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der Rapporte, außerdem sind in den Conferenzsaal zwei Fahnen gebracht worden, die die 2. Legion den Insurgenten abgenommen hat; sie führen die Inschrift: Vivre en traivaillant ou mourir en combattant.
4 Uhr. Die von Außen einlaufenden Nachrichten melden, daß in diesem Augenblicke die Insurgenten in der Borstadt St. Jacques die Oberhand haben, die Nationalgarden entwaffnen und die Waffen und Munitionen aus alten Häusern nehmen. Sie haben sich tn diesem Augenblicke in der Vorstadt St. Jacques verbarrikadier und schicken Streifeolonnen in die an- gränzenden Vorstädte. Die Rufe, die man hört, sind: Vive Louis Napoleon! Vive FEmpereur! auch : Vive la" République rouge! Der Präsident Ponalis liest einen Brief der 1500 Iuli-Decoruten vor, die sich zur Disposition der Nationalversammlung stellen, um für die Rebublik zu kämpfe«. — Allgemeiner Ruf: Es lebe die Republik! — Die Erccnlivcommission befindet sich tm Präsidentschaftsgebäude neben der Nationalver- versammlung und leitet von dort aus alle Anstalten. — Der Kriegsminister Cavaignac ist an der Spitze der Truppen, — die andern Minister sind auf ihren Banken in der Versammln,.g. — Der Aufstand wurde, wie die bereits (gestern von der Nassauischen Zeitung) mit- gethcilten telegraphischen Depeschen vom 24. beweisen, nicht überwältigt; vielmehr fass sich die Regierung genöthigt, abzutreten und eine Militär-Diktatur zu er< nennen.
General Cavaignac, welcher zum Obercomman- danten der bewaffneten Macht mit dem Titel eines Generalissimus ernannt wurde, ist mit dem Commaudo betraut worden, welches der Convent dem Namen nach Barras, vor That nach seinem damaligen Umercom- mandanten Napoleon Bonaparte in den Tagen des Bandemiaire mit so entscheidendem Erfolge übertrug. General Cavaignac übernahm, so berichtet ein Privat- correSpondent vom 23., für die Wiederherstellung der Ruhe zu sorgen, und lehnte es als überflüssig ab, daß ihm zwei Gehülfen beigegeben würden.
Ob diesem „Bandemiaire" bald der „Brumaire" folgt, das wird die nächste Zukunft zeigen.
Paris, den 24. Juni. Paris ist in Belagerungszustand e r k l a rt. Das Erekutivkomite hat abgedankt. Alle Regierungsgewalten sind dem General Cavaignac, als Befehlshaber der gejammten bewaffneten Macht anvcrtraut. Unter den Repräsentanten, welche sich der Nationalgarde angeschlossen hatten, um sie anzufeuern, und ihr zur Seite zu stehen, nennen wir die Herren: Pierre Bonaparte, Sohn von Lucian, Dornès, Jules Favre, Laudrin und Clement Thomas, sowie die Generale Bedeau, Lamoricière und Negrier. Die Volksrepräsentanten Coralli und Roger waren an der Spitze ihrer Bataillone. DornèS, Clement Thomas, und General Bedeau wurden leicht, der Depu- tirte Birio schwer verwundet. Unter den Verwundeten zählt man ferner die Herren A. Fould und Henne- quin. — Die Nationalgarden von Rouen, Meulan und Mames sind diesen Morgen in Par.S angelangt. Ebenso ist ein Artilleriepark und eine Abtheilung vom Genie- korps von Arras und Douai auf der Nordbahn angekommen. Ganz Paris ist militärisch besetzt; an allen Straßenecken stehen Pelotons Nationalgarden. Drei bis vierhundert Gefangene sind nach den Tuilerien gebracht und daselbst eingesperrt worden. Ein großer Theil derselben hatte 6—10 Frs. in der Tasche; bei einem fand man 40 Frs. und bei einem andern 600 Frs. in Gold. i
Griechenland.
Nach Briefen aus Athen vom 10. Juni sind die Unruhen in den Provinzen Phschiotis und Lokriö beendigt.
Vermischtes.
Wechselseitiger Unterricht.
Bundestags - Gesandter. Guten Morgen, lieber Hofrath! Wohl geschlafen? Wie ist es mit unserer Lektion V
Hofrath. Vergönnen sie einem Manne, der sein ganzes Leben einer Sache geweiht hat —---— B.-G. (gâbnt.)
Ho fr. Vergönnen sie einem Manne. —
B.-G. Aber, lieber Hofrath, das ist ja dieselbe Rede, welche Sie uns neulich schon im Bundestage gehalten haben.
Hofr. Ja wohl! Ich werde sie morgen wieder halten und mit ihrer sanften und ruhigen Haltung Eindruck auf die Versammlung machen.
B.-G. Ich glaube wohl! (gähnt.) Sie hat auch auf uns viel Eindruck gemacht, (gähnt wiederholt.)
Vergönnen Sie einem Manne, der sein ganzes Leben---—
B.-G. — An dieser Rede gearbeitet hat. Ja wohl, lieber Hofrath, Sie können sie recht gut auswendig! Wollen Sie nun mich überhören. Ich werde mich in meiner Rede nicht, wie mein College, auf die gefährlichen Anlässe principieller Grundsätze einlassen! ich wünschte der Bundestag wiche denselben möglichst aus; denn seine Principien sind doch immer dieselben geblieben ; aber ich will thatsächliche Aufklärungen geben^ und mich von Münch-Bellinghausen lossagen. Das wird einen guten Eindruck machen und ich werde dadurch zur Erecutivgewalt möglich werden.
Hofr. Sie haben ja auf den Barrikaden Wiens gefochten!
