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Offizieren, gcurthcilt, daß der Verfasser zu weit gehe, wenn man ihm auch in einzelnen Punkten Recht geben müsse. Demonstrationen mit preußischen Fahnen rufen Opposition und Gegendemonstrationen mit deutschen Fahnen hervor. Der konstitutionelle Congreß hat in einem Gegenplakat seineEntrüstung" ausgesprochen über die Erklärung desPreußenvereins," er selbst hat sich dahin entschieden, daß man sich den Beschlüssen der Frankfurter Versammlung unterwerfen müsse. Der kon­stitutionelle Club wird heute eine Volksversammlung vor dem Schönhauser Thore abhalten, in welcher das Verhältniß Preußens zu Deutschland im deutschen Sinn besprochen werden soll. Genug, man hält hieran der Zdee der deutschen Einheit fest, aber daß man die Selbst­ständigkeit Preußens nicht aufgeben will, das kann man namentlich auch daraus sehen, daß der konstitutionelle Congreß, in welchem die deutsche Gesinnung vorwaltet, dennoch zu der erwähnten Erklärung den Zusatz ge­nehmigte: daß die Versammlung, indem sie sich den Beschlüssen der Nationalversammlung in Frankfurt unter­werfe, mit dieser Unterwerfung die individuelle freie Entwickelung der einzelnen Stamme und Staaten ver­einbar halte! Beschlüssen, welche eine solche Entwicke­lung unmöglich machten, würde man sich in Preußen widersetzen. Möge man das in Frankfurt bedenken!

Berlin, 4. August. (Ministerielle Erklärung über die Vorgänge in Schweidnitz.) Die drei Deputir- ten, welche aus Schweidnitz hier angelangt sind, um die schleunigsten und energischsten Maßregeln vom Mi­nisterium zu erbitten, hatten heute früh noch unmittel­bar vor dem Beginne der Sitzung eine Audienz bei dem Minister-Präsidenten. Die Antwort, die er ihnen ertheilte, besagte im Wesentlichen dasselbe, was er über diese traurigen Vorfälle heute der Nationalversammlung mittheilte: es schmerzten ihn, so versicherte er denselben, diese Ereignisse mehr, als er auszusprechen ihnen ver­möge; leider bestätigten auch anderweite Berichte, die ihm darüber zugegangen seien, das trübe Bild, welches sie ihm entworfen hätten; er hätte bereits Alles gethan, was in seinen Kräften stehe, um die strengste Bestra­fung der Schuldigen herbeizuführun, es solle der Strenge der Gesetze in keinerlei Weise Abbruch geschehen, und, sollte sich die Lage der Dinge so wie sie die' Deputa­tion geschildert hätte, als wirklich begründet heraus­stellen, so solle ein warnendes Beispiel statuirt werden; ihrem Wunsche, der Nationalversammlung eine Mit­theilung des Thatbestandes, wie sie ihn dargestellt hät­ten, zu machen, könne er jedoch nicht nachgeben, da diese Darstellung doch eben nur eine einseitige sei, und er bereits Schritte gethan habe, den objectiven That­bestand genau festzustellcn. Daß die sofortige SuSpen- dirung des Festungscommandanten Rolley du Rosay vom Amte yom Ministerium ausgesprochen sei, wurde der Deputation vom Minister-Präsidenten bestätigt.

Berlin, den 4. August. (Lord Cowley. Ruß­lands Das heute Morgen in Berlin eingetroffene Morving Chronicle" vom 30. Juli bestätigt Wort für Wort die Angaben meines gestrigen Briefes über Lord Cowley's Stellung in Frankfurt. Der englische Gesandte wird sich, bevor er auf seinen Posten in der Schweiz zurückkehrt, einige Tage in Frankfurt aufhal­len. Er hat Instruktionen, von denen er vorkommen­den Falles Gebrauch machen wird," sagt das englische Blatt. Aber Ritter Bunsen's Voraussetzung, Lord Cowley habe die Mission der Becomplimentirung oder der Creditivbriefe an den Reichsverweser, wird förm­lich desavouirt. Was nun Lord Cowley's Instructio­nen betrifft» so hören wir darüber, daß er v. Below in seiner Aufgabe, für Preußen die Vollmacht wegen

Zeichnung des Waffenstillstandes zu'erwerbcn, unter­stützen soll. Mißlingt dieser vereinigte Versuch, dann, ja dann, bereitbt sich im Osten eine bedrohliche Com- plication. Sie wissen, ich habe Sie sonst vor anti- russischen Gerüchten stets gewarnt. Diesmal kann ich nicht umhin, im entgegengesetzten^«sinne^Jhre Aufmerk­samkeit auf ein mögliches, auf ein wahrscheinliches Er- eigniß zu lenken, das Wrangells Einrücken in Jütland zur bedrohlichen Folge haben dürfte. (Köl. Z.)

