300
Frankfurt, den 26. Mai. (Demonstrationen der Handwerksgesellen. Pelz, Esselen, Löwensteins Die sämmtlichen Schuster- und Schneidergesellen haben ihre Arbeit eingestellt. Zugleich mußten von jedem Handwerke 10 Gesellen dasselbe thun. Die drei Ausgewiesenen (Pelz, Esselen, Löwenstein), wollen Briefe in die deutschen Städte erlassen oder haben es wohl schon gethan, daß kein Handwerksgeselle Herkommen dürfe, um hier in Arbeit zu treten. So wurde in einer gestrigen Versammlung beschlossen. Im Montagökränzchen wurde gestern Abend eine Commission ernannt, um einen Protest gegen Polizeiwillkür zu entwerfen, und auf Anerkennung des allgemeinen deutschen Bürgerrechts zu dringen. Für unsere Nachbarn in Mainz zeigt sich hier das lebhafteste Mitgefühl. (K. Z.)
Schleswig -Holsteinische Angelegenheiten.
H adersleben, den 19. Mai. Mit der Feldpost erhalten wir die Nachricht, daß der Feind heute bei Norder-Sten- derup eine Landung versucht hat. Im Koldinger Fjord zeigten sich am Nachmittag 2 Dampfschiffe und 2 Kanonenböte , welche Miene machten, Truppen auszuschiffen: aber da die Küste dort von den Preußen stark besetzt war und diese sich in Position zur Vertheidigung setzten, zogen die Dänen sich zurück. Von einem Kanonenboote soll ein Schuß gefallen sein, aber ohne Wirkung. — Gegen Abend zog eine Abtheilung von Aldosers Corps gegen Osten, um den Strand des Haderslebener Fjords und deS kleinen Belts bei Aröesund zu recognosciren und erforderlichen Falls zu reinigen. (Nordslesvigsk Tidende.)
, Ausland.
Republik Frankreich.
□ Paris, 24. Mai 1848.
Sitzung der National-Versammlung. (Privat-Correspondenz.)
Sitzung vom 24. Mai. Gleich zu Anfangs der Hitzung laS der Präsident Bache; zwei Briefe von den Herzögen von Joinville, Aumale und Nemours vor, die ibm ^gegangen waren. Der erste lautet:
„Die Journale bringen uns Kenntniß von einem Gesetzesvorschlage, welcher uns die Thore Frankreichs verschließen würde. Die Gefühle, welche dieser Vorschlag in uns erregt, zwingen uns, das Schweigen, das wir uns bisher auferlegt hatten, zu brechen. Wir hatten gehofft, unsere patriotische Zurückhaltung würde verlanden werden. Die Nationalversammlung war er- oflnet und im Begriffe, in ihrer Unabhängigkeit und Machtvollkommenheit die neue Constitution festzustellen. Daher wollten wir keinen Wunsch unsererseits in ihre Berathungen hinrindrängen und sie nicht mit unserer Persönlichkeit beschäftigen.
„Wir durften übrigens glauben, einen vollständigen Beweis geliefert zu haben, daß es unser fester Entschluß sei, Frankreich nicht zu veruneinigen, indem wir Algier- auf die erste Aufforderung, die an unsern Patriotismus erging, verlassen hatten. Da wir dem Nationalwillen unsere Achtung bezeugt hatten, dachten wir, daß das Land uns, die wir ihm in unserm Berufe als Seemann und Soldat aufrichtig und treu gedient hatten, nicht verstoßen werde.
„Jener Gesetzvorschlag zeigt, daß man anders ge- urtheilt hat, und der dazu gewählte Augenblick deutet eine Vergleichung (assimilation) an, die wir nicht zugeben können. Frei von persönlichem Ehrgeize, verwahren wir uns vor den Vertretern der Nation gegen ein Decret, vor dem unser lieben und unsere Gesinnungen uns schützen müßten.
„Wollen Sie, Herr Präsident, diesen Briefder Versammlung mittheilen und die Versicherung unserer Hochachtung empfangen.
Gie$.) Franz von Orleans.
Heinrich von Orleans."
