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salem erreichen. Daß man bereits ansängt, Listen von neuen Ministern umlaufen zu lassen, ist eine ganz na- ürliche Erscheinung, worauf aber noch nicht viel zu ge> bett sein möchte. Im Volke sind allerlei Gerüchte verleitet. So beißt es: der deutsche Kaiser werde hierher kommen, eine Gesandschaft vom Reichstage zu Frankfurt sei angelangt, und daher rühre die Bestürzung unserer Minister, König Ernst August werde sich an die Spitze seines Heeres stellen re.
— (Erwartete Deputation des RcichsministeriumsZ Man erwartet hier mit jeder Stunde eine Deputation des ReichöministcriumS als Execution für den Beschluß der Nationalversammlung in der hannoverschen Frage. Die Deputation soll aus drei Abgeordneten bestehen, welche unserem Lande nicht angehören. -v
—- (Protestationen.) Zu der Verwahrung, welche oie Osnabrücker Bürgerschaft gegen die Erklärung des Ministeriums über Hannovers Stellung zur Centralge- walt am 7. Juli eingelegt hat, ist noch ein Protest der am 14. Juli zu Hildesheim stattgehabten Volksversammlung getreten, trotzdem daß dort Der Landdrost Meyer vom staatsrechtlichen, der provisorische Bürgermeister Wyncken vom materiellen Standpunkt auü die Handlungsweise der Regierung zu rechtfertigen versuchten.
Ausland.
Republik Frankreich.
Paris, 21. Juli. Das „Journal des Debats" sieht mit Schmerzen das Benehmen der Nationalversammlung, die Bedeutung, welche sie auf Personenfragen legt; die letzte Revolution have alle Verhältnisse zerrüttet, die Ordnung müsse wiederkehren, man habe schon einen wichtigen Schritt gethan, man müsse auf diesem Wege beharren, sonst sei es um die Gesellschaft geschehen. Jeder müsse Zutrauen zu der Regierung fassen und an die Arbeit gehen. Ohne Zutrauen würde das Land, von Soldaten und Kanonen bewacht, ein Lager sein, aber keine Gesellschaft. Die Gesellschaft sei der Austausch gegenseitiger Dienste, der Arbeit und des Lohnes der Arbeit. „Wohlan denn" — sagt das „Journal des Debats" — „eure Rettung liegt in euern Händen. Ihr habt zu kämpfen und zu fallen gewußt: jetzt müßt ihr eure Gewohnheiten, eure Arbeit, euer Leben wieder aufnehmen!" und dann, sich zu der Kammer und der Regierung wendend, ermahnt das Blatt dieselben zur Eintracht: „Gebt dem Lande das Beispiel der Eintracht, des Zutrauens; gründet eine Republik, der alle ehrlichen Leute sich anschließen können, welche auch früher ihre Partei gewesen sein mag; laßt ab von euern Unterscheidungen zwischen den Republikanern des"^ortgen'uU'denen des andern Tages und thurmt nicht zwischen euch die Barrikaden auf, die ihr in den Straßen niedergerissen habt!"
Straßburg, 18. Juli. Die gestern staatgehabten Unordnungen haben heute zu mehrern Beschlüssen von Seiten der Stadtbehörde und der Commission der Republik Anlaß gegeben. Die Gemeindewerkstätte, welche diese Unordnung anzettelte, ist aufgelöst und die unbescholtenen Arbeiter sind anderweitig untergebracht worden.
Großbritannien.
London, 19. Juli. Da das schöne sonnige Wetter fortdauert und vom Festlande keine beunruhigenden Nachrichten eintreffen, so waren die englischen Staatspapiere gestern bis zu 89% in die Höhe gegangen; damit standen sie ein halb Prozent höher als vor der französischen Revolution und da die politischen Aussichten wahrlich noch immer nicht glänzend sind, so kann ein solches auffallendes Steigen nur aus dem großen Ueberflusse an sonst nicht verwendbarem Gelde erklärt werden. Auf der heutigen Börse ließen sich indessen mehr Verkäufer sehen; der Zustand Irlands flößt Be
des von Deutschland siebt, daß es Preußens Namen, Geschichte und Bedeutung zu vertreten und zu wah- ren hat.
Brandenburg, 21. Juli. Bei dem Gedanken an die österreichische Reichsverweserschaft beruhigt man sich in der Provinz einigermaßen nur mit dem mehr und mehr durchbrechenden Bewußtsein, daß die Cen- tralgewalt gerade so viel Kraft und Einfluß besitzt, als ihr von Preußen entgegengetragen wird; nicht mehr und nicht weniger. Das möge man sich in Frankfurt doch ja wohl merken unD Hinfort mit „kühnen Griffen an sich halten!
