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Regiment. Im Jahr 1831 in Metz in Garnison, wurde er wegen seines Beitritts zur Nationalversamm­lung außer Aktivität gesetzt. Im Jahr 1832 in den Dienst zuriickbcrufcn, kam er nach Oran in Afrika in Garnison, dessen Vertheidigungöwerkc er wesentlich ver. besserte, wodurch er sich das Kreuz der Ehrenlegion ver­diente. Als am 8. Jan. 1836 Marschall Clausel den Zug nach Mechouar antrat, machte Capitän Cavaignac die Expedition mit, und blieb bei dem Abzüge der Ar­mee als Befehlshaber in diesem Platze zurück. Fast täglich durch die Kabilen der Umgegend angegriffen, setzte er denselben den kräftigsten Widerstand entgegen, und erhielt die Festung, lediglich auf sich selbst und die kleine Mannschaft beschränkt, der Herrschaft der Franzo­sen. Am 4. April 1837 zum Major ernannt, sah sich Cavaignac genöthigt, wegen Gesundheitsrücksichten einen länger» Urlaub zu nehmen. Bei einer Expevition nach Cherchel im März 1840 zeichnete er sich abermals aus und blieb zur Vertheidigung der Veste mit seinem Ba­taillon in dieser Stadt zurück, wobei er sich abermals die größten Verdienste erwarb. Am 21. Juni 1840 zum Obristlieutenant und am 9. April 1841 zum Obrist ernannt, erhielt Cavaignac im Jahre 1844 das Com- mando der Subdivision von Flemcen mit seiner Ernen­nung zum Generalmajor. Nach der Revolution vom 23. Februar zum Divisionsgeneral und zu der Funktion eines GeneralgouverneurS von Algerien erhoben, entle­digte er sich dieser unter den obwaltenden Umständen höchst schwierigen Aufgabe mit seltener Weisheit und Ener­gie. Zum Deputaten in die Nationalversammlung er­wählt, wurde er durch die Macht der Umstände am Tage des 24. Juni mit unumschränkter Gewalt betraut, und wußte sich derselben bis heute mit hohem Muth, großer Geschicklichkeit und allgemein anerkannter Bescheidenheit zu bedienen.

In der gestrigen Sitzung der Nationalversamm­lung dcponirte die Commission ihren Bericht über die Clubs und dürfte dieser Gesetzentwurf schon in den nächsten Tagen zur Discussion kommen. Die Tages­ordnung führte sodann zur Berathung über die For­mation von 300 Bataillonen beweglicher Natioualgar- den. Das Gesetz bestimmt: Aus den bestehenden Bataillonen werden von je 100 Mann 20 Unverhei-

Schleswig-Holstein ÄngelcgeuhcUcii.

Rendsburg, 22. Juli. Die Auflösung der beiden Freicorps ist nun definitiv erfolgt, doch sind 600 Mitglieder derselben, zu in größeren Theile Schles­wig-Holsteiner, ins reguläre Militär eingetreten. Es weht oder vielmehr es stürmt ein wunderbar frischer Geist durch diese jungen, kräftigen Leute, der, gut ge­leitet, nicht bloß im Kampfe mit dem Feinde dem Va- terlande vom größten Nutzen zu werden verspricht, dem es aber auch an Uebcrstürzungen leider nicht ge­bricht.

Altona, 22. Juli. Die FricdenSuntcrhandlungen beginnen auf's Neue; der englische Gesandte Wynn, der schwedische Gesandte, Baron Bagesheim, und Ge­neral v. Orbolm mit dem Kammerhcrrn v. Reedz sind mit dem DampfschiffeHertha" nach Snogoi ab- gegangen, um von da ins preußische Hauptquartier sich ;ii begeben und die Friedensunterhandlungen auf's Neue aufzunchmen. Man scheint aber selbst in Däne­mark wenig darauf zu vertrauen, da die dänischen Zeitungen berichten, daß die schwedischen Truppen in Faaborg Ordre erhalten hätten, sich marschfertig zu halten.

Ausland.

Republik Frankreich.

Paris, 23. Juli. Bei General Cavaignac war gestern großer Empfang. Sämmtliche in Paris anwe­sende Officiere der Armee und der Nationalgarde, der Cassativnshof, der StaatSrath, das Institut re. machten ihre Aufwartung. Aus der in den letzten Tagen er­schienenen Biographie deS Generals theilen wir folgen­den Auszug mit: Cavaignac (Louis Eugene), zweiter Sohn von Jean Baptlste Cavaignac, früher Mitglied des Convents und deS Raths derFünfhundert", wurde geboren zu Paris am 5. Oktober 1802. Nachdem er feine Studien im College Saint Darbe beendigt, wurde er in die polytechnische Schule zugelassen, trat dann in die Applicationsschule zu Metz, und wurde am 1. October 1826 Sccondelieutenant im 2. Genieregimente. Am 12. Januar 1827 zum Premierlicutcnant ayancirt, machte er im darauffolgenden Jahre den Feldzug in Morca mit, und wurde am 1. October 1829 Capitän in demselben

rathete im Alter von 20 bis zu 35 Jahren zur be- ' möglichen Nationalgarde herangezogen. Die dazu gx- i hörigen Nationalgardisten verbleiben in ihren Kantonen und werden nur zu gewissen Epochen, welchedas Regle- ment bestimmt, zu den besondern Ncvucnund Erer- zilicn zusammeubkrufen. Das Gesetz wurde von der Versammlung ohne Abänderung angenommen.

