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vermögens, es gäbe arme und reiche Universitäten das sei unbillig. Ein Redner, ein Socialist, nannte die Universitäten geradezu übeflüssig, sie müßten abgeschafft werden. Wissenschaften und Handwerk seien sich gleich, wer eine Wissenschaft studiren wolle, möge ebenzusehen und für sich sorgen. Den Staat gehe solches nichts an, sonst könne auch der Schusterlehrling fordern daß ihn sein Handwerk von Staatswegen gelehrt werde. Dagegen fiel der Vorschlag einer von den Professoren und Studenten auf Zeit gewählten Centralbehörde, welche jeder Universität verantwontlich sei, durch, und an seine Stelle wurde beschlossen:die Oberleitung übernimmt das deutsche Unterrichtsministerium, im ein­zelnen wird das Princip der Selbstverwaltung aner­kannt." Diese Beschlüsse sollen die vorbcrathendc Ver­sammlung der Studenten nicht binden, gleichwohl der Nationalversammlung in Frankfurt mitgetheilt werden. Von Jena dagegen erwarten viele Studenten politische Beschlüsse, was, dünkt uns, verkehrt und verderben­bringend wäre.

Schleswig - Holsteinische Angelegenheiten.

Rendsburg, den 12. Juni. Etn Heute hier angekommener Officier des v. d. Tannschen Corps be­richtet, daß er am gestrigen Morgen (Sonntag) Apen­rade mit einem Transport Leichtverwundeter und Kranker, so wie einiger Bagagewagen, gerade in dem Augenblicke verlassen habe, als Generalmarsch für das dort liegende, jetzt schon gegen 800 Mann starke Corps geschlagen und einige Verwundete (vielleicht aber auch nur Kranke) in die Stadt gebracht worden, während zu gleicher Zeit auf der Rhede eine Fregatte, ein Dampfschiff und einige Kanonenböte erschienen. Mehrere der Leichtverwundeten seines Transports sprangen sogleich vom Wagen, um an dem scheinbar bevorstehenden neuen Kampfe Theil zu nehmen. Er selbst führte seine Kranken nach Flensburg, nachdem er die Bagage den preußischen Vorposten übergeben. Aus diesen einfachen Daten scheint sich nun das Ge­rücht gebildet zu haben, daß das v. d. Taasche Corps in bedenklicher Weise von feindlichen Truppenmassen I umzingelt worden und in Gefahr sei, aufgehoben ju |

zerstreuen, und es kam hier schon zum Handgemenge. Auch auf den Straßen stießen Volk und Militair hart an einander und auf mehreren Seiten sah man Barr i- caden erbauen. Der Commandant Fürst Windisch - Grätz ließ jetzt Alarm schlagen und gab biet um 4 Uhr Zeit, die Barricaden wieder abzutragen. Allein der Tumult steigerte sich von Minute zu Minute, die Barricaden wurden noch vermehrt, und ein Haufe Pöbel schoß gegen die Wohnung des Fürsten v. Win­disch-Grätz, wobei die Fürstin, am Fenster stehend, am Kopf verwundet wurde. Jetzt ließ der Fürst anrücken, die Kanonen vorfahren, und eine fürchterliche Kano­nade begann, welche von Nachmittags 5 Uhr bis Abends 10 Uhr unter fortdauerndem Kampfe auf beiden Seiten unterhalten wurde. Früh nach 5 Uhr soll der Kampf, der die Nacht über unterbrochen ge­wesen, sich von neuem wiederholt haben, und es scheint sich dies auch insofern zu bestätigen, als die Post, welche gestern früh um 7 Uhr aus Prag abgehen sollte, uicht kingetroffen ist. Der Aufstand in Prag sollte durch Allarmfeuer dem Lande mitgetheilt werden, und am zweiten Pfingsttag Abends waren alle höhern Berge beleuchtet. (D. a. Z.)

Eisenach, den 12. Juni. [Die Studenten be­schließen, das Vermögen der einzelnen Universitäten solle vom Gesammtstaat eingezogen werben.] Die diesige Studentenschaft, etwa 1200 Studenten von 15 Universitäten, hielt heute eine allgemeine Berathung in dem Saale der Erholungsgesellschaft. Nach einer langen phrasenrcichen und stürmischen Verhandlung ging mit 619 Stimmen gegen 427 der Vorschlag des vorberathenden und vorbereitenden Ausschusses :die Universitäten sollen Nationalanstalten werden, das Vermögen der einzelnen Universitäten soll vom Staal ciugezogen werden, der ihre Bedürfnisse bestreitet,, durch. Vergebens hatte Watzau aus L.ipzig diese Einziehung einen Raub genannt, und vor der Centralisation ge­warnt, die man mit Einheit verwechsele. Die Einheit Deutschlands und der Grundsatz der Gleichheit so wurde von der andern Seite behauptet erheische die Einziehung und Verschmelzung des Universiläts-

werden. Indessen war bis zur gestrigen^ Mitternacht im Flensburger Hauptquartier auch noch nicht die ge­ringste Kunde von einer solchen Umstellung und Ge­fahr des Corps gekommen. Im Gegentheil deuten die letzten von dorther cingetroffenen Nachrichten dar­auf hin, daß die Dänen bis zur Gränze zurückgedrängt sind. Von den Bewegungen des unter Major v. Zastrow schon am Donnerstag Abend von Flensburg nach dem Westen aufgebrochenen Corps schleswig- Holsteinischer Truppen ist keine bestimmte Nachricht ein­gelaufen. Auf Fünen sind 6000 Schweden gelandet. Die auf Dronning Maria gefangen gehaltenen 7 Aerzte (Nichtcombadanten) sind gegen eben so viele dänische Aerzte ausgetauscht worden. Auch Graf Rantzau ist von den Dänen freigelaffen worden auf die Beding­ung, sich, wenn gerufen, wieder zu stellen.

