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im kleinen Dienst, in Garnison wie im Felde, zum Schutze des Mannes und der Kleidung, auch läßt sich derselbe leicht vom Schmutze reinigen und wird in der Anschaffung billiger als ein Tuchmantel kommen.

d) Die französische Polieemützc ist sehr praktisch militärisch und wird im kleinen Dienste ge­tragen.

Anmerkung. Die vorstehenden fünf Klei­dungsstücke hat der Mann auf seine Kosten zu stellen; die unvermögenden Dienstpflich­tigen erhalten solche aus der Gemeinbecasse bezahlt. Die Anschaffung der Stoffe und die Fertigung der Stücke geschieht der Gleich­förmigkeit und Billigkeit wegen durch die Bataillons - oder Compagnie-Commando's und wird der Anschaffnungspreis demnächst von dem Empfänger erhoben.

». Bewaffnung (Armatur).

1) Ein schwarzer lederner Helm mit metallenem Adler und der Nummer des Armeeeorps.

2) Eine Muskete mit Perkussionöjchloß und langem Bajonnet.

3) Kleine Patrontasche, welche an einem Ledcrgürtel um den Leib getragen und nur so viel Patronen faßt, als zum sofortigen Gebrauche hinreichen. Außer dem Gefecht wird das Bajonnet in einer Lederschcide auf der linken Seite am Gürtel ge­tragen und dient im Lager rc. zum wirthschast- lichen Gebrauche.

4) Ein kleiner leichter Tornister, welcher nur ein paar Schuhe, eine zweite Hose, ein Hemd, noch ein paar Kamaschen und nur die nothwendigsten Putzgeräthschaften faßt. Auf demselben wäre ein blechernes Kästchen anzubringen, zur Aufnahme des größern Theils der Patronen.

Der Arbeitskittel oder Mantel wird auf dem Mar­sche, lang gerollt, über die Schulter getragen. Die Policemütze auf den Deckel des Tornisters geschnallt.

Die Subalternoffiziere tragen halbkrumme Säbel und jeder ein Paar gute leichte Pipolen.

Zu jeder Compagnie werden 20 Mann als Scharf­schützen mit Büchsen bewaffnet.

Sämmtliche Armaturftücke werden vom Staate ge­stellt.

Motive:

a) Der schwarze lederne Helm ist antik, militärisch und sehr praktisch. Die bisherigen Czakos, ohne allen Geschmack, drücken mit ihren starkrn ledernen sogenannten Schweißriemen den Kopf des Man­nes in scharfem Kreise sehr und Referent kann aus Erfahrung versichern, daß diese unbequeme Kopfbedeckung ihn bei großer Hitze und starkem Marsch mehr belästigt hat, als alle Armatur. Der Helm dagegen legt sich gegen die Kopffla­chen, ohne zu drücken, und schützt die Augen und den Nacken; nur möchten die vielen Messing­verzierungen entfernt bleiben, überhaupt ist aller unnötiger Schmuck, welcher durch seine Instand­haltung den Mann am Ende zu einer geistlosen Putzmaschine macht und eine Hauptquelle des sog. Kamaschendienstes bildet, zu vermeiden.

b) Die Zweckmäßigkeit einer guten Muskete mit Perkussionsschloß und langem Bajonnet ist be­reits überall anerkannt.

c) Das schwere Lederzeug mit der großen Patron­tasche, wie es der größte Theil der Infanterie jetzt noch trägt, belästigt und ermüdet den Mann durch sein Gewicht auf Märschen und im Dienste sehr, macht ihn durch seine Instandhaltung zum Sklaven seines Patrontaschendeckcls und gibt ebenfalls Veranlassung zu Verationen; die leichte, kleine Tasche, welche bei dem Gebrauche nach vorn geschoben wird und woraus der Soldat die Patronen sichererer und schneller greifen kann, ist

Negierungsgewalt in Deutschland eine Vereinbarung dahin gelingt, daß die völkerrechtliche und haudclspo- lilische Vertretung Preußens cpanz. in der Vertretung, Deutschlands aufgehen könne und «ei berechtigen In­teressen Preußens dabei eben si' wenig wie die der andern deutschen Stgmme und Ginzeknstaateir verletzt werden.

