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Antwort. Nein! Diese Republik war stets ab- schruwürdig, namentlich aber seit der Zerstöruiig Kar- chago's ein so ungeheueres Sündennest und eine «chand­herberge, daß es jedem Menschen von einigem Gefühle ekelt, die Geschichte von der Zeit bis zur Kaiserzeit durchzulesen.

4. Frage. Haben die Republiken Venedig und Genua das Volk beglückt?

Antwort. Nein! Sie haben das Volk geknechtet, denn sie waren Aristokraten-Herrschaften.

5. Frage. Ist England durch die Revolution und deren cromwell'sche Republik beglückt worden?

Antwort. Nein! Denn das Volk war die Staats­form so müde, daß es sogar Karl II., ohne Zweifel den schlechtesten von allen Stuart's, sich zum Könige nahm.

6. Frage. War die französische Republik der ersten Revolution eine das Volk beglückende Rcgie- rungsform?

Antwort. Nein! Faetionen rieben sich gegenseitig auf, Terrorismus in grausester Gestalt bemächtigte sich der R'gierung, das Volk verarmte gänzlich und wurde zum Sklaven heruntergedrückt, mehr als unter dem alten Königthume, weshalb Jeder froh war, endlich einen Kaiser zu bekommen.

7. Frage. Wie lange wird der nordamerikanische Freistaat in seinen fetzigen Formen bestehen?

Antwort. So lange die dortigen Bürger noch wenig oder keine Abgaben dem Staatshausbalte zu machen haben. Wenn keine Ländereien rc. zum Besten des Staatsschatzes mehr zu verkaufen sind, wird es anders werden; denn Niemand läßt sich gern in den Geldbeutel greifen, die Griffe in den Beutel gaben den Hauptgrund zur niederländischen Revolution gegen die Spanier (s. Schillers Geschichte des Abfalls der Nie­derlande).

8. Frage. Haben wir in der Republik weniger Tyrannen, als in der Monarchie?

Antwort. Nein! Wir haben deren mehr. Sparta, die Stadt, wurde von dem aristokratischen Senate tprannisirt, wogegen die Stadt wieder 30,000 Lace- dämonier tyrannisirte und die unglücklichen Heloten und Meffenier tief unter das Vieh herabwürdigte. In Athen riß vollständige Pöbelschaft ein, so daß nament­lich seit den Zeiten des Peloponnesischen Krieges kein ehrenhafter Mann seines Eigenthums und Lebens sicher war. In Tbeben ging cs um nichts besser. Zu Zei­ten der römischen Republik, namentlich seit den pani­schen Kriegen, waren Bürgerkriege und Schandthaten aller An an der Tagesordnung. Die Geschichten der italienischen Republiken, besonders Venedig's und Ge- nua's, sind schauderhaft, und ihre aristokratischen Se­nate haben den Fluch von Tausenden auf sich geladen Cromwell, der große Staatsmann, beglückte sein Volk nicht, weil er ein jesuitisches Vcrknechtuugsregiment einführte. Frankreich sollte eine Republik mit rein de­mokratischen Elementen sein; Robespierre und seine Gesellen rissen die Herrschaft an sich, das Volk wurde physisch und moralisch elend. Der Streit für Einheit in allen Staaten und für Sonderbünde ist in dem nordamerikanischen Freistaate nicht neu, und Niemand weiß noch, wie er enden wird.

9. Frage. Ist die Schweiz seit mehren Jahr­hunderten ein glücklicher Freistaat gewesen?

Antwort. Nein! Man lese hierüber Zschokke's Selbftschau. Auch die Geschichte der letzten Jahre hat genügende Beweise dafür.

W. Frage. Wie ist nun das Verhältniß der Tyrannen in einem unumschränkt monarchischen Staate zu dem in einer Republik?

Antwort. Wie 1:100: denn in einem Staate der ersten Regierungsform kann das Oberhaupt Tyrann sein, und nach dessen Beispiele etwa in jedem Amtsbezirke Einer oder Etliche; dagegen können in einem republi­kanischen Staate am Staatsruder sich mehr als 100 und in jedem Dorfe sich wenigstens 10 Tyrannen be finden. Die Geschichte lehrt dies.

11. Frage. Welche ist nun die beste Regierungs­form ?

An t w or t. Die constitutionell-monarchische.

12. Frage. Woher wissen wir das?

Antwort. Aus der Geschichte aller Zeiten und Völker.

