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wer jetzt noch Flausen macht, jer sei Fürst oder Würger, der ist ein Sonderbündler und erklärt sich selbfl in die Acht.
Alles übrige was sich noch sagen ließe, fließt von selbst aus den obigen Sätzen her. Das deutsche Volt hat durch seine Erwählten gesprochen; es will die Einheit des Reiches. Es will dieselbe auf dem cmzlgm erfahrungsgemäß»'« Wege. Darum hat es die Aufgabe der Neugestaltung des Reiches aus den Punkt zurückverlegt, 'von wo in der früheren Epoche seine Entwicklung, durch die Begründung der Landesherr- lichkeiten und Sonderstaaten, in die Irre zu gehen anfing. Es bat diese Aufgabe in die Hand eines Nachkommen des Kaisers Rudolph gegeben, in Die Hand eines Kaiserssohncs und Bruders des letzten deutschen Kaiser, eines im Purpur gebornen königlichen Prinzen von Germanien. Auch dadurch har es seine Hoffnung, seinen Wunsch, seine WiÜensineinung laut genug verkündigt. Wenn jemals eine Aufgabe klar und deutlich vorlag, so ist es die Aufgabe die dem Reichsverweser und seinem Ministerium gestellt wird. Fangen sie damit an, die seir dem März erschütterte Macht der Sonderstaaten wieder zu befestigen — und dieses thun sie, wenn sie sich mit den alten Einzelregierungen aus irgend eine andere Art der Beryand- lung einlaffen, als die des unbedingten bindenden Befehls — so ist das ganze bisherige Werk eitel und nichtig und cs wird schade sein um d,c^ vergeudete Mühe, um die verlorne Zeit. Schließen sie aber den zweiten Act des großen Drama'S unserer Wiedergeburt mit unerbittlicher Folgerichtigkeit und ungesäumt an den,ersten an, dann wird mit Nothwendigkeit auch die richtige Lösung des Knotens erfolgen und wir dürfen hoffen, noch vor Ablauf des Jahres den Kaiser auf dem Kröuuugsstnhl in Aachen zu sehen, umgeben von den HohkszoUcrn und Dalbergern, den Wittelbachern, Pappenheimern und Welfen, die als die PairS des Reichs ihm huldigen, umgeben von den Besslern und Auerswalden, den Gagern und Camphausen, die als feine Rache und zugleich als Vertreter des Volkes Recht, Gesetz und Besteuerung handhaben, umgeben von den Wrangeln und Welde», welche tue deutschen Heere unter dem Banner des Doppeladlers zum Siege führen. Aber nochmals: um zu diesem Ziel zu gelangen bedarf es noch vieler Hingebung und Aufopferung eines festen Muches, eines besonnenen aber furchtlosen und rastlosen Handelns.
40. Sitzung der constituirenden Natioiral- Bersammlung.
Frankfurt, 17. Juli. Nach einem vierten Ver- zcichniß der Geldbeiträge für den Flotten bau sind seit der letzten Berichterstattung über 5000 st. eingcgangen.
Nach einer Mirchcilung des Reichsministers von Schmerling sind demselben für die Dauer der Abwesenheit Des Reichsministers der Justiz die Geschäfte dieses Ministeriums übertragen.
In Folge einer Anzeige des Abgeordneten v. Slau- denhelm (für Neunkirchen in Oesterreich), daß er wegen Annahme einer Wahl für die constituireave Versammlung in Wien aus der NationalversammluRg austretc, entspann sich über die von Kolb und Wiesner angeregte Frage, ob ein Abgeordneter ohne Weiteres austreten könne, eine Discussion.
Römer machte auf § 9 der Geschäftsordnung aufmerksam, nach welchem für den Fall daß ein Erwählter nach seiner eigenen Erklärung an den Verhandlungen Theil zu nehmen dauernd verhindert ist, derselbe durch eine andere Wahl zu ersetzen ist. Es bedarf also keiner Zustimmung Der Versammlung utiD der Betreffende wird cs lediglich bei seinen Wahlern zu vertreten haben.