Dieser Brief war von Claremont am 19. Mai geschrieben; der andere, vom folgenden Tage, sprach nur die volle Zustimmung des Herzogs von Nemours zu dem von seinen Brüdern verfaßten Schreiben aus.
Der Berichterstatter der zur Begutachtung des Ver- bannungsdecrctks ernannten Commission, Herr Dorneü, schlägt darauf folgende Fassung desselben zur Annahme ohne Diskussion vor, da nach der'Meinung der Commission jene Briefe keinen Einfluß darauf haben dürften.
„Der Boden Frankreichs und seiner Colonien soll, gleich wie der ältern Linie der Bourbons durch das Gesetz von 1831, auch Louis Philipp und seiner Familie verboten sein." — Die Debatte über das Gesetz wird auf übermorgen festgesetzt. — Herr Drouin de l'Huys, als Berichterstatter des Conute’s für die auswärtigen Angelegenheiten, bringt in Bezug auf die gestrige Debatte folgende Erklärung in Vorschlag:
„Die Nationalversammlung labet die Commission der vollziehenden Gewalt ein, auch fernerhin den einstimmigen Wunsch der Versammlung, welcher sich in folgenden Worten ausspricht, zur Nichtschnur zu nehmen: Brüderliches Bündniß (pacte) mit Deutschland. Wiederherstellung eines unabhängigen und freien Polens. Befreiung Italiens." Einstimmig wird die Annahme ausgesprochen.
Außerdem wurden Adressen mehrerer Städte und Departements in Bezug auf die Vorfälle vom 15. Mai und Vorschläge zur Errichtung von Bezirks- und De- partememscomite für die Untersuchung der Arbeitsfrage, zur Bewilligung von 10 Millionen für Erdarbeiten au verschiedenen Eisenbahnen, zur Concentrirung des Oberbefehls aller Streitkräfte in Paris in einer Person, zur Ermäßigung des Briefporto's, zur Ermächtigung einzelner Gemeinden, Zuschläge auf die Communalsteuer zu machen, zur Ueberlassung eines TageSgehaltes aller Deputirten an die Familien der am 15. Mai Gefallenen, zur Anweisung von 300 Millionen in 10 Jahren für die Urbarmachung unfruchtbarer Gegenden in Frankreich und die Colonisation Algeriens re. auf das Bureau niedergelegt. Dem Minister der öffentlichen Arbeiten wurden verschiedene Credite im Belaufe von 9 Millionen, wovon 2 Millionen für die Nauonalwerk- stätlen, eröffnet. — Um 4 Uhr ward die Sitzung aufgehoben.
(Schluß folgt.)
Sechservüchse für die deutsche Flotte
bei WilhUm Friedlich am Friedrichsplatz.
Bis zum 26. Mai eingegangen . . . . ff. 96. 5i fr.
Am 26. Mai sind eingegangen:
Zwei Artilleristen G. und C. 12 fr.
Zusammen fl. 96. 3 fr.
........। ' I " " ", >----.'..-. - ».'.'-^'ME
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
Binnen drei Wochen wird im Verlage des Unterzeichneten erscheinen-
Antwort
Das Bild des Minister-Präsidenten
in einer Kreidezeichnung. Nach dem Originalgemälde von Ludw. Knaus, von dem Künstler selbst ausgeführt.
Die Steinzeichnung wird von einem der tüchtigsten Lithographen besorgt; der Druck ans starkem Kupferdruckpapier in klein Royal-Folio.
Der Subscriptionspreis für 1 Exemplar auf starkem Kupferdruckpapier ist. . . fl. 1.
* „ „ 1 „ „ chinesischem Papier mit breitem
Rande.........., . . . . fl. 1. 30kr.
Nach Erscheinen des Blattes wird ein höherer Ladenpreis ein treten, und besteht der Subscriptionspreis nur bis Mitte Juni.
Subscriptionen bitte ich bei mir recht bald anzumelden, indem von den erstell 500 Ek- empiaren an die verehelichen Subscribenten solche nach der Reihefolge der erfolgten Sub- scription versandt werden.
Wiesbaden, den 26. Mai 1848.
