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finden die Interpellationen wegen der Vorfälle in 9fr apel Statt.

Schon während der gestrigen Sitzung der Natio­nalversammlung wurden die militärischen Vorsichtsmaß­regeln eingestellt. Abends war Paris vollkommen ru­hig und heute hat Alles sein gewöhnliches Aussehen. Natürlich fehlt es nicht an allarmirenhen Gerüchten, die fortwährend zu leicht begreiflichen Parteizwecken ausge­sprengt werden, aber man fängt an, sich weniger um dieselben zu kümmern und etwas ungläubiger zu wer­den, als bisher. Selbst die Beschränktesten fangen an einzuse en, daß diese fortwährend ausgesprochenen sal- schen Nachrichten keinen andern Zweck haben, als der Bevölkerung die Republik zu verleiden und die Sehnsucht der Ruhe der letzten siebenzehn Jahre hcr- beizufübren.

Gestern wurde an allen Straßenecken von Paris eine ungeheure Anzahl großer Riesen-Plakate auf gel­bem Papier angeschlagen, in denen den Arbeitern empfohlen ward, den Prinzen von Joinville in die Nationalversammlung zum Deputirten zu wählen, da er besser für die Arbeiter sorgen werde, als die egoistische Bourgeoisie, die jetzt regierte. Diese Zettel, mit mitleidigem Lächeln gelesen, waren in einer Stunde schon förmlich wieder abgerissen.

Die Regierung veröffentlicht heute ihren Bericht an die Nationalversammlung über die Vorgänge des 15. Mai. Es geht aus diesem sehr ausführlichen und mit großer Klarheit geschriebenen Aktenstücke hervor, daß die Regierung alle nur erdenklichen Maßregeln und Anordnungen für die Sicherheit der Nationalversamm­lung getroffen hatte, daß jedoch ihre'Befehle nur man­gelhaft oder gar nicht ausgeführt wurden. Ob dies aus Absicht oder aus Unfähigkeit geschehen, schließt der Bericht, wird die gerichtliche Untersuchung bald Herausstellen.

Das Journal des Debats, das bekanntlich lang­jährige und sehr itime Verbindungen mit dem dänischen Hofe hat, bringt heute einen Brief aus Copenhagen vom 24., worin auf das Bestimmteste ausgesprochen

wird: der Kaiser von Rußland habe am 13. Mai ein Ultimatum an die preußische Regierung gerich­tet, wonach, falls die deutschen Truppen nicht bis zum 28. Mai Jütland, Schleswig und Holstein ganz geräumt und sich auf das andere Ufer der Elbe zurückgezogen haben würden, der Kaiser die­ses als eine Kriegserklärung zwischen Rußland und dem deutschen Bunde betrachten müsse und sogleich die Feindseligkeiten zu Wasser und zu Laude beginnen werde. '

Sollte diese Nachricht, die übrigens durch den schnellen Rückzug der Bundestruppen bestätigt wird, begründet sein, so frägt sich, wozu so viel Blut wacke­rer deutscher Männer geflossen ist.

Der Gesetzesvorschlag, der die Ehescheidung wieder berstellt, hat in den Bureaux der Nationalversamm­lung, bei der vorläufigen Prüfung, großen Widerstand gefunden.

DerCorsaire" versichert, daß die Instruktion we­gen der Vorfälle des 15. Mai Herrn Louis Blanc schwer beinzichtige, und daß der General-Procurator Portalis die Bewilligung zu seiner Haft verlangt habe. Die Regierungs-Commission soll sich jedoch dieser Maß­regel auf das Entschiedenste widersetzt uud erklärt ha­ben, in diesem Falle augenblicklich ihre Entlassung zu geben.

DieAssemblée nationale erklärt, daß der Pro­zeß des 15. Mai keine gerichtliche Lösung erhalten werde. Man werde die Untersuchung in die Länge ziehen und bei Gelegenheit der Veröffentlichung der Constitution , wird man eine allgemeine Amnestie proclamiren.

Der Courier framjais spricht ernste Befürchtungen wegen Algier aus. Nicht nur, daß dort orleanische Umtriebe ganz offen und ungestraft stattfänden, sondern General Changrenicr soll. dem Minister der auswär­tigen Angelegenheiten auch angezeigt haben, daß eng­lische Agenten das ganze Gebiet von Algier und Ma­rokko durchstreifen und überall eine allgemeine Schild­erhebung gegen die Franzosen predigten.

Heute soll ein Duell zwischen zwei Volksvertretern stattfinden, die gestern im Conferenzsaale der National- Versammlung wegen der Schuld oder Nichtschuld des General Courtais in einen so heftigen Wortwechsel gerathen sind, daß derselbe mit Thätlichkeiten sein Ende nahm.

Die von den Journalen gemeldete Verhaftung des Commandanten der mobilen Nationalgarde zu Pferde» Th. Backe, bestätigt sich nicht.

Flotte, einer der itimen Vertrauten Blanqui's, ist gestern in seinem Verstecke bei einem gewissen Froment verhaftet und nach Vincennes gebracht worden.

Eine Deputation von jungen hübschen Frauen hat sich gestern zum Justizminister Cremieur begeben, um ihm' für die Wiederherstellung in der Ehescheidung zu danken, eine Demonstration, die nicht ohne Störung von Seiten der zuschauenden Männer ablief.

