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zösisch.) Herr General! Der Unterzeichnete, d. Z. Befehlshaber der Seemacht Sr. Majestät des Königs von Dänemark auf dieser Station, hält es für seine Pflicht, Sie von den nachfolgenden Thatsachen in Kennt­niß zu setzen:

1) Gestern, am 8. d., während des Kampfes vor der Citadelle von Fridericia, wurden einige verwundete Matrosen von den unter meinem Befehle stehenden Kanonenböten provisorisch in den Häusern einquartirt, welche auf der Spitze von Striib liegen und diese Häuser wurden durch eine auf denselben angebrachte weiße Fahne bezeichnet. Die westlich in der Bucht von Friderieia aufgestellte Batterie wählte gerade diese Häuser zur Zielscheibe ihrer Haubitzen und steckte die­selben in Brand, lange nach Beendigung des Kampfes.

2) Ain gestrigen Abend ist die Stadt Middelfart bombardirt worden. In der Besorgniß, daß die Dampf- Corvette Hekla zu einem Angriff Veranlassung geben könnte, hatte ich Befehl gegeben, sie von ihrer Stellung von der Stadt zurückzuziehen, und dieser Befehl ist ausgeführt worden ; aber dennoch hat das Bombarde­ment stattgehabt, nicht auf die Corvette, sondern auf eine offene und vertheidigungslose Stadt.

Ich bin überzeugt, Herr General, daß die Mitthei­lung dieser Thatsachen, die bisher in den Kriegsanna­len eivilisirter Nationen unbekannt sind, hinreichen wird, um ihre Wiederholung zu verhindern. Ich will Ihnen nur bemerken, daß es in meiner Macht gestan­den hat, mehrere von feindlichen Truppen besetzte Städte zu bombardiren und daß ich es nicht gethan habe, zu- rückgehalten, durch die Grundsätze, welche mir die­sen Brief eingeben, und daß, wenn gegen meine Erwartung die Antwrrt, mit welcher Sie mich beeh­ren werden, mir beweisen sollte, daß diese Thatsachen auf Ihrem Befehl geschehen sind, die dänische Marine im Stande sein wird, eine grausame Rache an den Städten der Ostsee zu nehmen. Ich habe die Ehre re. Steen Bille, Kammerherr, Schiffseapitän, Befehls­haber der Seemacht Sr. Majestät des Königs von Dänemark im kleinen Belt. Am Bord des Hekla, den 9. Mai 1848."

das Feuer gewiß nur gegen die feindliche Batterie ge­richtet worden sein.

6) Wenn Ew. Hochwohlgeboren aussprechen, daß die dänische Marine für das Bombardement von Mid­delfart an Häfen der Ostsee Rache nehmen werde, so lassen Sie es sich gesagt sein, daß für jedes Haus, welches die dänische Marine an deutschen Küsten in Brand schießen sollte, ein Dorf in Jütland brennen wird. Mein Name bürgt Ihnen dafür, daß cs ge­schehen würde.

7) Ich nehme das Land, welches bis jetzt Kriegs­schauplatz war, ich nehme die verwundeten und gefan­genen Dänen zu Zeugen, daß ich mich bemüht habe, den Krieg auf eine Weise zu führen, welcher civilisir- ter Nationen würdig ist und dieselben ehrt. Will mich aber die dänische Marine durch ihr Verfahren zwin­gen, andere Maßregeln zu ergreifen, so soll wenigstens Deutschland, so soll ganz Europa wissen, baß nicht von mir, nicht von meinen braven Truppen zuerst solche in unserer jetzige Zeit nicht zu rechtfertigende Art, Krieg zu führen, ausgegangen ist.

Dieses Schreiben, so wie das von Ew. Hochwohl­geboren an mich gerichtete auf welches es die Antwort ist, ^verde ich der Oeffcntüchkeit übergeben, und in der Hoffnung, daß die dänische Marine mich nicht zwingen werde, mein hier gegebenes Versprechen zu erfüllen, verharre ich mit ausgezeichneter Hochachtung Ew. Hochwohlgeboren ergebenster (gez.) Wränge l. Kolbing, den 10. Mai 1848.