Andere Redner, wie Lindenau, Eisenmann rc., welche dieser Ansicht beistimmten, verlangten, daß gleichwohl ein ausdrücklicher Beschluß, wie ec in dieser verschieden beurtheilten Frage überhaupt gehalten werden solle, gefaßt werde.
daß in den letzten wenig Jahren mehr geschehen war, als in den frühern hundert: so meinten sie doch, ihr Herr sei ein Narr, wie alle seine Ahnen, und da sie ihn aber doch liebten, so brachten sie Käfer und Fliegen, und Vögel und Steine, und was sie erhaschten, auf das Schloß, und baten, ec aufzubewahren, waö er immer zusagte, wenn er ec auch dann als schlechtes oder überzähliges Zeug wegwarf; denn ec freute ihn, ob er sonst gleich den schärssten Verstand hatte, daß eine solche Wißbegierde ru' seine Leute gefahren sei, und er hielt sie sämmtlich für lauter Naturforscher. — Nach dem Museum kam ein herrlicher Garten, überschüttet mit Blumen und Obst, und in diesem Garten stand ein junges, blühendes Weib,
zwei Buben balgten sich zu ihren. Füßen, sie rief dem ankümmcnden Manne zu: „Daß du doch endlich da bist, Heinrich, komme, wir haben Obst und Erdbeeren und Milch und alles in die Laube getragen, dort wird zu Abend gegessen/' Niemand unsrer Leser hatte in der feinen, hohen Frau die unentwickelte naive WirthStochter aus der grünen Fichtau erkannt — sie ist in Heinrichs etpul« ein halbes Wunderwerk geworden, aber ein noch gro^reö, ein vollendetes Wunderwerk steht neben ihr, "" ™«»4™ «om«l««, »„ „„ sMr m6 „„
^ ,» L?n,f' 7 J'^X‘"T "« «Wh für I... neu Nachfolger an das Gericht gesendet hatte, eMeaelt und darinnen die flehentlichsten Bitten gelesen, derJ an den das Schloß falle, möchte sich Pia's annehmen, sie
;r,™ •MTi.ru u V V T^"- l« male in den Ruinen Julians sah, wo sie auf dem Bal
sei feine und T.burt.aS Tochter; hätte ,hm Gott dieRttck-skone geritten war.
Die Versammlung trat dem Vorschläge Vogt's, zur Tagesordnung überzugehen, bei.
Der Präsident brachte aus Veranlassung mehrerer bei ihm angekündigten Interpellationen an die Reichs- Minister Die Frage zur Sprache, in welcher Weise den Ministern überhaupt von Interpellationen Kenntniß gegeben werden soll, da sie, ohnehin nur bei besonderer Aufforderung zum Erscheinen in der Nationalversammlung verpflichtet, auch behufs der Beantwortung jedenfalls vorher 'Nachricht erhalten müssen. Der Präsident schlägt vor, ihm von der Interpellation vorher Kenntniß zur Benachrichtigung der Minister zu geben. Diese werden dann ihren Entschluß wegen der Beantwortung fassen können.
Robert Mohl ist der Meinung, daß Die Ankündigung eine Sitzung vorher geschehen solle.
Vogt verlangt, daß die Interpellation von der Tribüne aus geschehe. Die Minister antworten entweder gleich oder verlangen Frist.
Jordan von Berlin schlägt zur Beseitigung eines InlerpeUatlonsfiebers vor, daß eine INterveUation von vornherein wenigstens von 20 Mitgliedern unterstützt sein müsse.
Die Versammlung entschied sich, nachdem noch mehrere Redner gesprochen hatten, auf den Vorschlag B e ck c- rath's, welcher bei den vorhandenen verschiedenen Ansichten über die Behandlung der, einen wichtigen Theil der Verhandlung bilcenoeu Interpellationen -eine feste entsprechende Norm wünscht, die Frage au den Geschäfts ns schuß zu verweisen.
Francke kündigt eine InterPellätion an den Minister des Auswärtigen hinsichtlich des angeblich zwischen Dänemark und Preußen abgeschlossenen Waffenstillstandes an.
Reichsminister v. SchmerllNg sichert Auskunft zu, sobald Mittheilungen erfolgen.
Sch usclka stellt die Frage, ob die Reichsminister sich noch ui ihren früheren T lenstverhälmisse« besinden, und in demselben zu verbleiben gedenken.
