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sich, aber zahlreiche Hülfe kommt aus den Departements. Paris bietet das Schauspiel der entsetzlichsten Trostlosigkeit. Man begegnet weinenden Frauen und Kindern, die nach Kunde von ihren Männern, ihren Vätern forschen, welche vor 24 Stunden ihre Wohnung ver- ließen und noch keine Nachricht von sich gaben. Man läßt fast keine Reisende mehr von hier fort. — Angeblich bombardirt man die Vorstadt St. Antoine; man hört wenigstens Kanonenschüsse von dieser Richtung her. Die Nationalgarde ist heute weit zahlreicher erschienen als gestern und vorgestern, wo nur ein Viertel oder höchstens ein Drittel sich einfand. Durchgängig waren es die kleinen Ladenbesitzer, deren Mehr- zahs fehlte; alle größeren Kaufleute batten dem Rappelt entsprochen und man sah eine Masse elegant gekleideter junger Leute mit Flinten auf der Schulter. Die Nationalgarde und die Linie haben sich sehr gut geschlagen; ganz besonders Lob verdient auch die Mo- vilgarde, welche hier zum ersten Male ihre Waffen versuchte; kein Mann derselben hatte gewankt. Helden- müthig stürzte sie sich auf die Barrikaden, erstieg sie, wenn es möglich war, und ließ sich tödlen, wenn sie es nicht vermochte. Jvre Verluste sind sehr bedeutend. Ueberhaupt ist die Zahl der Todten und Verwundeten sehr beträchtlich; sie dürfte leicht 12—1500 betragen. Eine Menge Gesänge wurden gemacht. Auf mehreren
Barrikaden hörte man sagen: Man hat uns die Plünderung versprochen und wir wollen sie haben oder uns tödten lassen." Mehrere Stadttheile haben durch die Kanonade sehr gelitten. Man kann übrigens dreist behaupten, dqß gestern die entscheidende Schlacht zwischen der rothen und der dreifarbigen Republik Statt fand. Diese Schlacht, die schon am Tage nach der Revolution drohte, ist von der dreifarbigen Republik gewonnen worden, aber um welchen schweren Preis! Der Sieg hat ihr volle vier Monate des Ruins und des Elends, zuletzt aber einen mörderischen Kampf gekostet, wo sie Verwandle und Freunde fallen sah. Hätte sie die Schlacht verloren, so wäre Tags darauf in Paris das Schaffet errichtet worden; nach Auflegung einer Steuer von 1000 Millionen auf die Reichen und Entwaffnung der Nationalgarde hätten die Justiz- meuchelmorde neu begonnen. Den Vorwand zum Aufstande dieser letzten Tage gab das Elend; gewiß aber baden die Maßregeln bezüglich der Nationalwerkstätten am meisten dazu beigetragen. In Folge des 24. Februar batte die provisorische Regierung dem Volke unsinnige Versprechungen gemacht, die man unmöglich halten konnte. Natürlich mußte die Nationalversammlung zügelnd eingreifen und das Volk, durch seine Aufwiegler verblendet, sah darin nur ein reactionäres Verfahren; es stand aus. — Auf den ersten Blick kann es auffallend erscheinen, daß dieselbe Nationalgarde, welche am 24. Februar die Gewalt im Stiche ließ, weil, wie sie sagte, diese Gewalt ihr Vertrauen nicht besitze,
am 24. Juni sich für eine Republik tödten läßt, der sie schuld gibt, daß sie Ursache des öffentlichen und PrivatRuinS sei. Man kann aber mit Fug behaupten, daß die Nationalgarde sich gestern nicht schlug um die Gewalt zu vertheidigen, sondern weil de Grundsatz des Eigenthums auf dem Spiele stand. Es galt, dem Kampfe zwischen dem Eigenthum und dem Socialismus; dieser unterlag, weil die Linientruppen dem gefährdeten Eigenthuin kräftig zu Hülfe kamen.
