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kn Frist nach ter Urtheilsverkündigung verhinderten die Vornahme am frühesten Morgen und erst später schcims, trug man Bedenken, die Hinrichtung noch vor- zunebmen, scheute die Menschenmenge. Diese, geläuschi, vergriff sich am Schaffet und zerstörte dasselbe. In diesem Augenblick (nach 8 Ubr) bört man, in Kann' stadt wolle der Pöbel die beiden Raubmörder befreien, das 4. Reiterregiment ist soeben dorthin abgegangen. Gestern fand in Göppingen eine Versammlung von würmnd. Abgeordneten unter Rcyscherö Borsik Statt. Die Drängniffe auf dem Lande, die Verwei­gerung des Zehntens :c. bestimmte die Versammlung, auf schleunige Einberufung unseres Landtages anzu tragen.

Preußen. Posen, 6. Juni. (Polnische Gräuel- thaten.] Unter den blutigen Thaten, welche Posen zu einem schrecklichen Schlachtfelde gemacht haben, wird uns auch folgende furchtbare Scene berichtet. Unser Berichterstatter, ein Officier, war vor einigen Tagen bei dem Ausgraben von 8 Leichen, etwa 1 '/, Stunde von Posen, nach Sluczewo, commandirt. Sämmtliche Leichen lagen in voller Uniform, mit auf der Brust zusammen gebundenen Händen, mit dem Gesichte ter Erde zugekchrl, in einem Grabe. Da die Aerzte keine äußere Veranlassung des Todes finden konnten, so müssen dieselben lebendig beerdigt sein. Es soll dies die That der Krauthofer'schen Vebme gewesen sein. Es ist eine Tbal von furchtbarer Gräßlich.- feit, und dennoch sie ist ein Spiegelbild unserer Zustande.

Braunschweig, den 10. Juni. Der Landtag ist bis zum 29. Juli weiter vertagt worden.

Zustand.

Republik Frankreich.

Paris, 11. Juni. (Zustand der Finanzen.' Ener­gische Maßregeln gegen die Zusammenrottungen.) Der Finanzplan des Herrn Duclare, von dem schon so viel gesprochen wurde, ist kein Geheimniß mebr. Der Staat ist mit einer Milliarde im Rückstände, und die Regie rung gebraucht weiter die Summe von 500 Millionen. Um diese Summe 311 decken, welche man durch Aufla gen nicht erlangen kann, würde die Regierung 400 Millionen von der Bank begehren, der sie die Eisen­bahn dafür in Hypotbeke geben und außerdem den Vorschlag machen würde, 1100 Millionen in Bank- scheinen zu emiltiren. Man ersieht hieraus, wie Herr Duclare sich hat äußern können, daß der Kauf der Eisenbahnen durch den Staat die Basis seines Finanz- systems sei, und cs fragt sich nur, ob die Bank und die Nativnal-Versaminlung ihre Zustimmung ertheilen würden.

Endlich hat man emgesehen, daß die ewigen Zu- sammenroltuugen nicht mehr geduldet werben können, wenn Paris wieder zur Rube kommen soll, nur dies­mal ist man denn so energisch eingeschritten, daß wir hoffen dürfen, daß die Lektion nicht sobald vergessen werden wird. Wie gewöhnlich, fanden auch gestern Abend beim Eintritte der Nacht wieder Zusammenrot­tungen an der Porte St.»Denis Statt, welche indessen, wenn auch sehr aufgeregt, doch nicht so zahlreich wa­ren, als an den verflossenen Tagen. Die ganze Um­gegend der Boulevard Bonne-Nouvelle, Porte Saint- Denis und Porte Saim-Martin waren von Aufwieg­lern und Neugierigen bedeckt, welche bis gegen 11 Uhr ungestört ihr Wesen trieben. Nach, 11 Uhr erschienen starke Abtheilungen von der Linie und der Garte mobile, was bei ter Masse ein wahresrette sich, wer kann" veranlaßte; sowie indessen die Truppen vorüber wa­ren, sammelten sich die Massen wieder und ließen ein

