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wird wahrscheinlich eine große Volksversammlung sein. Die Regierung kann, wenn sie nicht ihre Schwäche und Verzweiflung an sich selbst offen an deu Tag legen will, nunmehr zu den Bestrebungen der Vereine nicht mehr stillschweigcn; und für das Gelingen der letzteren wird Alles darauf ankommen, daß sic sich dieses Schweigend begibt. So melden übereinstimmend die Bremischen Zeitungen.

In Altona sind auf den 11. August die ersten Reichstruppen aus dem Süden, Frankfurter, angemeldet.

Schleswig-Holstein. Kiel, 6. August. Die Nach- richt, welche neulich ein leitender Artikel derBörsen­balle" brachte, daß mit dem letzten Dampfschiffe von St. Petersburg nach Kopenhagen 200,000 V. abge­gangen seien, hat hier nicht sehr überrascht. Man er­zählt sich schon seit geraumer Zeit, daß das Casino- ministerium mit dem Kaiser eine Anleihe abgeschlossen und dafür die Insel Bornholm verpfändet habe. Born­holm trägt zwar so gut wie nichts ein, ist aber als das Helgoland der Ostsee immerhin ein sehr annehm­bares Pfand. Man macht in St. Petersburg nicht immer schlechte Geschäfte, wie mit der französischen Rente.

Ausland.

Mailand, 7. August. sNcuesteNachrichten. Wort­laut der Kapitulation. Radctzky's imposanter Einzug.j Nach den Schüssen in die-Wohnung Karl Alberts wurde die Straße durch die Kavallerie gesäubert und eine be­deutende Truppenmaffe in die Gegend versammelt. Der König ließ sich nun seinen Schnurbart abnehmen und entfloh mit seinen Söhnen zu Fuß bis auf den Platz Belgiojoso, wo er in Mitte seiner Dragoner zu Pferde stieg und sich dann mit der ganzen Armee, die nach und nach zusammengezogcn wurde, nach Mitternacht davon machte. Sonntag Morgens früh war der Jammer in der ganzen Stadt ungeheuer und wie ich 4 Uhr Morgens durch die Straßen ging, sah ich eine Menge Familien, Männer, Weiber und Kinder nur mit kleiner Bagage weinend fortziehen. Die früher errichteten Bar­rikaden wurden so gut wie möglich abgetragen und alles auf den Einzug der Oesterreicher bereit gemacht. Schon um 3 Uhr rückten die Vorposten ein und um Mittag hielt Radetzky seinen Einzug, der prachtvoll war und wobei dasselbe Volk, das immer Morte ai Tedeschi schrie, dem alten Feldmarschall ein lautes Lwivg brachte. Es sind jetzt 80,000 Mann hier und nächstens werden noch 50,000 unter Melden erwartet; die Ordnung ist musterhaft, so wie die ganze Haltung und Disciplin

der Soldaten, von Erceffen ist noch kein. Beispiel vor­gekommen.

Die Kapitulation von Mailand soll folgenderinaßen lauten: 1) Die Stadt wird nicht geplündert. 2) Was vom Marschall abhängt, wird er hinsichtlich des Vor­gefallenen jede mögliche Rücksicht haben. 3) Die Pie­montesen werden sich in drei Tagreisen ins Piemont zurückziehen. 4) Bis zum 6 August um 6 Uhr Mor­gens darf wer will sich von Mailand entfernen. 5) Morgens um 8 Uhr besetzt der Marschall Porta Ro­mana, um 12 Uhr die Stadt. 6) Die Blesstrten und Kranken werden in zwei Tagen transportirt. (?) 7) Bedingungen bedürfen der Zustimmung Sr. Maj. Karl Alberts. 8) Der Marschall verlangt, daß alle Generäle, Offiziere und österreichische Angestellte, die sich in Mai­land befinden, sogleich in Freiheit gesetzt werden, San Donat, 5. August. (Baslr. 3 )

Vermischtes.

An den Herrn Abgeordneten Dekan Keim von Hachenburg.

So eben wird uns von unbekannter Hand die Nr. 17 desWesterwälder Boten," der in Hachenburg er­scheint, zugesandt. Wir entnehmen diesem uns bisher unbekannten Blatt folgenden Artikel:

Zur Nachricht.

Die Freie Zeitung und die Nassauische Zei­tung bringen seit längerer Zeit die Verhandlungen der Ständekammer so unvollständig und entstellt, daß eine öffentliche Warnung nöthig erscheint. Namentlich gilt jenes von meinen Aeußerungen und Reden in der Kam­mer, welche nicht selten so verändert und verdreht mit- getheilt werden, daß, wer sie nicht selber gehört hat, sich keinen Begriff machen kann von den prakiizirten Sinnentstellungen, wie sie ;. B. in Nro. 134 der Nassauischen Zeitung vorkommen. Indem ich nun hier­mit aus jene Entstellungen hindeute, bemerke ich, daß ich unmöglich die Unrichtigkeiten jedes Blattes verbessern kann und daher bis zur Mittheilung der Kammerpro­tolle, welche die Nassauische Zeitung zu ihrem Zwecke zu verdächtigen sucht, auf die Allgemeine Nassaui­sche Zeitung und das Frankfurter Journal ver­weise.