Paris, 26. Juni. Herr Emil Girarbin ist arre- tirt, und die Pressen unter Siegel gelegt, dergleichen 11 Pressen bonapartiftischer und socialistischer Blätier. General Negrier ist bei der Einnahme einer Barricade des Faubourg St. Antoine getödtel und General Char- bonnel verwundet worden. — Der Erzbischof von Paris, Herr Affre, wurde auf einer Barrikade bei Ausübung seiner Berufspflichten gefährlich verwundet und der Redakteur des ultraradikalen „Père Duchèsne“ ist auf einer Barrikade an der Seite der Insurgenten gefallen.
Paris, 26. Juni. Am 25. schlug man die Zahl der Todten und Verwundeten auf 12—15,000 an.
So weil man den Aufstand übersehen kann, scheint er von den Agenten der Parteien durch Gold erkauft. Graf Narbonne Pelot, ein Legitimist, wurde inmitten der Insurgenten in einer Blouse und mit einer be
trächtlichen Geldsumme in der Tasche mit seinem Bedienten gefangen genommen und beide von der Mobilen im Luxembourg erschossen.
Der Kampf hat fast 60 Stunden gedauert. Von beiden Seiten kämpfte man mit ungemeiner Tapferkeit und der größten Erbitterung. Bon 9 in Paris coin- mandirenden Generalen sollen 6 verwundet sein. Drei Weiber, als Markententerinnen verkleidet, haben gestern, vergifteten Branntwein und Wein an die Truppen verkauft.
Cavaignac, der sein Hauptquartier im Hotel Bourbon hat, beruhigt in seiner Proclamation die Arbeiter wegen des Gerüchtes, als werde man ihnen keinen Pardon geben, wenn sie sich ergeben. Er gibt ihnen die Versicherung, daß man sich nicht an ihnen rächen werde.
Die Nationalversammlung ist noch in Permanenz uns erhält Berichte über die Vorfälle. Das Foubourg et. Germain war von drei Seiten her angegriffen worden. Mehrmals wollten die Insurgenten jedoch immer auf unannehmbare Bedingungen hm kapituliren. Durch ein „Mißverständniß" sollen sie veranlaßt gewesen sein, die Feindseligkeiten wieder zu beginnen. Es wurden Haubitzen und Granaten verwendet. Man glaubt, daß morgen der Belagerungszustand aufhören werde. Jeder Nationalgardist, der beim Rappell nicht erschien, wurde entwaffnet, und die für gefährlich erkannten Klubbs geschloffen.
Marseille, 23. Juni. Die Stadt Marseille ist gestern der Schauplatz blutiger Auftritte gewesen. Die Arbeiter brachen in offenen Aufstand aus und errichteten Barrikaden. Das Militär, sowohl Nationalgarde als Linientruppen, schritt ein und es kam zu ernstem Zusammenstoß. Mehrere Barrikaden wurden genommen, wobei es jedoch nicht ohne bedeutenden Verlust auf Seiten der Truppen abging. Der General Menard St. Martin erhielt drei, wiewohl nicht gefährliche, Verwundungen; sein Pferd wurde unter ihm tödtlich getroffen. Die Insurgenten, etwa 800 an Zahl, zogen sich nun in die alten Quartiere, Platz aux Oeufs, zurück, und leisteten hier noch hartnäckigen Widerstand. Sie wurden jedoch bewältigt und die Ordnung wieder hergestellt.
Vermischtes
Vom Taunus, 27. Zuni.
Man geht in unserer Gegend mit dem Plan um, einige Abgeordnete wegen ihres Hanges zur Verschwendung der Staatsgüter unter Vormundschaft stellen zu lassen.
2f Da ich des Abends unbeschäftigt bin, so empfehle ich den Volksversammlungen meine wundärztliche Hilfe.
