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schüssen. Abends waren viele Häuser erleuchtet, unter andern auch die Wohnung des Ministers der auswär­tigen Angelegenheiten, Grafen Bennigsen. Heute Abend wird eine Volksversammlung stattstndcn, um zu berathen, durch welche Mittel noch erreicht werden könne, daß unsere Truppen dem Reichsverweser huldigen.

Seit einigen Tagen ist der Professor Zachariâ, Abgeordneter für Göttingen in der Nalionalvcrsamm- lung, hier anwesend, wie man erzählt, mit einem Auf­trage von dem Reichsminister Schmerling an das Mi­nisterium Stüve.

Preußen. Berlin. Der Kapitän v. Schlicht in Potsdam hat am 1. August zu einem Oberjäger der Kriegsreserve und vor der Front lant geäußert:Wollen wir uns denn unterdrücken lassen von der Gesellschaft, die da in Berlin zusammen sitzt ? Die Schwein Hunde wollen sogar den Adel abschaffen!" Der Hauptmann v. Schlicht wird in der Bossischen Zeitung öffentlich um Erklärung darüber gebeten.

Breslau, 5. August. [Silberne.] Im Laufe dieser Woche sind wiederum mehrere Transporte Silber, im Werthe von 1,080.000 Thalern, für Rechnung des österreichischen Gouvernements von Hamburg hier durch nach Wien befördert worden.

Schlesien, 26. Juli. Ein Jahrhundert ist Schle­sien bereits preußisch, nicht bloß durch Gewalt, sondern auch durch seine Sympathien; und plötzlich werden, bervorgerufen durch den Lauf der Ereignisse, Stimmen laut für den Anschluß an Oesterreich, die, wenn auch vielleicht noch nicht zahlreich, doch immer mehr an Ge­wicht und Umfang gewinnen. Die Gründe, die für diesen Anschluß angeführt werden, sind meistens mate­rieller Natur, denn für Schlesien würden sich die ihm jetzt verschlossenen Gränzen wieder eröffnen.

Münster, 7. August. (Die Feier des 6. AugüstI Die Wahl des Erzherzogs Johann zum Reichsverweser wurde hier am gestrigen Tage durch großes Hochamt, Parade der Bürgerwehr vor dem Magistrate, Festessen, Fackelzüge, Illumination sehr glänzend und lärmend gefeiert. Mehrere Volkshaufen drückten überall da, wo neben den deutschen die preußischen Fahnen aushingen, ihre Wünsche auf Wegnahme der letztern in einer Weise aus, daß die betreffenden Hausbesitzer für gut fanden, denselben sofort zu entsprechen. Eben so durch zog gegen 11 Uhr Abends eine Menge die Straßen, weiche an den Häusern, die nicht illuminirt waren, Fensterscheiben zertrümmerte; die Ereculion traf manchen Unschuldigen, der wacker genug illuminirt hatte, dem aber nachgerade die Lichter ausgebrannt waren. Kurz, man hat Alles gethan, um die Demonstration zu einer möglichst ekla­tanten zu machen.

Düsseldorf, 8. August. sWidenmannI Gestern Abend brachten Reisende die Nachricht, daß unser Mit­bürger, der Advokat-Anwalt Widenmann, Mitglied der Nationalversammlung, zum Unterstaatsfekreiär im Ju­stizministerium beim Reichöverweser ernannt sei und die Ernennung angenommen habe. (Düss. Z.)

Luxemburg, 7. August. sReichsparadeI Seit dem 1. August ist die neue vom König-Großherzog bp schworne Verfassung vom 9. Juli in Kraft, welche schon den bisherigen Frankfurter Beschlüssen in vielen Punkten widerspricht. Daß unser Heil nur von Deutschland zu erwarten und inniger Anschluß an dasselbe Recht und Pflicht für uns sei, hat die Regierung bereits am 3. April proklamirt und die deutsche Fahne wehte seit jenem Tage mehrere Wochen lang neben der luxem­burgischen vom Balkon des Regierungsgebäudes. In ähnlicher Demonstration erschienen daselbst gestern beide Fahnen von Neuem, während die preußische Festungs­Garnison die vom Reichsminister vorgeschriebene Hul­digungs-Parade hielt. Dieselbe ging ohne Störung vorüber.

Schleswig - Holsteinische Angelegenheiten.

