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lest du mich fressen, sonst ist ja doch die brüderliche Viebe am Ende, und besonders laß dich nicht gelüsten, mit deiner Zahl und Stärke zu drohen; ich bin ein gutmüthiger Kerl, kann aber weit bißartiger werden, als du dir vorstellst. Darum Peter fange keinen Streit zu deinem Schaden an; bleib, wie ich, ein ehrlicher Kerl, laß uns, wie Brüder, in Recht und Billigkeit in Freuden leben.

Recht muß Recht bleiben und unter Brüder Billig­keit, sonst ist Alles aus.

Tagesgeschichte.

Deutschland.

Großherzogthum Baden. sStruve und Hecker als Candlvatcn zum Parlaments Aus Freiburg wird der Karlsruher Ztg. geschrieben, von verschiedenen Sei­ten würden Hecker und Struve zur Wahl als Reichs- tagSabgeordnete vorgeschlagen; denn sie seien zwar Hoch- verrâther, aber keine Bolköverräther!

Oesterreich. Wien, den 31. Mai. (Fortwährend milit. Rüstungen.) Die Kriegörüstungen und die Rekru- tirung werden ununterbrochen fortgesetzt. So eben hören wir, daß nebst der Aufstellung deS zweiten Landwehr-Ba- taillonS bei jedem der 35 deutschen Infanterie-Regimen­ter ein viertes Feldreserve - Bataillon errichtet, und daß auch die fünf Artillerie-Regimenter jedes um 1 Bataillon vermehrt werden.

Wien, 2. Juni. fRcue große Deputation an den Kaisers Da'S Ausbleiben des in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai an St. Majestät d.n Kaiser abgefertigten Couriers fällt um so mehr auf, als derselbe bereits ge­stern hier zurückerwartet wurde und wir überdieß schon seit ein paar Tagen ohne officielle Nachrichten auS Inns­bruck geblieben sind. In der heutigen Sitzung deö provisorischen Ausschusses der Bürger-Nationalgarden und der akademischen Legion wurde beschlossen, abermals eine allgemeine Deputation aller hiesigen Korporationen und sämmtlicher Clubs, denen sich Deputirte auö Brünn, Gratz, Linz u. s. w. anschließen sollen, an Se. Majestät den Kaiser nach Innsbruck zu senden und um dessen Rück­kehr in die Hauptstadt dringend zu bitten.

Wien. (Anordnung der Wahlen.) Das Ministerium hat die Eiuleitungen getroffen, das in Uebereinstimmung mit den Anordnungen der Proklamation Sr. Maj. vom 16. d. M. die Wahlen der Abgeordneten zur Einen Kam­mer des constituirenden Reichstages auf der Grundlage der Bestimmungen der provisorischen Wahlordnung vom 9. d. M. für die Wahl der Kammer der Abgeordneten nunmehr unverzüglich vorgenommen und dabei jeder Un­terschied in Beziehung auf die WM der WMMAnoer in den Wahldistrikten in den Städten, welche eigene Ab­geordnete zu senden haben, beseitigt, und daS Alter der Wählbarkeit zum Abgeordneten auf das zurückgelegte 24. Lebensjahr gesetzt werde. Dabei murre den Länderchefs jede mit der Wichtigkeit deö Gegenstandes vereinbare Beschleunigung der Wahlen anbefohlen, damit der con- stituirende Reichstag in Gemäßheit des allerhöchsten Pa­tentes vom 9. Mai d. I. am 26. Juni eröffnet werben könne. (A. Oest. Z.)

Instand.

Republik Frankreich.

ZZZ7 Paris, 3. Juni 1848.

Sitzung der National-Versammlung.

(Nachtrag.)

Armand Mar rast, noch einmal durch Degeorge wegen Louis Blancs Anwesenheit auf dem Stadthause interpellirr, antwortet ausweichend, erklärt aber endlich von der Versammlung gedrängt, daß nach der genau­esten Untersuchung, er zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß Louis Blanc am 15. Mai nicht auf dem Stadlhause gewesen sei. Da das Gerücht von ihm ausgegangen sein soll, so kann man sich Marrasts Ver­legenheit denken, und, wie er zuerst erklären wollte, warum er Anfangs an Louis Blancs Anwesenheit geglaubt habe.

Der Schluß der Disbussion wird ausgesprochen und in der Abstimmung die Cvnclusionen der Commis­sion, d. t. die Bewilligung der Verfolgung nach zwei Scrutine durch Aufstehen und Niedersitzen, nicht zur Entscheidung gebracht. Man verlangt die Abstimmung durch Theilung. Louis Blanc protestirt gegen das Scrutin durch Theilung , als in dieser Angelegenheit der Würde der Versammlung entgegen. Es wird noch einmal abgestimmt und die Conclusivnen der Commis­sion zur Abstimmung gebracht, aber das Resultat bleibt unentschieden, (alle Minister haben gegen votirt) und man schreitet zum Scrutin durch Kugeln. Es ist dies die alte Art, wo die Mitglieder öffentlich ihre Kugeln in die weiße Urne (Für) oder in die schwarze Urne (Gegen) werfen. Man nennt dieses Scrutin bas ge­heime, obwohl es sehr öffentlich ist und den Stenogra­phen Zeit läßt, für die Journale zu notiren, wie jeder Vertreter gestimmt habe, was bei Stimmung durch Theilung schon viel schwerer ist.