(S.-H.-Z.)

Ausland.

Republik Frankreich.

' Paris 13. Jnni. Die ganze heutige Sitzung wurde mit der Frage über die Zulassung von Louis Napoleon auSgefüllt. Wir kommen morgen auf diese nähere De­batte zurück, welche^bei Abgang der Post noch nicht zu Ende geführt war.

Schweden.

Stockholm, 7. Juni. Unsere Truppen sind noch nicht eingeschifft nach den dänischen Inseln und die of- ficitlle ZeitungPost och JnrikeS Tidningar" spricht von einer Ueberfahrt eines Theils des Heeres als von einer noch nicht ausgemachten Eventualität.

Großbritannien.

London, 12. Juni. DaS auf heute angesagte Chartistenmeeting hat nicht stattgefunden. In Folge der strengen Maßregeln der Regierung hat sich das Zutrauen gehoben und die Course ginge» in die Höhe. Consolâ 84%.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Das in meinem Verlage erscheinende Bild des Minister-Präsidenten (429)

(nach dem Originalgemälde von JL, Knaus; in einer Kreidezeichnung von Ant. Fay) ist nunmehr in der Zeichnung vollendet und können binnen acht Tagen davon Exemplare abgeliefert werden.

Die Zeichnung ist in grösster Vollendung und höchst gelungen ausgeführt, was einige Probeabdrücke beweisen. Für Diejenigen, welche vor der Subscription das Bild erst sehen wollten, bemerke ich, dass ich den

Subscriptionspreis pr. Exemplar auf weissem Papier ü. 1; auf chinesischem Papier fl. 1. 30 kr. noch einige Zeit bestehen lasse, und alle Interessenten dieses ausgezeichneten Bildes nun­mehr ersuche, ihre Subscription bei mir gefälligst anmelden zu wollen. . Wiesbaden, den 16. Juni 1848.

Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.

VcsichiMs - ErüM,NW.

Ich beehre mich einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige zu machen, daß ich hierfelbst Langgaffe Nr. 19. im Riedelffchen Hause ein Colonialwaarengeschäft, verbunden mit Commission, Spedition und Incasso, etablirt habe, und bitte daher, unter Zusicherung reeller und pünktlicher Bedienung, mir ihr geneigtes Zutrauen nicht zu versagen.

Wiesbaden, den 8. Juni 1848.

(430) Carl Cramer.

Mainz, den 14. Juni. Die allgemeine deutsche National-Buchdrucker-Versammlung hat in ihrer Sitzung am 12. Juni im Akademie - Saale bet kurfürstlichen Schlosses zu Mainz, veranlaßt durch einen Antrag des Abgeordneten von Stuttgart, mit welchem sich die Abgeordneten von 16 Städten nach besonderen Aeußerungen der betreffenden Verleger oder Redactio­nen einverstanden erklärten, den Beschluß gefaßt:

Die allgemeine deutsche National- Buchdru­cker - Versammlung ersucht die Redaction des Frankfurter Journals," die Erklärung sämmt­licher deutscher Zeitungsredactionen in Empfang nehmen zu wollen und zu veröffentlichen: ob die­selben in der Folge an Tagen nach Sonn - und Festtagen ihre Blätter erscheinen lassen wollen oder nicht, damit an Sonn- und Festtagen das Arbeiten bet in Zeitungen Beschäftigten aufhöre." Durch eine allgemeine Vereinigung der betreffenden Redactionen oder Verleger würde die leidige Konkur­renz dann verschwinden, und wäre dieselbe wohl noch bis 1. Juli b. I. zu Stande zu bringen.

Sämmtliche Zeitungsredactionen sind hiermit ge­beten, oben angeregte Erklärung abzugeben und über­dies für möglichste Verbreitung des Obigen durch Auf­nahme in bte beireffendenden Blätter zu sorgen.

Pie deutsche National-Vuchdrucker-Uersaawluog (432) je Mainz.

Im Verlage der S. Schmerber'schen Buchhandlung (Nachfolger H. Keller) in Frank­furt a. M. sind erschienen:

Die Männer des deutschen Volks.

Nach der Natur auf Stein gezeichnet von Scherble u. A.

Erste Abtheilung.

Die Bildnisse von Blum, Raveaux und von Soiron enthaltend.

Preis jeder Lieferung 54 kr.

auf chines. Papier fl. 1. 21 kr.

«injeln sind erschienen: Blum. Jucho. Raveaur. v. Soiron. Venedey; einzeln â 24 kr.

Vorräthig und werden Subscriptionen auf die ganze in Lieferungen erscheinende Gallerie der Manner des deutschen Volks angenommen bei l^lj Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz in Wiesbaden.

In der (433)

Wilhelm Friedrichffchen Buchdruckerei und Papierhandlung

am Friedrichsplatz in Wiesbaden

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Druck und Verlag von Vilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. Redacteur: Karl Brann. Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.