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riS feine Collision hervorgebracht. In Marseille ist die Ruhe schnell, aber leider nicht ohne Blutvergießen bergestellt worden. Die Clubbisten der Bergpartei (des Montagnards) haben einen Kampf hervorgerufen, bei welchem eine gewisse Anzahl Soldaten und Nalio- nalgardisten, so wie 15 Clubbisten blieben. Die ita- lienische Legion ist dieser Bewegung fremd geblieben. In den Landgemeinden bei Marseille sind beinahe 700 Personen gefangen genommen worden. Noch läßt sich die Zahl der in den letzten drei Tagen Gefallenen, Verwundeten, Ertrunkenen, Verbrannten, Ermordeten, kurz aller Verlorenen nicht genau bestimmen. Man schätzte sie gestern Abend auf 10 bis 11,000. Außer den 'Spitälern sind der Verwundeten und Privatgc- bäude der Pflege mehrere Kirchen - gumbmet. Der Erzbischof von Paris hat, wie wir hören, den Geist aufgegeben. Die Kugel, die ihn hinter den Barrica- den' erreichte, hatte das Rückenmark verletzt und jede Rettung unmöglich gemacht.
Paris, 27. Juni. Sitzung der Nationalversammlung. Ein Ehrenposten der Nationalversammlung ist von der Nationalgarde von Caen besetzt. Der Präsident fährt in seinen Berichten fort, woraus wir Folgendes entnehmen: Unruhen sind in Marseille, Rouen, Lyon, Nantes ausgebrochen, jedoch gedämpft worden. Der Chef der vollziehenden Gewalt hat die 9. und 12. Legion der Mationalgarde entwaffnen lassen. Die Commission der Versammlung legt ein Decret vor, wornach alle in den Tagen vom 22. bis heute verhafteten Insurgenten in die Kolonien deportirt werden sollen. — Alle Barricaden sind abgetragen. Die Kommunikation ,ist jedoch in denjenigen Arrondissements, deren Nationalgarden entwaffnet werden sollen, noch unterbrochen. Allenthalben begegnet man Spuren der entsetzlichsten Zerstörungen. Nach errungenem Siege war noch eine starke Füssilade im Pöre Lachaise, wohin 500 Insurgenten geflohen waren.
Neue M i n ist c r l i st e: Cavaignac, Präsident; Senard, Inneres; Drouge de l'Huys, Aeußereo; Portalis, Justiz; Bethmont, Handel; Dufaure, Finanzen; Billault, Marine; Victor Hugo, Unterricht; Baroche, öffentliche Arbeiten. — Die Nauonalgarden von Rouen, Havre, Amiens sind wieder nach Hause zurückgekehrt.
Die UntersuchungScommission bezüglich der Jnsur« rection hat ihre Arbeiten begonnen. — Der Bclage- rungsstand wird noch um einige Tage verlängert werden, um die Entwaffnung und die Haussuchungen zu erleichtern, obwohl die Ruhe sonst vollständig hergestellt ist; indeß sind noch am 27. Morgens in der Nähe des Stadthauses Flintenschüsse gehört worden. Die Zahl der gefangenen Insurgenten beträgt 3000.
Paris, 28. Juni, 9 Uhr Vormittags. (Telegraphische Depesche.) Der Chef der vollziehenden Gewalt an die Präfekten. Stellen Sie überall die Bewegung der Nationalgarden nach Paris, wo ihre Gegenwart unnütz wäre, ein. Danken Sie ihnen im Namen des Vaterlandes für ihren großmüthigen Eifer.
Ungarn.
Pesth, 22. Juni. Der französische Consul in Jassy war hier und hat mehrere Conferenzen mit unsern Ministern gehabt. Unter den Wallachen in Ungarn, welche immer treu mit den Magyaren hielten, ist eine Agitation entdeckt worden, welche die Vereinigung der Wallachen mit der Moldau und Wallachei bezweckt, aber geringen Ankang findet.
Rußland 8> Polen.