Eine ungeheure Aufregung folgt der Anzeige des geheimen Scrutins, man protestirt dagegen; mehrere Redner folgen sich auf der Tribüne, ohne zu Worte zu kommen, der Präsident hat nicht mehr Glück als sie, endlich gelingt es ihm zu erklären, daß es in einer so ernsten Sache nöthig sei, auf das Gewissen­hafteste zu verfahren und baß man keine Entscheidung annehmen könne, über die das Bürcau nicht einstimmig sei. Es müsse daher bei dem Votum durch Theilung bleiben. Neue Protestationen, Lärm, stürmischer Tumult, allein der Präsident beharrt auf seiner Entscheidung und die Abstimmung beginnt.

Sie ist 5 Minuten nach 5 Uhr geschlossen und gibt folgendes Resultat:

Anzahl der Votirenden......706

Absolute Majorität..... . 354

Für die Bewilligung der Verfolgung . 337

Gegen die Bewilligung ..... 369

Die Versammlung hat somit die gerichtliche Ver­folgung gegen den Vertreter Louis Blanc mit einer Majorität von 32 Stimmen verweigert. (Große Sensation.)

Man hat durch dieses Votum Louis Blanc einen Triumph bereitet und ihm aufs Neue in der öffentli­chen Meinung, in der er sehr gesunken war, eine glän­zende Stellung bereitet. Wir müssen erklären, daß uns bei den Abstimmungen durch Aufstehen und Nie- dersitzen die Majorität klar für die Verfolgung zu sein, allein da viele Vertreter nicht den Muth ihres Votums hatten, so änderte sich das Resultat bei der Abstimmung durch Theilung.

Paris, den 4. Juni.

Louis Blancs Lossprechung bildet heute den Haupt­stoss der Journalpolemik, wie der Conversalion an den öffentlichen Orten und auf den Straßen, die republi­kanische Partei triumphirt und sieht darin einen Sieg über die Verschwörung der Reaction. Wir glauben, baß die lossprechende Majorität von 369 Stimmen aus zu verschiedenen und heterogenen Bestandtheilen zusammengesetzt war, daß die Furcht vor der Oeffem- lichkeit, die Besorgniß einen gefährlichen Präcedenzfall aufzustellen, die Angst vor einer einst möglichen Wie- dervergeltung, die viele Vertreter bewogen haben, im öffentlichen und leicht zu controllirenden Scrutin durch Theilung gegen einen Vorschlag zu stimmen, für den sie wahrscheinlich in der massenhaften Abstimmung des Aufstehens und Niedersitzens gestimmt hätten, zu sehr auf dieses Resultat eingewirkt haben, um es für einen Sieg erklären zu können, wir betrachten aber die Minorität von 332 Stimmen als sehr bezeichnend, es ist die numerische Stärke der conservativen Opposition quand méme , oder, wenn man so sagen will, der Reaktion.

Jedenfalls fügt diese dreitägige Debatte und das Resultat derselben noch neue Elemente zu der ohnehin herrschenden gouvernementalen Verwirrung hinzu und es ist eines der sonderbarsten Schauspiele, sämmtliche Minister und namentlich den Iustizminister gegen die Conclusion des Generrlprocnrators (Organ der Re­gierung) und des Unterstatts -Secretärs Jules Favre (Organ der Commission) votiren zu sehen.

Die Assemblée nationale versichert heute, der General-Procurator Portalis und der Prokurator der

ersten Instanz Laudrin, hätten, in Folge dieses Votums, gestern Abend ihre Entlassung gegeben, ein Schritt, der uns nicht wundern sollte, da sie, indem sie die Vcrwlgting Louiö Blancs verlangten, doch nur im Einverständniß mit der Regierung handelten und dann die ganze Regierung gegen sich stimmen sah.

Gestern Abend ist au allen Straßenecken die Ean- didatur des Bürgers Louis Napoleon Bonoparte an­geschlagen worden, die zahlreiche Gruppen von Lesern anzog.

Das angeschlagene Glaubensbekenntniß Emil von Gicarbin lautet höchst lakonisch:Mitbürger! Ich bin kein alter Republikaner (républicain de la veille). E. v. Girardin."

Folgender Anschlag macht ebenfalls einiges Auf­sehen :

Liebe Mitbürger!

