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des Deputirtcnraths, hat man wiederum zu Kardinal Altieri seine Flucht nehmen müssen, welcher die Thronrede nächsten Montag im Namen des Papstes abzuhalten hat. Der Saal in der alten Kanzlei ist zu diesem Zwecke eigens bergerichket worden. Da das Lokal eng ist, so ist dem Publikum der Eintritt nur gegen Billets gestattet. .
Verona, 11. Juni. ^Berichte vom Kriegsschauplatz.'^ Treviso soll capitulirt haben. Ein Theil der Armee Radetzky's ist hierher zurückgekehrt, das Gros hat sich aber nach Lizenz« begeben, und diese «tadt im Zusammenwirken mit Welden's Corps gestern nach äußerst hartnäckigem Widerstände genommen. Man erzählt sich von außerordentlichen Grausamkeiten, welche die Menschlichkeit und Brüderlichkeit predigenden Italiener bei dieser Gelegenheit verübt haben sollen, z. B. Beschütten der Soldaten mit glühendem Sande, Ermorden schwangerer Soldatenweiber rc. Die ialieni- schcn bei der Armee befindlichen Truppen, z. B. die Regimenter Haugwitz und Erzherzog Sigmund vermindern sich durch Davonlaufen außerordentlich, mehr als die Hälfte ist verschwunden. Diese Leute gehen nicht zum Feinde über, sondern finden cs viel gerathener und bequemer sich zu verstecken oder zur Heimath zurückzukchren. Waffen und Rüstzeug werden liegen gelassen, weggeworfen, weggcschenkl oder verkauft. Aus diese Art haben diese Regimenter viele überzählige Officiere.
Vom Brenner, 12. Juni. Rivoli ist für den Augenblick von den Piemontesen besetzt. Oberst Zobel zog sich von fünffacher Uebermacht angegriffen zurück, und überließ es dem Feinde. Dadurch ist die Com- munieatiou auf dieser Straße unterbrochen. Unsere Militärs sind der Meinung, daß, wenn die Operation aus Vicenza gelungen sei, diese Vorrückung nach Rivoli von keiner großen, noch weniger entscheidenden Bedeutung sein könne. Das Uebel aber ist immer, daß Radetzky mit einem halb so starken Corps zu ope- riren hat, da er überall Besatzungen zurüülassen muß, um sich Lebensmittel und Communicatio» zu sichern. Die Piemontesen haben ganz Italic», wir möchten sagen, selbst Trient für sich; sie erhalten täglich Verstärkungen aus allen Theilen der Halbinsel, wahrend man diesseits sein Land der Monarchie von Truppen entblößen, noch mit Lieferungen in Anspruch nehmen kann. Man führt einen Krieg ohne Miticl, und hat auf nichts zu rechnen als aus die Tapferkeit der Truppen, die freilich überall einer gegen zwei stehen.
Griechenland.
Athen, 29. Mai. ^Kritische LageI Der Ausstand ist einmal wieder glücklich in Griechenland gedämpft, bis aus wenige Punkte in der Morea sind die Aufrührer theils gefangen, theils gesprengt — dir Rube ist in das Lal d zurückgekehrt — allein wie lange wird sie dauern? Wird nicht die in der Verdrehung der konstitutionellen Formen verharrende Regierung stets wieder auf unbefriedigte Häuptlinge stoßen, welche ihre selbstsüchtigen Absichten, eingekleidet in die schönklingenden Phrasen der westlichen Völker, gegen sie mit dem Schwerte durchzusetzen streben? Werden die Großmächte aufhören, Hellas zum Ball zu machen, den sie sich je nach ihrer Stellung im übrigen Europa zuwerfen, wenn dabei auch der Hanf nach allen Seiten aus seinen zerrissenen Rathen fliegt? Wird der König Otto in der großen Fürsteuschule unserer Tage nun endlich einmal so viel Einsicht des Kopfes sich erwerben, als er Güte seines Herzens besitzt und seiner Gemahlin-nur noch den geraden Zügel ihres Arrabers statt den Negcnzügel ihres Staatspferdes überlassen,
welchen sie doch nur mit Hilfe der 'Kamarilla -zu halten im Stande ist? Es thut wirklich dem Beobachter sehr wehe, wenn er nach dem bisherigen Gange der Verhältnisse sich alle diese Fragen mit Nein beantworten muß. Der politische Boden Griechenlands ist schon an sich zu ansgedörrt, um nicht selbst bei der sorgfältigsten Pflege noch lange Zeit zu seiner Erkrâf- tigung zu bedürfen; unter solchen Händen aber wird stets die Ebene von Eleusis sein treues Abbild bleiben, welche, einst der Ceres heilig und von ihren reichsten Gaben überschüttet, jetzt arm, öde und leblos daliegt; höchstens daß ein schlankes Küstenboot um das Horn von Salamis in ihreit^blauen Meerbusen einbiegt.
