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im Ganzen, welches 20 Kanonen und 8 Haubitzen führt, zusammen 28 Geschütze, 3) einer ^t onn imomgöfWte^ äßet).

Nach einer approximativen BercKnung wurde das ganze aber bei richtiger Einführung nach dem vorlie­genden Entwurf den Staat jährlich gegen 200,000 Gulden weniger kosten, als als die bisher bestehende Brigade von circa 200,000 Mann; zudem ist dieses Corps nach volksthümlichcn Grundsätzen ausgestellt und hemmt bei der nöthigen Schlagfertigkeit so wenig wie möglich die bürgerliche Geschäflstdäligkeit.

(Fortsetzung folgt.)

* Wiesbaden, 21. Juli 1848.

Die nachfolgende Erklärung gegen den Artikel: Die Stadt Wiesbaden, außer Stand, sich gegen eine Hand voll Tumultuanten zu schützen," in Nro. 121 unseres Blattes wurde uns gestern Nach­mittag nach Schluß der Zeitung zur Aufnahme über­geben.

Wir zollen dem ehrenwerthen Charakter dessen, welcher uns persönlich den nachfolgenden Aufsatz über­gab, unsere größte Achtung und erklärten uns sofort für dessen Aufnahme in unser heutiges Blatt. Wir stellten dabei jedoch die Bedingung unserer Bemerkun­gen dazu, indem wir erklärten, daß wir selbst jene Darstellung in Nro. 121 der Nassauischen Zeitung als ddr Wahrheit gemäß in ihrem ganzen Umfange zu vertreten bereit seien.

Indem wir nun nachstehend den Artikel unverkürzt abdrucken, lassen wir unsere Bemerkungen folgen.

Die R ed a k t i on.

Die Darstellung der jüngsten Ereignisse in Wies­baden in der Nro. 121 der Nassauischen Zeitung ent­hält ein Gewebe von Entstellungen, die den wahren Gesichtspunkt verrücken. Der Charakter und die In­tention der Versammlung im Nerothal ist falsch dar- gestellt. Es ist falsch, daß der Oberst der Bürger- wehr die unter der Führung des Oswald Die; ste­hende Compagnie aufgefordert, ihren Hauptmann zu arretiren. Es ist falsch, daß der Oberst den Enlwaff- nungsbefehl znrückgenommen habe. Der Verfasser ver­schweigt die wesentlichsten Momente, u. A. die ihm ohne Zweifel bekannte Aufforderung zu bewaffnetem Zuzug vom Lande. Er stellt fälschlicher Weise die Sache so dar, als sei am 17. die Ordnung vollstän­dig wieder hergestellt gewesen. Er scheint der Ansicht zu sein, daß es mit der Herrschaft des Gesetzes, mit der Ordnung verträglich sei, wenn die Tumultuanten augenblickliche Ruhe eintreten lassen, nachdem sie ge­richtlich Verhaftete befreit, nachdem eine Anzahl Wehr- männer sich im Dienst ihrem Obersten widersetzt auf ihn angelegt und in dieser Widersetzlichkeit beharren, nach­dem sich Andere geweigert, gegen solche Widersetzlichkeit einzuschreiten.

Sollte die Regierung Alles dieß dulden, sollte sie feine ausreichenden Maßregeln ergreifen, die Gefan­genen dem Arm der Justiz wieder zu überliefern, die Widerspenstigen zu entwaffnen, die Schuldigen zur Strafe zu ziehen, weil die Stadt in der Nacht vom 17. aus den 18. unter dem Schatten eines lieblichen Mondscheins ruhte?

Die auf falsche und entstellte Thatsachen gegrün­deten Fragen erledigen sich hierdurch von selbst. Auch sie haben nur den Zweck, das Publikum irre zu füh­ren. Es ist falsch, daß die andern Compagnien, be­reit der Widersetzlichkeit der 3 ersten zU steuern und die Entwaffnung vorzunchmen, von deren Vollzug nur durch Gegenbefehl des Obersten abgehalten worden.

