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dafür. (Bravos Berderhierauf voraenominenenWM! gen bestärken, die Vorsehung werde die große deutsche ' , , , 4 0.-» »»Aitow Oa^ai» ^^d MMh bpr tWrrtsip

des ersten Vizepräsidenten erhielt bei 482 Stinnn enden v. Soiron 359 Stimmen, Robert Blum 104 St., Heinrich Simon 8 St., v. Neuwall 4 St., v. Andrian 4 St., v. Nadowis, Simon von Trier, Notenhan ze 1 Stimme, v. Soiron wurde als erster Vizepräsident von dem Präsidenten verkündigt. (Beifall.) v. L>oi- ron: Ich danke für das ehrenvolle Vertrauen, ich werde cs durch treue und gewissenhafte Pflichterfül­lung rechtfertigen. (Bravo!) Zu der Wahl des zwei­ten'Vizepräsidenten waren 478 Stimmzettel abgegeben, i von denen drei verloren gingen (2 waren für v. Sotz [ ron, 1 ohne Namensbczeichnung). v. Andrian erhielt 277 Stimmen, Heinrich Simon 182 St., Rotenhan 2

St., Robert Blum 3 St., v. Moring 2 St., Heck­scher 2 St., Hergenhahn, v. Nenwall, Kirchgeßner, Flottwell, Beda Weber, v. Rönne, Mittermaier je 1 St. v. Andrian wurde als zweiterVizepräsidentvon dem Vorsitzenden verkündigt.

Ueber Feststellung der Tagesordnung für die nächste Sitzung entspann sich eine Discussion, an welcher Jor­dan von Berlin, Jaup und Neubauer rc. Theil nahmen. Es wurde von mehrern Seiten die sofortige Berathung der Grundrechte verlangt. Der Präsident schlug wegen Beurlaubung vieler Mitglieder für den nächsten Tag vor, die Berathung auf die künftige Woche zu verschieben. Mit Zustimmung der Versammlung wurde für die auf morgen den 1 Juni früh 9 Uhr festgesetzte Sitzung auf die Tagesordnung 1) Inter­pellation Vogts wegen des Verhältnisses zu Frank­reich, 2) ein Antrag von Arndt, 3) die Wahl (Hecker'o) in Thicugen (Baden), 4) und 5) zwei Berichte des Ausschusses für Lie österreichisch-slavische Frage und eventuell ein Bericht des Petitionsausschus- ses über Niedersetzung eines besondern Ausschusses für Kirchen- und Schulangelegenheiten gesetzt.- Schluß der Sitzung Mittags 1 Uhr.

67 Sitzung der deutschen Bundesversamm­lung vom 29. Juni 1848.

In Folge der heute von der Nationalversammlung vorgenommenen Wahl eines Reichsverwesers faßte die Bundesversammlung einstimmig den Beschluß, folgendes Schreiben an Seine kaiserliche Hoheit den Erzherzog Johann von Oesterreich zu richten:

Durchlauchtigster Erzherzog!

In würdigem, feierlichem Acte wurden so eben Eure kaiserliche Hoheit von der deutschen Nationalvor- sammlUng Ium Reichsverweser unseres großen Vater­landes erwählt.

Die Bundesversammlung theilt mit der ganzen Na­tion die Verehrung für Eure kaiserliche Hoheit und die erhebenden patriotischen Gefühle, die sich an dieses große Ereigniß knüpfen, so wie das feste Vertrauen, daß diese Wahl heilverkündend und die beste Bürgschaft für die Einheit und Kraft, für Lie Ehre unseres Gesammtva- terlandes sei.

Sie beeilt sich, Eurer kaiserl. Hoheit diese Ueber­zeugungen und Gesinnungen Glück wünschend auszu­drücken.

Ganz besonders aber gereicht es den in der Bun­desversammlung vereinigten Bevollmächtigten der deut­schen Regierungen zur höchsten Genugthuung, Euerer kaiserl, Hoheit die Versicherung ausdrücken zu dürfen, daß sie schon vor dem Schlüsse der Berathungen über die Bildung einer provisorischen Centralgewali von ihren Regierungen ermächtigt waren, für eine Wahl Eurer kaiserlichen Hoheit zu so hohem Berufe sich zu erklären.