Spanien.
Madrid, den. 10. Juni. Es verbreitet sich das Gerücht, die Königin Isabella sei schwanger.
Vermischtes.
i.
Der Hamburger Correspondent meldet: Je ruhiger, je achtungswürdiger die Haltung des Volks in Nassau ist, um so mehr ist eö ausgefallen, daß, wie eine Zeitung meldet, Ufingens stille Bevölkerung sich für die Republik entschieden hat. Man hätte das früher nie vermuthet, obgleich Abdera auch eine Republik war.
II.
Nachdruck.
Die heutige Nummer des „Volksfreund" bringt als leitenden Artikel, ohne Angabe einer Quelle, einen Aufsatz mit der Ueberschrift:
„Die rechtliche Stellung der stehenden Heere in England, ein Muster für die deutsche Militärorganisation,
' initgetheilt von einem Offizier," welcher ein Originalartikel unserer „Nassauischen Zeitung," Nlim. 77 u. 78, vom 2. und 4. b. M., ist und keineswegs einen „Offizier," sondern den Redakteur der „Nassauischen Zeitung" zum Verfasser hat.
Indem wir dieses unser rechtliches Eigenchum aus den Händen jenes apogryphischen „Offiziers" reclami- mi, fordern wir die Redaction dcs Volksfreundes, von welcher wir voraussetzen, daß sie, ohne eigenes Verschulden, durch den Einsender getäuscht worden ist, auf, die Quelle ihrer Mittheilung nachträglich augeben zu wollen.
Der Herausgeber der „Nassauischen Zeitung." HL
„Womit handelte doch Ihr Vater?" fragte eine stolze Aristokratin eine liebliche Kaufmannstochter, deren Vorzüge sie mit Neid in einer Gesellschaft anerkannt sah. ^Mrrn-srkrgcr Vater chandcttè^stew-mir Einsicht und Klugheit," war die naive Antwort. Ein Verehrer der Schönen fügte hinzu: „Und die Tochter scheint das Geschäft ihres Vaters mit gutem Erfolge fortzusetzen."
IV.
Ein Beamter, dem man eine Katzenmusik bringen wollte, trat unter die Menge und erklärte: „In der jetzigen bedrängten Zeit werde er bei den Gerichtsver- Handlungen so oft um Ausstand gebeten. Er seinerseits habe in dieser Beziehung stets gethan, was ihm möglich gewesen. Nun müsse er aber auch einmal um Ausstand bitten. Seine Frau sei krank und die ihm zuge- dachte negative Ehre einer Katzenmüsik würde dieselbe zu sehr angreifen. Er bitte daher, dieselbe zu verschieben." Mit Beifallsbezeugung über den guten Humor zerstreute sich hieraus das Musikcorps und seine Begleitung.
V.
C. M. Arndt ein wahrhaft deutscher und wahrhaft freisinniger Mann unserer Zeit, spricht in den Er--' innerungen aus seinem Leben, S. 30., die denkwürdigen und nicht genug zu beherzigenden Worte:
„Das babcu Wenige bedacht, daß, wenn man Alles frei läßt, Nichts frei bleibt, sondern die verschiedenen Lebenskräfte sich ineinander verlaufen und verwirren, wodurch nothwendig ein Zustand der Auflösung und Ausschrofung entstehen muß, der die Freiheit in ihrem Keime tödtct.
„Denn das ist das Geheimniß der wahren Freiheit, daß der Mensch durch viele sächliche Bande durch Einrichtungen, die sich zunächst auf Dinge außer ihm und erst in der dritten und vierten Instanz auf ihn (selbst) beziehen, in der Gemeinschaft gehalten, getragen und zur Zucht und Ordnung und zu dem heiligen Gefühle des Stetigen und Bleibenden, ohne welches keine guten Bürger sein können, angehalten werde."
VI.
Komisch ist es, daß bei den neuerdings gegen den Ministerpräsidenten Hergenhahn versuchten Adressen die in Folge des 4. März entlassenen Schultheißen besonders thätig gewesen sein sollen. Sie benutzten die Gelegenheit, um ihrem geheimen Ingrimm gegen den Urheber ihres Sturzes Luft zu machen.
Einladung zur Versammlung deutscher Nedacteure in Kifsrngen.