Cob lenz-, 23. Juli. (Die Partei der Rhein- u. Mosel-Zeitung.) Die Köln. Z. sagt! Es ist nothwendig, daß man im Vaterlande und namentlich in Frankfurt aufmerksam werde, wie neben der republikanischen noch eine andere Partei mit aller Anstrengung auf die Hervorrufung von Conflicten hinarbettet. „Der Reichö- verweser" — beißt es in der „Rhein- u. Moselztg."— — „hat die Oberleitung der gesammlen deutschen Hee- rcömacht übernommen — ein wichtiges Ereigniß, wenn er mit Ernst die Mittel zur Vollziehung seines Amtes in seine Hände zu nehmen gedenkt. Und Ernst scheint es ihm hiermit zu sein, denn er mußte voraussehen, daß dieser Schritt bet Preußen , bereits durch das Ergebniß der Wahl des ReichsverweserS mißstiuimt, die Erettle- rung noch steigern würde. Wäre doch dem Prinzen von Preußen der Oberbefehl übertragen worden, dieser Staat hätte dann schon eher, vielleicht mit einigem Vergnügen, sich bequemt; ihm wäre doch die materielle Macht verblieben , wenn auch der Sprößling eines andern und verhaßten Hauses den Titel davon getragen hätte. Aber so ganz leer anszugehen und, was das Schlimmste, das militärische Talent des Prinzen von Preußen in Ermangelung eines angemessenen Wirkungskreises ohne Nutzen und Frommen dahin kümmern zu sehen! Alexander dem Großen rief einst sein Vater zu: „„Mein Sohn, suche dir ein anderes Königreich; Macedomen ist für dich zu klein!"" Was wird dem Prinzen von Preußen der königliche Bruder zurufen ? Wird der Prinz ein anderes Känigrcich finden? Preußen liebt es, sich mit Sparta zu vergleichen. Dieses Völkchen duldete nicht den Oberbefehl Alexanders des Großen. Wird Preußen Len Oberbefehl eines Mannes dulden, der bei aller Anerkennung seiner Verdienste die Größe Alexanders nicht erreicht? Wir glauben, im Nothfalle wird Preußen eine Rücklehne an Rußland haben. Ist dieses Land nicht der Hort der Bedrängten?" — Die Mitglieder der deutschen National-Versammlung werden wohl thun, die „Rhein- u. Moselztg," zuweilen zu lesen und die Partei, deren Organ sie ist, nicht aus den Augen zu lassen!
Hannover, den 19. Juli. (Das sonderbündlerische Schreiben. Bestürzung unter den Ministern.) Sie können sich denken, daß das Schreiben deö Gesammt- ministeriumö von 7. Juli noch immer den Gegenstand der allgemeinen Unterhaltung bildet. In diesem Augenblicke soll unter den Ministern große Bestürzung und und Verstörung herrschen. Ob sie sich wirklich vorge- stellt hatten, daß die Reichöversammlung in Frankfurt von dem sonderbündlerischen Schreiben gar keine oder doch nur eine geringe Notiz nehmen werde? Es scheint fast so, denn sonst würde es sich kaum erklären lassen, daß Männer wie Stüve re. einen solchen Schritt unternommen haben würden. Die stenographischen Proto- colle aus Frankfurt wandern hier von Haus zu Haus, von Hand in Hand. Die Entstehungsgeschichte des Schreibens vom 7. Juli liegt noch im Dunkeln. Ich will Ihnen heute die verschiedenen Lesearten noch mcht mittheilen, da ich erst noch schärfer und genauer untersuchen und prüfen will, welche von ihnen die richtige ist. Wenn übrigens das Ministerium Stüve diesen Stoß überdauert, so wird es das Alter eines Methu
sorgnisse ein und die Consols fielen vom gestrigen höchsten Staude um 1 Prozent, ja um 2 Uhr standen sie nur noch 87%.
London, 21. Juli. Die Vorgänge in Irland wirkten auch heute auf den Stand der Fonds nach. «Heilig ein, obgleich man bezüglich des Ausgangs der angekündigten Schilderhebnng, wenn sie wirklich stau finden sollte, keine ernsten Besorgnisse hegt. Schon zu oft haben die Irländer bewiesen, daß zwischen ihre« Worten und Thaten ein gewaltiger Unterschied ist. Am wenigsten besorgt man, daß cs den zahlreichen Irländern in England gelingen werde, die Arbeiterbevölke- rüng zum Aufstande Hinzureißen und der Regierung daheim neue Verlegenheiten zu bereiten. In Bradford, Ashton und Liverpool ist es zwar dieser Tage zu Excessen gekommen, aber die Urheber und Betheiligte« waren größtentheils Irländer, die bei der Masse "der Bevölkerung keine Unterstützung fanden. Zu Bradford wurden eine Anzahl Chartisten verhaftet. Die „Times," welche ebenfalls für England selbst nichts besorgt, räch dem Cultusminister dringend zur Schließung der anarchischen und aufrührerischen Clubs in Irland und meint, daß nur rasches entschiedenes Hnndeln, so wie gerichtliches Einschreiten gegen die Rädelsführer nöthig sei, um in Irland die Herrschaft des Gesetzes und der Ordnung zu sichern. Es heißt hier, daß Lord Clarendon nächstens Dublin verlassen und Lord Hardinge ■ zum Nachfolger erhalten werde.