13. Frage. Haben alle, welche republikanische Verfassung predigen, dabei den edeln Zweck: Beför­derung des allgemeinen Wohles, vor Augen?

Antwort. Wahrscheinlich bei Weitem nicht, die mnsten wohl Neuerungssucht, Förderung von Privat- ' Herrschsucht, denn wer in einer demo- ^en «taatsform das Maul am größten aufreißt, bek^- ^nwnn Haß und Rache gegen bisher Ä^ wegen theils eingebildet, theils die Nevubliken" "^"^ Unbilden, Factionsgeist, welcher

1ÄÄ »ad fördern, und dergl. mehr, einer Gesellschaft^?' ^" Einzelnen, oder auch kundiger Leute burcbS«^ "icht geschichts- gg^ w^ SfXSÄ nid» richt, dcrGeschich>s"undIgi^ äwn»!'^ U-b-rz-ugung und ist also ein Ä,«8 "(mt

15. große, äßer dm arlrAchMich.» »aoilich,^ Zustand durch nicht- oder schlechtausführbare Ncueruu- gen in Unordnung bringt, ist der selbst moralisch frei? , w

Antwort. Mit Nichten; denn dessen Geist und Gemüth befinden sich in gebundenem Zustande, und werden von einem bösen Dämon beherrscht.

Ein gesetzlich und moralisch freier Mann.

53. Sitzung der deutschen Bundesversamm­lung vom 16. Mai 1848.

Oeffentliche Erklärung der deutschen Bundes­versammlung.

Die Bundesversammlung glaubt eS der Sache und sich selbst schuldig zu sein, die Mißdeutungen, welche in Folge der Verhandlungen deS Fünfziger-Ausschusses ihr Verfahren hinsichtlich des SeparatprotocollS vom 4. Mai erlitten hat, nicht mit Stillschweigen zu übergehen.

Die Bundesversammlung weist jede Verdächtigung, als wollt. sie die freie Entwickelung eines einigen kräfti­gen Deutschland's hemmen, auf'S offenste nnd feierlichste zurück.

DaS Promemoria, welches der Bundesversammlung vorgelegt worden war, wurde, ohne ein Urtheil über dessen einzelne Sätze auüzusprechen, als Aeußerung eines Einzelnen den Bundesregierungen zur gutfindenden Kennt­nißnahme (d. h. zur belieigen, nicht zur gutheißenden Kenntnißnahme, wie dieß Wort umgestaltet worden ist) mitgetheilt, indem dasselbe nach der Ansicht des Revi­sions-Ausschusses, theilweise wenigstens, Bemerkungen und Andeutungen enthält, deren Berücksichtigung sich em­pfehlen dürfte.

Zur Aufnahme in das öffentliche Protokoll wurde daS Promemoria nicht geeignet gefunden, weil eS bei Gelegenheit einer Instruction, die sich die Bundestags­gesandten von ihren Regierungen erbaten, zur Vorlage kam.

Die Bundesversammlung unterwirft in dieser wie in allen andern Angelegenheiten alle ihre Handlungen ruhig der unbefangenen Beurtheilungen deö deutschen Volkes und seiner Vertreter und übernimmt jede Ver­antwortung hiefür.

Die auf diesen Gegenstand sich beziehenden Akten­stücke werden besonders obgedruckt werden.

Folgende neue BundeötagSgesandten nahmen in der Bundesversammlung ihren Sitz ein:

für Sachsen-Koburg-Gotha Geh. Rath Baron v. Stockmar,

für Sachsen-Meiningen Prof. Dr. Perthes,

für Sachsen-Weimar und Altenburg Landmarschall Geh. Rath von der Gabelentz.

Die Curiatstimme.für diese Staaten führt v. d. Ga- belentz.

Ein Schreiben des Generals v. Wrangel vom 11. Mai berichtet über dessen Correspondenz mit dem Be­fehlshaber b r dänischen Flotte wegen Beschießung der Stadt Middelfarth.

Ein Schreiben der Regierung von Ratzeburg, in Be­treff der Stellung deö Contingenlö des HerzogthumS Lau­enburg zum 10. Armeekorps wird an den politischen Aus­schuß verwiesen.

Der preußische Gesandte zeigt an, daß statt deS zum Generalmajor ernannten Obersten From der General­major von Peuker zum Bevollmächtigten bei der Mili­tärcommission ernannt worden sei.