(324) Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.
auf das Inserat „Avis important“ (Nr. 549) in der „Freien Zeitung" vom 27. Mai.
I. Es ist lächerlich, zu glauben,
1) daß die Meinungen zweier Mädchen im Stande wären, Fremde aus der Stadt zu treiben, oder
, 2) dem allgemeinen Interesse der Stadt zu schaden.
II. Es ist unwahr, daß dieselben derartige Aeußerungen gethan hätten.
III. Es ist feig,
1) gegen Damen, und noch dazu
2) gegen Mädchen, welcher kein männlicher Schutz zur Seite steht, und endlich
3) aus heimlichem Versteck Angriffe zu machen.
Der Verfasser deS „Avis important“ kann gegen Nennung seines Namens den Namen des Verfassers die- er Antwort bei dem Herrn Redacteur dieses Blattes erfahren. (326)
Im Verlage des Unterzeichneten ist erschienen:
Merundzwanzig
Vegetation^ - Ansichten von Wenlâiidern und Inseln des Men Oceans.
Ausgenommen >
in den Jahren 1827, 28 und 29 auf der Entdeckungsreise der Kaiserlich Russischen Corvette Senjawin unter Capitain Lütke durch
F. » von Kittlitz.
Wiesbaden.
Da Herr Hauptmann Eminghaus, wie er in einer der letzten Volksversammlungen in den „Vier Jahreszeiten" selbst erklärte, so viele schlaflose Nächte hat, in welchen er sich für's Wohl des Volkes „schlaflos ’m Bette wälzt" und darüber brütet, wie er das» elbe glücklich machen will, so wäre es unrecht, diesen warmen Bolksfreund, der doch erst gegen Morgen entschlummert, in seiner Ruhe zu stören. Es ergeht daher an die Trommler der Nationalgarde, sowie an dieselbe selbst die Bitte: nicht in so früher Morgenstunde Scandal zu machen in der Gegend, wo in süßem, glücklichem Völker fr e i h e i t o s ch l u m m er der edle Volksfreund Eminghaus schlummert.
Herzlicher Wunsch einer Anzahl Männer, welche Herrn Haupt- (327) mann Eminghaus und seine
Reden zu würdigen wissen.
Der Cyklus dieser vergleichenden Vegetations-Ansichten, unter den Auspizien des Herrn Alexander von Humboldt erschienen, berührt folgende Länder:
1 Kupfertafel.
1) Die Küste von Chili mit...................
Die Insel Sitcha an der Westküste von Nordamerika . .
Die Insel Unalaschka der Aleüten .............
41
5 6'
Die Insel Peel der Gruppe von Bonin-Sima
Die Halbinsel Kamtschatka..........
Die Insel Luzon der Philippinen.......
Gan^r: i ?^ 24. — fl. 42 rh. — JI. 36 C. M. Dasselbe prachtvoll gebunden
a J"?.™ mi‘ ^pr^un^. unä gleichem Texteinband Rthlr. 30. 25 Sgr. — fl. 54. rh.
1 wer a eure < ie Kritik die rühmlichste Anerkennung gefunden.
m Mar. 1848. Wilhelm Kiedrich,
Buchhändler am Friedrichsplatz.
Die Insel Ualan im Archipel der Karolinen . Die Korallengruppe der Mortloks- Inseln . . Die Insel Guaham der Marianen.......
2 1
4
2 3
3 6
2
7)
r
T
3
7)
(325)
In der Wilhelm Friedrich’schen Verlagsbuchhandlung in Wiesbaden ist erschienen und in allen Buchhandlungen vor- räthig oder durch dieselben zu beziehen :
Index Iweolo^ieu^«
Entworfen, angeordnet und herausgegeben
unter den Auspicien
der Devon- und CornwaU-Natnrforschenden Gesellschaft
von
(328) «. BARTLETT,
Vicepräsidenten.
In’s Deutsche übertragen von A. Ebenan und l>r. C. Thomä.
Auf Leinwand aufgezogen, elegant in Etui fl. 4. 24 kr.
Derselbe in fünf einzelnen Blättern fl. 1. 45 kr.
Dmi und Verlag »en Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. — Redacteur: Karl Braun. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.