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i) Die Lehrer werden in StaatSanstalten, und, wie sich nun von selbst versteht, volkö- thümlich gebildet, im Namen des StaatS an­gestellt und aus Staatsmitteln besoldet.

6) Der den Lehrern von den Volksvertretern auS- zuwerfende Gehalt muß als Minimum so viel betragen, daß eine Lehrerfamilie davon leben kann. Die Lehrer steigen auf nach Alter und Verdienst, und für die Dienstunfähig-Gewordeueu wird gesorgt.

7) Die Schule wird von Sachverständigen (die aus dem Lehrerstand hervorgegangen sind) geleitet.

8) Die Lehrer werden in (Schul-) Synoden ver­einigt. Jeder Lehrer ist Mitglied seiner Kreis - Schulsynode, die sich jährlich einmal (oder im Anfang mehrmals) unter Leitung des Kreiöschul- directorS zu gemeinsamen Berathungen und An­trägen versammelt. Die KreiSsynovalen ernennen ihren Vertreter in der alle zwei oder drei Jahre sich versammelnden Provinzialsynode und diese ihren (oder ihre) Deputaten zur ReichSschul- synode.

Hiermit schließe ich. Einem von dem Hauche der Zeit angewehten Lehrer braucht man nicht zu sagen, waS er zu thun hat. u. s. «. u. s. w."

N. Pädagogisches aus dee Mationnizeituttg.

Als Gipfel der entwickelten Menschenkraft bezeichnen wir die Willenskraft, oder die Kraft des Charakters. Dieses führt uns auf die offene, jede schiefe Auffassung unserer Ansicht be­seitigende Bemerkung:

Der Charakter eines Menschen besteht in dem vollstän­digen Besitz, in der ganzen Beherrschung seiner selbst, in der Kraft, welche er an die Bewährung seiner Ueberzeugung setzt, besteht in der äußeren Haltung, die er sich erworben. Cha­rakter hat nur der, welcher seine Leidenschaften beherrscht, mit Energie das will, waS er für daö Beßte erkannt hat, und sich überall als ein gesitteter, gebildeter Mensch bewährt. Nichts macht die Grundlegung, Ausbildung und Befestigung deS Cha­rakters unmöglicher, als Willkür, Zuchtlosigkeit, Unordnung mid gesetzwidriges Betragen. Kraft unsrer Ueberzeugung müllen wir daher auf Anleitung zu strenger,, ja strengster Gesetzlichkeit in den Schulen, auf Entfernung jedes Reizes zur Aufhebung gegen die Gesetze, auf die Beseitigung jeder ^Lpur von Zucht­losigkeit und Frechheit der Jugend den entschiedensten Werth legen. Wir fordern sie unbedingt, nicht halb, sondern ganz, und zwar in jedem Alter und in jeder Art ber schulen. Wir wollen auS der Jugend Männer erzogen wissen, kraftvolle, gesetzlich-handelnde, sich selbst beherrschende, ihre Laune ihre Willkür, ihr Ich dem allgemeinen Wohl unterordnende Männer wie können wir hoffen, auS einer wild und ungeregelt aus- wachsenden Jugend solche hervorgehen zu sehen? Darum fordern wir in den Schulen die strengste Zucht und Ordnung. In Zeiten, in welchen Jedermann durch althergebrachte Formen in Ordnung erhalten wird,kann man den eingeregelten Trieben der Jugend eher einen Spielraum einräumen, nicht aber in Zeiten, in welchen die alten Lande der Ordnung und des Her­kommens sich gelöst haben, in welchen Jeder zu freier Wirk­samkeit berufen ist.

Je freier die Formen des Lebens sind, desto strenger muß die öffentliche Erziehung sein.

WaS die abgestorbene Form leistete, muß nun der Cha­rakter leisten. Darum steigert der Verlauf der jüngsten Zeit unsere Forderungen an die öffentlichen schulen. WaS sie bis­her in den dargelegten Beziehungen leisteten, genügt nicht ein­mal billigen Anforderungen. Jetzt ist eS ganz ungenügend. Die ganze Zeit weckt die Kraft in denen, welche Männer sind.