Es wurde svdaim von Stenzel aus Breslau die Vollendung eines bereits in Druck gegebenen Berichts des völkerrechtlichen Ausschusses bezüglich der Posener Frage »»gekündigt. Der mit Ausnahme einer Stimme einstimmig gefaßte Antrag des Berichts geht dahin, die Nationalversammlung. möge unter den obwaltenden Uinuänden
1) die Aufnahme derjenigen Theile des Großher- zogthums Posen , welche auf den Antrag der preußischen Regierung Durch einstimmigen Beschluß Der Bundesversammlung vom 22. Mai in den Deutschen Bund ausgenommen worden sind, wiederholt anerkennen und deßhalb die Defuuttve Zulassung der Poseuer Abgeordneten aussprechen;
2) die von dem königlich preußischen Commissär unterm 4. Juni vorläufig angcordnete Demar- eationSlinic vorläufig anerfennen, sich jedoch die Definitive Beschtußnahme Vorbehalten;
3) die bestimmte Erklärung von der preußischen •Regierung verlangen, daß sie nicht nur, so lauge der polnische Theil von Posen unter ihrer (der preußischen) Regierung stehe, die Deutschen in ihrer Nationalität erhalten, sondern auch für den Fall, daß jener Theil aufhören werde;
4) bezüglich der Petitionen aus Westpreußen soll auf dle durch die Nationalversammlung bereite gegebene Erklärung wegen des Schutzes fremder Nationalitäten hingewiesen werden.
Der Präsident verlas einen von dem gerade abwesenden Abgeordneten Her gen Hahn erstatteten Bericht ÜDcr die Wahl in Nidda (Großherzogchuiu Hessen). Bei dieser Wahl batte Dr. Jung zu Büdingen 58 Stimmen, Dr. Helvm a n n zu Selters die gleiche Stiminenzahl erhalten. Die übrigen Stimmen (über 40) zersplitterten sich. Nach dem hessischen Wahlgesetz (Art. 16) hatte nunmehr das Loos zu entscheiden, und dieses entschied für Heldmann. 'Nach § 7 des Wahlgesetzes müssen die Wahlmanncr in der Gemeinde,
kehr aus Afrika gestattet, wohin er thöricht ging, um einem unterdrückten Volke Freiheit nnb sich Ruhm zu erwerben, so hätte er, auf seine Thaten gestützt, dem Geschrei der Welt getrotzt, und hätte Tiburtia geehligt — aber so mußte er die Sünde gegen sie und sich mit zu Gott hinüber nehmen — und bitten um Hilfe für Pia.
Diese Hülfe gewährte nun Heinrich, der gute Mensch, in reichem Maaße — er nahm sie gerichtlich als seine Tochter an, dann zog er das scheue Kind, Daö seit den vielen Jahren, als das Schloß ohne Besitzer gestanden war, nie einen andern Menschen gesehen hatte, als ihre alte Magd, und den alten Ruprecht — er zog bas scheue Kind an sich, bis eS Zutrauen zu ihm gewann, auf ihre Liebe und ihre Worte horchte — die Süßigkeit und Seligkeit kosten lernte, und sich ganz mit Leib und Seele dem neuen, süßen Drange hingab, der dann die schöne Blume hervorlockte, als welche sie nun Da stand. Durch ein seltsam Naturspiel war sie Chelion ähnlich, aber noch schöner war sie, als ihre Großmatter; denn sie hatte ihre Demuth in den Augen, aber auch die Stärke und Freiheit ihres Großvaters des Grafen Jodokus, dem sie gleichfalls ähnlich war, so daß man sie eher für Jodok und Chelionü Kind hatte halten mögen. Dre Strahlen ihres Wesens waren schon weit über den Rothenstein, hinauSgcdrungen, und mancher Anbeter war den Berg hinangeritlcn, aber sie betrachtete dieselben bisher noch immer mit denselben geschreckten Augen, wie weiland die zwei Freunde, als sie sie zum ersten»
für die gewählt wird, ansässig sein. Dies war, wie sich später herausstellte, bei der fraglichen Wahl bei zwei Wahlmännern nicht der Fall. Beide Wahlmänner haben an der Wahl Theil genommen; für wen, ist, da das Scrutinium ein geheimes ist, nicht zu ermitteln. Da schon eine Stimme entscheiden kann, st ist der einstimmige Antrag deö Wahlausschusses , die Wahl für ungültig zu erklären. Diesem Antrag trat die Versammlung, nachdem sich Schaffrath für die Gültigkeit, Spatz dagegen gesprochen, fast mit Stim- meneinheit bei. — Es wurde nunmehr zur Fortsetzung der Berathung über § 3 der Grundrechte geschritten.
Beda Weber von Meran erklärt sich für das zweite Mindcrhcitsgutachtcn des Verfassungsausschusses, daß nämlich für die Aufnahme in das Staatsbürgerthum eines einzelnen Staates Unbescholtenheit und der Nachweis des genügenden Unterhalts des Aufzuneh- menden verlangt werden solle.
Jahn fragt, was unter „bescholten" verstanden werden solle. Es darf nur eine Ehre, die bürgerliche Ehre, geben. Wer seine Strafe ausgestanden hat, muß wieder für ehrlich gelten.
