M2
einer zahlreichen Familie, der andere erst kürzlich vcr- Heirathet' besaß jeder eine Anzahl Freunde, welche über ihre Rückkehr in den Familienkreis die regcste Theilnahme gezeigt hatten. Uebcrraschcnd und dieses Gefühl verletzend war der nochmalige Verhaftsbefchl, welchem dann jene Freunde, Widerspruch mit dem Bemerken entgegensetzten: daß man den Familien diesen Schmerz Hätte ersparen mögen — besser, man hätte diese Männer bis zum Urthe,ksspruchc in Dillenburg behalten. DaS Amt, welches bei den Wehklagen der Kinder über Entfühtung ihres VaterS, dem lauteren Zurufe thcilneh- nehmender Bürger keine polizl. Gewalt gebrauchen wollte,l berief den Major der Bürgerwehr zur Verhaftung der Reclar mirten. CS kam zu Fragen und Antworten, worauf der letzte die Oberhand dahin behielt: daß die beiden Leute bis morgen in ihrem Familienkreise bleiben , nicht in das Amtsgefängniß gesperrt, sondern sich ohne polizeiliche Gewalt am Criminalgcricht stellen sollten — damit war beiden Theilen ein Genüge geleistet.
Wir würden auf diese erledigte Sache nicht zurückkommen sein, würden daS menschliche Gefühl, welche die Einsprache hervorrief und diescSmal vom Schwerte der Themis unberührt bleiben mußte, hoch über jeher Ver- läumdung, selbstredend betrachtet Haber?, — hätte nicht eine Crcatur veranlaßt: daß Se. Hoheit der Herzog bei höchster Anwesenheit in Die; mit Erstaunen geäußert: „die Bürgerschaft zu Montabaur habe den Apm her Gerechtigkeit gehemmt."
Wenn selbst der Verbrecher eine solche Achtung vor dem Gesetze zeigt: daß er zwei-, breu und fünfjähriger Einsperrung im Zuchtbaufe gewiß sich dennoch dem Gerichte stellt — dann ist daö menschliche Gefühl in Ler Bürgerschaft zu achten, welche den Druck der kalten Hand der Justiz ermaß Fund durch seinen Führer Bürgschaft übernahm. Die Verbrecher lösten das gegebene Wort. Die Ercatur, der Falschmünzer der Bürgcrtrcue aber, welcher ben Herzog zu jenem Ausrufe durch ungenaue Erzählung veranlaßte — steht gegenwärtig in der öffentlichen Meinung tief unter jenen Verbrechern. Ein redlicher Mann , ein Bürger würde Sr. Hoheit diese Verbrecher zu Gnade empfohlen, den Beamten entschuldigt und selbst bad' schöne Gefühl dieser wenigen brausenden Bürger gepriesen haben, um so mehr — als der Herzog, als die öffentliche Ordnung in beliebiger Parallele, keine Ursache zu einer Beschwerde über die Bürgerschaft zu Montabaur finden dürfte.
Solche Kreaturen aber, welche.den Fitsten bad Herz verhärten, solche Pestbeulen der bürgerlichen Gesellschaft, zvelche heute bereits im Nassauer Hof laut schreien „es ist aus mit der Freiheit es beginnt eine neue Aera" diese Schwamurdrücker sind eS, welche die Klüfte zwischen Fürsten und Völker wissen — die Consequenzen: sie sprechen laut! sie sprechen aber auch gemüthlich * I Sonst müßte eine Deputation höchsten Orts den Eindruck einer
Verlâumduug zu verwischen suchen — jetzt benutzt der Bürger seine Errungenschaft, die freie Presse und sagt öffentlich „ Ler Bürger in Moruabaur achtet bad Gesetz ohne die nothwendigen menschlichen Handlungen deS Rich- terS zu verbannen, leiht ihm sogar den richtigen Gedanken."
Diese wahre Darstellung bed Sachverhältnisseö wird genügen um höchsten Orts den üblen Eindruck zu vernichten, welche besagte ungenaue Erzählung Hervorgc- bracht haben könnte.
Tagesgeschichte.
Deutsch Land.
Oesterreich. Wien, 23. Juli (A. Z.) Die Ab- reife des Erzherzogs Johann ist vorläufig auf den 28. d. M. festgesetzt, und man erwartet die Rückkehr beö Kaisers im Laufe deS 26.
Preuße». Berlin, . 25. Juli. Die VerfassungS- Commifsion hat gestern noch folgenden Zusatz zu der Verfassung gemacht: „Die Rechtsverhältnisse der Staatsbeamten, welche nicht zum Richterstand gehören, sollen durch ein besonderes Gesetz bestimmt werden, welches, ohne die Regierung in der Wahl ihrer ausführenden Organe zweckwidrig zu beschränken, den Staatsbeamten gegen willkürliche Entziehung von Amt und Einkommen den erforderlichen Schutz gewährt. Die Ansprüche der bei Verkündung der Verfassungs-Urkunde schon etatdmä< ßig angestellten Beamten sollen in diesem Gesetze besonders berücksichtigt werden."