bedeutendes Pfeifen hören. Sogleich machten die Trup­penKehrt", die Trommel wurde gerührt und das Volk aufgefordert, auseinander zu gehen. Diejenigen, welche der Aufforderung Folge leisteten, thaten wohl daran, denn wenige Minuten später waren alle um­liegenden Straßen durch das Militär umringt, wel­ches den strengsten Befehl halte, Niemand passiren zu lassen. Sogleich schritten die Polizei-Commissare dazu, die Identität der Personen barzuthun, und cs würben Verhaftungen in Massen vorgenommeu. Heute früh noch sind alle diejenigen, welche bei dieser Gelegenheit so zu sagen belagert wurden, noch auf der Straße, und es wird Keiner weggelassen, bevor die Behörde über seine Person die genauesten Nachforschungen ein- gezogcn, so daß Viele das Vergnügen haben werden, von gestern Abend bis heute Mittag auf der Straße zu kampircn, was für die Folge die Neugierde bedeu­tend abzukühlen geeignet sein dürfte. Einige hundert Gamins", welche mit dem Rufe:nieder mit Thiers, es lebe Barbes", durch die Boulevards zogen, wurden von Erwachsenen mit Fußtritten aus einander gelrie­ben und eine große' Anzahl durch die herbcigekömmcnc Garde-mobile verhaftet. Drei Individuen, welche bei Herrn Thiers das Thor zu sprengen versuchten, wur­den in Verhaft genommen; zwei derselben waren Mit­glieder ter Nallonalwerkställen, der drille ein entlaß jener Galeereuzüchtling. Die Kavallerie-, Artillerie- und Genietruppen werden bedeutend vermehrt.

Paris, 12. Juni. (Nationalversammlung. Louis Bonaparte.) Große Bewegung unter den Abgeordne­ten und unter dem Publikum. Herr Napoleon Bona­parte nahm das Wort für seinen Freund und Vetter Ludwig. Es sei wahr, daß dessen Warne vvn Agita­toren mißbraucht werden könne, aber dies rechtfertige keine Proferiptlonsmaßregetn. Louis Bonaparte könne sich von jedem Gedanken usurpatorlschen Ehrgeizes frei wissen. Herr Floeon bemerkte, daß sich die Rechtfer­tigung aus einem andern Munde besser geschickt hatte. Uevrigens werde die Regierung die geeigneten Maß­regeln ergreifen, um zu vermintem, daß die öffentlichen Are^enen von Jemanden verletzt werden, die Ordnung aber aufrecht erhalten blieb. Hierauf wurde, nach ver- fchledenen Rebenpunkleu, über tu- Frage diskulirt we­gen der geheimen Fonds von 100,000 Fr. monatlich, die unter der Firma:Sekrelarlaiskoßen und Ausga­ben für die öffentliche Sicherheit" aufgetragen werden. Ein Herr Paul Sevestc hielt eine ergötzliche Rede gegen die Clubs, Hr. Badauv-Laviviere für den Com- mysionsaulrag, also für Bewilligung der geheimen Fonds. Bei Abgang der Post war Oie Diskussion noch nicht zu Ende. Allem Anschein nach wird der Gesetz­entwurf durchgehen.

Italien.

Verona, 9. Juni. (Gesunde Politik.) Alle An- strenguugen müssen auf das itattemiche Friaul und die übrigen venetiausschen Provinzen gerichtet werden, um hier einen ehrenvollen Frieden, die Uebernahme eines ge­rechten Theils der österreichischen Staatsschuld von Seite der Lombardei und die Sicherung der Stellung des Kai serstaalâ am adriatischen Meer zu bewirken. Daß hier auch die Interessen von ganz Deutschland mit in'ö Spiel kommen , zeigen die neuesten Ereignisse vor Triest. Alle Consuln mit Ausnahme des französischen selbst der russische, schwedische, amerikanische, spanische rr. haben dort den Protest gegen felndsclichc Angnffe auf Busen Freihafen des deutschen Bundes sich angeschlossen; aber von einer Erklärung beâ deutschen Bundestags hö­ren wir noch nichts, und in der Frankfurter National­versammlung, in welcher fast siebenhundert Vertreter deutscher Nation sitzen, hat sich wo wir nicht irren noch nicht Eine Stimme für jene große Frage, die einen

Lebenspunkt der Hoffnungen auf eine deutsche Manne bildet, erhoben! Noch nicht eine Stimme! Fünfzig und mehr Stimmen aber für Polen, Czechen, Franzosen, Italiener! Auch diese Erscheinung gehört zu denen, welche Dallmann zu dem Auâruf veranlaßten: ob die deutsche Schwäche und Zersplitterung unsterblich fein sollten! Doch hören wir auf mit diesen Klagen die Erfahrung hat gelehrt, daß sie im Wind verhallen. (A. Z.)