— Der Oberbefehlshaber hat allen mit Urlaub sich hier aufhaltenden Offiz ereil der in Irland stehende« Regimenter befohlen, unverzüglich auf ihren Posten zu- rückzukehren. Prinz Georg von Cambridge ging gestern Abend nach Liverpool ab, um den Befehl'm Dubliner Bezirke wieder zu übernehmen.
Schweiz.
Basel, 20. Juli. sRevolutionirung Deutschlands). Die hiesige Zeitung sagt in Nr. 171 vom heutigen Tage: Nachdem bei Anlaß der Note des deutschen Bundestages selbst in der Tagsatzung von dem Gesandten von Sern und andern unumwunden anerkannt worden ist, daß die Beschwerden über das Treiben Dentzer Flüchtlinge nicht unbegründet seien, suchen nun mehrere Blätter, unter dem Vorwande, die Note sei im verletzenden, Tone abgefaßt, das schweizerische Ehrgefühl aufzureizen,' damit den als gegründet anerkannten Beschwerden nicht abgeholsen werde. I Ja freilich, die Beschwerden sind gegründet, und es ist ein falsches, ein lügnerisches Ehrgefühl, das sich gegen Abhülfe derselben sträubt. Der deutsche Bund ist berechtigt, das Jnterniren der Flüchtlinge zu verlangen. Es ist Nicht wahr, daß diese sich ruhig verhalten, die Publication des Hecker scheu Volksblattes und des Planes zur Nevo- lUtiouirung Deutschlands von Heinzen und Struve, welche mit den leidenschaftlichsten Deklamationen zürn fÄSsrühx i anreizen, sind Der klarste Beweis des Gegentheils. ES ist nicht wahr, daß sie sich ruhig verhalten, denn daS Zuströmen von Hecker-Wallfahrern ist ein endloses. ES läuft gegen Die völkerrechtlichen Verhältnisse, solchen Un- fug zu gestatten, und die Schweiz wäre es seit drei Monaten sich selbst schuldig gewesen, bessere Ordnung zu halten. Eâ ist unS auch nicht im Mindesten zweifelhaft, daß man eS nicht gestatten würde, wenn z. B. französische Prätendenten sich eine Stunde von Der französi- i schen Grenze niederlassen wollten. Ein ähnliches Treibe« j gegen Frankreich wie das HeckerS gegen Deutschland würde i man keine drei Tage lang dulden. Ob vielleicht daS ; stark centralisirte Frankreich stärker ist, als daS mühsam ; auf Einigung hinarbeitende Deutschland, wir untersuchen daS nicht, an der Schweiz am allerwenigsten wäre eS, , nach dem Grundsätze zu handeln, daß man gegen Starke andere Rechte und Pflichten habe als gegen Schwache.
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Zn Nr. 124 S. 503 Sp. 3 v. it. muß es heißen: „Aus schiebendes Veto"; S. 50t Sp. 1 Z. 4 v. o. muß es heißen: kein unbedingtes Versagungsrecht (Veto) einzuräumen.
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^lO) bei deren Spedition am Friedrichsplatz.
Evictalladung.
. rechtskräftig über das Vermögen des Zirae Joseph Mai von Flörsheim der Concursproceß erkannt worden ist wird Termin zur Liquidation dinq. $ an der Concursmasse aus Freitag, den 11. August D. Moraens 8 1Ibr unter dem Rechtsnachtheile des Ausschlusses von vorhandenen Coucurömasse hiermit anberaumt Hochheim, den 17. Juli 184 8
der
Herzoglich Nassauisches Amt.
(611) Cuntz.
Edictalladung.
An die Concursmasse des David Benz von Kemel sind persönliche und dingliche Ansprüche Montag den 21. August 1848 Morgens 8 Uhr dahier anzumelden, bei Meldung des Ausschlusses.
Langenschwalbach, den 14. Juli 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt.
(612) Th. Wißmann.
(613) Bei Lackirer Iumeau in der Kirchgasse if der mittlere Stock seines Hauses, bestehend aus fW Zimmern, Küche, Keller, Holzplatz, Waschküche Bleichplatz zu vermiethen und den 1. October zu beziehen.
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Die Expedition sagt wo? (61*1
^nuf und Ver.ag von L ilhelm Friedrich am Friedrichöplatz. — Redaction unter Verantwortlichkeit des Herausgebers Wilhelm Friedrich.