Berlin, den 4. August. NachZeinem Beschluß des StaatSministerium dürfen auf allen öffentlichen Ge­bäuden keinerlei Fahnen mehrâangebracht werden. In Folge dessen sind auch die deutschen und preußischen Fahnen, sowie das Reichspanier, welche vorgestern auf dem Balkon des Universitätsgebäudes wehrten, gestern wieder entfernt worden.

Berlin, den 4. August. (Keine Ruhestörungen mehr.) Die Demonstrationen des gestrigen Abends haben glücklicherweise zu keinem Conflict mit der be­waffneten Macht geführt, doch war die Aufregung nach allen uns zukommenden Berichten bedeutend. Denn auf alle Eventualitäten gerüstet zu sein war das Mi­litär in den Casernen consignirt, ebenso die Bürger­wehr, von welcherKmehrere Bataillone das Schloß und das Palais des verstorbenen Königs besetzt hatten. Etwa um 2 Uhr in der Nacht zog die Bürgerwehr ab. Mit der gespanntesten Erwartung sieht man dem.nächsten Sonntag entgegen.

Die heutige Sitzung des Verfaffungs - Landtags wurde außer den Erklärungen des Ministers über die Schweidnitzer Vorgänge mit der Diskussion über die Abschaffung der Todesstrafe ausgefüllt. Der Justiz­minister Märker führte in einer langen Rede aus, daß er die Abschaffung der Todesstrafe für ein dringendes Bedürfniß halte. ' Auch die Versammlung war dieser Ansicht, obgleich für einige Ausnähmfälle die Todes­strafe bestehen bleiben soll. Der Antrag: Dw Todesstrafe ist abgeschasst, wurde mit 294 gegen 27 Stimmen an­genommen , das Amendementohne alle Ausnahmen" aber mit 30 Stimmen Mehrheit verworfen. Die Fort­setzung der Diskussion für die nächste Sitzung vertagt.

Hannover, 6. August. Heute ist folgende General­ordre an die Armee erschienen: Hannover, 6. Augnst 1848. Soldaten! Ich mache Euch bekannt, daß Se. kaiscrl. königl. Hoheit der Erzherzog Johann von Oester­reich zum Reichsverweser erwählt worden ist, wozu ich meine Zustimmung gegeben habe. gehört zu den Befugnissen des Reichsverwesers auch die Oberleitung der deutschen Heere, wie diese bisher dem Bundestage zugestanden hat. Sobald es zum Schutze Deutschlands erforderlich ist, werde ich Euch befehlen, Euch den Hee­resabtheilungen der übrigen deutschen Staaten unter der Oberleitung des Reichsverweserö anzuschließen. Die Hannoveraner haben zu allen Zeiten mit Hingebung, Tapferkeit und Treue für das gesammte deutsche Vater­land gefochten; sie thaten eS in den Jahren der Gefahr von 1793 bis 1815; sie thaten eS noch in diesem Jahre. Ich hoffe, Ihr werdet auch unter der Oberleitung des Reichsverwesers den alten Ruhm der Hannoveraner unversehrt bewähren. Ernst August. V. L. Prott.

Schleswig-Holsteinische Angelegenheiten.

Rendsburg, 4. Aug. Gestern Nachmittag hieß es hier nicht blos, daß ein dänisches Kriegsschiff sich dem eckernförder Hafen wieder genähert habe, sondern daß auch das dem Prinzen von Augustenburg gehörige Gut Noer (bei Eckernförde) an drei Stellen in Brand gesteckt sei. Wir glauben diese Nachricht, die bald mit einem Coup der Dänen in Verbindung gebracht wurde, für'S Erstes nur als Gerücht mittheilen zu dürfen.

DemKieler Corr.-Bl." zufolge hat General Wranae! auf eine Anfrage des Bürgermeisters Kjär von Haders- leben, ob die Stadt ganz von Truppen entblößt werden solle, geantwortet, daß Nord - Schleswig besetzt bleibe nur solle die Macht verringert werden, um diese Gegend nicht zu sehr zu drücken.

Apenrade, 3. Aug. Heute um dieMittags- kam auch von Norden her durch einen schleswig-hâ,'. nischen Dragoner die Nachricht ins Hauptquartier, daß die Schweden von Fühnen abgezogen und nach Schweden zurückgekehrt seien. Man vermuthet, daß diese Nachricht von einem aus dem dänischen Hauptquartiere zurückge­kehrte» preußischen Officier, der einen dänischen Officier zur Auswechselung dahin gebracht hatte, herrühre. Wie verlautet sind die Dänen jetzt zur Auswechselung der Gefangenen sehr geneigt. Dies ist um so erfreulicher als General Wrangel dem Vernehmen nach einer des­halb bei ihm erschienenen Deputation den Bescheid er­theilt hat, er könne, nachdem er zweimal vergeblich auf eine solche Auswechselung angetragen, dieselbe nicht wieder vorschlagen, werde jedoch sehr gern auf eine von Seiten der Dänen ihm zu machendes Anerbieten eingehen

Hamburg, 4. August. Wir erhalten heute die wichtige Nachricht, daß die dänische Regierung in Folge der Seerüstungen sich veranlaßt gesehen, am 15. d. M. eine vollständige Blocade der Elbe, Weser und Jahdc eintreten zu lassen. Sie hatte bereits in der letzten Zeit eifrig gerüstet, um eine Verstärkung ihrer Nordsee­station eintreten zu lassen. Hoffentlich wird man im Stande sein, diese Maßregel, falls sie ohne Widerspruch der Seemächte wirklich eintreten sollte, wieder zu nichte zu machen.

