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mn die Abwesenheit nur auf kürzere, jedoch unbestimmte Zeit angenommen werden muß! Mir scheint der erste Grund unter den obwaltenden Umständen nicht stich­haltig zu sein; mit ihm fallen aber auch die beiden andern.

Der Pensionär ist im Stande, sich seine Lage voll­ständig einzurichten, er verändert seine Wohnung, wie seine ganze häusliche Einrichtung, weil er weiß, er bleibt nun in diesen Verhältnissen; das kann der Be­amte, welcher auf unbestimmte Zeit abwesend ist, nicht. Der Pensionär hat außerdem nicht mehr so viel nöthig, als früher, da seine Kinder meist versorgt und dadurch sein Familienkreis kleiner und somit die Ausgaben ver­ringert worden sind. Und wie sieht es in der Wirk­lichkeit mit diesen Pensionen aus? Nach dem eben angeführten ersten Grunde hätten die Pensionäre gar nichts mehr anzusprechen, denn sic arbeiten nicht mehr für den Staat; dennoch haben viele mehr als die Hälfte, manche sogar das Ganze ihrer Besoldung als Pension. Wo ist hier die Beweiskraft des zweiten Grundes? (Schluß folgt.)

Tagesgesärchtc.

Berlin, 11. August. Die Kaufleute, welche von der Braunschweiger Messe kommen, könne» die Stimmung, welche dort in Bezug auf die Einheit Deutschlands herrscht, nicht genug rühmen. Die Männer aus allen Gauen des Vaterlandes, besonders aber die Hannoveraner, von denen man eS am wenigsten erwartet hatte, sprechen sich für das innigste Anschließcn an Deutschland, für das voll­ständige Aufgehen der deutschen Einzelstaaten in das Ge- sammtvaterland aus, und die Hannoveraner hofften sogar, daß schon am 1. November die Zollschranken ihres Lan­des fallen würden.

Berlin, 12. August. Das Ministerium soll kei- nesweges gesonnen sein, die es betreffenden, am 9. d. M. in der schweivnitzer unglückseligen Sache gefaßten (allerdings sehr übereilten) Beschlüsse der National- Bersammlung ausführen zu wollen.. So wird also das Füsilier-Bataillon des 22. Infanterie-Regiments nicht sofort aus Schweidnitz abberufen, noch viel we­niger der Kriegsministerial-Erlaß an die Offiziere in der angegebenen ^etfe erfolgen. Ob sich die Unter­suchungs-Kommission verwirklichen lassen werde, muß noch dahingestellt bleiben, weil die Gerichte sich schwer­lich eine solche Dazwischenkunft gefallen lassen werden.

Deutschland.

Oesterreich. Wien, 10. August. Der österrei­chische Reichstag will am 12. d. M. in Schönbrunn den Kaiser in corpore, den Präsidenten an der Spitze, empfangen. In den Wiener Plakaten zeigt sich wieder der leidige Partcigeist. Die große Masse war dagegen über die Rückkehr der kaiserlichen Familie sehr erfreut. Mehrere Frauen ersuchten durch Anschlagzettel andere Frauen, ja mit Blumensträußen in den Händen zu er­scheinen.

Preußen. Berlin, 9. August. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung gaben die Vorfälle in Schweidnitz zu einer sehr stürmischen Verhandlung Anlaß. Der Abg. ElSner stattet den Bericht der Petitions-Com­mission über diese Angelegenheit ab und verliest einen Theil der auö Schweidnitz eingegangenen Petition, durch welche sich der bekannte Thatbestand dieser unglücklichen Conflikte zwischen Militär und Bürgern näher fcststellt. Die Commission hat mit Hindeutung auf die höchst be­denkliche Stimmung in der ganzen Provinz Schlesien folgenden Antrag gestellt: das Ministerium aufzufordern, entweder sofort oder in der nächsten Sitzung ausführliche Mittheilungen darüber zu geben, was ihm von der wirk­lichen Sachlage bekannt geworden, und waS eS in dieser Angelegenheit zu thun gedenke, ferner aber die dabei com- prommittirtenTruppentheile sofort aus Schweidnitz zu ent­fernen.

