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gen, um endlich das so lange Preis gegebene Nord- Schleswig zu besetzen und in Iüttland einzurücken. (?) Schwerlich wird man die dänische Armee ereilen, da es heißt, daß dieselbe schon HaderslebeN- in nördlicher Richtung verlassen haben soll. (Schl.-H. Z.)

Altona, 29. Juni. Nach zuverlässigen Mitthei­lungen aus Schweden wird sehr eifrig am Frieden ge­arbeitet. Die Abneigung der Schweden und noch mehr der Norweger gegen die Theilnahme am dänischen Kriege wächst fortwährend, und die wenigen Freunde der dänischen Sache fangen an, ihren zeitweilig, auf die öffentliche Meinung ausgeübten Einfluß einzubüßen. Man sieht jetzt, daß die scandinavische Sympathien keineswegs in die Vvlksmasien eingedrungen sind. Da­mit hängt es wohl zusammen, daß weitere bedeutende Einschiffungen nach Dänemark gänzlich eingestellt sind, und, was noch wichtiger ist, daß die auf den dänischen Inseln befindlichen Truppen sich in der Defensive hal­ten und in keinem Falle das feste Land, auch Jütland nicht, betreten werden. Die eifrigen dänischen Blätter sind schon mißtrauisch gegen die schwe­dische Hülfe geworden, sie ist ihnen nicht kräftig genug. N.-S. Bei Wadt ist eine russische Flotte von 4 oder 6 Linienschiffen nebst einer entsprechenden Zahl kleinerer Fahrzeuge vorbeigekominen; dieselbe hat 19,000 Mann Landungstruppen an Bord. Die Rich­tung war nach Dänemark zu; doch glaubt man nicht, daß eine directe feinselige Demonstration damit beab­sichtigt sei.

Ausland.

Republik Frankreich.

Paris, 1. Juli. Der Ministerrath hat ent­schieden, daß die theilweise Entwaffnung der National­garde nicht bloß dahier, sondern auch in den Provinz- städten geschehen soll, welche Mittelpunkte der Fabrik­

bevölkerung sind und wo sich aufrührerische Stimmungen kund gegeben haben. Die Gesellschaft der Menschen­rechte behauptet, dem Aufstande fremd geblieben zu sein; sie zählt angeblich 35,000 Mitglieder und behält sich die Zukunft vor. Hr. Landrin soll zum Polizei- Präfekten ernannt sein. Man berechnet, daß schon 40,000 Flinten und 20,000 Säbel in Folge der Ent­waffnung nach Vincennes abgeschickt worden sind. Alle diejenigen Gardisten, welche in den Tagen des Kampfes nicht unter den Waffen erschienen sind, sollen als un­würdig, ein Gewehr zu tragen, in den Compagnielisten gestrichen werden. Die einbalsamirte Leiche des Erzbischofs ist im erzbischöflichen Palaste auf dem Katafalk ausgestellt. Das Capitel von Notre-Dame wird die Generalvicare wählen, denen die zur Wahl eines Erzbischofs die Verwaltung der Erzdiöccse an- heiinfällt. Man schätzt die Zahl der Nationalgardisten von auswärts, denen heute Rationen verabfolgt wurden, auf 91,000. Mehrere Präfccte und städtische Behörden haben dem Abzüge von Freiwilligen nach Paris alle mögliche Hindernisse in den Weg gelegt; mehrfach mußten die Gardisten mit Gewalt die Hemmnisse be- seitigen. Auch einige Eisenbahn-Verwaltungen zeigten sich dem Zuzuge nach Paris abgeneigt. General Lebreton soll Briefe und andere Actenstücke in Händen haben, durch welche hochgestellte Personen stark compro- mittirt werden. Der unter den Insurgenten gefangene Tainbourmajor der 12. Legion soll wichtige Ausschlüsse versprochen haben.

Ein am vorigen Samstage mit den Waffen in der Hand festgenoinmener Meuterer sagte:Alle Eigenthümer sind Diebe, das ist meine Meinung; ich habe mich aus keinem andern Grunde geschlagen."

Es waren von der Bariere du Trvne bis zum Eingänge der Vorstadt St. Antoine nicht weniger als 65 Barrikaden errichtet worden. Sämmtliche Häuser! und Läden wurden mit dem Beile eingeschlagen. |

Der Marinennmstet hat Befehle zur Ausrüstung der zum Transporte der gefangenen Insurgenten nö­thigen Schiffe abgeschickt; dieselben werden ein Geschwa­der bilden unb unter dem Befehle eines Contre-Admirals stehen. Der Maire von Paris hat «»geordnet, daß eine Bildsäule des im Alter von 55 Jahren verstorbenen Erzbischofs, der sein hohes Amt seit dem Mai 1840 begleitet hat, im Hofe der Quinze-Vingts aufgestellt werden soll.