Großbritannien.

London, 9. Juni. Man spricht stark von neuen chartlstischen Demonstrationen, welche morgen vor sich geben sollen, indessen soll die Negierung fest entschlossen sein, derselben entschieden entgegen zu treten. Es laufen hier fortwährend Briefe ein, welche die unangenehme Mit- heilung bringen, dast alle Konsignationen überseeischer Häfen suSpendirt bleiben, da man bei den fortwährenden chartlstischen Umtrieben für die Sicherheit des Eigenthums Besorgnisse hegt. Die Kammer der Gemeinen fuhr mit der Diskussion deâ Gesetzes über die Reform der Navigationsakte fort.

Vermischtes.

Erklärung.

Der Verleger derNassauischen Allgemei­nen," Herr Buchhändler A. Schellenberg veröf­fentlicht in der heutigen Nummer seines Blattes, in dem (wie es weiter unten wörtlich beißt,)schon neun­hundert neun und neunzigmal für unverantwortlich erklärten Sprechsaal" ein Erkenntniß des Herzoglichen Hof- und Appellations-Gerichts in Usingen, wonach der Unterzeichnete wegen einer gegen jenen auf dein Wege der Veröffentlichung durch die Presse begangenen Ehrenkränkung, zu einer Geldstrafe von zehn Gulden verurtheilt ist. Diese Veröffentlichung ist:

1) eine sdjr voreilige, weil das gedachte Er­kenntniß noch nicht rechtskräftig ist, ich viel­mehr das Rechtsmittel der weiteren Vertheidigung dagegen ergriffen habe und durchführen werde.

2) eine sehr unvollständige, weil keine Ent scheidungsgrün de beigefügt sind, das Publikum also ganz außer Stand ist, sich ein Urtheil über den Sachverhalt zu bilden.

Die weitere gerichtliche Verhandlung wird ergeben, wie es mit dem von Herrn Schellenberg in Empfang genommenen Briefe an dieNassauische Zeitung" und mit der darüber veröffentlichten Erklärung sich verhalte.

Ich werde nicht, wie es Herr Schellenberg gethan, dem Gang der Gerichte vorgreifen, sondern nach erfolgtem redthkrästißtlN Urtheil, möge dasselbe mißfallen, wie es wolle, den thatsächlichen und rechtlichen Sachverhalt öffentlich darlegen, damit sich auch das Publikum ein Urtheil über die VerfahrungS- wcise des Herrn bilden könne.

Wiesbaden, den 15. Juni.

Der Herausgeber derNass. Zeitung." Wilhelm Friedrich.

Bei dem Necepturbeainten S. erschienen unlängst mehrere Landleute, welche ihrem Gesuch durch die Er­klärung :

wir wollen jetzt auch einmal Proletarier sein" einen besondern Nachdruck zu geben suchten.

Sage also Niemand, daß die Leute draußen über ihre Rechte noch nicht aufgeklärt seien!

Täglicher Anzeiger für Ankündiglmgen aller Art.

Dillenburg, den 11. Juni.