Dem Antrag der kurhessischen Regierung, daß die in Baden stationirten kurhessischen Truppen so schleunig wie möglich zurückgezogen werden dürfen, theils um das Contingent mobil machen zu können, wird durch eine ent- prechende Weisung an den Oberbefehlshaber deö 7. und L Armeecorps unter der Voraussetzung, daß keine be­pudern Umstände obwalten, entsprochen.

Der Gesandte von Braunschweig bringt die Ansich- en dieser Regierung über Ausführung der Oeffentlich- eit der Bundeötagösitzungen zur Kenntniß; hiernach soll über alle Verfassungsangelegenheiten öffentlich in pleno berathen von % der Stimmen zur Beschlußfassung für genügend gehalten, und in einer zu entwerfenden Geschäfts­ordnung das weitere bestimmt werden. Dieser Vortrag wird an den Revisionsauöschuß verwiesen.

54. Sitzung der deutschen Bundesversamm­lung vom 17. Mai 1848.

In der heutigen Sitzung trat für den ausgetretenen Senator Harnier der Senator Souchay als Gesandter der freien Stadt Frankfurt in die Bundesversammlung ein.

Senator v. b. Hude legitimirt sich als Stimmführer der freien Städte.

Berichte des Syud. Banks vom 13. d. wurden ver- esen und dem Marine-Ausschuß überwiesen.

Der hannoversche Gesandte gab im Namen seiner Regierung eine Erklärung bezüglich deö von den Ver­trauensmännern ausgearbeiteten Verfassungs-Entwurfs und der Grundsätze ab, auf welche die Verfassung basiren müsse, indem er zugleich anzeigte, daß er instruirt sei, auf eine Erörterung der einzelnen Bestimmungen deö Entwurfs einzugehen.

Der badische Gesandte knüpfte hieran die Erklärung, daß auch er für eine solche Erörterung instruirt sei.

Auch die Gesandten von Sachsen-Weimar, Sachsen- Altenburg , Braunschweig und Oldenburg erklärten die Bereitwilligkeit ihrer Regierungen, alle irgend mögliche Opfer der Einheit und Freiheit Deutschlands bei Fest- setzung der künftigen Reicheverfassung zu bringen und daß sie instruirt seien, auf eine Erörterung der Einzeln- Heiten des Verfassungs-Entwurfs einzugehen.

Der würtemberglsche Gesandte überreichte daS Ge- w .über die Wahlen der Abgeordneten zur National­versammlung.

W Gröffnung der ersten deutschen National -Versammlung.

Frankfurt, 18. Mai.

Nachdem am 17. Mai Abends 7 Uhr in einer Sitzung des Fünfziger-Ausschusses beschlossen war, den Reichstag zu eröffnen, sobald 350 Deputiere in Frank­furt anwesend seien, versammelten sich am 18., Nach­mittags 3 Uhr, die mittlerweile bis zu 400 angewach­sene Zahl der Abgeordneten im Kaisersaal, und zogen um 4 Uhr unter Geläute aller Glocken, dem Donner der Kanonen, dem Jubel einer unabsehbaren Volks­menge in die Paulskirche. Als die Mitglieder des Reichstages Platz genommen hatten, erklärte der Alters Präsident Behr aus Bayern die Versammlung für constituirt. Einer der Abgeordneten schlug von seinem Platze aus vor, daß die Versammlung selbst sich für constituirt halten solle. Dies geschah ' durch Anfstehen der ganzen Versammlung, begleitet von dein Jubelruf der überfüllten Gallerieen. Wesendonk aus Düsseldorf, einer der ersten Sprecher, schlug vor, eine von ihm verfaßte Geschäftsordnung provisorisch anzunehmen, was nach mehreren Debatten fast einstimmig abgelehnt wurde. Mehrere andere Redner, unter denen Robert Blum, machten die Versammlung dringend aufmerksam, die kostbare Zeit nicht mit nutzlosen Reden über For­malitäten zu verschwenden. Sodann wurden noch mehrere Entwürfe einer Geschäftsordnung verlesen, von denen der eine, von Schwarzenberg, Mohl und Mur- schel angenommen wurde. Jetzt wurde darüber debat- tirt, ob man den Präsidenten des Fünfziger-Ausschusses v. Soiron zum provisorischen Präsidenten des Reichs­tages erwählen solle. Fast allgemein ertönte der Ruf: Nein, nein! Nun wurde viel durch einander geschrien, so daß nur mit großer Mühe sich eine Ordnung wieder bilden konnte. Der würdige Alters-Präsident konnte mit seinem schwachen Orgaue nicht durchgreifen und nur den Stentorstimmen des Grafen Wartensleben und des Abgeordneten Stedtmann gelang es, sich Ge­hör zu verschaffen. Endlich beschloß man, die Wahl des Präsidenten bis morgen zu verschieben. Einer der Abgeordneten brachte eine Erklärung eines hessischen Vaterlands-Vereines, wollte denselben vorlesen, brachte eS aber nur zu einigen Worten, unter welchen die Worte:Separat - Protokoll des Bundestages" noch gehört wurden.

