­haft, Sie hier gesehen zu haben. Mit vollem Herzen wünsche ich Ihrer wichtigen Aufgabe ein segenreiches Gedeihen. Seien Sie überzeugt, daß ich nie vergessen werde, welch ein großes Werk zu gründen Sie berufen sind, wie ich über­zeugt bin, daß Sie nicht vergessen werden, daß es in Deutschland Fürsten gibt und ich zu die­sen gehöre. Ich wünsche Ihnen zu Ihrem schwie­rigen und großen Berufe allen Segen und alles Gedeihen von ganzem Herzen."

Ein lebhaftes, kräftiges Lebehoch war die Antwort auf diese Worte.

Dann ließ sich Se. Maj. in dem weißen Saale dem Gemeinderath, dem Vorstand des Central-Dombau- Vereins , die Festordner, die Führer der Bürgerwehr, die Geistlichen beider Confessionen und die übrigen zur Präsentation geladenen Corporationen vorstellen, und wußte Jedem, in seiner leutseligen Weise, etwas Ver­

endlich eine Auskunft, wie er sie eigentlich erwartete, die ihm aber doch ein derber Schlag vor seine Stirn war.

Freilich, lieber Herr Hofmusikus, sagte die Frau, freilich hab' ich dem Seligen so ein Ding in den Arm legen müssen. Die Frau bestand darauf, weil der Se­lige daS kurz vor seinem schnellen Tode ausdrücklich st verlangt hat. Es war gewiß bei dem alten Herrn eine Ahnung, oder ein Vorspuck, wie ich denn täglich derglei­chen erlebe. Der Frau war's ein Trost, den letzten Wunsch deö Hingeschiedenen zu erfüllen, und die Violine ist gewiß auch keinen Gulden werth, es war ein alter verrosteter Kasten."

Die Frau ging, aber Klapstein rannte wie ein Ver­zweifelter nach dem Hahn im Korbe.Dietrich! schrie er schon auf dem Hausflur, Dietrich! eine halbe Saint Julien aber schnell!" Er trat inS Zimmer; hier sing er Herrn Günther auf und rief ihm entgegen: Seelengüntherchen! Stellen Sie sich um deö Himmels willen den desperaten Streich vor! der Grinsel da Sie wissen, er ist eben begraben der alte tolle Kam- mermusikus Gott weiß am besten, ob er ihn selig haben kann also Grinsel hat richtig, wie er hier ach dieser Stelle vorhergesagt, seinen unbezahlbaren Stradi­vari mit ins Grab genommen. Ueber der schändlichen That seufzte selbst das ewig verlorne Instrument hab'ö mit meinen eignen Ohren deutlich gehört ans dem Sarge dumpf herauf.

(Fortsetzung folgt.)