Ein hier nach Norden durchrcisendrr Courier- soll mit der Uebergabe einer energischen Note der englischen Regierung an die dänische gegangen sein.

' (^S.-H. Z.)

Ver litt, 12. Mai. Ein Bericht des Generals v. Pfuel vom 11. d. meldet, baß General v. Wedell bei Plutkowezarne, wo die Kapitulation in Ausführung kommen sollte, nur 35 Insurgenten ohne Waffen ge­funden; alle übrigen hatten sich zerstreut, ihre Pferde verkauft, und zogen in einzelnen Trupps, Unfug und Plünderung verübend, herum. General von Wedell schickte allenthalben Detaschements aus, um Gefangene zu machen, und morgen sollen alle Wälder längs der ganzen Warthe durchsucht werben. Ein nach Rogatin entsendetes Detaschement, welches die etwa wieder sich sammelndem Insurgenten und die flüchtigen von Schroda überfallen sollte, fand nur einen kleinen Haufen Sen­senmänner, welche mit Zurücklassung von 4 Böllern, 2 Munitionswagen und einigen Gewehren beim ersten Schuß entflohen. In dem Schloßkeller fand man 100 Säcke Salz von einem geraubten Salztransport. Die Entwaffnung wird nun systematisch vorgehen. Der Bericht schließt:So eben wird Mieroslaweke gesanglich eingedraHt, er hatte sich mit noch drei Andern bei einem Ebelmanne 2 % Meile von hier verborgen; ich werde ihn sobald als thunlich nach Küst- rin schicken. Er hatte sich der Capitulation unterwer­fen wollen, es aber nicht gewagt, ins Lager zurück­zukehren, wie ich schon vorgestern durch Herrn von Taczanowski wußte.

Die heutige große Feierlichkeit der Bewohner Po­sens zur Verherrlichung ihrer Aufnahme in den deut­schen Bund ist ohne alle Störung vorübergegangen." (Berl. Ztg.)

Posen, 11. Mai. Krauthofcr-Krotowski ist in dem Dorfe Konarzewo . bei Stenschewo verhaftet, wo er, nachdem bas Schloß von Soldaten umzingelt war, im Garten sein Gewehr vergrub und gegen die beiden Husaren von der von Eckartsberg'schen Schwadron, die sich seiner Person bemächtigten, vorgab, er sei der Gärtner. Auch der Schloffermeister Lipinski wurde vorgestern gefangen hier eingebracht. (Pos. Z.)

Stettin, 8. Mai. Die aus Polen einlaufenden Nachrichten lauten trübe. Alle überwiegend Polnischen Distrikte deS GroßherzogthumS befinden sich im vollständi­gen Aufstande gegen Preußen. Agitatoren eilen von Ort

An den K. dänischen Kammerherrn und Schisss- capitän, Oberbefehlshaber der Flotte im kleinen Belt, Herrn Steen Bille, an Bord des Hekla. Ew. Hoch­wohlgeboren Schreiben habe ich so eben erhalten, und beehre mich darauf zu erwidern:

1) Der Kampf vom 8. V. vor Fridericia ist an diesem Tage, wie derjenige an dem vorhergehenden, nicht von den Truppen unter meinem Befehl, sondern von der Königl. dänischen Marine selbstwillig, das Heißt, ohne irgend eine äußere. Veranlassuu^ begonnen worden. "

2) Die K. dänische Marine hat sich zu ihrem Ziel­punkt nicht meine Truppen allein, sondern die Stadt Fridericia ausgewählt und dort durch Wurffeuer meh­rere Häuser angezündet, selbst daS K. Schloß theilweise zerstört und eine bedeutende Anzahl der schuldlosen, ih­rem Könige treuen Bewohner, darunter Weiber und Kinder getödtet und verwundet.

3) Friderica steht jetzt unter Deutschlands Schutz. Als Beweis, daß ich nicht ungerächt Acte der Grau­samkeit an Schützlingen Deutschlands begehen lasse, hat am Abend des, 8. d. M. meine Artillerie Gleiches mit Gleichem vergolten und das stark von dänischen Trup­pen besetzte Middelfart in Brand geschossen.