Wiesbaden, den 7. August 1848.

Keim, Abgeordneter.

Zum weitern Verständniß für unsere Leser bemerken wir, daß uns am 7. August ebenfalls der Herr Ab­geordnete Keim eineBerichtigung" überbrachte, welche in Nro. 137 unseres Blattes vom 8. August mit dein Datum vom 4. August abgedruckt wurde.

Ob durch diese Berichtigung die 10 Worte des Hrn. Keim in unserm Kammerbericht in Nro. 134 unserer Zeitung bertchtigt worden sind, überlassen wir dem Ur* theil unserer Leser. Wir glauben jedoch, durch den bereitwilligen Abdruck der Keim'schen Berichtigung der Eitelkeit des Herrn Deputinen ein vollständiges Genüge gethan zu haben, erklärten demselben aber auch noch persönlich, daß wir jederzeit zum Abdruck irgend einer Berichtigung rc. seinerseits bereit seien, was Hr. Keim mit großem Vergnügen aufnahm.

Die Art und Weise aber, wie Hr. Keim in dem Westerwälder Boten" gegen uns und die Freie Zei­tung austritt, welche er der Entstellung der Verhand­lungen der Ständekammer bezüchtigt, wofür er eine öffentliche Warnung als nöthig erachtet, was na­mentlich von seinen Reden in der Kammer gilt, welche verändert und verdreht mit praklizirten Sinnent­stellungen, wie in Nro. 134 der Nassauischen Zei- tung wieder gegeben werden, dieses können wir nur für eine unwürdige Verdächtigung, für eine Ver­leumdung erklären und weisen wir Diesen schmählichen offenen Angriff auf unser Blatt und dessen Wahrhaf­tigkeit mit aller Indignation zurück.

Hr. Keim möge es uns beweisen, wo und in wel­cher Weise seine Aeußerungen und Reden in der Nassaui­schen Zeitung entstellt und verdreht sind ; so lange dies nicht geschieht, bleibt die Absicht, unser Blatt zu ver­dächtigen, auf ihm haften. Ja Hr. Keim geht noch weiter und sagt, die Nassauische Zeitung suche zu ihrem Zwecke dieKammerprorokolle'zuver- dächtigen. Auf diese offene und grobe Injurie können wir dem Hrn. Abgeordneten nur mit einem Preßprozeß antworten, fordern jedoch zunächst den Hrn. Abgeordneten Dekan Keim von Hachenburg hiermit auf, jene unwür­dige Beschuldigung durch eine uns genügende Erklärung in unserm Blatte zurückzunehmen, was binnen 3 Tagen geschehen muß, falls wir nicht gegen ihn den Weg Rechtens betreten sollen.

Wiesbaden, 15. August 1848.

_______Die Redaktion der Nassauischen Zeitang.

Druckfehier-Derichti^nng.

In der gestrigen Nummer des Auszugs der Kammerver­handlung muß es heißen 2/» des Ablösmigs-Capitals statt 7v

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Der Unterzeichnete zeigt hiermit einem löbl. Publikum an, daß er vom 17. d. M. an das früher von ihm innegehabte Gasthaus zumBaierischen Hof" abgetreten und das in der Metzgergaffe gelegene Gasthaus zum Karpfen" bezogen hat, wo er nunmehr eine Restanration und Speisewirthschaft zugleich mit der Gastwirthschaft verbindet.

Mittagstisch: 12 und 16 kr. Venerisches Bier: die Flasche zu 9 kr. Flaschenbier zu 6 kr. Gewöhnliches Bier: der Schoppen zu 2 kr.

nebst verschiedenen Sorten von guten Weinen. (724)

Ferner zu jeder Tageszeit alle beliebigen kalten und warmen Speisen.

Unter Versicherung bester Qualität, sowohl der Speisen als Getränke, sowie auch der billigsten Preise derselben, ladet daher das löbl. Publikum freundlich ein

Wiesbaden, den 15. August 1848. Joh. Beck.

Oeffentliche Aufforderung.

Wer dem Unterzeichneten wegen der wiederholten bedeutenden Diebstähle, die in neuester Zeit auf die frechste Weise in dessen Wohnung verübt wurden, wor- ünter ich nur die Entwendung zweier Paar werthvollen Terzerolen, eines großen, in Form einer Urne mit Deckel und Wappenschild gearbeiteten silbernen Pokals, einer goldenen Cylinderuhr mit einer ganz fein gearbeiteten langen goldenen Kette, mehrerer goldenen Ringe, dar­unter ein großer Siegelring mit Topas, goldenen Vor­stecknadeln u. s. w. hier erwähnen will, eine solche An­zeige zu machen vermag, daß darauf hin die Untersuchung gegen den oder die Thäter, sowie die Ueberführung und Bestrafung derselben erfolgen kann, erhält von dem Unterzeichneten, selbst wenn die entwendeten Gegenstände nicht wieder sämmtlich oder thcilweise an ihn zurück­gelangen sollten, eine Belohnung von fünfzig Eukden.