Wir alle fühlen dringend das Bedürfniß von

1) Neuen Septembergesetzen,

2) Großen Reden,

3) Reaktionären Erneuten und

4) Andern gouvernementalen Schwindeleien.

Laßt uns daher Herrn Thiers wählen!"

Die Ergänzungswahlen finden heute in ganz Frank­reich Statt und Paris, das elf neue Deputirte zu wählen hat, hat ein sehr bewegtes Ansehen, das jedoch ganz friedlicher Art ist.

Das große Arbeiter-Bankett zu 5 Sous findet nun Sonntag den 11. d. Statt. Die Arbeiter haben, um jede Mißdeutung unmöglich zu machen, die National­versammlung, die Nationalgarde, die Schulen, die Ar­mee u. s. w. eingeladen, durch Deputationen an dem Bankette Theil zu nehmen und mit ihnen zu frater- nisircn

Der reaktionäre Club démocralique de la Garde­nationale hat gestern seine Parodie des 15. Mai ge­habt. Der Präsident Chamdaud hatte auf die Can­didatenliste, die der Club bei der heutigen Wahl un­terstützen sollte, den Namen Caussidieres gesetzt, dage­gen Changarnier und E. v. Girardin wcggelaffen. Die Ultra-Conservateurs brachen in offener Empörung aus, verjagten das Bureau, setzten den Präsidenten Cham­baud ab, zerrissen alle Listen -und die Sitzung endete in einer unbeschreiblichen Verwirrung, unter derem Schutze sogar bedeutende Bor-Uebungen vorgenommen wurden.

Eine Ordonnanz der Erecutiv-Commission im Mo­niteur stellt das Schloß der Tuilerien provisorisch un­ter das Kommando des Generals Clement Thomas, Kommandanten der Nationalgarde.

DerMoniteur" gibt ferner den erbärmlichen Lü­gen, welche diefresse, dieAssemblee nationale über den angeblichen Luxus und die Verschwenkung bei Einrichtung ihrer Wohnungen ist Lurënbourg über Sie Mitglieder der Erekutions-Commission ausgeftreut ha­ben, ein vollständiges Dementi.

Uebermorgen wird die neue Zählung und Einre- gistrirung der Nationalwerkstätten beendigt sein, man versichert, daß durch die Ausmerzungen unbefugter Eindringlinge und die Abschaffung eingeschlichener Miß­bräuche die Zahl der Arbeiter von 115,000 auf 80,000 sinken wird.

DerMoniteur" veröffentlicht heute die Antwort Lamartiues an die Bewohner der Stadt Magdeburg, auf die ihm nach dem 15. Mai gesandte Adresse.

Die Aktien der französischen Bank sind in den letz­ten drei Tagen um zwei hundert Francs gefallen.

Wiesbaden, 7. Juni 1848.

Heute Mittag sind 180 Mann Soldaten unseres 1. Regiments hierher zurückgekebrt und werden sich von hier auf Tagmärschen nach Weilburg begeben. Die Regierung ist nach den von ihr in der Kammer gege­benen Erklärungen, unablässig bemüht, auch die übri­gen Truppen aus Baden zurückzuziehen und wir hoffen, daß möglichst bald diesem so kostspieligen und unter den dermaligen Verhältnissen unnötigen Feld­lager ein Eude gemacht werde.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Der Unterzeichnete beehrt sich, einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige zu machen, daß er seit dem 1. Mai d. J.

De» GMhVf zur Krvur in Wreberrch vl8-8-vi8 tzem herzoglichen Schlosse und an der Promenade, sowie an den Landungsplätzen der Damppchxffe zunächst gelegen, übernommen hat.

9T , erselbe empfiehlt sein neu eingerichtetes Etablissement dem geneigten Besuche aufs Getränke" ' ^spricht pünktliche Bedienung und für garantirtdie besten Speisen und

Ut£xA ^ Abonnement aufs Billigste. Auf Verlangen können elegante Preisen abgegebm^werden. ^ ^ ^* gegenüber gelegen, auf längere Zeit zu billigsten

Diederich, im Juni 1843.

Offener Brief.

Wir ersuchen Herrn Gremmer, so lange sein Brust­übel nicht geheilt ist, Rollen wie derSchiller" rc. nicht zu übernehmen, und nicht in der Aufforderung einiger jun­ger Damen die Zufriedenheit des ganzen Theater-Publi­kums zu suchen.

(377) Ein Club Damen.

Bei Unterzeichnetem ist erschienen: (378)

Historische Novellen.

Von Eduard Dritter.

Erster Band, enthält: Mohammed der Prophet. Don Juan von Oesterreich.

21 Bogen. 8. fl. 1. 45 kr.

(376)

Chv. Schmidt

Wilhelm Friedrich,

Buchhändler am Friedrichsplatz.

Druck und Verlag von Wilhelm Kriedrick a

v am Frwdrichöplatz. Redacteur Karl Brann. Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich,