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Völker gründen sollen, nach seiner Befugniß und Pflicht für die ungefährdete Erhaltung des ihm anvertrauten Bollwerks unseres deutschen Gesammtvaterlandes allen Mißbräuchen der Presse, welche diese Eintracht stören und nur Unglück über diese Stadt und Festung bringen können, mit allen in seine Hände gelegten Mitteln entgegen treten und es scheut sich nicht, die Verantwortlichkeit seiner Maßregeln vor dem gesummten deutschen Baterlande und vor jedem Rechtlichen und unparteiisch Denkenden auf sich zu nehmen. Es darf erwarten, daß sein Rus bei diesen und auch außer Main; in Bezug auf Charakter und Gesinnung festgestellt ist.
Noch muß das Festungs-Gouvernement zurückweisen, daß seine Vollmacht zu den getroffenen und noch zu treffenden Verfügungen in der Convention vom Jahre 1816 beruhe, vielmehr ist seine einzige Richtschnur lediglich das in der 36. Sitzung der deutschen Bundesversammlung vom 27. September 1832 als Gesetz erlassene Festungs-Reglement.
Indem das Festungs-Gouvernement eine löbliche Redaktion ersucht, diese umständliche vorläufige Auseinandersetzung der Thatsachen, welche die getroffenen Verfügungen , vorbehaltlich der nähern Beleuchtung der Ereignisse durch die Veröffentlichungen der Untersuchungs-Commission dargestellt, aufzunehmen, hat es hierdurch, ohne dem Resultate der letzter» vergreifen zu wollen, dem Bedürfnisse und seiner Pflicht, sich vor der öffentlichen Meinung des gesummten deutschen Vaterlandes, welche cs selber in allen seinen Amtshandlungen nicht zu scheuen braucht, auszusprechen, Genüge leisten zu müssen geglaubt und wird sich jeder weitern Erörterung enthalten, bis der Schluß und die Veröffentlichung der gerichtlichen Untersuchung daS End- urtheil über diese Ergebnisse feststelle» wird.
Mainz, den 26. Mai 1848.
v. Hüser, v. Jetzer,
k. pr. Generallicutenant k. k. österr. Felbmarschalllieut. und Vieegouverneur. u. Festungskommanvant.
Nassauisches.
9 Kammer - Verhandlungen.
4. Sitzung. (Fortsetzung.)
Wiesbaden, den 30. Mai 1848.
Wir tragen zu unserer Mittheilung vom Gestrigen nach, daß sich die Kammer dahin entschieden hat, an die Regierung daS Ansuchen zu stellen, sie möge bei der durch den Verzicht des Parlamentsmitglieds Schenk nothwendig werdenden neuen Wahl statt wieder Urwahlen vèrzunchmen die aus der vorigen Urwahl her- vorgegangenen Wahlmänner wählen lassen.
Zur Ueberreichung der Adresse an Seine Hoheit den Herzog wurden Jung, Kreuz, Fresenius und Müller durch das Loos bestimmt.
Hergenhahn übergab der Kammer den Entwurf des neuen Gemeindcgesctzcs, bestehend aus zwei Abtheilungen:
1) Gemeinde-Verfassung,
2) Bürgerrecht, und den Landeserigenzetat.
Auf die Anfrage des Deputirten Lotichius erfolgte von der Regierungsbank die Antwort, man gehe bereits seit längerer Zeit damit um, das Militär aus Baden zurückziehen, die badische Regierung habe dasselbe jedoch Anfangs für noch nicht entbehrlich erklärt, dermalen aber hoffe man, einen Theil unserer beiden Regimenter in den ersten Tagen und die übrigen auch sehr bald zurückziehen zu können.
Einige Deputirten verlangten Postfreiheit. Siebert und Bertram protestirten dagegen, sie wüßten wohl, wie doch Thurn und Taris eine solche Vergünstigung anschlage und welche Gegenleistungen man erwarte. („Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferenles.“) Der Regierungskommissär bemerkte, daß Briefe, welche
welches den einzelnen Theilen nicht gestattet, auf einander zu lasten, sondern in beständig sich kreuzenden Linien überall Zwischenräume bildet für den Durchgang der Lust und deS Lichtes.