Die deutsche Bundesversammlung ist in dieser eben so großen als ernsten Zeit von dem wärmsten Wunsche belebt, Eurer kaiserliche Hoheit möge dem allseitigen Vertrauen und der Berufung zu der erhabenen Würde baldmöglichst entsprechen und dadurch unsere Hoffnun-

Ob ihm auch Heinrich keine Antwort gab, so wurde er doch immer vergnügter über die Zufriedenheit seines Herrn, und da er ihn durch die wirklich erstaunliche Reihe von Fässern zurüâgeführt hatte, näherte er sich vertraulich dem Ohre Heinrichs, und sagte heimlich:das ist der neue Sindicus der schwarzen Stadt, sagt ihm kein Wort von dem vielen mächtigen Weine; denn sie versiegeln alles, bis Graf Christoph kömmt: aber der ist todt, und im Mohrenlande begraben auch Steuer und Abgaben gehen immer ein, und werden im Rath­hause der- schwarzen Stadt aufgehoben. Jetzt aber ge­hen wir in die Stube, wo sie alle bereits warten."

Wird aber nicht Pia Schaden nehmen, wenn wir so lauge wegbleiben," sagte Heinrich versuchsweise.

Wer!?" entgegnete der Alte mit allen Zeichen des höchsten Erstaunens, indem er seinem jungen Begleiter mit der Laterne ins Gesicht leuchtete. Heinrich fühlte augenblicklich, daß er eben einen falschen Griff in daS Uhrwerk gethan habe; denn der Geist des Alien hatte in Jahren geschwebt, wa Pia nicht war; daher wurde er erschreckt über die Frage, und der Geier, der eigent­lich an seinem Gehirn fraß, nämlich: daS Mißtrauen in sein eignes Inneres und in seine eigne Existenz stand auf, und schlug ihm die düstern Flügel wieder um das Haupt. Er ging hastig den Gang zurück, löschte daS Licht aus, verbarg mit größtem Scharfsinn die Laterne führte Heinrich wieder Trepp auf Trepp ab, Gang aus' Gang ein, und sie standen endlich plötzlich bei Robert' der noch immer an feinem Fenster harrte. Es that dem Auge Heinrichs ordentlich wohl, daß er wieder im Ta­

Nation zu neuen Zeiten des Heils und der Elröße

hinführen.

Frankfurt, den 29. Juni 1848.

Die deutsche Bundesversammlung und in deren Namcu,

DerPräsidirende: Ritter v. Schmerling.

Maffauisches

§ Kammer - Verhandlungen.

13. Sitzung.

Wiesbaden den 30. Juni.

(Schluß.)

Es folgt der Beucht über das Budget der Chaussee­bauten. Berichterstatter ist Großmann.

Sofort gestrichen wurde der Fruchtmehrbetrag eines Angestellten und-eine für die Brandsteuerregulirung in den Aemtern Wiesbaden und Königstein in Anforderung gebrachte Summe.

Der Canzleiauswand eines Angestellten wurde re- ducirt. .

Zwischen dem Abgeordneten W i m p f und dem Reglerungscommissar Oberbergrath S ch a p p e r erhebt sich eine Debatte über die Erhöhung der Bankette, welche Ersterer für überflüssig hält, während der letz­tere wegen des Wafferandrangs sie für nothwendig erachtet, und über den Ankauf von Steinen zu Rinnen, welche jener im Inland, namentlich auf dem Taunus, wo deren unzweifelhaft vorhanden seien, acquivirt wissen will, während dieser ausführt, man beziehe die Steine am besten und wohlfeilsten aus dem Homburgischen, die unsrigen seien wegen ihrer Ungleichheit unbrauchbar.

Einige Posten wurden hauptsächlich aus der Rück­sicht verwilligt, weil die Arbeiten bereits vergeben seien.

Gegen Leeses Princip verwahren sich Heyner und Wimpf. Man dürfe ein solches Präjudiz nicht aufkommen lassen, weil dadurch die Kammer ihr Recht, aus der Hand gebe.

Auf Frage des Präsidenten wird die zur Er­bauung einer neuen Brücke über den Salzbach an der Armenruhmühle bei Biebrich in 1orderung gebrachte Summe von circa 5000 fl. gestrichen, da ' die alte Brücke noch auf längere Zeit ausreichend sein wird.

Ebenso wurden gestrichen 845 fl. 36 fr. für Chaussee- verbesserungen bei Wiesbaden und endlich 84 fl. als Anschlagssumme für versuchsweise anzuschaffende s. g. Schneeschlitten zum vorteilhafteren Wegschaffen des Schnees auf den Chausseen." Ihre Anschaffung wird von dem Regierungcommissär nicht als unbedingt noth­wendig bezeichnet.