Mögen daher nun auch unsere Schulmänner es durch die That beweisen, daß sie die Mahnungen der großen Gegen- wart begriffen haben, dadurch; daß sie sich mehr und mehr be­streben, die Kräfte der ihnen anvertrauten Jugend zu wecken, alle ihre Mittel und Maßregeln nach der Uebereinstimmung und dem Beitrag, den dieselben für diesen Entzweck liefern, zu beurtheilen, überall aber und hautsächlich die Her­anwachsenden in freudigem strengem Gehorsam, in edler Zucht und Sitte zu erhalten.

Die Gegenwart fordert eS mehr als je; die Zeit macht sie verantwortlich dafür. Eine in Keckheit, Ungebundenheit, Zügellosigkeit, Widerspenstigkeit und Auflehnung gegen die Ge­setze und die Lehrer aufwachsende Jugend ist der Fluch der Eltern, untergräbt daS Glück und die Ruhe der Familien, statt sie zu fördern, und trägt dem öffentlichen Leben die bittersten, giftigsten Früchte. Eine Schule in welcher die Schüler es lernen, sich in Gemeinschaft gegen Gesetze und Personen aus­zulehnen, ist eine Erziehungsanstalt für Aufruhr und Anarchie. Die Zeit derEmancipation" der Jugend darf nie kom- men."

Merkt'S wohl, ihr Führer der Jugend, wenn ihr wahre Erzieher fein und für des Vaterlandes und eurer Zöglinge Glück wahrhaft sorgen wollt I Wie stimmen hiermit die Peti- tionen der Seminaristen, Gymnasiasten re. :c. ?

Zu

Auch ein Wort über den Rus nach Trennung der Schule von der Kirche."

M. Vom Fuße des Westerwalres, 19. Juni 1848.

(Siehe allgemeines Kirchen- und Schulblatt Nro. 1. u. 2.)

K. Einige Klafter über dem Fuße des WcsterwaldcS, 15. Juli 1848.

Erwähntes Wort rührt von einem Manne her, den ich ob seines Wissens, feines Urtheils, seines Charakters, über- Haupt seines ganzen Seins, Denkens und Thuns im Innerste» des Herzens aufrichtigst verehre.

ES bedingt dieses jedoch nicht, daß ich mit ihm stets der­selben Ansicht sein müsse. Namentlich divergiren unsere Mei­nungen über vorliegendes Thema. Wenn ich die meinigen hier entgegen ausspreche, so darf ich, den eingänglich geschehenen Kundgebungen gegenüber, wohl nicht bemerken, daß diese Er­widerung nur als vom Interesse für die Sache geboten erachtet werden könne.

Gewiß sehr richtig ist die von Herrn M. vorangeschickte Bemerkung:Wer etwas will muß vor allem sich klar machen, w a 6 er will; weil er sonst leicht in Ungereimtheiten und Wi­dersprüche verfällt und am Ende seiner Sache mehr schadet als nützt." Allein es vermag, dünkt mich, die Beachtung dieser Regel doch nicht vollständig vor jeder Abirrung zu sichern. Insbesondere kann man immer gegnerischer LeitS Irrthümer unterstellen, die in der Wirklichkeit nicht existiren. Herrn M. scheint meines Erachtens so ergangen zu sein, wenn er an­nimmt, doß die vom Volkölehrerstand (eS tritt inzwischen nicht blos dieser Siand in der fraglichen Angelegenheit auf) gegen­wärtig so nachdrücklich gewünschte Trennung der Schule von der Kirche eigentlich in Enthebung der Schule von der Aufsicht der Geistlichen und völlige Gleichstellung der Lehrer mit den Geistlichen übersetzt werden müsse. Zur Begründung dieser Nachweise des in dieser Interpretation vorwaltenden Irrthums auf Seiten teS Herrn M., glaube ich Zweierlei: ein Zu^eständniß und eine auf einer Arsicht über die zukünftige Stellung der Geist­lichen in der Kirche gestützte, unter Alternative ausgesprochene Behauptung voraus zu schicken nicht unterlassen zu dürfen.

Ich gestehe ein, daß daS seither vielfach bestandene wunde Verhältniß zwischen Geistlichen und VolkSlebrMr deoE^"^en