B.-G. Stille, Freundchen, reden wir nicht zu viel davon! Sonst könnten diese Lümmel von Wiener Studenten kommen und behaupten, ich sei wohl bei Hoyos gemessn, nicht aber bei den Barrikaden.
Hofr. Sie sprachen von der Erecutivgewalt. ,
B.-G. Ach ja Freundchen. Stellen Sie sich vor, die Depesche ist noch nicht von Innsbruck und Wien zurück. Ich fürchte sehr, Ihre Vorschläge werden nicht angenommen.
Hofr. (erschrickt.)
B.-G. In Berlin wollen's halt auch nicht dran.
Hofr. Ich falle aus den Wolken. Wir hatten doch den Ausschußbericht mit Ihnen der Länge und Breite nach durchgesprochen.
B.-G. Ja, aber die Sachlage hat sich seitdem geändert.
Hofr. Was sollen wir aber machen?
B.-G. Einen anderen Vorschlag, der den Negierungen mehr einräumt.
Hofr. Aber wir waren schon einig.
B.-G. Die Regierungen wünschen sehr, daß Sie wieder uneinig werden!
Hofr. Ganz zu Befehl! Wir werden morgen unseren Bericht umstoßen und einen neuen machen. Nur fürchte ich das Volk —
B.-G. Ab ba! das Volk sieht keine Reaction mehr, seit Dr. Eisenmann und die Deutsche Zeitung versichert haben, es gäbe keine.
Hofr. Aber mau sagt mir, es werde ungeduldig und wolle etwas von der Nationalversammlung hören.
B.-G. Kneipengeschwätz! Besuchen Sie auch Tavernen und Kneipen, wie die Wühler Vdn der Linken?
Hofr. Ich ? Gott bewahre! der Schwanen ist das niedrigste, wohin ich mich versteige !
B.-G. Also werden Sie einsehen —
Hofr. Geborsamer Diener! Ja wohl! Die können warten und wir machen einen andern Bericht. Halten Sie für morgen die Stafetten an die Regierungen bereit.
B.-G. Guten Morgen, lieber Hofrath, es soll picht fehlen!
Hofr. (vor der Thüre) Ein edler Mensch dieser regencrirte Bundestagsgesandte.
B.-G. (Innen) Ein edler Mensch dieser Liberale von altem Schrot und Korn. Reichst. Bl.
Drollig, aber wahr!
Ein nassauischer Büger schickte seinen Dienstboten zu dem Metzger, um dort Fleisch zu holen. Der Metzger, bei welchem er schon hcch angekreidet war, wollte aber nichts mehr borgen. Der Bürger schickte nun wieder hin, mit der Bemerkung, warum er den andern Leuten noch borge und ihm nicht; die Zeilen, wo man einen Unterschied der Person mache, seien vorüber! — Auch dieses wollte der Metzger nicht verstehen, bis zuletzt der Bürger hinsandte und ihm sagen ließ, wenn er nun nicht borge, so ließe er ihn — in die Freie Zeitung setzen.
Ob der Metzger nun nachgegeben hat, weiß ich nicht.
Ein Knabe und ein Mädchen zankten sich auf der Straße. „Du frecher Bub, du Naseweis," hieß eS auf der einen Seite, „du dumm Ding, du Schmeichelkatze" auf der andern. Endlich rief das Mädchen, auf's höchste gereizt: „Du Lügner, du Spißbub, du Erz-" — „Sage es nur, du Lästermaul," interpellirte der Knabe. Darauf das Mädchen, stotternd vor Grimm: „Du Erz-Bundestagsgesandter!"
Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen.
Charakteristik des Fracks.
Frage. Was ist der Frack?
Antw. Eine Art von Zopf.
Frage. Was für eine Art von Zopf?
Antw. Die lächerlichste von allen; er ist der After- zopf.
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Bis zum 26. Juni cingegangen . . . fl. 111. 13 kr.
Am 27. Juni sind cingegangen:
Von mehreren Ungenannten 1 fl. 24 fr. —-----—
Zusammen fl. 112. 37 fr.
Geld -Cours
Neue Louisd’or..........
Pistolen..............
Preuss. Friedrichsd’or.....
Holländische Zehnguldenstücke
Randducaten...........
Zwanzigfrankstücke.......
Engl. SouVerains.........
Laubthaler , ganze........
Preuss. Thaler..........
Fünffrankenthaler.........
fl.
kr.
11 5
9.56
9
10
5
9
12
2
1
57% 5
36
41
2 43% 45
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
So eben ist bei mir eingetroffen: (475)
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geboren zu Weilburg am 24. October 1794, gefallen bei Kandern am 20. April 1848.
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GesMsHrrft
,für
Freiheit, Gesetz und Ordnung.
Die Mitglieder unserer Gesellschaft, resp, die Unterzeichner der „Zuschrift an das Nassauische Volk" vom 10. und 15. Juni, werden benachrichtigt, daß künftigen Donnerstag, den 29. d. Mon. eine Zusammenkunft im Alleesaal dahier, Abends 7% Uhr Statt findet. Für später ist der Montag als wöchentlicher Versammlungstag der Gesellschaft bestimmt worden. Der Ort der Zusammenkunft wird jedesmal vorher angezeigt. Nichtmitglieder, die jedoch an den förmlichen Debatten nicht Theil nehmen, können durch Mitglieder eingeführt werden.
Wiesbaden, den 27. Juni 1848.
Der Ausschuß
der Gesellschaft für Freiheit, Gesetz
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In Auftrag deS Herrn Ba rckw orth, Pfarrer der englischen Gemeinde dahier (Louisenstraße Nr. 35), läßt daS Geschäftsbüreau von Carl Leyendecker
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Druck und Verlag vov Wilhelm Friedrich am Friedrichüplatz. — Redacteur: Start Braun. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.