Namentlich wird Preußen, welches in dem neuen deutschen Bundesstaat das mächtigste Glied ist und das meiste in der Wehrkraft leisten muß, verlangen können, daß ihm ein bleibender angemessener Antheil an der Ereeutivgewalt des Bundes gegeben werde. Außerdem scheint es ein begründeter Wunsch, daß der Sitz der Centralgewalt in die Mitte gerückt und ihr auf diese Weise die volle Sympathie und kräftige Mit­wirkung der Norddeutschen, wie der südlichen Stämme und Staaten gesichert werde. Denn abgesehen von der Stellung Oesterreichs und Preußens als europäi­scher Großmächte, muß streng und gerecht allen Glie­dern des Ganzen gleich gebührende Beachtung ihrer Interessen werden, soweit sie in der Einheit des Gan­zen nur gewährt werden kann.

So warm wir unser deutsches Vaterland, dieses herrliche aus so vielen mächtigen und reichbegabten Stämmen vereinte Ganze auch lieben, so glauben wir doch, daß eine Untreue an ihm und an einem edlen Theil des deutschen Nationalcharakters geschähe, wenn das Wesen der preußischen Macht, die seit dem west- phälischen Frieden Schutzwehr und Schwert des gei­stig befreiten Deutschlands geworden ist, nicht auf eine würdige Weise für den neuen Bundesstaat gewonnen wird. Ueber die Wege dazu wird man vielleicht ver­schieden denken, aber in dieser Tendenz glauben wir die Zustimmung aller wahrhaft patriotischen Deutschen in Anspruch nehmen zu können!

Daß der tiefe durchdringende und ursprüngliche Geist, das geistige Mark Deutschlands bewahrt werde und zur Geltung komme, das steht ebenso hoch, wie die Form der Einheit. Da dieser substantielle Geist . unserer Nation nicht wie der Frankreichs in einer Hauptstadt concentrirt, sondern im Norden, Süden 11116 in der Mitte lebt und seine ernste Arbeit an der Bil­dung unseres Geschlechtes und der Weiterführung der Weltgeschicke vollbringt, so möge dieses Wirken der einzelnen Organe und in polnischer Beziehung das Wirken der einzelnen Staaten durch die neue Central­macht zum Hess des Ganzen erhalten, gefördert und gehoben und so unser großes Vaterland einer Zeit neuer und höherer Blüthe zugeführt werden.

___________ (A. a. 3.)

Entwurf zur Errichtung einer allgemeinen deutschen Bolks- wehr, wvrln sich demnächst das stehende Heer aUflöSt.

W. Von der Dill, 16. Juli. (Fortsetzung.)

O. Kleidung für die Infanterie.

1) Schuhe und Kamaschen oder Halbstiefel.

2) Lange graue Hosen mit beliebigen Paspiol.

3) Ein Waffenrock von dunkelgrün oder blau.

4) Statt dem Mantel einen Ueberrock oder Arbeits- kittel von starkem grauem Zwilch.

5) Tuchene Polizeimütze nach französischem Muster. Motive:

a) Die Erfahrung, die beste Lehrerin, hat ge­zeigt, daß Schuhe mit Kamaschen die prak- tischte Fußbekleidung abgeben, das Knöchel­gelenk wird in seiner Bewegung hierdurch nicht gehemmt und durch die Kamaschen gegen Nässe und Kälte geschützt.

b) Der Waffen rock ist einfach, praktisch und gegen die bestehenden mit allerlei Paffepiolirungen verzierten Uniformröcke auch billiger.

- e) Der- starke Zwilch mantel dient als Arbeitsrock

dagegen viel praktischer und fordert sehr da­schnelle Laden.

Daß die Stchalternoffiziere im nahen Kampfe zu ihrer Vertheidigung einen guten Säbel und die Pistolen nöthig haben, bedarf wohl keiner weitern Auseinandersetzung.