Pla thu er von Halberstadt: Der Ausdruck „unbescholten" ist vieldeutig, muß also erläutert werden. Nach einem Zusatzantrage des Redners soll als bescholten nur der betrachtet werden, welcher eine peinliche Untersuchung oder Strafe zu erleiden hat, oder in Folge Richterspruchs noch unter polizeilicher Aufsicht steht. Wer seine Strafe überstanden hat, hat dem Staate genug gethan. Die Vorurcheile, die gegen die unbestreitbare Wahrheit des Satzes noch bestehen, dür- fen nicht berücksichtigt werden. Dèr Begriff „Pein- : sich" ist allerdings noch näher und übereinstimmend in der Gesetzgebung feftzuftellen.
Wâitz ist für das erste Minoritätserachten. Die erste Minderheit des Ausschusses will kein besonderes Staatsbürgerrecht, sie erkennt nur an, daß besondere Rechte übrig bleiben , welche die Anwendung des allgemeinen StaatsbürgerrechkS auf den einzelnen Staat sind.
Nauwerck verlangt den Wegfall des Wortes „unbescholten."
Christ aus Baden verlangt, — in Erwägung, daß diejenigen Rechte, welche den Inhalt des Staatsbürgerrechts der einzelnen Staaten ausmachten, in § 2 aufgezählt und nach § 1 zum allgemeinen Staatsbür- gerrccht erhoben sind; daß das Gemeindebürgerrecht der einzelnen Staaten nach § 2 beibehalten wird; daß somit für ein besonderes, von dem allgemeinen StaatS- bürgcrrccht und dein Gemeindebürgerrecht verschiedenes Staatsbürgerrecht der einzelnen Staaten kein Inhalt mehr vorhanden, folglich der § 3 ohne Gegenstand ist, — den § 3 zu streichen.
(Schluß folgt.) Tagesordnung der nächsten, morgentlichen Sitzung:
1) Zwei Berichte Rob. Mohl'o über Gegenstände der Geschäftsordnung;
2) Bericht Herrmann's über den Antrag Bal- ly' s, Oeffentlichkeitder Berhandlungen des volks- wirthschaftlichen Ausschusses betreffend ;
3) Bericht des Potitionsansschusses über die Beschwerde Mannheimcr Bürger, wegen Ueberla- stung durch Eirguartirung;
4) Bericht Stave n Vagen c über Militärangele- geuheiten.
41. Sitzung der constitnirenden Jtational- Bersunimlung.
Frankfurt, 18". Juli. Die Sitzung wurde von dem Bicepräsidenteu v. Soiron 9% Uhr eröffnet.
Schoder erhält nach Verlesung des Protokolls von der Versammlung die Erlaubniß, einen Antrag zu begründen, welcher dahin geht, dem Verfassnngsausschuß die Beschleunigung Des Berichts über einen frühern Antrag, Verminderung der Zivillisten betreffend, zu empfehlen. Die Versammlung tritt dem Antrag bei.
Was mit den andern Personen unserer Geschichte geschah? —
Der alte Ruprecht lebt noch, er sitzt ewig hinter dem Chriftophbaue in der Sonne, dreht lächelnd seinen Stock in den Fingern, und erzählt Geschichten, die Niemand zuhört, und meint, er sei noch Castellan, obgleich ein anderer schon seit Jahren sein Häuschen und Amt geerbt hatte.
Robert und Thrine kommen häufig auf den Berg, und Heinrich und Anna in die Stadt
Die ganze Fichtau schlug die Hände zusammen, als Annas Trauungstag war — Vater Eraömuö sagte jetzt nie anders, als: „Mein Herr Schwiegersohn, unser gnädigster Herr Graf." Boten - Simon und der Schecke fahren Land ans, Land ein, und beide.wundern sich über das, was sie erlebt. Der Afang ist wieder an daS Stammgut eingelöfet, nnb Segen und Gedeihen schwebt auf dem ganzen Berge.
Noch eine ganz neue Person müssen wir am Ende der Geschichte einführen, es ist Magdalena, Heinrichs Mutter. Sie kocht und fegt, und ist selig über DaS unsägliche Glück ihres Sohnes.
Im grünen Saale malt eben einer der ersten Kunst' ler an dem Bilde ^cinri^ und AnnaS, die goldue« Namen aber stehen schon im Serpentine und den leeren Nischen.
Uno so, du glückliches Paar, lebe wohl, Gott der Herr segne dich, und führe noch unzählige glücklich»' Tage über deinen Berg, und über dich und die Herzen der Deinen. Lebe wohl.