Eine officielle Mittheilung lautet: Bei einer Darricade in der Straße St. Laurent fielen zahlreiche Opfer; das Pflaster war mit Blut bedeckt, als ein junger Mann, Lehrling bei dem Hospital der Unheil­baren, sich den Kugeln entgegenstürzt, einen Verwundeten aufnimmt, ihn in das Hospital trägt nnd seine Wun­den verbindet. Das Feuer währt fort: neue Unglück­liche verlangen seine Hülfe; er stürzt sich abermals hinaus und holt nach einander mehrere Verwundete. Allein dort endigt die Aufopferung dieses edlen Sohnes des republikanischen Frankreichs nicht. Er improvisirt im Hospitale selbst eine Ambulanz, die hald mehr als fünfzig Verwundete umfaßt, und seit dem Tage versieht er, von den guten barmherzigen Schwestern unterstützt, den Dienst bei den Kranken mit einem Eifer, den man nicht genug bewundern kann. Solche Thatsachen bedür­fen keines Commentars; das menschliche Herz hat Sympathien für diejenigen, die so gut das erhabene Wort verstehen:Brüderschaft!"

Die Wahl des Herrn Marie zum Präsidenten der Nationalversammlung ist im Publikum sehr gut aus­genommen worden, da derselbe zu den Mitgliedern der früheren Negierungskommission gehörte, welche den ultrarevolutionären Ansichten einiger Collegen immer mit Kraft und Entschiedenheit entgegentraten, und er allgemeine Hochachtung genießt.

Personal - Nachrichten.

Verzeichniß der Abgeordneten der deutschen Nationalversammlung am 29. Mai 1848.

Achleitner von Ried. Adams von Koblenz. Abrens von Salzgitter. Aichenegg von Wien.

5 Albrecht von Leipzig. Ambrosch von Breslau. Anders zu Goldberg. Anderson von Frankfurt a. d. O. v. Andrian von Wien.

10 An; von Marienwerder.

v. Arnim-Boytzenburg von Berlin. Arnds von München.

Arndt von Bonn.

v. Auersperg von Tiirnenchart.

15 Auerswald von Breslau. Backhaus von Seelbach. Baclam von Zena.

v. Bally von Beuchen.

v. Bardeleben von Königsberg.

20 Barth von Kaufbeuern. Bassermann von Mannheim. Bauer von Bamberg.

Becker von Daan.

Becker von Gotha.

25 Becker von Trier.

v. Beckerath von Crefeld. Behr von Bamberg.

Beidtel von Prüme. Beinhauer von Wien.

30 Beisler von München.

V. Verdien.

Berger von Mähren.

Bernhardi von Kassel.

Beseler von Greifswalde.

35 Biedermann von Leipzig. Blömer von Aachen.

Blum von Leipzig.

Blumenstetter vvn Burladingen.

v. Blumröder, A. von Sondershausen.

40 v. Blumröder, G. von Kirchenlamitz. Bock aus Westphalen.

Böcking von Trarbach.

Böcler von Schwerin.

Boddien von Pleß.

45 Bogen von Michelstadt.

Bonardy von Greiz.

Bauvier, C., aus Steyermark.

v. Bothmer aus Carow. v. Bothmer , Justizr. aus Carow.

50 Braun von Bonn.

Braun von Cöslin.

Brentano von Bruchsal. Bresgen von Ahrweiler.

Breuning von Aachen.

55 Breusing von Osnabrück. Bricgleb von Coburg.

Britlev.

Brons von Emden. v. Bruck von Triest.

60 Brunck von Fürfeld.

Burger von Triest.

Bürgers von Köln.

Burkart II. von Bamberg, v. Buttel von Oldenburg. 65 v. Buzzi von Klagenfurt. Carl von Berlin.

Cetto von St. Wendel.

Christmann von Dürkheim.

Claussen von Kiel.

70 Clements von Bonn. Cnyrim von Frankfurt a. M. Comves von Köln.

Cornelius von Braunsberg.

Coronini-Cronberg, Graf von Görz.

75 Cramer von Cöthen.

Cucumus von München.

Dahlmann von Bonn. V. Dallwitz aus Schlesien. Dammers von Nienburg.

80. Deetz von Wittenberg. Degenkolb von Eulenburg. Deiters von Bonn.

Detmold von Hannover.

Dewes von Losheim. 85 Heimann von Meppen. Dham von Schmalenberg. Diepenbrock von Breslau. Dieringer von Bonn, v. Dieskau von Plauen.

90 Dietrich von Reimetz.

Dietsch von Annaberg.

Dietzsch von Saarbrücken.

v. Doblhof von Wien.

Dohna, Graf, von Heiligenbeil.

95 Döllinger von München.

Drechsler von Rostock.

Drinkwelder von KremL.

Dritter.

Dröge von Bremen.

100 Droysen von Kiel.

Duncker von Halle.

Ebmeier von Paderborn: ^

Eckert von Bromberg.

Eckert von Lohr.

105 Edel von Würzburg.

Edlauer aus Steyermark.

Egger von Wien.

Eisenmann von Nürnberg.