Apenrade, 5. August. Diesen Morgen waren ein dänisches Kriegs-Dampfschiff und eine Fregatte in Sicht. Letztere ankerte diesen Nachmittag 2% Uhr auf der hiesigen äußeren Rhede, wonach sie am Vor­topp die Parlamentär-Flagge zeigte. Den Parlamentär ließ man nicht landen. Seine Depesche wurde ihm auf der Rhede abgenommen. Die Fregatte liegt noch jetzt um 4% Uhr vor Anker. Ein Bataillon preuß. In­fanterie ging diesen Nachmittag wieder nordwärts; in Hoptrup und Mastrup bei Hadersleben wird cs ein-

quartirt. Wrangel ist hier mit seinem Hauptquartier. Wohl reichlich 2000 Mann Preußen, Hannoveraner und Schleswig-Holsteiner bleiben vorläufig hier. Nach vierzehn Tagen erwartet man hier das 9. Armeekorps.

Altona, 6. August. Gestern kamen hier hanno­versche Reserven an; sie brachten eine Anzahl vorzüg­licher Trainpferde und einige zum Tram gehörige Wagen mit. Auch reiste heute ein nassauischer Of­fizier hier durch nach Rendsburg, um für die am 12., 13. und 14. ankommenden Nassauer Truppen Quartier zu besorgen, und zugleich kam der am vorigen Sonn­tage von Oldenburg abgegaNgene Rest der oldeubur- gischen Truppen (Infanterie und Artillerie) mit vier Stück leichten Geschützes, Munitionswagen, Feldhospital, Krankenwagen u. s. w. auf dem Durchzuge nach Nor­den hier an.

Ausland.

Zkepublik Frankreich.

Paris, 7. August. Die Abgesandten von Turin, Mailand und Venedig haben förmlich eine bewaffnete Intervention Frankreichs in Italien verlangt, die Re­gierung sie aber nur für den Fall zugesagt, daß das österreichische Heer in Sardinien einrücken sollte; für eine solche Wendung der Dinge hat, wie man ver­sichert, General Oudinot Beseht, mit der Alpenarmee Carl Albert zu Hülfe zu eilen. Bis dahin will das französische Cabinet vereinigt mit dem englischen eine Vermittlung zwischen den Höfen von Wien und Turin versuchen. In den hierüber mit Lord Normanby ge­pflogenen Conferenzen soll dieser dem Minister des Aeußern vorgeschlagen haben, auch den König von Preußen zur Theilnahme an der Vermittlung tiuzula- vcn. Hr. Bastide soll jedoch diesen Vorschlag abge­lehnt haben. Wie die Sachen nach den letzten Nach­richten stehen, denen zufolge Radetzky in Mailand be reits eingerückt wäre, dürfte jeder Vermittlungsver­suchzu spät" kommen und der wiener, ich will agen: der innsbrucker Hof schwerlich einen Zoll breit von seinen vertragsmäßigen, durch eine Reihe von Siegen bekräftigten Rechten aufzugcben geneigt sein.

Paris, den 8. August. In der gestrigen Sitzung brachte die Nationalveriammlung das Iurygesetz zu Ende und es begann alsdann die Diskussion über das Preßgesetz, welche in der heutigen Sitzung fortgesetzt wurde.

In dem Couscrenzsaalc war stark die Rede von einem Ministerwechsel. Wie man sagt, würde der jetzige Iuslizminister, Hr. Marie, an des verstorbe­nen Baron Seguier Stelle, zum Präsidenten des Ap- peUhvscü von Paris ernannt und statt seiner der Mi­nister des Innern, Hr. Senard, das Ministerium der Justiz Übernamen, während der Präsident der- lionawèrsammlungl Herr Armand Marrast, als

Minister des Innern in's Kabinet zu treten wäre.

Großbritannien.

London, 5. August. Im Unterhause brachte Hr. d'Jsraeli die vom deutschen Bunde und der Frank­furter Versammlung auf Limburg geltend gemachten Ansprüche zur Sprache und behauptete, daß dadurch der Vertrag von 1839 verletzt werde, dessen Mitunter­zeichner England gewesen sei. Er fragte, ob Lord Palmerston bereit sei, dem Hause über diese Angele­genheit Mittheilungen zu machen und ob er demselben Hoffnung geben könne, durch seinen Einfluß die Auf- rcchthaltung der Verträge zu bewirken? Lord Pal­merston antwortete:Hr. d'Jsraeli hat die durch den Vertrag von 1839 cingegangenen Verpflichtungen ganz richtig angegeben. Durch diese Uebereinkunft wurde ein Theil des Großherzogthums Luxemburg an das Königreich Belgien abgetreten und mit ihm Ver­einigt. Das Haus weiß, daß das Großherzogthum Luxemburg einen Theil des deutschen Bundes bildete und daß der König der Niederlande in seiner Eigen­schaft als Großherzog von Luxemburg Mitglied des Bundes war. Die Clauseln des Vertrages von 1839 bestimmten, daß für Abtretung eines Theiles des Groß- herzoglhums der König in Limburg ein Acquivalent empfangen solle. Dieser District wurde genau bezeich­net und sollte von ihm entweder in seiner Eigenschaft als Großherzog besessen oder dem Königreiche der Nie­