Von der russischen Gränze, 19. Juni. fDie KriegöplaneJ Es ist wahrhaft lächerlich, welche Mähr- chen die klugen Moskowiter den guten Deutschen über die Ursache der Anhäufung ihrer HeereSmassen an der deutschen Grenze aufbinden können. Zu ihrer Einschläferung verbreiten sie jetzt das Gerücht, alle diese Armeen gälten nicht einer Invasion in Preußen oder Oestreich, sondern bloß Krakau, von wo in kurzem eine polnische Schilderhebung bevorstehe. Also zur Okkupation von Krakau und zur Niederhaltung der dortigen polnischen Agitation bedurfte es einer Armee von Hunderttausenden ? Und hieße nicht Krakau angreifen den Krieg gegen Oestreich erklären, da Krakau ja östreichisch ist? Nein, offenbar gilt es der Ausführung großer Plane rücksichtlich Deutschlands, Frankreichs, überhaupt des liberalen Princips, wenn Rußland jetzt seine Heere an der deutschen Grenze so zahlreich zusammenzieht. Ob dieselben die Grenze überschreiten werden? Von der, Haltung der Parteien in Deutschland hängt dies ab. |
Gelingt es der wahrhaft liberalen Partei in Deutschland, die Deutschen unter wahrhaft liberalen Gesetzen in einen Bundesstaat zu verschmelzen, die Ruhe, Sicherheit, den Credit, Handel und Wohlstand wiederher- zustellen und zu befestigen, dann wird Rußland eS nicht wagen, die deutsche Grenze zu überschreiten, weil daS gebildete und wahrhaft liberale Deutschland sich wie Ein Mann gegen dasselbe erheben und seine wahren Güter erfolgreich vertheidigen würde.
Brief eines Abonnenten der Nassauischen Zeitung in Bleidenstadt.
„Von der Herz. Posthaltcrci Schwalbach sind mir wie mehreren hiesigen Abonnenten für die bisher bezogene Freie Zeitung für das 2. Semester c. 5 fl. 30 kr. in Anforderung gebracht worden, also 1 fl. pro Semester mehr, als die Redaktion den Preis bestimmt hat.
Ich kann nicht einsehen, wie genannte Posthalterei diese Forderung stellen kann, da doch bei Feststellung der Preise auf die auswärtigen Abonnenten schon ohnedies Rücksicht genommen wird. ,
Da ich die Nassauische Zeitung pro fut. zu halten gedenke, so frage ich vereheliche Redaktion ergebenst, ob die Posthalterei außer dem '/^jährig â 2 fl. 12 kr. bestimmten Preiß eine Mehranforderung machen kann und bitte um gefälligste Nachricht. Ist die Posthalterei hierzu nicht befugt, so würde ein deßfallfigcs Jnserar in Ihrer nächsten Zeitung um so mehr platzgrejfend sein, als hierorts fernere Bestellungen auf Zeitungen durch den unerhörten Postaufschlag nicht gemacht werden."
Wir theilen obigen Brief wörtlich mit, und ersuchen die resp. P o st v e r w a l t u n g c n im Herzog- lhum, die von der General-Postdirektion bestimmte Postprovision nicht zu erhöhen. Sie ist festgesetzt auf jährlich 1 fl. 45 kr., was vierteljährig 27 kr. und incl. des Abonnements bei der Erpedition von 1 fl. 45 kr. vierteljährlich 2 fl. 12 fr. im Umfange des Herzogthums für die Nassauische Zeitung beträgt.
Erpedition der Nassauischen Zeitung.
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
Im Verlage von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz in Wiesbaden ist erschienen:
Das Portrait des Minister - Präsidenten (491)
IkMMM
Gemalt von F. Könaus nach dem Leben, gezeichnet von A. Fay in Kreidemanier.
Exemplare auf starkem Kupferdruckpapier in Royalformat â fl. 1;
„ „ chinesischem Papier â fl. 1. 30 kr. und werden in reinen wo hl gelungenen Abdrücken noch fortwährend zu den bezeichneten Preisen Exemplare abgegeben.
Ueber den wirklich künstlerischen Werth dieses von einem genialen Künstler gemalten Bildes, das von einem ebenso tüchtigen Künstler, höchst gelungen, in Zeichnung und Druck ausgeführt ist, hat das selbst urtheilende Publikum zu entscheiden und hat bereits darüber entschieden.
Damit jedoch die Leser dieses Blattes, welchen die nassauische Allgemeine Zeitung nicht zu Gesicht kommt, eine wirklich charakteristische Annonce ihres Verlegers kennen lernen, folgt diese:
„In der L. Schellenberg’schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden ist zu haben: Portrait des Herrn Minister - Präsidenten Her gen bahn, entworfen und lithographirt von Schapper. Preis eines Exemplars auf gewöhnt Papier 36 kr., auf chines. Papier 48 kr. Dieses, das gelungenste Portrait, zeichnet sich sowohl durch seine sprechende Aehnlichkeit, als durch den im Vergleich zu der schönen Ausführung ungemein billigen Preis auf das Vortheilhafteste vor dem in der Wilhelm Friedrich’chen Buchhandlung hierselbst erschienenen aus, welchem diese Vorzüge bei weitem mangeln.“
So der Verleger der nassauischen Allgemeinen. Ich überlasse es dem Publikum, sein Urtheil über die Motive des Schlusssatzes des obigen Inserates selbst zu machen. Den Sykophanten straft am besten die öffentliche Meinung. Solche Anpreisungen, gestützt auf Verdächtigungen, sind zu plump, um heut zu Tage noch Effect zu machen.