Die Bestrebungen des Präsidenten Rahl, beim Rücktritt des Procurators Schenk an dessen Stelle als Devutirter znr Nationalversammlung nach Frankfurt gewählt zu werden, übersteigen' alle Grenzen der Schick­lichkeit und der Schamhaftigkeit. Ein Mann wie Naht, der vor dem 4. März in stolzer Selbstgenügsamkeit streng jeden Verkehr mit den Bürgern gemieden, der selbst bei der Geburtstagsfeier des Herzogs dem Wirthe, in dessen Hause er das Festessen veranlaßte, zur ersten Bedingung machte, nur StaatSdiener zuzulassen, der von jeher den ganzen Einfluß seiner Stellung benutzt hat, um die Staatsdiener in möglichster Entfernung und Entfremdung von den Bürgern zu halten; dieser P ann spielt jetzt den Volkâsreund und sitzt bis um Mitternacht in den Wirthshäusern und belehrt die Zuhörer, wie er von jeher für das Volk gekämpft und gelitten habe. Er hat vorgestern Abend in einer Versammlung sein ganzes Leben und Wirken auf eine solche prahlerische Weise dargestellt, daß, wenn ein Dritter so von ihm geredet hätte, jeder Unparteiische eS eine elende schamlose Lob. hnvelei nennen würde. Er hat sich nicht damit begnügt, sich so zu vergöttern, daß er selbst mehrmals sagen mußte :ich muß schamroth werden, so von mir zu reden"; er hat auch versucht, die, welche Zeugniß von sei­nem Leben und Wirken geben können, zu verdächtigen. Er hat sich hingestellt als der, welcher immer das gegen die Bedrückung der Angestellten mit aller Kraft zu schützen gesucht, weshalb von diesen jetzt gegen yn operwt wurde. Er hat renvmmirt, wie er schon im Jahre 15 als Freiwilliger für das Volk gestritten, wie h Jahre 32 bei der Domänenfrage gegen das Volk habe brauchen wollen, wie er es aber entschieden der Ander. T , "an zwei Andere genommen, von denen der Eine (nämlich Magdeburg) bereits entfernt, ÄunRariffe n 'IeiIlt^ no$ da sei und jetzt wohl wieder in der Domänensache arbeiten würde. Er hat alle dir« Alle«r Wnt Zuhörer zu bestechen und auf Kosten Anderer sich populär zu machen. Und warum bier nach Wl^^- "^ M nach Frankfurt, â tout prix nach Frankfurt! Es ist der beste Weg, um von bier hat Hr. Rabr .^n^ Wiesbaden? Ei nun! Hergenhahn hält sich vielleicht nicht (von WritÈn* Vollvrack, ^"-Petition an die Kammer entworfen, welche Unzufriedenheit mit Hergenhahn auö- Eta äi t"*^ b-i ta ->»M^ch, befestigt, mit tra netrige« wird... mit f«,.O, und Sm rn^^ »" wâè, 4m Gluck ,» fe.-.m â S.-.b-u, »»d '»dem m- *

>>>,»!-"» gtjientni ita® tolS'ISs* 1000-I A«fwa»d-g-ld sich für «inen magren Solfomann

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__________ ' l?n herzlich dumm zu nennen!

Motto: Wer getroffen wird, der bellt!

Mit Bezugnahme zu dem Inserat in Nr. 78 d. Bl. und der in Nr. 82 nachgefolgten Erwiederung hiermit zu begegnen, werde ich eS immerhin dankbar anerkennen, wenn meine Freunde mich auf etwaige Beschwerden aufmerksam machen, und ich werde nicht unterlassen, dieselben aus allen Kräften zu beseitigen.

Wenn aber der angebliche Einsender S. sich berufen glaubte, Anforderungen zu stellen, als rührten dieselben von mir her, was nun nicht wahr ist, so ist diese Hand­lungsweise kein Irrthum, sondern ein Falsum, und die­sem nur allein galt mein Ausfall in Nr. 80 d. Bl.

Biebrich, den 13. Juni 1848.

Ullrich,

(412) G astwirth zum Taunushof.

Edictalladung.

An die Concursmasse der Franz Roller I. Ehe­leute zu Langenschwalbach sind persönliche und dingliche Ansprüche Mittwoch, den 12. Juli 1848 Morgens 8 Uhr hier anzumelden, bei Meidung deö Ausschlusses.

La ng e n sch w a lb a ch, den 9. Juni 1848. Herzoglich Nassauisches Amt.

(413)________ T h. W i ß m a N N.

Aecht engl. Gichtpapter, (111) das Blatt zu 12 fr.

Vorräthig bei ter Expedition dieses Blattes.

Druc. und Verlag von Wilhelm Friedrich am FriedrichSplatz. Redacteur : Marl Braun. Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.