derlande einverleibt werden. Nach einem darauf fol- genden Artikel sollte der König der Niederlande den Agnaten des Hauses Nassau für den Verlust, welchen sie erlitten, eine Entschädigung geben; eben so sollte dem Bunde eine Schadloshaltung bewilligt werden. Der König schloß ein Uebereinkommen mit den Agna­ten seines Hauses ab, die englische R,gierung aber hat von demselben amtlich keine Kenntniß erhalten. Eben io wenig bat die Regierung amtliche und genaue Kennt­niß von der mit dem deutschen Bunde getroffenen Uebereinkunft. Neulich ist mir von dem Gesandten des Königs der Niederlande eine Vorstelinng wegen des Verfahrens der Frankfurter Versammlung in Be­zug auf diesen Theil des Reiches übergeben worden. Bevor jedoch die Regierung Ihrer Maj. zu entscheiden im Stande ist, bis zu welchem Grade jener Vertrag England die Verpflichtung oder Berechtigung auferlegt, in Betreff dieser Vorgänge einzuschreiten, habe ich für nöthig erachtet, von der niederländischen Regierung Aufschlüsse über die in Bezug auf diesen Theil des Vertrages zwischen dem verstorbenen Könige der Nie­derlande und dem deutschen Bunde erfolgte Vereinba­rung zu begehren. Diese Aufschlüsse habe'ich noch nicht erhalten und kann daher die Frage nicht beantworten, ob und in welcher Weise die britische Regierung sich zur Einschreilung berechtigt glaubt." Auf die Frage des Herrn Christy, ob eine friedliche Ausgleichung der Streitigkeiten zwischen Dänemark und den deutschen Staaten noch zu gewärtigen sei, entgegnete Lord Pal­merston, die Regierung bedauere sehr, daß der Waf­fenstillstand nicht schon abgeschlossen sei, da sie vollen Grund gehabt, dieses zu erwarten. Er glaube jedoch, daß die Verzögerung denn dafür allein halte er es mehr in Sachen der Fprm, als in wesentlichen Differenzen ihren Grund habe. Während der Unter­handlung und vor Abschluß einer Uebereinkunft sei der Erzherzog Johann zum Reichsverweser gewählt wor­den und nun die Frage entstanden, ob der Waffenstill­stand abgeschlossen und zum Vollzüge gebracht werden lolle, bevor der Rechsverivejer ihn sanctionirt habe? Er glaube, daß die Zögerung hauptsächlich von diesem Bedenken herrühre und hege fortwärend die Hoffnung, daß man in Kurzem wenigstens den Abschluß des Waffenstillstandes vernehmen werde.

Vermischtes.

* Politisches Jutelligenzblatt. Versteigerungsattzeige.

Weichgepolsterte Sessel, Gemeinderathssitzungen dienend, Sspha's mit Kissen dabei, alles zum Schlafen bequem, I Pft'ifen mit Meerschaumköpfen, Gemeindedosen mit Taback bestimmt s (Da man jetzt täglich fast neuen zu schnupfen bekommt), Stempelbögen, verdutzte, und alte Belobungsrescripte Sind auf dem Rathhaus' dahier zur Versteig'rung bestimmt. Frist zur Zahlung drei Monat; doch EigenthumSrecht vorbehalten,

Da man bis dahin nicht weiß, ob's die Gemeinde noch braucht.

A. Ausrufer.

Todesnachricht.

Auswärts wohnenden Freunden und mitleid'gen Geistes­verwandten

Thue ergebenst ich kund schmerzlich beweinten Verlust:

Im verwichenen März, nach längerem peinlichen Siech­thum

Ging mein theures Weib Volksgunst in bes­seres Land.

Stille Theilnahm' erbittend im Namen der Hinterge- blieb'nen

Harret auf bessere Zeit mit den Wohldenkenden all' N., Geheimerath und ehemaliger Volksvertreter.

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