Wiesbaden, den 14. August 1848.

Carl Snell,

Obcr-AppellationS-GerichtS-Procurator, (720) wohnend im London-Hotel, Rheinstr.

D e c r e t.

Nachdem über das Vermögen der Wittwe des Kauf­mann August Jauziond von Diez der ConcurS er­kannt worden ist, so wird zur Liquidation der Forderung Termin aus

Freitag, 8. Septbr. Vormittags um 8 Uhr unter dem Rechtsnachtheile des Ausschlusses von der vorhandenen Masse anberaumt.

Diez, den 2g. Juli 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(721) Dübell.

(723) Einfache und doppelte Jagdgewehre sind gegenwärtig in großer Auswahl vorräthig bei

L. Marburg in Wiesbaden.

An die Redaction der Nassauischen Zeitung in Wiesbaden.

In diesem Blatte vom 10. d. M. ist ein Artikel ausgenommen worden, worin der Verfasser eine Be­schreibung über die jüngst hier vorgefallene Arretirung der Falschmünzer zum Besten gibt. Derselbe ist nun leider mitunter von der Wahrheit abgewichen. Die Re­serve-Mannschaft soll nach seiner Angabe dabei mit Dreck geworfen worden sein, dieses ist aber rein aus der Luft gegriffen und erlogen.

Ich werde daher bei der nächsten Zusammenkunft der Reserve-Mannschaft derselben diesen Schmähartikel bekannt machen und ihr die Vollmacht ertheilen, daß, in dem Fall der Berichterstatter kann ausgemittelt wer­den, an diesem, das in der Wirklichkeit vollziehen zu können, was er auf eine lügenhafte Art der Reserve aufbürden wollte. Da diese Art Leute etwas derbe nach ihrer Weise und gerne handgreiflich zu Werke gehen, so werden sie gewiß keine Notiz davon nehmen, ob sie es mit einem Doctor der Jurisprudenz oder mit einem gnä­digen Herrn abzumachen haben.

Montabaur, 11. August 1848.

(718) Becker, Feldw.

Edietalladung.

An die Erbconcursmasse des Iohannes Hof­mann 2ter von Langenschwalbach sind persönliche und dinglich Ansprüche Donnerstag, den 31. Aug. 1848 Morgens 8 Uhr hier anzumeldeu, bei Meldung des Ausschlusses.

Langenschwalbach, den 14. August 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(719) T h. Wißmann.

(722) Eiserne Reife für Stückfässer, Zulaß- und kleinere Fässer sind billig zu haben bei

L. Marburg in Wiesbaden.

Bei Unterzeichnetem ist erschienen: (725)

Stimmen des Heils.

In einer Auswahl von Predigten nach der Ordnung des Kirchenjahrs, gehalten am theologischen Seminar in der Stadtkirche zu Herborn, von W. Ä. Hindi, Professor der Theologie und Pfarrer.

Zweite Auflage.

Zur Erbauung in Stunden christlicher Ändacht.

610 Seiten groß 8. Mlt größeren Lettern gedruckt. Prelö fL 3.

DieStimmen des Heils" enthalten einen ganzen Jahrgang mit allen Sonntags- und Festpredigten, und sind darum auch besonders zum Hausandachtsduch geeignet. Der Geist dieser Predigtsammlung ist der des Evangeliums. Ueber den hohen Werth des Werkes haben sich bereits namhafte Literatur- Zeitungen durch die günstigsten Kritiken ausgesprochen. Die Verlagsbuchhandlung kann daher allen christlichen Familien diese Predigt-Sammlung als ein Hausandachtsduch mit vollem Recht empfehlen.

Wilhelm Friedrich,

Buchhändler am Friedrichsplatz.

Aromatisches Kräuteröl zum Wachsthum und zur Verschönerung der Haare, wel­ches unter der Garantie verkauft wird, daß es ganz dieselben Dienste leistet, als alle bisher angepriesenen, theuren und oft über 1 Rthlr. kostenden Artikel dieser Art. (726)

Aas Flacon von derselben Größe 54 Kr.

Allein zu bekommen bei der Expedition dieses Blattes.

Geld - Cours

Neue Louisdor..........

Pistolen..............

Preuss. Friedrichsdor......

Holländische Zehnguldenstücke

Randducaten...........

Zwanzigfrankstücke.......

Engl. Sogverains.........

Laubthaler, ganze........

Preuss. Thaler..........

Fünffrankenthaler.........

fl.

kr.

11

9

9

10

5

9

12

2

1

5

55

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5

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2 437« 45

Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. Redaction unter Verantwortlichkeit b-v Herausgebers Wilhelm Friedrich.