In geringerem Grade werden wir zwar diesen Charakter nirgends vermissen, wo überhaupt Pflanzenwuchö ist, besonders deutlich aber tritt er da hervor, wo gleichmäßige Wärme und Feuchtigkeit bad ganze Jahr hindurch herrschen. Die Natur zeigt dort mehr, als an- derSwo, jene erhabene Schönheit, die und in den edelsten Werken der Baukunst des Mittelalters anspricht, jene Durchbrochenheit bei riesigen Massen und größtem Reichthum an Formen.
In heißen, aber mehr trockenen Gegenden zeigt sich dieß viel weniger deutlich, Bäume und Sträucher nehmen hier, fast wie in den kältern Klimaten , gern einen etwas dickbuschigten, mehr kleine Zweige entwickelnden Wuchs an, wahrscheinlich, weil hier die regelmäßig anhaltende Dürre und der damit verbunden« Sommerschlaf der Natur ihre Lebensthätigkeit periodisch stört, wie der Winter in höheren Breiten.
v. Kittlitz, VegetatlonSanfichten.
2. u.3. Mcrtlug.
(Litteraturblatt No. 48. 1846.)
Die Fortsetzung deS schönen Werk«â, dessen erste Lieferung wir in unsern Blättern vom vorigen Jahre
mit der Bezeichnung „ Landtagsangelegenheiten" versehen seien, nach deßfallsiger Benehmung mit dem Post- kommissär, vom Porto befreit seien.
Die nächste ordentliche Sitzung ist Mittwoch den 31. d. M., Morgens 11 Uhr. Auf der Tagesordnung steht:
1. Die Anfechtung der Montabaurer Urwahl,
2. der Antrag des von Schütz wegen baldiger Er- koberung der Protokolle über die Kammerverhandlungen der übrigen deutschen Staaten,
3. der Antrag Bertram's auf Errichtung einer Hülss- und Creditbank,
4. der Antrag von Jung, Leisler und Gergens auf Errichtung einer Hypothekenbank.
In der heutigen Sitzung, welche als eine Fortsetzung der gestrigen anzusehen ist, werden blos die verschiedenen Ausschüsse, nämlich 6 zur Begutachtung des Butgets und 4 zur Begutachtung der 4 von der Regierung vorgelegten Gesetzesentwürfe gewählt. Das Ergebniß der Wahl, welches in dem Augenblicke, wo wir zur Presse gehen, noch nicht bekannt ist, werden wir morgen mittheilen.
Tagesgefchichte.
Deutschland.
Oesterreich. Wien, 23. Mai. (Minister-Dcpu- tation von Wien und Pesth an den Kaisers Heute in der Nacht ist Fürst Esterhazy der Minister und Hr. v. Pulsky derMtaatSsecretär für die auswärtigen Angelegen- heiten Ungarns einerseits, und Baron Doblhoff von Seite des österreichischen MinisterratheS nach Innsbruck gereist, wo sie um die Person Sr. Maj. des Kaisers während seines Aufenthaltes daselbst verweilen werden. Der Charakter des Fürsten Esterhazy, wie seine ihm von Pesth aus gegebene Instruktion und anderseits die entschiedene Gesinnung und der energische Geist deS Hrn. v. Dodl- Hoff bürgen uns dafür, daß jeder Versuch der aristokratisch-jesuitischen Camarilla und der Panslaviftischen Partei, den Monarchen zu inconstitutionellen uqb retrograden Schritten zu bewegen, scheitern muß.
Wien, den 24. Mai. (Graf Bombelles desavouirt.) Kein Ereigniß hat den Stand der Dinge wesentlich verändert. Das Ministerium hatte reactionäre Aeußerungen, die dem Grafen Bombelles in den Mund gelegt worden, förmlich desavouirt. Ebenso erklärt die Wiener Zeitung, daß Minister v. Doblhoff nach Innsbruck gesendet worden sei, um als konstitutioneller Rathgeber um den Monarchen zu weilen und alle inconstitutionellen Einflüsse fern zu galten. TieVorlem bei der Universität sind geschlossen und die abreisenden Studenten liefern die Waffen ab. Das Ministerium soll dem Kaiser gerathen haben den Polen (Galizien) eine selbständige Verwaltung und nationale Reorganisation zu gewähren. — Günstige Nachrichten, die man aus Italien haben wollte, hoben die Curse. Bei der Bank hatte das Drängen nach Baarem nachgelassen; Geld war billiger zu haben. — Graf Bombelles stellt in einem an die Redaction der Allg. Zeitung gerichteten Schreiben in Abrede, daß er, auf der Reise des Kaisers, den Linzer Deputirten den Rath gegeben, man solle sich den Böhmen anschließen.