In Anregung einer Anzahl Redacteure von verschiedenen sehr geachteten Journalen hat sich dahier ein Comite gebildet, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Geschäft für eine Versammlung deutscher Redacteure so lange zu ordnen und zu leiten, bis die Ankunft jener Herren an dem hiesigen Kurorte erfolgt ist, von welcher Zeit an übernehmen 10 bis 12 der Herren Redacteure als wirkendes Comite die Geschäftsführung der Versammlung.
Der größte Schatz und daS unverkennbare Heilig- thum des deutschen Volkes ist die freie Presse. Dieselbe wird in verschiedenen Farben und unbestimmten Richtungen dem deutschen Volke übergeben. Eine Versammlung jener Männer, welche die Presse durch öffentliche Organe leiten, kann und wird nur heilsam für die ganze deutsche Nation werden, weil dadurch die verschiedenen Farben der Zeitschriften und Journale eine bestimmte Richtung erhalten.
Mögen alle jene Herren Redacteure, sowie jene deutsche Männer, welche öffentlichen Organen ihre Geisteskräfte widmen, an dieser Versammlung, welche ohne alles Nebeninterësse nur dem Daterlande gilt, Theil nehmen, damit ein fester Grund zu einem schönen Bunde gelegt werde.
Die Versammlung ist auf den 29. Juni festgesetzt.
Für Wohnungen und sonstige Bequemlichkeiten wird auf'6 beste gesorgt.
Der neue ConversationSsaal ist für die Versammlung bestimmt.
Zuschriften wegen Vorauâbestellung von Wohnungen gehen an daS Comite. Jene Herren, welche ohne vorherige Anmeldung hierher reisen, finden die für die resp. VersammlungSmitglieder bestimmten Wohnungen in dem Commissions- und Anfragebureau bei ihrer Ankunft dahier nachgewiesen.
Kissingen, den 14. Juni 1848.
DaS Comite
für die Versammlung deutscher Redacteure
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
Im Verlage des Unterzeichneten ist erschienen:
Merun-zwanzig
Vegetation^ - Ansichten
von
Kâsteiilâiidcr« und Inseln des stillen Oceans,
Ausgenommen
in den Jahren 1827, 28 und 29 auf der Entdeckungsreise der Kaiserlich Russischen Corvette Senjawin unter Capitain Lütke durch
F. II. von Kittlitz.
Der Cyklus dieser vergleichenden Vegetations-Ansichten, unter den Auspizien des Herrn Alexander von Humboldt erschienen, berührt folgende Länder:
1 2"
3'
4 5'
6'
Die Die Die
Küste von Chili mit...................
Insel Sitcha an der Westküste von Nordamerika . .
Insel Unalaschka der Aleüten .............
Die Insel Ualan im Archipel der Karolinen Die Korallengruppe der Mortloks- Inseln . Die Insel Guaham der Marianen ,.....
Die Insel Peel der Gruppe von Bonin-Sima
8) Die Halbinsel Kamtschatka..........
1
2 1
4
2
3 3
6
Kupfertafel.
9) Die Insel Luzon der Philippinen . .............2 „
Preis des Ganzen: Rthlr. 24. — fl. 42 rh. — fl. 36 C. M. Dasselbe prachtvoll gebunden in bafUan mit Goldprägung und gleichem Texteinband Rthlr. 30. 25 Sgr. — fl. 54. rh.
Dieses Fraebtwerk hat durch die Kritik die rühmlichste Anerkennung gefunden. (437)
WieabaAe», im März 1848. WjshklM Friedlich,
. . " Buchhändler am Friedrichsplatz.
Benefice - Anzeige.
Mittwoch, den 21. Juni:
Olt iiicmiw
Crosse Oper in & Acten.
Hierzu ladet ergebenst ein
Adolf Peez,
(435) Sänger des Wiesbadener Theaters.
Edictalladung.
An die ConcurSerbmaffe der Philipp Bretz Wittwe von Hettenhain sind persönliche und dingliche Ansprüche Montag, den 24. Juli 1848 Morgens 8 Uhr hier anzumelden, bei Meidung des Ausschlusses.
Langenschwalbach, den 19. Juni 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt.
(436) Th. Wißmann.
Aromatisches Zahnpulver.
Das vorzüglichste Mittel zum Putzen der Zähne und Verhütung deö Weinsteins, um nach nur kurzem Gebrauch blendend weiße Zähne zu erhalten.
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Zu haben bei der Expedition dieses Bl. (438)
Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am FricdrichSplatz. — Redacteur: Karl Braun. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.