Eisenstuck aus Sachsen.

110 Engel aus Holstein.

Englmayr von Leonbach.

Esmarch aus Schleswig.

Evertsbusch von Altena.

Eumuth von Mnrau.

115 Falk von Ottolangendorf.

Fallati von München. Fallmerayer von München.

Festi von Trento.

Feßler von Briren.

120 Fetzer von Stuttgart. (Forts, f.)

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Versteigerung von Pferden.

Montag, den 10. Juli d. I., Morgens 8 Uhr an­fangend, werden in dem Hofe der hiesigen Artillerie- Kaserne 73 sehr brauchbare Artillerie- und Train-Zug- und 7 Reitpferde, und

Donnerstag, den 13. Juli d. I., Morgens 8 Uhr, in Hadamar ebenfalls 73 Zug- und 5 Reitpferde öffentlich und nur an Inländer versteigert werden, und zwar unter der Bedingung, daß die Kaufer sich verbind­lich machen, die Pferde auf Verlangen der Militair- Verwaltung binnen den ersten vier Monaten nach dem Versteigerungstage um den Steigpreis zu jeder Zeit zurückzugeben und zwischenzeitlich die Pferde ohne Ge­nehmigung des Herzoglichen General - Eommando'ö nicht an andere Personen zu verkaufen.

Die weiteren, hierauf Bezug habenden Bedingungen können bei den Herzoglichen Aemtern, wo sie offen lie­gen , eingesehen werden.

Wiesbaden, 28. Juni 1849.

Herzogs. Nass. General-Gommando.

(51°) Alefeld.

Steinkohlen.

. Meinen verehrten Kunden mache ich die Anzeige, daß tch von Fr er tag, den 7. d. an, während zwölf Tagen Ausladen von Ruhrer Ofen-, Schmiede- und Stückkohlen beschäftigt bm und dieselben zfi den billig­sten Preisen gegen comvtante Zahlung abgebe. Bestel­lungen bitte direct oder auf der Düsseldorfer Aacntur Marktplatz, in Wiesbaden zu machen. ' Agentur, Biebrich, den 4. Juli 1848.

(511)

I- K. Lembach.

Höchst, 3. Juli.

Ueber unsere Stadt, namentlich über ein darin herr­schendes sogenanntes republikanisches, d. h. communisti- sches Treiben und ein Auflehnen gegen alle bestehende Ordnung wird, wie man vernimmt, außerhalb viel ge­sprochen. Zur Beruhigung der Gemüther diene folgende Nachricht. Der Kern dieser Partei besteht aus einem Bäcker, der uns allen guten Teig zu einem Sauerteig macken möchte; aus einem Schuster, der uns Alles mit Pech besudelt; aus einem abgesetzten Ofsicier und einem bankerott gewordenen Kaufmann (als Präsident), die durch Wühlereien ihre im Schlamm verlorene. Ehre wie­der zu finden hoffen. Den Plan zu ihrem Staatsge- b'äude haben sie einem im Staatsexamen durchgefallenen Baukandidaten aufgetragen und demselben zur Hülfe noch einen Maurer beigegeben. Letzterer ist besonders für Erbauung der Gefängnisse bestimmt, die er aus Praxis kennt, indem er einen großen Theil des Jahres darin zuzubringen pflegt. Diese Minderheit sucht über eine bedeutende, aber ruhige Mehrheit zu herrschen.

Armes Höchst! wenn es denselben gelingen sollte. Noch ist es Zeit, sie mit einem kühnen Griff zu er­würgen. Bürger, versäumt nicht zu handeln und rasch zu handeln. Nur. der, der den Augenblick ergreift, das ist der rechte Mann. (512)

Frachtbriefe ^13)

zur Versendung von Gütern auf der TaunuS­

Eisenbahn sind zu haben per Dutzend 5 kr.

Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.

Im Berlage des Unterzeichneten ist erschienen:

Köchin und Küche.

Umfassendes Kochbuch der neuesten Zeit. Gründliche Anweisung in 700 geprüften Kochrecepten, wie man alle Arten von Suppen, Saucen, Gemüsen, Fleisch-, Fisch- und Mehlspeisen, süßen Gerichten, Pasteten, Backwerk und Puddings 2C. auf die wohlfeilste Art zubereiten kann. Nebst einer Anweisung, größere und kleinere Tafeln mit Geschmack zu verzieren, sowie die Gerichte zu ordnen, durch Zeichnungen erläutert.

Von Julie Aeich, geb. Schul.

272 Seiten auf milchweißem Maschinenpapier, in Um­schlag gebunden. 34 fr.

Göthe und Gretchen.

Von 3. E. Braun.

Zwanzig Sonette. Gr. 12. Geh. 18 kr.

Wilhelm Friedrich

(514) am Friedrichsplatz in Wiesbaden.

Druck und Vcr.ag von Wilhelm Friedrich, am Friedrichsplatz. Redacteur: Karl Brann. Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich,.