Von den in Anforderung gekrachten Ehstusseeunter- Haltskosten des Bezirks jenseits der Lahn im Betrage von 61,088 fl. 33 fr. hatte die Commission nichts be­anstandet; dieselben wurden daher von der Kammer genehmigt.

Nachträglich wurde von dem Abgeordneten Zoll­mann ein ursprünglich in dem Budget enthaltener, aber von der Negierung selbst gestrichener Poften von 1000 fl. wieder in Anregung gebracht, dessen Anfor­derung den Zweck hatte, einen sehr bedeutenden Miß­stand in der Stadt Limburg an der neuen Chaussee dadurch zu entfernen, daß zwei weit vorstehende alte Häuser gekauft oder die Besitzer veranlaßt würden, dieselben abzureißen und iveiter zurückzustellen. Zoll­mann erklärt, daß diese Sache um deßwillen jetzt nicht übergangen werden dürfe, weil jene Häuserbesitzer Vor­halten, die Häuser abzureißen und auf derselben Stelle wieder aufzubauen.

Regierungscommissär S ch a p p e r erklärt, daß eine Entschädigung von 2875 fl. gefordert worden und daß . allerdings sehr zu wünschen sei, wenn die Sache geopLnet werde.

Die Kammer verwilligt nachträglich den in Anfor-

geslichte war, und durch daS, obwohl milchtrübe Glas, das liebe Grün der Bäume herein scheinen sah.

Robert heftete einen festen Blick auf den Greis, weil er ahnte, daß etwaö vorgegangen. Dieser aber, wie ein Knabe, der seine LieblmgSgedaukrn unterdrücken muß, denen er so gerne nachhinge, war ganz vernünftig, oder beherrschte sich, es zu sein. Er mißtraute oder fürchtete Robert; gegen Heinrich jedoch zog es ihn mit kindischer, zutäppischer Liede, um auszuschütten, was er für das, Wichtigste hielt, und was gerade daS Aberwitzigste war und beides, Furcht und Liebe, war die ganze Zeit her unverkennbar sichtlich.

Herr Sindik, wir haben euch müssen warten lassen," sagte er,was wollet ihr denn nur ansehen ?"

Siehst du, die Sonne ist schon ziemlich weit über ihren Mittagsstand hinab," antwortete Robert, wir wollen nur noch das Wesentliche ansehen, dann müssen wir fort."

So wollen wir die Zimmer anschauen," sagte der Greis, indem er über einen Vorsaal schritt, aufschloß, und sich anstemmend, die eingerosteten Thürflügel öffnete. Eine Reihe von Zimmern empfing sie mit schwerer, ver­blichener Pracht; alterthümliche, geschnitzte Geräthe, wun­derliche Tapeten, theils noch ganz, theils durch Moder und eigene Schwere zerrissen, Zeltbetten, Putztische, Ses­selreihen, alles von altväterischem Prunke, kunstreich, uns d^ch fest gearbeitet, aber bedeckt mit Massen von Staub und Spinnenweben, und ein trübes Licht siel durch die blinden Scheiben von dem einsamen, funkelnden Tage draußen herein.

derung gebrachten Betrag, um denselben zur geeigneten Zeit zu verwenden.

Nachdem hiermit die Discussion über den ersten Theil der Tagesordnung beendigt war, richtet Abge­ordneter Bertram die Frage an die landesherrlichen Commissarien, ob die Anordnung getroffen sei, daß auch das Militär jetzt ebenso wie die Civilbeamten zu dem kürzlich verwilligten dritten Steuersimpel un­gezogen würde, da dasselbe nach der Beeidigung auf die Beeidigung jenen gleichstehe.

Regierungscommissär Bertram erklärt, daß die Erhebung dieser Steuer nach den bestehenden Gesetzen erfolge müsse, wodurch das Militär noch nicht angezo­gen sei. Solle dies geschehen, dann werde ein förm- llcher Antrag in der Kammer erfolgen müssen.

Abgeordneter Bertram bemerkt, daß er hiernach alsbald einen solchen Antrag stellen werde.

Die Tagesordnung führt weiter zur Discussion über das von der Regierung erlassene provisorische Gesetz über die Haftbarkeit der Gemeindeglieder bei öffentlichen Excessen (Verordnungsblatt Nr.' 15). Ab­geordneter Gergens nimmt den Präsidentensitz ein und Wirth verliest als Berichterstatter den Commis- sionsbericht. Es werden danach zu §. 1, 4 und 5 Zusätze beantragt, §. 2 und 3 ohne Aenderung zur Annahme empfohlen, der §. 4 dem §. 2 vorgeftellt und dein Gesetze noch ein weiterer §. zugefügt.