Die Bürgerwehr in ihrer Gesammtheit, in ihrer jetzigen Zusammensetzung war nicht im Stande, die Ordnung zu handhaben, also ihre Bestimmung zu er- füllen. Bei den Meuterern befanden sich Einzelne auch

Es ward ihm der Auftrag, mit einer Armee uach Ita­lien einzudringen, die den Namen des Heeres von Jn- nerösterreich erhielt, und aus dem achten Corps, vier­undzwanzigtausend Mann, zweitausend Pferde, unter Feldmarschalllieutnannt Chasteller, welches sich bei Kla­genfurt, und dem neunten Corps, zweiundzwanzigtausend Mann, tausendneunhundert Pferde, unter Feldmarschall- lieutnant Giulay, das sich bei Laibach sammelte, und außerdem aus sechöundzwanzigtausend Mann Landwehr bestand. Dem Feldmarschall Chasteler übertrug der Erzherzog die Befreiung Tyrols, während er selbst gegen Udine vordrang und am Tagliamento auf den Feind stieß. Die Franzosen wichen über den Fluß zurück, wurden bis Pardenone nicht ohne großen Verlust ver­folgt und cvncentrirten sich erst wieder bei Sacile, wo de" 16. April zur Schlacht kam. Der Sieg, wel­chen der Erzherzog hier erfocht, würde erfolgreicher ge­wesen sein, hätten die durch das heftige Negenwetter stark angeschwollenen Ströme die Verfolgung nicht sehr 3nM« time, sink gj ^r e.

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®, «, <,1\1t^ gesiebten bei 81«««^». «t Qing über den Tessin nach Vicenza und Montebello Die Franzosen hatten sich bei Gal^^ cnncentrirt und beherrschten die Etschufer bis nach rol; dagegen war der Erzherzog bei Viva nuova und Bontfaero vorgegangen.

Am 27. April hörte man von Verona her beim Feinde ein starkes Freudenfeuer und bekam von ihm die Nach­

aus andern Compagnien: nicht alle Führer waren be­reit, mit Energie einzuschreiten.

Eine Bürgerwehr, in welcher sich eine Anzähl offe­ner Meuterer und Aufrührer befindet, in welcher ein­zelne Führer sind, die auS übel verstandener Milde, oder weil sie mit den Tendenzen der Aufrührer spm« patbisirten, den Befehlen ihrer Vorgesetzten und der Obrigkeit Widerspruch und Einwendungen aller Art entgegensetzen, muß anders organisirt werden.

'Dieß geschieht; nicht aber soll den Bürgern das Recht der Volksbewaffnung entzogen werden.'

Eine Bürgcrwehr, die, wenn auch vielleicht in ihrer Mehrzahl brav, solche Elemente in sich schließt, die vielleicht gerade deßhalb nicht die nöthige Entschieden­heit in Erfüllung ihrer Pflicht bewiesen hat kann den Behörden nicht das Vertrauen einflößen, welches nothwendig ist, um sie bei neuen Excessen zu verwenden.

Unser Limennillitär hat nichts verschuldet; es ist ihm kein Vorwurf gemacht worden , man hat sie kei­neswegs für nicht fähig gehalten, die Ruhestörer im Zaum zu halten. Die Regierung konnte ihm und sei­nen Führern vertrauen.

Aber es war im Interesse der Menschlichkeit und der Stadt geboten, nicht mit 200 Mann einen Stra­ßenkampf zu beginnen, sondern mit einer so imposanten Macht aufzutreten, daß den Aufrührern die Luft ver­ging, Widerstand zu leisten und dadurch unsere Stadt zu einem Schlachtfeld zu machen.

Die von der Regierung getroffene Maßregel wird die Cur der Stadt Wiesbaden nicht beeinträchtigen; im Gegentheil wird sie dieselbe so weit dieß bei den ungünstiges Verhältnissen überhaupt möglich ist för­dern, indem sie der Stadt und den Fremden das Ge­fühl der Sicherheit wieder gibt, welches ihr die Hetze­reien der Volksversammlungen und die Störer der öffentlichen Ordnung entzogen hatten. Auf sie fällt der Vorwurf jenes Artikels zurück.

Wenn der Verfasser der fraglichen Darstellung wirklich so sehr von der Ueberzeugung durchdrungen ist, baß Gesetz und Ordnung die Grundfeste eines Staates bilden, so gibt er davon einen sehr mangel­haften Beweis, indem er durch Entstellung der Wahr­heit die Autorität der Vollstrecker des Gesetzes herab- zuzieheu sucht und sichtlich bemüht ist, die Gesetzes­übertretungen der Tumultuanten so unschuldig als mög­lich barzustellkn.

Erörterungen.

Der vorstehende Artikel welß die in der Darstel­lung der jüngsten Ereignisse in Wiesbaden m Nro. 121 unserer Zeitung enthaltenen, für ihn unangenehmen Er­örterungen auf eine sehr leichte Weise dadurch zu be­seitigen, daß er jeden einzelnen Satz damit erwiedert: es ist falsch, es ist falsch! Allein Thatsachen, welche die öffentliche Meinung, oder besser noch, da auch diese trügerisch sein kann, die Siuneswahrnehmung anwe­sender Zeugen (zu deren Nennung sich die Redaktion erbietet) bereits als wahre an- und ausgenommen hat, lassen sich nun einmal durch ein bloßes Leugnen so leicht nicht aus dem Wege räumen.