— Der Abgeordnete Hr. v. Beckerath ist gestern aus. Frankfurt hier eingetroffen, um eine Vermittelung in Betreff der Stellung, welche Preußen in und zu Deutschland einzunehmen habe, anzubahnen. Das Ministerium ist, wie man hört, .nicht überall mit den frankfurter Maß- nahmen zufrieden und das Rundschreiben, welches ber neue ReichS-Kricgöminister an die verschiedenen Landes- Kriegsverwaltungen erlassen, ist auch wahrlich nicht geeignet, eine gute Stimmung zu erzeugen.
— Erlauben Sie mir, das kurz vor dem Postschlüsse geschriebene Postscriptum meines gestrigen Briefes nach genauer Erkundigung dahin zu präeisireu, daß die Unterredung der beiden Heerführer, welche, wie man hoffte, den Abschluß t es Waffenstillstandes zur Folge haben würde,l unter der Voraussetzung Statt finden sollte, daß die formelle Ratification dem Reichsverwescr reservirt wurde. — Früher sagte ich Ihnen, unsere Diplomatie würde neben der deutschen bcibehaltcn werden. Ich habe Grund zu glauben, daß ich gut unterrichtet war. — Der Parade am 6. August wird, wie für den Augenblick beschlossen sein soll, ein auf das Decret vom 16. Juli bezüglicher Tagesbefehl vorhergchen und wird man es jdabei bewenden lassen. (Köln. Z.)
Magdeburg, 24. JulitH An unsern Straßenecken drängt sich seit heute früh das Volk in Haufen, um eine „öffentliche Erklärung und Warnung. deS hiesigen co», stilutionellen Clubs" gegen den „Verem für König und Vaterland" zu lesen« Dieser Andrang deS Volkes um das riesige Placat ist um so natürlicher, da es die erste Erscheinung unserer; Straßen-Ltteratur ist, und dann, weil schon seit der ersten, am 14. Juli hier Statt gefundenen Versammlung deS genannten Vereins in unserer Zeitung fast täglich Angriffe und Abwehr dieses Vereins abwcch. selten. Die Sache ist so ernsthaft, hat bereits so tieft weit um sich .greifende Wurzeln geschlagen, und bro^t' in Zukunft noch so viel Verwirrung und Zerwürfnis- in unsere, seit den Märztagen so ruhige Bevölkerung der Städte und des platten Landes zu schleudern, wenn man den reaktionären Bestrebungen dieses schmachvollen Der- eins nicht mit höchster Energie cntgegentritt. ES muß nochktbemerkt werden, daß Tausende Programme unter dem Landvolke v ertheilt sind und werden, um dasselbe gegen die Stadtbewohner, besonders gegen die Fabri- kanten, aufzuhctzen; daß der Landadel hauptsächlich ich Interesse des Vereins wirbt und wirkt. Dies Alles steht fest und kann durch Thatsachen belegt werden.
Hannover, 22. Juli. ^ sBckanntmachnng des kv' uiglichen Gefammtministeriumö, die Wahl des deutschen NcichSvcrwcscrs betreffend^ Nachdem von der deutschen Nationalversammlung die Gründung einer provisorischen Ccutralgewalt und die Uebertragung derselben auf Sc. kaiscrt. Hoheit den Erzherzog Johann von Oesterreich beschlossen ist, und nachdem dieser Wahl der volle Bei- fall der deutschen Regierungen, zu Theil geworden ist; ft bringen wir dieses für das gemeinsame deutsche Vater- land so höchst erfreuliche Ercigniß hierdurch zur allgemeinen Kenntniß, indem wir zugleich den von des Reichs- Verwesers kaiserliche Hoheit unter dem 15. d. M. erlassenen Ausruf an bad deutsche Volk auf Ersuchen des Reichsministers deS Innern nachstehend bekannt macheu. (Folgt der in der „Morgenzcitung" schon mitgetheiltc Aufruf.) Hannover, 22. Juli 1848. Königl. hannoversches Gesammtministcrium. Benningsen.
Täcksen. Dresden, 24. Juli. Während man in Württemberg den demokratischen Verein verbietet, läßt hier der republikanische Verein seine Anschläge ohne Hinderniß^an die StraßcncckenMeben.
Hierzu eine Beilage, welche morgen auégegeben wird.
Nebst „Allgemeines Kirchen- und Schulblatt Nr. 10."
Täglicher Anzeiger für
aller Art.