Wilhelm Friedrich, Buchhändler am Friedrichsplatz.
Edictalladung.
Das Schuldenttesen des Mich. Noll und dessen Ehefrau Margarethe geb. Best von Neuen- Hain betreffend. ' ‘ —— Nachdem über das Vermögen der oben genannten Eheleute der Concursproceß erkannt und das Erkenntniß rechtskräftig geworden ist; so werden nunmehr alle Diejenigen, welche dingliche oder persönliche Ansprüche an die vorhandene Masse haben, aufgefordert, solche bei Vermeidung des von selbst eintretenden Ausschlusses von dieser Masse
Mittwoch, 2. August d. J.
Morgens 8 Ühr dahier geltend zu machen.
Königstein, den 24. Juni 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt.
(493) Weber.
OesfentlicheS Zeugniß.
Die „Nassauische Zeitung", redigirt von K. Braun, brachte in Nr. 100 einen Schmähartikel gegcu die Gesellschaft für „Freiheit, Gesetz und Ordnung". Darauf erschienen bis heute in der Nassauischen Allgemeinen Zeitung, redigirt von W. H. Riehl, vier Artikel zur Abwehr jener Schmähungen.
In Nr. 104 seines Blattes von heute behauptet nun Hr. Braun, daß die vier Artikel gegen seinen Angriff auf unsere Gesellschaft von der Redaction der Nassauischen Allgemeinen Zeitung selbst verfaßt und mit verschiedener Unterzeichnung in ihren „Sprechsaal gesetzt worden seien.
Die Unterzeichneten bezeugen aber dagegen im Namen der „Gesellschaft für Freiheit, Gesetz und Ordnung", daß auf ihre Aufforderung, in der gestrigen Versammlung der Gesellschaft, sich die Ver- genannten vier Artikel gegen die „Nassauische Zeitung" (Hrn. Braun) öffentlich genannt haben, und daß demnach Kemer der fraglichen Artikrl, weder von dem Redacteur der Nassauischen gemeinen Zeitung (yrn. R.), noch von dem Verleger (Hrn. S.), verfaßt noch ver- «nlayt worden ist. ° '
d.» 30. 3™ i818. Der Ausschuß
x der Gesellschaft für „Freiheit, Gesetz und Ordnung.".
U J Präsident: Röhr.
Secretair: Hosr. Leyendecker.
Bei Unterzeichnetem ist erschienen: (494)
Stimmen des Heils.
In einer Auswahl von Predigten nach der Ordnung des Kirchenjahrs, gehalten am theologischen Seminar in der Stadtkirche zu Herborn, von S. Ä. Hindi, Professor der Theologie und Pfarrer.
Zweite Auflage.
Jur Erbauung in Stunden christlicher Andacht. 610 Seiten groß 8. Mit größeren Lettern gedruckt.
Preis fl. 3.
Die „Stimmen des Heils" enthalten einen ganzen Jahrgang mit allen Sonntags- und Festprevigten, und sind darum auch besonders zum Hausandachtsbuch geeignet. Der Geist dieser Predigtsammlung ist der des Evangeliums. — Ueber den hohen Werth des Werkes haben sich bereits namhafte Literatur- Zeitungen vurch die günstigsten Kritiken ausgesprochen. Die Verlagsbuchhandlung kann daher allen christlichen Familien diese Predigt-Sammlung als ein H ausan dacht üb uch mit vollem Recht empfehlen.
Wilhelm Friedrich, Buchhändler am Friedrichsplatz.
Zahnperlen.
Sicheres Mittel, den Kindern das Zahnen außerordentlich zu erleichtern, erfunden von Dr. Ramyois, Arzt und (495) Geburtshelfer zu Paris.
Preis pro Etui mit Gebrauchsanweisung fl. 1.45 fr.
Ueber die vortreffliche Wirkung dieser Zahnperlen sind bereits vielfache Zeugnisse eingegangen, die, gerichtlich bestätigt, auf Verlangen zur Ansicht bereit stehen.
Zu bekommen in der Expedition dieses Blattes.
Druck und Verlag von L ikhelm Friedrich am Friedrichsplatz. — Redacteur : Karl Brann. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.