Dr. Sauerbückling praktischer Arzt nnd Geburtshelfer
27. Sitzung der Nationalversammlung.
D Frankfurt, 29. Juni. Zum deutschen Reichsverweser ist Erzherzog Johann mit £36
Stimmen
erwählt worden.
H v. Gagern erhielt 32 und v. Jd- ?etn 34 Stimmen.
Geld - Cours.
Neue Louisd’or . . . ........ Pistolen............... Preuss. Friedrichsd’or....... Holländische Zehnguldenstücke . Randducaten............ Zwanzigfrankslücke........ Engl. Souverains.......... Laubthaler , ganze......... Preuss. Thaler........... Fünffrankenthaler. . . .'.'. . . .-;
fl. , kr.
11! 5
9 56
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9 41
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2
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Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
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In Wesel Herr Joh. Tenhompel.
In Worms Herr Joh. Friedr. Schlipp. .
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Heinrich, Hilter
Flöten-Virtuos.
(487)
wandwn^"^"' Wohlgeboren erhaltenen, zwei und einen halben Monat hintereinander an mir selbst ange- RheumatismuS-Ableiter haben von einem Uebel mich fast ganz befreit, welches in Folge gewesen .^'bge 181.! entstanden, aber seit 1830 mit so heftig wüthenden, zuckenden Schmerzen verbunden viel 'n b reden Winter uitd selbst im Sommer beim Witterungs-Wechsel Tag und Nacht unsäglich Är^ M-MV- >^ «“««fr«* «W. m« 4c «L. «Ui Ä
Von diesem ist, i l stuft ^aderelsen immer nur geringe und vorübergehende Erleichterung gefunden habe.
Maper'schen Rheumaüsmus-^ nachdem ,ch vor zwei und einem halben Monat aus Verzweiflung zu den
in dem Grade befreit van meine Zuflucht genommen, nunmehr, wenn auch nicht ganz und immer, so doch
hindurch gern erdulden dies^ TL Östren und äußerst geringen Empfindungen desselben mein ganzes Leben deren Anwendung meine Jurist6 Ö ”“$ unausgesetzt bedienen, und die Stunde segnen will, in der ich zu Anheimstellen des beliebigsten hâ Dies bescheinige ich gern der Wahrheit gemäß mit dem
™ dieser Zeilen.
Grunberg, im März 1848.
Mit Bezug auf den Artikel in Nr. 84 der „Allgemeinen nassauischen Zeitung" vom 25. d. M. finden wir Veranlassung unsere Meinung dahin zu äußern, daß man der Aufseherin am Kochbrunnen keineswegs Mangel an Aufmerksamkeit vorwerfen kann. Was die Dienstfertigkeit dieser Frau anbelangt, so muß gewiß jeder Besucher des Kochbrunnens sagen, daß dieselbe stets Jedermann mit Gütlichkeit und Zuvorkommenheit entgegen gekommen ist. Die Einfassung des Brunnens im Allgemeinen macht eö indessen im höchsten Grade wünschenöwerth, solche Vorkehrungen zu treffen, die eS unmöglich machen, ohne Absicht an die Quelle zu gelangen, wodurch allein der Wiederkehr ähnlicher traurigen Ereignisse vorgebeugt werden kann.
Wiesbaden, den 28. Juni 1848.
(489)
Mehrere Badegäste.
(488) Ein inländischer geprüfter israelitischer Lehrer sucht möglichst bald eine Stelle.
Die Expedition d. Bl. sagt wer?
Herrn Buchhändler Fr. Weiß Wohlgeboren hier.
19r. Steuer, Königl. Kreis-PhysikuS.
rB IIH t; B ii MW (490)
Ein Haus, enthaltend 14 bis 16 Zimmer, Kammern, Küche, Keller u. s. w., besonders Garten oder Hof wird auf den 1. October gesucht. Wo? sagt die Redaction.
Drua an. Ver.ag von D ilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. — Redacteur: Sari Brann. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.