Wien, 24. Mai. (Schließung der Universität^ Die Universität, Polytechnik, Akademie der bildenden Künste wurde heute vom Ministerium bis zum Monat Oktober für geschlossen erklärt. Die Reaktion ist bis jetzt vollkommen im Sieg über die Bürger Wiens. Eine einzige Kompagnie der Nationalgarde hat eS gewagt, ihre Kollegen durch Plakat aufzufordern, nicht zuzugeben, daß sich die Vorkämpfer des 13. März, die Studenten, von Wien entfernen — man möge nicht vergessen, was man ihnen schuldig sei.
Wien, 25. Mai. (Schreiben dcü Kaiserâ.j Die gestern zurückgekehrte Deputation an den Kaiser nach Innsbruck überbrachten dem Ministerrathe daö von dem
Nr. 32 bereits dem Publikum angelegentlich empfohlen haben.
Die Blätter sind alle vom Verfasser nach der Natur gezeichnet und auch eigenhändig gestochen, da er keiner fremden Hand die Ausführung überlassen zu dürfen glaubte, wo es ausdrücklich auf Wahrheit aller Formen und Schat- tirungen ankam. Er ist nämlich der Erste, der eS unternommen hat, die Landschaft ausschließlich im Interesse der Botanik aufzufassen, oder auch, was dasselbe sagen will, die Pflanzen fremder Welttheile in den natürlichen Gruppen, wie sie in der Natur vorkommen, ab. zubilden. Bisher haben die Landschaftsmaler in den Landschaften mehr die großen GebirgS - und Wasserformen vorherrschen lassen und die Vegetation ohne scharfe botanische Unterscheidungen mehr nur als Bekleidung und Ausfüllung gebraucht; die Botaniker aber haben sich begnügt, nur einzelne Pflanzen zu zeichnen. Es fehlte also noch das, waâ hier Herr v. Kittlitz gibt.
Sein Unternehmen verdient aber um so mehr Anerkennung und Dank, als er nicht nur dem Botaniker in dem zuerst von Humboldt angeregten, aber noch nicht weit gediehenen Studium der Pflanzenphysiogoomie reiche Belehrung ertheilt, sondern auch dem Landschaftsmaler höchst frappante Motive gibt. Erst wenn man die Natur aud diesem Gesichtspunkte aufgefaßt sieht, erkennt man, wie wichtig die Vegetation für den Charakter je- der Gegend ist. Das Ufer des stillen Ozeans mit ih- ren mannigfaltigen Wechseln von Hochwald, Schilffumpf, Heide rc. und eon wunderbaren Pflanzenformen aller Art lehren das noch viel besser, als die europäischen
Kaiser an alle Völker der Monarchie gerichtete Manifest, und zugleich daS nachfolgende Schreiben. „Lieber Frhr. v. Pillerödorff! Der Feldmarschallieutenant, Graf Hoyoâ, hat Mir daS vom Ministerrath am 18 d. Abends an Mich gerichtete Schreiben so eben eingehändigt. Ich erwiedere Ihnen hierauf, daß die Stadt Wien in letzter Zeit zum großen Nachtheile ihre früher gegen Mich und Meine Vorfahren stets bewiesene Treue so sehr verletzt hat, daß Ich mich bestimmt finden mußte sie auf eine Zeit zu verlassen, und erst wieder dahin zurückzukommen, wenn Ich Mich von der Rückkehr zu ihren frü- Heren Gesinnungen vollkommen überzeugt haben werde. Der Ministerrath wird, wie Ich eS bei Meiner Abreise vorausgesetzt habe, eS in seiner Pflicht finden, einstweilen Alles das vorzukehren, was die Lage der Monarchie und die Wahrung deS Thrones von demselben fordert, indem der regelmäßige Gang der Geschäfte durch einen zeitweise geänderten Aufenthalt in Meinem Staat nicht gestört werden darf. Innsbruck, 20 Mai 1848. Fer- dinand m. p." — Die Wiener Zeitung, die daS obige mittheilt, weist dann auf daS, was die Minister gethan, um „diesen allerhöchst ausgesprochenen Pflichten nach Möglichkeit Genüge zu leisten."
Baiern. München, 27. Mai. Nach einer Bekanntmachung in beiden Kammern ist die Dauer des gegenwärtigen Landtag« bis zum 31. Mai verlängert worden.