Wenn der Verfasser des Artikels in Nro. 121. der Aufforderung zum bewaffneten Zuzug nicht er­wähnte, so geschah dieß wahrlich unabsichtlich und bittet er deßhalb noch nachträglich um Entschuldigung, da ihm so eben einfällt, daß ein jenem Abend allerdings sein berauschter Knecht nach Erbend eint oder Bierstadt geritten sein und die dortigen Landleute zum Erschei­nen in Wiesbaden aufgefordert haben soll. Und ist jedoch nur bekannt, daß ein derartiger Mensch durch die Friedrichsstraße sprengte, bei dem man ein solches Vorhaben unterstellte, daß aber weder bewaffnete noch unbewaffnete Bauern in Wiesbaden erschienen sind.

Soviel von dem bewaffnetem Zuzug vom Laude'?

Was sodann den Vorwurf fälschlicher Darstellung, daß am 17. die Ordnung vollständig wieder hergestellt , gewesen sei, anlangt, so trifft dieser Vorwurf fälschli-i

richt eines errungenen Sieges in Deutschland. Schon am 29. brachte ein Courier vom Kaiser die Bestäti­gung der erlittenen Niederlage, so wie die Bedrohung des nördlichen Tyrolö vom Feinde. Erzherzog Johann erhielt Befehl, die Unternehmung in Italien so lange alS möglich nicht zu unterbrechen, bad Hiller'sche Corps am Inn mit den Insurgenten in Tyrol zu vereinen, und der Jnsurrection hier alle Kraft zu geben.

In Erwägung der augenblicklichen Lage des Staates und der Stärke seines Gegners, der ihm beinahe um das doppelte überlegen war, mußte er ans die Sicherheit sei­nes Rückzuges und auf fernere Hilfsquellen bedacht fein. Den 1. März brach die Armee auf und ging über Breu- dola, Vicenza, Castel franco auf Treviso. Hier erhielt Johann die Nachricht von den großen Verlusten der Armee des Erzherzogs Karl und die Weisung, sich der ungarischen Jnsurrection, die sich an der Leitha und Raab sammle, anzuschließen, oder eine Diversion durch Tyrol zu versuchen. Beim Uebergange über die Piave, kam bei Vlda und Narvese zu heftigen, für die Oester­reicher immer sehr nachtheiligen Gefechten. Die Armee ging über Sacile nach Villach. Da inzwischen die Fran­zosen die wichtige Kreuzstraße nach Villach genommen hatten und dadurch die einzige Verbindung mit Tyrol durch daS Drauthal verloren gegangen war, konnte der Erzherzog dem nach dem Falle von Wien erhaltene Be­fehle, auf Salzburg zu gehen und sich mit dem Kollo­wrat zu vereinigen, nicht mehr Genüge zu leisten, um so weniger, da die Pässe von Previle und Malborghetto vttlvreN gegangen wareü.

cher Darstellung den Verfasser des vorstehenden Ar­tikels selbst, da er überall keine Thatsache anzuführen vermochte, woraus hervorginge, daß nach dem am 17^ Juli Nachmittags 4 Uhr vor dem Ministerialgebäude stattgehabten Tumulte noch irgend eine Störung der Ordnung stattgefunden habe.

Die augenblickliche Ruhe, welche nach vorstehendem Artikel eingetreten sein soll, hat von dem eben erwähnten Ereignisse an, den ganzen Nachmittag des 17. Juli und die darauf folgende Nacht fortgedauert bis zur Stunde. Möge dieser Augenblick noch recht lange dauern!

Auf die weitere Frage, ob die Regierung dieses Alles dulden solle, erwiedern wir, daß diese Frage ihre Antwort in der von uns in unserm Artikel in Nro. 121. unter Pos. II. gestellten Frage findet, nämlich:

Warum wurde demselben dann nicht der Befehl gegeben, die am Ministerialgebäude versammelten Auf­rührer, die mit der Hälfte der anwesenden Mannschaft durch deren Anziehen von 2 oder 3 Seiten her mit Leichtigkeit, selbst ohne Blutvergießen zusammengepackt werden konnten, einzuschließen und gefangen zu nehmen?"

Die Antwort sowohl auf diese, als auf die vonunS weiter gestellten Fragen, vermissen wir umsonst in vor­stehendem Artikel, oder glaubt man sie vielleicht durch den verleumderischen Borwurf, sie hätten nur den Zweck, das Publikum irre zu führen, widerlegt zu haben?