Bei der Abstimmung wird der Antrag, eine Unter- suchungS-Cowmission nach Schweidnitz zu senden, mit 204 gegen 163 Stimmen angenommen, ebenso mit großer Majorität der Antrag der Commission, die bei den Er­eignissen comprommittirten Truppen aus Schweidnitz zu entfernen. Der Antrag des Abg. Stein, daß der Kriegs­minister einen Erlaß an die Offiziere wegen der reactio- närcn Tendenzen richten möge, wird fast einstimmig an­genommen. Ein Unteramendement des Abgeord. Schultz: denjenigen Offizieren, welche mit dem neuen Staats­princip nicht völlig einverstanden wären, eS zur Ehren­pflicht zu machen, aus dem Heere auszuscheiden," wird mit 180 gegen 179 Stimmen, also mit der Majorität einer einzigen Stimme angenommen.

Vermischtes.

Zur Würdigung der Dillenburger Adressen.

t Dillenburg, den 5. August 1848.

Es sind in diesen Tagen zwei Eingaben an unsere Kammer in Bezug aus das Auftreten des Abgcordne- ten Rath, die Entwaffnung der Wiesbader Bürger­wehr 2c. betreffend im hiesigen Wahlbezirk zur Unter­zeichnung herausgegeben worden, die eine dafür, die andere dagegen. Die Letztere, hervorgerufen durch die hiesigen Freunde des Heiopopeiovereins zu Wiesbaden, die gleich im Anfänge derselben das Beiwortgutge­sinnt" für sich allein in Anspruch nehmen, enthält die Anschuldigung, als hätten die Freunde und Gesinnungs­genossen oes Abgeordneten Raht die hiesigen Bürger durch die Schelle auf das Rathhaus bestellen lassen unter dem Vorwande, eine Petition an die Kammer wegen des in hiesiger Gemarkung gelegenen Feldbacher Hofgutes zu unterzeichnen, um durch diese, das In­teresse der Bürger besonders berührende Sache diesel­ben zahlreicher dahin zu locken. Statt dieser zuvor angekündigten Petition sei aber nur die oben erwähnte Eingabe zur Unterschrift vorgelegt worden, und von der Domänenpetition sei gar keine Rede, also der Zweck zur Verdeckung der wahren Absicht ersonnen gewesen. Die Darstellung dieser Sache von Seiten unserer Geg­ner können wir nur als verläumderisch und unehren­haft bezeichnen, da erstens der Ausrufer mündlich den Auftrag erhielt, beide Zwecke bekannt zu machen, und es kann uns deßhalb nicht zur Last gelegt werden, wenn er denselben nur unvollkommen ausführte; und zweitens können die zahlreichen Theilnehmer der Ver- sammlung bezeugen, daß nicht nur beide Eingaben ver­lesen, sondern auch zur Begründung derjenigen, welche den Nahtischen Antrag betraf, mehrere Aufsätze aus den verschiedenen Wiesbader Blättern, namentlich der in der Nass, allgemeinen Zeitung Nr. 126:Von der Dill" stehende, vorgetragen wurden, damit sich die Anwesenden jedenfalls vor der Unterzeichnung ein Ur­theil bilden konnten. Die Domänenpetition wurde nur

(deßhalb noch nicht unterzeichnet, weil noch mehrere Zahlenangaben und eine größere Ausführlichkeit zu de­ren Begründung gewünscht wurden.

Wenn ferner in der Eingabe unserer Gegner vor­gebracht wird, daß viele Bürger in erwähnter Ver­sammlung nicht erschienen wären, oder nicht unter­schrieben hätten, wenn ihnen ein anderer Zweck besannt gewesen wäre, so müssen wir im Gegentheil behaup­ten, daß gewiß noch ein größerer Theil erschienen sein würde, wenn der Ausrufer deutlicher gesagt hätte, daß auch eine Eingabe zu Gunsten des Antrags von Naht unterzeichnet werden solle.

Obgleich nun unsere Gegenpartei, bestehend aus der Mehrzahl der hiesigen Staatödicner, für die wahr­lich der Zuruf des Ministeriums nicht einmal nöthig, oder doch wenigstens nicht vergeblich war, und aus einigen wenigen deren Gesellschaft suchenden Bürgern, welche insgesammt nur bei der alten Ruhe und Ord­nung sich am besten befanden, und deßhalb auch jetzt diese einem Jeden unempfehlen; ihrer numerischen Schwäche sich sehr bewußt war, die Bestrebungen der Freunde und Anhänger Rahls ihr aber ein 'Gräuel sind: so scheuen sie sich deßhalb nicht mit Unwahrhei­ten und Verläumdungen die Letzteren zu verdächtigen und durch solche unehrlichen Waffen ihrer Adresse Un­terschriften zu verschaffen.