Altona, 2. August. So eben mit dem Mittags- bahnzuge aus dem Nordschleswigischen kommende Rei- sende bestätigen, daß Wrangel sein Hauptquartier von Haderöleben nach Apenrade aus dem Grunde zu verlegen beabsichtigte, um der Halbinsel Sundewitt, welche von den Hannoveranern zwar hinreichend gedeckt, aber doch von dänischen Ausfällen bedroht ist, näher zu sein. Die vollständige Deckung der Ost- und Westküste ist ein nothwendiges Erforderniß, um den Angriffen in der Flanke, wenn Wrangel nach Jütland gehen sollte, nicht ausgesetzt zu sein. Wie wir erfahren, wollen die Dä­nen bei der Insel Westmerland-Föhr eine ähnliche Kriegs- schoonerstation anlegen, wie bei Alsen; nach letzterer Insel sind in den vergangenen Tagen außergewöhnliche dänische Truppensendungen übergeschifft worden, die schließen lassen, daß man von Alsen aus dänischerseits zu operiren geneigt ist. Die Insel Westmerland-Föhr bietet den Dänen im Westen einen ähnlichen strategisch wichtigen Punkt dar, als die Insel Alsen im Norden; daher erwartet man deutscherseits Verstärkungen, um die bedrohten Punkte gehörig besetzen zu können.

Ausland.

Republik Frankreich.

Paris, 5. Aug. Die Meinung scheint sich allen­thalben festzustellen, daß vor der Hand wenigstens eine Intervention von Seite der französischen Republik we- gen der italienischen Angelegenheiten nicht stattfinden werde, daß aber diplomatische Verhandlungen einge­leitet seien, um Oesterreich zur Nachgiebigkeit zu ver­anlassen. Ohne förmliche Aufforderung des Königs Carl Albert wird auf keinen Fall intervenirt werden und eine solche dürfte, bei dem bekannten Stolze des Königs, lange auf sich warten lassen; sollte übrigens im äußersten Falle doch eine Intervention stattfinden, so würde, wie man versichert, General Lamoriciere die Oberbefehlshaberstelle der französischen Armee er­halten.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Im Verlage des Unterzeichneten ist erschienen:

Merun-zrvanzig

Vegetations - Ansichten

von

Menländern und Inseln des Men Means.

Ausgenommen

in den Jahren 1827, 28 und 29 auf der Entdeckungsreise der Kaiserlich Russischen Senjawin unter Capitain Lütke

durch

F. H. von Kittlitz.

Corvette

Edictalladung.

Nachdem durch das Urtheil vom 2. vor. M. der ConcurSproceß gegen Philipp Peter Spieß und dessen Ehefrau Catharina geborne Wittig in Fal­kenstein erkannt und dasselbe rechtskräftig geworden ist, so wird nunmehr zur Geltendmachung dinglicher und persönlicher Forderungen an die Concursmasse Tepmiu auf Mittwoch, den 23. August l. J. Morgens 8 Uhr unter dem Androhen des ohne weitere Dekretur erfol­genden Ausschlusses von der Masse bestimmt.

Königstein, den 28. Jyli 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(689) Weber.

Der Cyklus dieser vergleichenden Vegetations-Ansichten, unter den Auspizien des Herrn Alexander von Humboldt erschienen, berührt folgende Länder:

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8)

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Die Küste von Chili mit.................

Die Insel Sitcha an der Westküste von Nordamerika Die Insel Unalaschka der Aleüten ........... Die Insel Ualan im Archipel der Karolinen...... Die Korallengruppe der Mortloks- Inseln....... Die Insel Guaham der Marianen............

1 Kupfertafel.

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Die Insel Peel der Gruppe von Bonin-Sima Die Halbinsel Kamtschatka..........

p . 0'0 Insel Luzon der Philippinen.......

in Saffian t ^4- fl. 42 rh. fl. 36 C. M. Dasselbe prachtvoll gebun den

Dieses Praehtwerk () 1 P'agung und gleichem Texteinband Rlhlr. 30. 25 Sgr. fl. 54. rh.

, L ^'^ - Kritik die rühmlichste Anerkennung gefunden. (CSS)

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Dri.ck und Lcr,a>, von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. Redaction unter Verantwortlichkeit des Herausgebers Wilhelm Friedrich.