Im Allgemeinen möchte dahin gewirkt werden, den Soldaten so wenig wie möglich mit Gepäck und schwe­rem Rüstzeug zu beladen, welches ihm schon auf dem Marsche die Kräfte raubt und in dem entscheidendem Momente zum wirksamen Kampfe unfähig macht.

(Schluß folgt.)

Ankunft des Reichsverwesers. Der Reichstag. Das Ministerium. Roth, wendige Epuration der Bureankraten.

Wien, 17. Jul» Se. k. Hoheit derReichsverwe- ser traf heute hier aus Frankfurt ein. Der Reichstag wird, wie eS heißt übermorgen eröffnet werden. Das neue Ministerium, welches der provisorische Minister Dodblhof der Sanction des Reichsverwesers zur Geneh­migung vorlegte, besteht aus Männern der streng libe­ralen, aber keineswegs fanatisch demokratischen, Partei. Der Baron Weffenberg wird vermuthlich Minister-Prä­sident. Seine Grundsätze sind bekannt. Hätte ihn Metternich, der ihn als seinen gefährlichsten Gegner er- kannte, nicht schon vor mehr als 25 Jahren aus Oe- sterreich verdrängt, so würde Europa unter dem Einfluß Oesterreichs den günstigsten Reformen entgegengeführt wor- den sein. Ob aber der am Abend feines Lebens ste­hende Weffenberg, so wie alle nächsten ihm folgenden Minister, umgeben von einer Bureaukratie, welche ganz in der Schule Metternichs erzogen ist, den Faden der Ariadne so leicht finden werden, dies ist kaum;« hoffen. Dobblhof als Minister des Innern gehörte stets zu de» heftigsten Gegnern Metternichs, und war einer der thä­tigsten Beförderer der Märztage, ebenso wie der desig- nirte Finanzminister Baron Stifft, Mitglied der öster­reichischen Stände und ehemaliger Bankier, Vater des Mitarbeiters der österreichischen Allgemeinen Zeitung (unter Redaction Schwarzers) der die heftigsten demo­kratischen Artikel gegen den Hof schleudert, und nach dessen Feder sich alle radikalen Blätter richten. Stifft hat finanzielle Kenntnisse und ist nicht ohne Talent. Sein Eintritt in das Ministerium wurde von der öffent­lichen Meinung begrüßt. Hornbostel als Minister des Handels ist ein ehrlicher, liberaler, aber diesem Fach keineswegs gewachsener Fabrikant und Kaufmann. Dr. Bach als Justizminister, ein strenger Jurist und ziemlich demokratisch. Der Kriegsminister Latour, der sich endlich dazu verstanden, sein Portefeuille zu behalten, gehörte stets zu den Liberalen, allein da er sich unter Metternich zur Sicherung der Existenz nicht anders zu helfen wußte, so hatte er sich scheinbar dem System angeschlossen. Der angebliche Minister des Unterrichts und des Cultus, Professor Füster zeigt sich seit den Märztagen als fanatischer Radikaler, allein wir halten dies mehr für Maske. Ueber das Ministerium der öf­fentlichen Arbeiten scheint noch keine entschiedene Wahl getroffen zu sein. Wir wünschen diesem Ministerium Bestand. Allein ohne eine gänzliche Epuration aller seit 30 Jahren in höhere Stellen vorgerückte Büreau- kraten, welche das ganze coustitutionelle Räderwerk durch ihrs Affiliationen stets zu hemmen bemüht sein werden, ist kein Rettungsweg für die Monarchie. DaS schreck­liche System hatte sich lauter Creatureu des Adels und der noch gefährlichern, weil talentvolleren, Geld-Aristo­kratie erschaffen und büreaukratisirt. Es müssen daher alle seit 30 Jahren in der Schule des Kaisers Franz und Metternichs angestellten Büreaukraten, deren Kinder ebenso alü Maschinen und Proteges herangebildet wurden, aus dem Ministerium entfernt werden, sonst kann sich kein liberales Ministerium erhalten. Es ist Thatsache, daß eigentlich die subalternen Beamten unter dem ge-