Unsere Küsten werden vollständig bewaffnet. Nach Fecamp sind durch das SchiffJnvincible" drei Drei- ßigpfünder und eben so viele Achtzigpfünder â la Paix- Hans mit der nöthigen Anzahl Kugeln und nach St. Valery en Caur drei Dreißigpfünder und vier Acht- zigpfündcr gebracht worden.

Paris, den 24. Juli. Die Nationalversammlung votirte heute ohne Discussion den am Samstag von dem Finanzminister vorgelegten Gesetzentwurf, das neue Anlehen betreffend. Der »Minister wurde autorisirt, das Anlehen zu dem Course von 75 Frs. C. abzu- schließen.

Großbritannien.

London, 22. Juli. Die gestrige Ankündigung der Minister im Parlamente, daß der Lordstatthalter Suspension der Habeasr Corpus-Acte, d. b. zur sofor­tigen Festnehmung und Verhaftung aller Personen er­mächtigt werden soll, welche der Verschwörung gegen Königin oder Negierung verdächtig sind, hat an der Börse, wie im Publikum einen guten Eindruck gemacht, weil man überzeugt ist, daß so wie nun einmal die Sachen in Irland stehen, nur durch diese Maßregel und ihre angemessene Durchführung dem ernstlichen Ausbruche deS Bürgerkrieges und vielleicht der Procla- mirung einer unabhängigen keltischen Republik vorge­beugt werden kann. Mit Recht wird eine Suspension der verfassungsmäßigen Garantieen bei uns als ein Nationalunglück betrachtet; aber selbst die eifrigsten Gegner von Ausnahme-Maßregeln räumen ein, daß leider eine Wahl nrd)t mehr möglich und daß man, dem sicheren Unheil der laut und drohend angekündig« ten bewaffneten Empörung gegenüber, das kleinere Uebel wählen müsse. Auch die Presse ist durchgängig mit der Dringlichkeit des von der Regierung angekündigten Schrittes einverstanden.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

(621) Die von dem hiesigen Turnverein am 13. d. Mts. abgehaltene Generalversammlung hat zur Folge gehabt, daß sich die Minorität moralisch gezwungen fühlte, auszutreten und einen neuen Turnverein" zu constituiren. Die Motive unserer Trennung sind dieselben, wie bei dem Marburger neuen Verein, dessen Erklärung darüber in dem Frankfurter Journal vom 21. d. Mts. zu finden ist; wir adoptiren sie in allen ihren Theilen.

Die Statuten des neuen Vereins sind entworfen und von der Generalversammlung geneh­migt worden. Zweck ist: körperliche und geistige Kraft der Mitglieder zu heben. Er soll er­reicht werden einestheils durch gemeinsame Turnübungen und Turnfahrten, anderntheils durch freie Vorträge, Besprechungen und Errichtungen eines Lesezimmers. Die.Mitglieder bestehen aus activen und inactiven; den ersteren ist es znr Pflicht gemacht, die Zwecke des Vereins mög­lichst zu erfüllen, die letzteren unterstützen unb fördern die Möglichkeit dieser Erfüllung durch ihre Geldbeiträge. Mitglieder unter 18 Jahren haben kein Stimmrecht.

Zur Wahl des Vorstandes ist eine Generalversammlung auf

Freitag den 28 d. MLs. , Abends S Uhr

in der Bierbrauerei des Nonnenhofs bestimmt.

Sehr wünschenswerth wäre es, daß der junge Verein, der setzt schon 75 Mitglieder zählt, sich einer möglichst großen Theilnahme erfreute und durch weiteren Beitritt in den Stand gesetzt wäre, seinen Zweck, dessen längst anerkannte Wichtigkeit einer weiteren Ausführung hier nicht be­darf, an recht Vielen zu erfüllen. Listen zur Einzeichnung liegen in den Buchhandlungen der Herren Kreidel, Schellenberg und Friedrich (Friedrichsplatz), offen; mit dem 10. k. Mts. werden dieselben geschlossen und haben die später Eintretenden sich den statutenmäßigen Auf­nahmebedingungen zu unterziehen.

Wiesbaden, den 25. Juli 1848.

Im Namen des neuen Turnvereins:

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i ruef und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. Redaction unter Verantwortlichkeit des Herausgebers Wilhelm Friedrich.