Großherzogthum Posen. (Aufruf an die polnischen Landleute.j Der commandireude General von Pfuel erläßt folgenden Aufruf:
An die polnischen Landleute! Jetzt, ihr polnischen Landleute, jetzt wo nach großem Blutvergießen und Elend und Jammer aller Art, Gesetz und'Ordnung allmählich im Lande wieder zurückkehren, will ich euch einige Worte sagen, die ihr euch zu Herzen nehmen mögt, nm künftig vor Schaden euch zu hüten. Es sind fremde, aus dem Lande verwiesene Männer zu euch gekommen und mit ihnen andere Männer, die zum Tode verurlheilt und von unserm Köuig begnadigt worden, die haben zu euch gesagt: geschwind, nehmt die Waffen, der König von Preußen ist nicht mehr euer König, man will euch evangelisch machen und eure Religion ausrotten, die Deutschen verbrennen schon eure Kirchen und schänden eure Altäre, nur in 'Waffen ist für euch Rittung, und angesehene Leute im Lande haben jedem von euch, der sich stellen würde, drei Morgen Land zur Belohnung versprochen; viele eurer Priester haben von der Kanzel und in geheim das Alles euch wiederholt — und ihr habt blind geglaubt.
Da seid ihr Aermften in die Waffen gestürzt und seid â Gewehren und Sensen über eure deutschen Brüder hergefallen.
Nach harten Kämpfen und nachdem durch Plünderung, Mord und Brand schweres Unglück über daS ganze Land gekommen, sind durch des Königs Truppen alle eure Haufen auseinander gesprengt worden. Viele von Denen, die euch aufgcwiegclt haben, sind in Haft und erwarten ihre Strafe; auch die Priester, die euch gegen euren König aufgewiegelt haben, haben Strafe verdient; sie sind mir wohl bekannt, ich habe sie aber noch geschont aus Achtung vor denjenigen eurer ehrwürdigen Priester, welche im wahren christlichen Sinne ihr heiliges Amt verwaltet haben und Eintracht und Liebe predigten, während jene euch zu Haß und Verfolgung trieben.
Und für was ist denn so viel Blut geflossen? Eure Verführer sagten euch ja, ihr solltet evangelisch werden, und ihr seid gerade so gute Katholiken geblieben wie früher; sie sagten euch, eure Kirchen und Altäre würden zerstört, und eure Kirchen und Altäre stehen unangetastet da, euch zum Trost nach so schwerem Leide sie sagten euch, der König von Preußen sei nicht mehr euer König, und der König von Preußen ist nach wie vor euer gütiger Herr, der euch zu freien Leute gemacht hat, euch, die ihr früher armselige Knechte wäret.
Landschaften, in denen die Vegetation, wenn auch reich, doch weniger scharfe Contraste barbietet.
Die Lieferungen halten nicht die Zahlenfolge der Tafeln ein, indem in der ersten Lieferung Tafel 1, 2, 6, 10, 11, 14, 16, 18, 23 gegeben wurden. In den bei- den letzten Lieferungen liegen und die Uebrigen vor. Sie sind alle mit großem Fleiß und Geschmack midge- führt, wahre Kunstwerke, mehrere auch durch die Schön- heit deâ Gegenstandes überraschend, obgleich ed dem Verfasser nur auf das Charakterische der Vegetation an- kam und er daher neben den Bildern, welche die schöu- sten oder phantastischesten Pflanzengruppen enthalten, auch solche mittheilt, in denen die Pflanzenwelt einförmiger erscheint.
Tafel 3 zeigt einen dichten Gebirgswald der Ufer von Sitcha mit tief und eng ind Land erndringenden Buchten. Dr« Gegend wird noch eigenthümlicher da- vurch , daß eine Menge Bäume abgestorben sind und als Leichen unter den andern noch im Dickicht aufrecht stehen. — Auf Tafel 4 erblicken wir ein eben so dichteâ Krautdickicht von Strandpflanzen auf Lualaschka (aleu- tische Inseln), im Hintergrund hohe Berge. — Tafel 5 gewährt ein äußerst reizendes Bild aud der Tropen- zon« , einen sogenannten Mangrovenwald am Ufer der Insel Ualan (jum Carolinen * Archipel gehörig). Die Maugrove ist unter dem Namen Wurzelbaum (Rhizo- phora) noch bekanntere Baum, dessen Wurzeln wie Kandelaber sich über die Erde erheben.
(Forts, folgt.)