Zur Würdigung dieser Adresse müssen wir noch bemerken, daß dieselbe von den meisten der hiesigen Staatsdiener (von circa 40) unterzeichnet, und daß sie außerdem noch circa 30 Unterschriften hiesiger Ein­wohner enthält, wovon theils einige der Letzteren we­gen ihrer abhängigen Verhältnisse den Anderen gegen­über, Andere theils nur wegen des angeblich trügeri­schen Verfahrens der Vertheidiger des Nähtischen An­trags, Viele aber wohl aus persönlicher Feindschaft gegen denselben unterzeichnet haben. Dann hat man noch einen Forstaccesfist, einige Förster und Holzsteller eines benachbarten Dorfes zur Unterschrift vermocht.

Unsere Eingabe an die Kammer, von der Mehr­zahl der Wahlmänncr von Herborn und Dillenburg, Iowie außerdem von vielen gesinnungstüchtigen Bürgern unterzeichnet, würde, wenn sie aufs Land geschickt wor­den wäre, mit Hunderten von Unterschriften bedeckt worden sein. Die Nassauische allgemeine Zeitung würde dann erfahren haben, daß im Gegentheil zu ihrem lügenhaften Artikelvon der Dill" in Nr. 126 und der armseligen Prahlerei mit den vielen Zuschrif­ten gleichen Inhalts aus hiesigem Wahlbezirk, die Stimmung der Bewohner von der Dill eine ganz an­dere ist, wie sie ihren Lesern gemeldet hat.

Dresden, 8. August. (Erfindung des SteingießenSss Die Erfindung, Steine zu gießen, ist jetzt in Sachsen durch die Fabrik der Herren Gran und v. Boße in Zittau durch fortgesetzte Versuche zu sehr glücklichen Resultaten gelangt. Diese Fabrik liefert Marmorfußplatten, welche schöner und bedeutend billiger sind, als die von natürli- chem Marmor, ferner Vimsteine, Wetz- und Schleifsteine, Sandsteine, Mühlsteine und ausgezeichnete Kunstgußgegcn- stände, z. V. Portraits, Rosetten, architektonische Verzie­rungen rc. Diese Fabrikate sind in Dresden ausgestellt (Alaungasse Nr. 55 b) und Erzeugnisse einer Erfindung, auf welche Deutschland stolz sein kann.

NebstAllgeMsincs Kirchen- und Schulblatt Nr. 13."

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Der Unterzeichnete zeigt hiermit einem löbl. Publikum an,-daß er vom 1?. d. M. an das früher von ihm innegehabte Gasthaus zumBaierischcn Hof" abgetreten und das in der Metzgergasse gelegene Gasthaus zum Sarpfen" bezogen hat, wo er nunmehr eine Restauration und Speisewirthschaft zugleich mit der Gastwirthschaft verbindet.

Mittagstisch: 12 und 16 kr. Waierisches Bier: die Flasche zu 9 ft. Flaschenbier zu 6 fr. Gewöhnliches Bier: der Schoppen zu 2 fr.

nebst verschiedenen Sorten von guten Weinen. (727)

Ferner zu jeder Tageszeit alle beliebigen kalten und warmen Speisen.

Unter Versicherung bester Qualität, sowohl der Speisen als Getränke, sowie auch der billigsten Preise derselben, ladet daher das löbl. Publikum freundlich ein

Wiesbaden, den 15. August 1848. Joh. Beck.

I Jch bin nunmehr gesonnen, mein ganzes Geschäft in der Art aufzugeben, daß ich von heute an meine sämmtliche Waare, bestehend aus Herren- und Damen-Stie­feln und Schuhe, unter dem Fabrikpreis verkaufe.

Wiesbaden, den 17. August 1848.

J. G Bücher,

' ' Neue Colonade Nr. 44.

Q Concuromaffe der Johann Martin Lang 2ter Eheleute von Langenschwalbach sind per­sönliche und dingliche Aipprüche Freitag den 1 Sem dung des Ausschlusses.

Langenschwalbach, den'8. August 1S48.

Herzoglich Nassauisches Amt.

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