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Dies werde die Unruhestifter bald überzeugen, daß ihr Bemühen, durch den Schrecken zu herrschen, fruchtlos sei. Bereits lebe in allen Zweigen des Gewcrbflcißes die Arkcitsthätiqkeit wieder auf; am 22. Juli seien 19,287 der 30,992 in Paris auf Stuben wohnenden Gesellen rc. bei Arbeiten ihres Handwerkes wieder beschäftigt gewesen. Auch die Geschäfte des Pfandhauses gaben'den Beweis, daß die Läge sich bessere; vom 20. bis 24. Juli sei nur für 185,140 Fr. versetzt und für 200,156 Fr. eingelöst worden. Die in Folge der Juni- tage eingktretene Auswanderungsfucht habe schon wieder abgenommen; die unablässige Ueberwachung der Uebel- thater trage ihre Früchte. Nie seien so wenig Verbrechen gegen Personen und Eigenthum begangen worden, als in letzter Woche. Die Zahl der wegen des Jumänsstandes Eiugekerkerten betrage gegenwärtig 9192 Personen; sie'sei nie größer gewesen. Die verbreiteten Gerüchte von einem nahen Allsstandsversuche, von gewaltsamen Entweichungsplänen der Gefangenen, von iinlcrirdlschcu Minen re. seien böswillige Erdichtungen. Nach diesen Eröffnungen versichert de? Prüftet schließlich, daß die guten Bürger ruhig sein können; je mehr Vertrauen sie beurkunden würden, desto weniger Aussichten würden die Unruhestifter haben.
Paris, 27. Juli. Ein eben angckommener Courier unseres Gesandten in Rom, des Herzogs von Harcourt, hat Depeschen gebracht, welche anzeigen, daß in den römischen Staaten überall Bittschriften unterzeichnet werden, welche eine Intervention unseres Freistaates in Italien verlangen. Hier ist ein großer Zudrang von jungen Leuten zwischen 17 und 20 Jabren, welche in dem Rcerutirungsburcau, an dessen Spitze Commandant Boulet steht, als Freiwillige und zwar vorzugsweise in die Alpenarmee ausgenommen werden wollen. Andererseits heißt es, General Oudinot werde vor Mitte August von seiner Reise nach den Ostgren - zen zurückgekehrt sein. General Cavaignac soll anfangs künftiger Woche Heerschau über die Truppen im Lager zu St. Maur halten.
Großbritannien.
In Liverpool wurden mehrere Verhaftungen vorgknommen. Die Repealer haben, wie es scheint, 50 Clubs zu je hundert Mann gebildet. Jedes Mitglied bezahlt wöchentlich einen Schilling; aus dem Ertrage werden Feuerwaffen angeschafft. Die Absicht ist,
in Liverpool, Glasgow und an andern Punkten Unruhen zu erregen, um die Truppen zu beschäftigen und zu verhindern, daß sic nach Irland geschafft werden. Man trifft in Liverpool alle möglichen Vorkehrungen. Gegen zwanzigtauscnd Bürger haben sich als Constabler vereidigen lassen. In Manchester hielten die Clubs eine kriegerische Musterung und brachten „der Sache" ein dreimaliges Hoch.
Die „Times" meldet unter den neuesten Nachrichten: „Der König von Dänemark hat förmlich die Unterstützung der französischen Republik gegen die Deutschen in Anspruch genommen."
Dublin war bis gestern ruhig, doch führen die Clubs die drohendste Sprache. Viele Mitglieder fühlen sich offenbar schon zu sehr betheiligt und sehen in dem Falle der Führer ihren eigenen voraus. Deßhalb drohen sie, daß deren Verhaftung ferner nicht ohne Blutvergießen und Barrikaden vorgcnommen werden soll. Der angesehenste unter diesen ist O'Brien, der künftige „König von Münster," gegen welchen der Verhaftbefehl schon ergangen ist. Sobald die neue Parlaments-Acte ankommt, sind zahlreiche Verhaftungen von Verdächtigen zu gewärtigen. In den Provinzen geht die Bewaffnung fort. Namentlich ist Waterfort (im Süden an der Mündung des Suir), trotz des Kriegsschiffes auf dem Flusse und der in Eilmärschen dorthin abgeorneten Truppen, in der bedenklichsten Aufregung. Ein Reisender, der heute hier ankam, sagte, ganz Tipperary sei ein Riesen-Club.