Jeder vermuthete, daß die Schrift eine Protestation gegen dieses Separatprvlvkoll enthielte, und so mußte der Vorschlagende unter betrübendem Lärm abtreten. Man wollte den längst zur Genüge gekochten Kohl nicht noch einmal aufwärmen. Bischof Müller von Münster in Westphalen bestieg die Rednerbühne und machte den Vorschlag, man solle an einem Tage eine kirchliche F^jer über das glückliche Zustandekommen des Reichstages veranstalten. Jeder Abgeordnete möge nach feiner @on* fession in die dieser Konfession gehörige Kirche gehen und beten. Der Antrag fiel glänzend durch. Allgemein war der Unwille über einen solchen Vorschlag. Der römische Priester will also keine Gottesverehrung für alle Mitglieder des Reichstages in einem Tempel deS Herrn! Nein, hübsch getrennt, keine Verbrüderung. Venedey bestieg die Tribühne und sprach Folgendes: Ich trage meinen Gott tief im Herzen und erwarte das Gelingen guter Thaten von seiner Hülfe. Man soll aber Jedctt selbst gewähren lassen und nicht ex officio Gottesverehrungen veranstalten. Raveaur aus Köln sprach seine Beiftimmung zu Venedey's Worten aus und sagte unter Anderm: Wir haben nur zu viel ge­hofft, gewünscht und erfleht, wir wollen jetzt handeln. Halte Jeder den Wahlspruch fest: Hilf dir selbst, so wird Gott dir helfen. Stürmischer Beifall folgte diesen Worten. Nachdem nun die zweite Sitzung auf den 19. Wflai Morgens 9 Uhr anberaumt wurde, schloß diese erste ziemlich stürmische Sitzung der deutschen Na­tionalversammlung.

Nach den Urtheilen, die man hier Seitens vieler Parlamentsmitglieder vernimmt, hat Heinrich v. Ga- gern die größte Aussicht, für die Dauer des Parla­ments zum Präsidenten erwählt zu werden.

Aktenstücke über Gagern's Tod.

Mehrere Artikel in öffentlichen Blättern über daS Gefecht bei Kandern, aber namentlich die Behauptung, daß von den hessischen Soldaten zuerst geschossen worden sei, veranlassen daS OsficierkorpS des 1, Bataillons des großherz, hessischen 3. Infanterieregiments, den Zusam­menstoß auf der sogenannten Scheideck bei Kandern auf Manneswort der Wahrheit getreu zu schildern. Die Aufreizung einer gewissen Partei gegen daS hessische Mi­litär ist zwar wahrhaft empörend, soll aber nicht näher beleuchtet werden, da die Folgen absichtlicher Verleum­dungen und grober Beleidigungen immer auf Denjenigen zurückfallen, dem jedes Mittel heilig ist, welches zum Zweck führt. Der Zweck des vorliegenden Falls liegt für das Auge des Unverblendeten ganz offen. Auf der Scheideck wurde die Hecker'fche Schaar wiederholt von dem Hrn. General v. Gagern zum Ablegen der Waffen in eindringlichen, wohlgemeinten, freundlichen, selbst bit­tenden Worten aufgefordert. General v. Gagern hatte vorher schon oft dem Kommandeur des oben genannten Bataillons und auch jetzt wieder dem Kommandanten der zu demselben gehörenden und dermalen die Spitze der Kolonne bildenden Schützenkompagnie, Hauptmann Keim, den bestimmten Befehl ertheilt, den ersten Schuß zu ver­meiden. Wäre es die Absicht des Generals von Ga­gern gewesen, zuerst zu schießen, so hätte man mehrmals