au6. Böhmen durch Mähren und das Waagthal nach der Donau bei Romern zusammenzuziehen und mit Ablauf des Waffenstillstandes die Offensive zu ergreifen. Der Kaiser ging hieraus ein und befahl, die Truppen zwischen Körwönd und Kroatien so in Cantonierungen zu legen, daß sie leicht an der Raab vereinigt werden könnten. Erzherzog Johann begann sogleich mit der Ergänzung der Armee. Inzwischen hatte der Erzherzog Karl das Commando der Armee an den Fürsten Johann von Lich­tenstern abgegeben und der abgeschlossene Friede hieß die Waffen gänzlich niederlegen.

Der Erzherzog Johann widmete sich nach dem Frie­den ganz seinem Berufe als Dircctor der militärischen ErziebungSinstitute und der Gründung eines National­museums. Im Feldzuge von 1815 erhielt er aber« luâlö ein Commando bei der Armee deö Fürsten Schwar- zenberg, ging aber zuvor noch nach Italien, um als Stellvertreter des Kaisers in Mailand die Huldigung entgrgenzunehmen und die Lombardei zu bereisen.

Im Jahr 1815 leitete er die Belagerung von Hii- nmgen und eroberte die Festung nach tapferer Gegen­wehr. Er steht von dieser Zeit her noch in gutem An­denken rm badtschen Oberlande und im benachbarten Ba-

®t überall, so zeigte er sich auch damals dort als Mann dtö Volkes. Nach Abschluß des Friedens unter­nahm er ein« Ressp nach England und kehrte im Avril 18-16 durch die MHerlaude nach Wien zurück, das er den Sommer angenommen, ben er in Thercnherg bei Wienerisch-Neustadt zubrachte, zum bleibenden Aufenthalt

wählte. Später wurde er Generaldirector des Genie- corps und FortisicationSwesenö.

Erzherzog Johann stand vor Metternichs Zeit mit an der Spitze der österreichischen StaatSgeschäfte. Die staatsmännische Befähigung, welche er damals bewiesen, erweiterte er während seiner langjährigen, ländlichen Zu­rückgezogenheit durch theoretische Studien. Erfahrung, wie das Studium der Geschichte, sein Aufenthalt mitten unterm Volke, fern von den Vorurtheilen der Höfe, ver- schaften dem Erzherzog einen hellen, politischen Blick, und die freisinnige Richtung, welche auf diesem Wege gewon­nen, gab sich kund durch die großen Unterstützungen, welche der Fürst den Wissenschaft gewährte. Erzherzog Johann war bei der Wiener Revolution auch einer der ersten, welcher dem Kaiser die Hcillosigkeit deö Metter- nich'schen Systems vorstellte und diesen Minister selbst in energischer Weise zum Rücktritt aufforderte.

Bilder von E Stahl.

I.

Der Geiger.

Genug gewandert für heute!

Hier halte ich gerne Rast;

In der Schenke wohnet die Freude.

Da ist sie ein lieber Gast.

Wie klingen die vollen Becher In den lauten Gesang hinein. Wie schwingen die jubelnden Zecher Die Dirnen im wilden Reih'u.

Es malt die Wirthin geschäftig

An die Thüre die Zeche hin, fiedelt der Geiger kräftig Die wogenden Melodien.

Wie schleudert seine Auge Blitze Aus den dunklen Brauen hervor; Wie treibt ihm des Weines Hitze Die Glut in die Augen empor!

Wie jagt er die wirren Gluthen Hinaus in den frohen Schwarm! Sein Herz möcht' ihm verbluten Bor trauer und tiefem Harm!

Aus den Tönen klingt wie Jammer, Ihr Rasen, es klingt wie Hohn; Daheim in der engen Kammer Schlummert des Geigers Sohn;

Den Jungen umfing der kalte, Der unerbittliche Tod;

In der Schenke fiedelt der Alte, Er fiedelt um'ö tägliche Brod!