Schlemmer. Das Gesetz müsse auch auf Fremde, die in der Gemeinde wohnen ausgedehnt werden, da dieselben auch den Schutz der Gemeinde gleich den Bür­gern genießen.

Siebert. Die Haftbarkeitserklärung der Gemein­den würden nicht ausreichen, um alle Excesse zu ver­hüten. Es müsse eine besondere Exekutivgewalt errich­tet werden, die auch dazu dienen werde, in Beitrei­bung der Abgaben durch energische Maßregeln mitzu­wirken. '

Regierungsrath Werren. Die Regierung sei ganz damit einverstanden, daß ein Gesetz erlassen werde, um die rückständigen Abgaben mit Energie beitreiben zu können.

Siebert. Nicht blos die Beitreibung der Abga­ben, sondern die Verhütung aller Ercesse'und Gesetz­widrigkeiten müsse Zweck der zu errichtenden Erecutiv­gewalt sein.

Justi. Das zu erlassende Gesetz werde einen sol­chen moralischen Eindruck auf die Staatsbürger machen, daß das von Siebert vorgeschlagene Mittel nicht nö­thig sei.

Werren erwähnt, mit Beziehung auf die obige Aeußerung Schlemmer's, Fremde könnten deßhalb nicht mitansskzogen werden-, wrtl trrl^ seien, an den Bertheidigungsanstalten Theil zu nehmen, sie seien nicht bürgerwehrpflichtig rc.

Schlemmer. Wenn sie Schutz haben wollten, dann müßten sie auch schützen helfen.

Regierungsrath Werren verneint dies nochmals mit Beziehung auf seine obige Ausführung.

Man schreitet hierauf zur paragraphenweisen Dis­kussion.

Bei dem § 1 beantragt die Commission den Zusatz r auch von Seiten Einzelner wegen der bezahlten Entschädigungsrate."

Der $ 1 wird in dieser Fassung ohne weitere De­batte angenommen.

Der § 4 soll nach Antrag der Commission § 2 werden und der Schlußsatz desselben ist dahin zu ändern: ' Der bei den Gerichten anzubringende Antrag ist gegen die betreffende Gemeinde zu richten, welche

auch den zuerkannten Schadensersatz vorzulegm: : hat."

Jung. Dies würde aber nicht mit dem in $ 1 ausgesprochenem Grundsätze der Haftbarkeit der ein» seinen Gemeindeglieder übereinstimu.en.

Wirth. Das doch nicht, die Einzelnen sollen haft­bar bleiben, die Gemeinde solle es bloß als eine Vor­lage für die einzelnen bezahlen.

Mit den schwermüthigèn Gefühlen menschlicher Nich­tigkeit und Vergänglichkeit, die unö gerne in Ruinen be­schleichen, und mit einer Art düsterer Rückliebe gegen vergangene Geschlechter gingen die Freunde durch diese Stät­ten versunkenen Glückes und Elendes, und in Heinrichs Herzen regte es sich noch dunkler und tiefer, wenn er dachte, das Blut derer, die hier lebten und litten, habe sich bis auf ihn vererbt, und er sei ein lebendiger Theil dessen, was nun alles da todt und verkommen vor ihm lag. .

So hatten. sie mehrere Zimmerreihen durchwandelt, einst zu dem verschiedensten Gebrauche bestimmt,« der Oede des Prnnksaales an bis zur Heimlichkeit des einstigen Schlafgemaches: Der Alte' war ohne viele Theilnahme schweigsam hinter ihnen gewandelt, aber, da sie wieder in einen Vorsaal gelangten, bog er plötzlich und mit Hast um eine Ecks, riß zwei riesengroße Flügel auf und ein zauberischer Anblick schlug den Freun­den entgegen: es war der grüne Saal; denn mit dem feinsten, dunkelsten Serpentin waren die Wände beklei­det, riesengroße Fenster von unten gegen oben zum Theil mit grauer Seide gedeckt, rissen sich gegen den glän­zenden Himmel auf, und ihr Glas war glatt und spie- gelhaft, als hätte man es in diesem Augenblicke gesetzt der Grund aber war, weil eS der Alte immer putzte,

(Fortsetzung folgte