Von unseren nicht nur allein in fast allen Ländern Eüropa'S, sondern auch b ereil d in den vereinigten Freistaaten von Nordamerika und in Mexiko rühmlichst bekannten, von der Berliner und anderen Sanitätsbehörden, sowie von den englischen Chemikern Cursi eld und Ab but approbirten
verbesserten MhemMMismus-Ableitern,
3 Eremplar mit vollständiger Gebrauchs-Anweisung 36 kr., stärkere 51 fr. und ganz starke fl. 1. 45 kr., gegen
chronische und akute NheumaLisMen, Gicht, MerverrLeidcn und Gongestioneu,
als: Kopf-, Händ-, Knie- und Fußgicht, Gesichts-, Hals- und Zahnschmerzen, Augenflüß, Ohrenstechen, Harthörigkeit, Sausert und Brausen in den Ohren, Brust-, Rücken- und Lcndènwch, Gliederreißen, Krämpfe, Lähmungen, H-rzklopftn, Schlaflvsigkcit, Gesichts-Rose und andere Entzündungen u. s. w. halten folgende Herren stets Lager:
iJn Bielefeld Herr C. F. Lohmann.
In Gießen Herr.I. G. Appel.
In Mainz Herr A. D. Ganz.
Zu Paderborn Herr Louis Graun.
Zu Pr. Minden die'.Herr ein I. Kaiser u. Comp.
(G$3) In Wesel Herr Joh. Tcnhvmpel.
Zu WormS Herr Joh. Friedr. Schlipp.
In Ts-iesbader: die Gxpeditiou der NassauischeU Zeiturrg.
EndcstehendeS Attest möge statt aller Anpreisungen als Beleg für die Gediegeheil unserer Rheumatismus
Ableiter dienen. WH^- Mayer & WoiM èu Il'cstau.
(634) Bekanntmachung.
Die Lieferung von circa 600 Centner Stückkohlen für den Bedarf der Herzoglichen Hofhaltung in Biebrich und Wiesbaden soll an Sub> misstonswege vergeben werden.
LirferungAustige werden ein gelèen die Bedingungen auf Dem Bureau der unterzeichneten Behörde einzusehen und ihre Offerten längstens bis Montag, den 7. August d. J. Morgens 10 Uhr verschlossen einzureichen.
Wiesbaden, den 28. Juli 1848.
Herzoglich) Nüss»rui scè) csH v f-Commifsariat.
(635) Ein Gärtner, welcher mit guten Zeugnissen versehen ist, Deutsch und Frauchstsch spricht, die Blumen-, Gemüse- und Baumgärluerei gut versteht, sucht in diesem Fache eine Stelle. — Auch unterzieht er sich den Arbeiten als Kutscher, Bedienter und Hausknecht, >vârd sich gerne einer Probezeit unterziehen und kann sogleich eintreten- Näheres bei Gebr. Marduer, Kunst- und Han- delsgärtner in Mainz. (Briefe franko.)
M t t e ft.
Die von Ew. Wohlgeboren erhaltenen, zwei und einen halben Monat hintereinander an mir selbst angewandten drei Ädaper'fchcrl Rheunmtiemus-Ableitcr haben von einem Uebel mich fast ganz befreit, welches in Folge eures Falles im Kriege 1813 entstanden, aber seit 1830 mit so heftig wüthenden, zuckenden Schmerzen verbunden gewesen ist, daß ich jeden Winrer und selbst im Sommer beim Witterungs-Wechsel Tag und Nacht unsäglich viel zu leiben gehabt, mir und den Meinigen jede Lebensfreude gestört, eine große Menge Arzneien erfolglos gebraucht, und auch nach fünf Badereisen immer nur geringe und vorübergehende Erleichterung gefunden habe.
Von diesem liebel bin ich , nachdem ich vor zwei und einem halben Monat aus Verzweiflung zu den Mayer'schen Rheumatismus-Abteitern meine Zuflucht genommen, nunmehr, wenn auch nicht ganz und immer, so doch in denn Grade befreit, daß ich die nur seltenen und äußerst geringen Empfindungen desselben mein ganzes Leben hiuduicp geAi erdulden, dieser Amulets mich unausgesetzt bedienen, und die Stunde segnen will, in der ich zu deren Anwendung meine Zuflucht genommen habe. Dies bescheinige ich gern der Wahrheit gemäß mit dem Aphcimjtellcu des beliebigsten Gebrauches dieser Zeilen.
Grünberg, im März 1818. »r. Steuer,
_ „ Z W Königl. Kreis-PhysikuS.
Herrn Buchhändler Fr. Weiß
Wohlgeboren hier.
---------------------------------------------------------------->^!> .^. . . : _____________
(636) Bei Lackirer Jumeau in der Kirchgaffc iß der mittlere Stock feines Hauses, bestehend ans E Zimmern, Küche, Keller, Holzplatz, Waschküche am Bleichplatz zu vermiethen und den 1. October zu beziehen.
Druck und Verlag von 'Wilhelm fvrtebrich am Friedrichsplatz. — Redaction unter Verantwortlichkeit bed Herausgebers itüUjelm Frieprick.