Dänemark.

Kopenhagen, 25. Mai. Unsere Blätter melden nichts von Frieden und Waffenstillstand, außer was sie den Hamburger Blättern entlehnen, deren angebliche Friedensbedingungen sie jedoch für ungegründet erklä­ren. Ihre Sprache klingt zwar nicht mehr so drohend, aber nm so geringschätziger gegen Deutschland. Sie entblöden sich nicht, den Rückzug der Preußen als eine Art Flucht zu schildern, woran die tapferen Dänen freilich sehr unschuldig waren; Fädrelandet allein sucht zu beweisen, daß die Furcht vor dem jütischen Land­sturm das Ihrige dazu gethan, und daß die Preußen geäußert, Napoleon würde in Jütland sein Grab ge­funden haben! Die wahre Ursache ist, wie Aarhuus Davis und Dannevirke wissen wollen, Rußland habe eine energische Note an Preußen gerichtet, in welcher ein Termin gesetzt sei, innerhalb dessen Jütland geräumt sein müsse, widrigenfalls würde der Kaiser sogleich den Krieg erklären. General Wrangel soll über den Empfang der Depeschen, die ihm den Rückzug vorschrieben, ganz wüthend geworden sein, und gesagt haben:Wir ziehen nun ab, wie die Narren!"

' "'" " " .......! --J " . IJ.UMHU,

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

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Dampfschifffahrt für den Nieder- und Mittel-Rhein.

Düsseldorfer Gesellschaft*

Von heute an sind die Preise nach LONDON folgendermassen herabgesetzt:

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(Eisenbahn nicht einbegriffen.)

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Vorkaj iite .... 9. 8

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Nähere Auskunft auf der Agentur, Marktplatz, gegenüber dem herzoglichen Palais, und bei Herrn /. W. Käfebltt in Wiesbaden.

Biebrich , 1. Juni 1848.

Der Agent

«Jo < Lembach»

Im Verlage der S. S chmerb er'schen Buchhandlung (Nachfolger H. Keller) in Frank­furt a. M. sind erschienen:

Die Männer des deutschen Volks.

Nach der Natur auf Stein gezeichnet von Scherble u. A.

Erste Abtheilung.

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auf chines. Papier fl. 1. 21 kr.

Einzeln sind erschienen: Blum. Juch o. Raveaur. v. Soiron. Venedey;

einzeln â 24 kr.

Vorräthig und werden Subscriptionen auf die ganze in Lieferungen erscheinende Gallerie der Männer des deutschen Volks angenommen bei

(.353) Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz in Wiesbaden.

Edietalladung.

^urch das rechtskräftig gewordene Urtheil Comurs über das Vermögen des Georg Wilhelm Laux und seiner Ehefrau, Justine geb. ^LVtt^ erkannt worden ist, so werden alle, welche dmglche oder persönliche Ansprüche an diese aufgefordert, dieselben Montag, den 26. Inin Morgens 9 Uhr dahier ael- tend zu machen, bei Vermeidung des ohne weitere De- cretur ««tretenden Ausschlusses von der vorhandenen Masse.

Langenschwalbach, den 30. Mai 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(354) Winter.

Edietalladung.

An die Concursmasse des Johann Jakob Michel von Zorn sind persönliche und dingliche Ansprüche Mittwoch, den 5. Juli 1848 Morgens 8 Uhr hier anzumelden, bei Meidung deâ Ausschlusses.

Langenschwalbach, den 31> Mai 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(355) Th. Wißmann.

Ein Zwitterding ist ein Ding von großem Uebel! Kern und Wahr­heit des Lebens fehlen ihm! (353)

Edietalladung.

Ueber das Vermögen des Johann Grünwald und seiner Ehefrau Catharine Elisabethe geb. Mahr von Griesheim ist der Concursproceß erkannt worden.

Dingliche und persönliche Ansprüche daran sind unter dem Rechtsnachtheile des Ausschlusses von der vorhan­denen Masse

Mittwoch, den 28. Juni d. I, früh 8 Uhr dahier zu liquidiren.

Höchst, den 26. Mai 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

(356) Westerburg.

(357) Kellner und Aufwartmädchen werden gesucht zur schnelleren Befriedigung der Gäste im Taunus-Hotel in Biebrich.

Powdre de Chino von

(359) Vilaiii & C? in Paris.

Untrügliches und durchaus unschädliches Mittel, grauen, rothen und verbleichten Haaren binnen 2 bis 3 Stunden eine schöne, natürliche und dauernde schwarze oder braune Farbe, je nach dem Wunsche des Gebrauchenden, zu geben. Dasselbe wird unter der Bedingung verkauft, wenn nach richtig vorge­schriebenem Gebrauche die versprochene Wirkung nicht stattfinden sollte, den dafür gezahlten Preis zu­rückzuerstatten.

Preis für die grosse Flasche «. « Mkr. Des­gleichen für die halbe Flasche fl. 1. 1« kr.

Zu haben bei der Expedition dieses Blattes.

©rucf und Vcr,ag -on B. ilhelm ^ricdi ich am Friedrichsplatz. Redacteur Karl Brann. Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.