London, 28. Juli. Die neuesten Nachrichten aus Irland sind folgende:
»Cork, Donnerstag Mittag. Alles ist in Bewegung. Das 26. und 70. Regiment und die Lanzenreiter sind schlagfertig aufmarschirt. Niemand, als die Behörde, weiß Veranlassung.
„Cashel, Mittwoch Abend. Der Chartist Patrick O'Higgins ist verhaftet. Man fand in seiner Wohnung einen weitläufigen Briefwechsel mit ven englischen Chartisten und bedeutende Waffenvorrathe. Acht Personen wurden verhaftet, die man beschuldigt, sich gegen das Leben dreier Polizei-Beamten verschworen zu haben. O'Brien und Meagher eilen int Süden umher, um aufzureizen. O' Gormann musterte die Clubs in Limerick, welche allnächtlich zusammen kommen und sich rasch erweitern. In Carrick werden beständig auf zwölf Amboßen Piken
geschmiedet. Bis jetzt hat sich erst ein einziger Club in Nenagh aufgelöst. Waterford ist ruhig. Die Truppen sind völlig treu und muthig. Napier's Flotte ist in der Bai von Cove vor Anker gegangen. Die Bürger in den Städten, namentlich die wohlhabenden, wollen großentheils mit dem Aufstande nichts zu thun haben. Dagegen ist die Aufregung unter dem Landvolke im Süden und Wc. sten sehr groß, und die englischen Gutsbesitzer flüchten in Angst in die Städte. Der tollköpsigc Marquis von Wa- tdrford ist unverzagt und will seine Pächter, gegen die er sich immer freigebig gezeigt hat, für die Regierung bewaffnen. Von Woolwich sind Artillerie und Raketen nach Irland abgegangen. Man^ darf stündlich die Entscheidung in Irland erwarten.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 20. Juli. Aus der in Malmö, dem Aufenthaltsorte des schwedischen Hofes, erscheinenden Zeitung „Snällposten" theilen wir folgende Stellen eines in vielfacher Beziehung aufschlußreichen Artikel mit: „Wenn (die dänische Zeitung) Fädrelandet" — heißt es in demselben — „das Einrücken der schwedischen Armee in Schleswig und ihr Vordringen bis zur Eider verlangt, so hat es ganz und gar die Declaration übersehen, welche unsre (die schwedische) Regierung ausgefertigt hat und die ausdrücklich sagt, daß die schwedische und norwegische Regierung sich durchaus nicht auf kriegerischem Wege in die schles- wig'sche Streitsache mische, daß das Blatt diese Declaration vergessen habe, können wir nicht annehmen; wir glauben aber, daß die Veranlassung in der Gemüthe- Verfassung gesucht werden müsse, welche bei dein so natürlich ist, der ein Unrecht leidet und der, da er selbst nicht hinlängliche Kraft hat, seinen Gegner zurückzuweisen, wie und wo auch immer sich Hülfe zu schaffen sucht und es dann bei der lebhaften Begierde nach Rache mit der Wahl der zu benutzenden Mittel eben nicht so genau nimmt. Das letztere Hinaufrücken der Preußen gegen, nicht in Jütland scheint in der Sache nichts zu verändern und daß Schweden seine Truppen sollte vorrücken lassen, weil die Preußen einen Marsch von einigen Meilen machen, ohne einen sonderlichen Widerstand zu erfahren, dazu sehen wir nicht die geringste Veranlassung.
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