Was den Vorwurf anlangt, bei den Meuterern hät­ten sich auch Einzelne aus andern Compagnien befun­den, so bittet man solche nur anzugeben, entweder mit Namen oder durch Bezeichnung der Thatsachen , wodurch sie solche an den Tag gelegt haben.

Aber auch selbst angenommen, jedoch nicht zugestan- den, daß dieß der Fall gewesen sei, so fragen wir, ob dieß einen Grund abgibt, um deßhalb die ganze, aus 1500 Mann bestehende, Bürgerwehr sofort zu ent­waffnen !

Wir fragen ferner, ist daS Recht der Volksbewaff­nung nicht auf das empfindlichste verletzt, wenn dem Bürger die Waffen gerade zu der Zeck abgenommen werden, wo er Gebrauch davon zur Herstellung der ge­setzlichen Ordnung hätte machen sollen, und wo er, wie dies der Wacht- und Patrouilleneienst vom 1718 Juli beurkundet, gerne davon Gebrauch machen wollte?

Hielt man das Linienmilitair für fähig, die Ord­nung wieder herzustellen, warum zog man denn eine so imposante Truppenmacht von auswärts herein? Man sagt zwar, ed sei dies im Interesse der Menschlichkeit geschehen, um nicht mit 200 Mann einen Straßenkampf zu bestehen. Allein hätte man den unter den angeblich vorhandenen 200 Mann befindlichen Säugammen mit ihren Kindern, so wie den anwesenden Schulknaben,und Neugierigen überhaupt erst zum Abtreten gewinkt, Sann würde sich die Zahl der 200 Mann wahrscheinlich auf höchstens 50 vermindert haben, und würde ed mit sol­chen, da sie nicht einmal mit Stöcken bewaffnet waren, wohl schwerlich zu einem blutigen Straßenkampf gekom­men sein.

Was die Hebung und Beförderung der Cur durch Concentrirung dieser ungeheuren Militairmacht aulaugt, so wird der Erfolg darüber entscheiden.

Wir jedoch sind der Ansicht, daß leidende Mensche« ihre Wiedergenesung lieber in friedlichen Thälern, als zwischen geladenen Kanonen und Bayonnetten suchen. Zum Belege dessen führen wir vorläufig nur an, daß am Morgen des 18. Juli ein großer Theil der ^ier anwesenden fremden Familien die Stadt verlassen hat.

Was den am Schluffe vorstehenden Artikels wieder­holten Vorwurf gegen den Verfasser des Artikels in Nr. 121, daß er die Wahrheit entstellt habe, anlangt, so wird hierauf nur dasjenige als Antwort wiederholt, was bereits Eingangs dieser Erörteruna bemerkt wor-

vmin ynwir, ivuiuui niiyi am ucacp mittag des T7. Juli sofort gegen die Tumultuanten eingeschritten wurde,

Er zog sich daher nach Grätz, um sich mit dem Ge­neral Jellacich zu vereinigen, aber dieser war bei Sanci Michael gefangen worden. Inzwischen ließen die Fran­zosen mit dcr Verfolgung nach ; denn Napoleon sammelte seine Streitkräfte um den Krieg bei Wien zu enden. Erzherzog Johann wollte sich daher uur von der Ueber- macht verdrängen lassen und blieb bis den 7. Juni bei Körmönv. Am 27. Mai erhielt er die Nachricht von der Schlacht bei Aöpern und legte nun dem Generalis­simus neue Entwürfe für die Offensive vor. Indessen mußte er den eingehenden Befehlen Folge leisten, sich in Eile nach Preßburg und der Insel Schutt zurückzu' ziehen, da eine neue Schlacht zu erwarten stand. Den 23. vereinigte er sich in Raab mit den JnsurrcctionS- truppen unter dem PalatinuS, die zwar scchzehntauseud Mann stark, aber ganz nngeübt waren. In der Stellung auf den Höhen von Szabavhegy bis an die Raab kam ed zu einem heftigem Gefechte, das lange unentschieden blieb , bis die Jnsurrcctionscavallerie, nach einem miß­lungenem Angriffe ganz vom Schlachtfelve vertrieben wurde, den linken Flügel der Armee blod stellte und so den Erzherzog Johann zwang, sich nach dem bedrohte« Komorn zurückzuziehen. Es war der Viceköaig mit ei­ner Armee von dreißigtausend Mann , der den Oester- reichern hier bedeutenden Verlust zufügte; sie verlöre« au sechstausend Mann.

(Schluß folgt)