4) Aus demselben Grunde ist das Friderica gegen­über liegende Dorf Striib beschossen worden, vor wel­chem überdieß Batterieen gegen die von mir besetzte Stadt nud Citadelle criifgeworfen worden.

5) Daß eine weiße Fahne auf den gegen das Ufer vorspringenden Häusern dieses Dorfes geweht habe, ist nicht bemerkt worden; wäre dies geschehen und wäre meinen Truppen bekannt gewesen, daß dieselbe den Schutz von Verwundeten beansprechcn solle, so würde

zu Ort, um zur Theilnahme aufzufordern. Als Gehül­finnen stehen auch die Polnischen Frauen zur Seite, die jeden waffenfähigen Mann als Feigling erklären, der nicht zu den Waffen greift. In vielen Dörfern sahen Reisende nur Frauen und Kinder, die Männer hatten sich bereits der Insurrektion angeschlossen. Statt der gestreckten Sensen führen viele an den letzteren Punkten nur zweischneidige lange Messer an hohen Schäften. Die Polnischen Bewohner des Netze-Distriktes sammeln sich bei Bromberg, MieroslawSky marschirt mit 4090 Be­waffneten in diese Stadt, um die unter einer vorwie­gend Deutsche» Bevölkerung lebenden Polen zu ermu- thigen und ihre waffenfähige Mannschaft an sich zu zie­hen. In Bromberg stehen augenblicklich nur 500 Mann Preußen. Der russische Czar, welcher seine Polnischen Unterthanen durch die Knute, den Strang und Si­birien vor der Aeußerung aller Reorganisationögedanken zu bewahren verstand, triumphirt über die preußische Regierung, welche trotz eines langen, milden Regiments, trotz aller ungebahnten und ehrlich gemeinten Zu­geständnisse jetzt auf eine beklagenswerthe Weise bekämpft wird. Di- von unserer Regierung gegen die Insurrektion ergriffenen Maßregeln werden hier vollständig gebilligt, die Sympathien für die unklugen Vertreter der Polni­schen Sache schwinden von Stunde zu Stunde und wie aus der Neumark werden auch hier Männer freiwillig zu den Waffen greifen, wenn eS der Kampf gegen die Polen erfordern sollte.

SetmolS, 9. Mai. Man erzählt sich von Bie­lefeld einen Vorfall, der zur Bezeichnung der dortigen Stimmung sehr viel beitragen kann. Kürzlich sind näm­lich Mehrere von der jungen Partei, welche man die communisilsche nennt, unter ihnen auch Dr. Lüning, Re­dakteur des Westphälischen Dampbootö, dort versammelt. Da erscheint ein Trupp von ein paar Hundert Webern und schickt in die Versammlung eine Deputation, welche sich darüber beklagt, daß alle die Versprechungen, die von den Herren Communisten gemacht würden, nicht in Erfüllung gegangen, die Verhältnisse vielmehr immer schlechter geworden seien, nnd sich schließlich von den Herren feierlich lossagt. Als sich letztere hiergegen ver­theidigen wollen, macht man ihnen bekannt, daß es besser wäre, wenn sie ihr ganzes System aufgäben; es wurde zunächst verlangt, daß sie sich ihrer kommunistischen Bärte entledigten. Sie brauchten sich nicht weiter zu bemühen, die Rasirer wären schon mitgebrackt. Es werden den» auch Rasirer herbeigeholt und muß sich die ganze Versammlung wohl oder übel rasiren lassen. Soll man dies als einen guten Geist der Bevölkerung ansehen oder als reaktionäre Regung? (D. a. Z.)

Ron der badischen Nhcittgrän^e, 8. Mai. Man spricht allgemein von einer bedentendou Redlwtiorp der deutschen Bundestruppen welche längs der Gränze ausgestellt sind. Die Gemüther sind bei weitem nicht mehr so aufgeregt als vor vierzehn Tagen. Auf un­serer Eisenbahn stellt sich allmählig eine bessere Fre­quenz wieder ein, und man hofft, daß die so sehr ge­trübten Aussichten für die Bäder sich bald wieder günstiger gestalten werden. Die Zahl der bei dem Festungsbau in Rastatt beschäftigten Arbeiter beträgt nahe an 8000 Mann, und man hofft, daß der Bau innerhalb Jahresfrist gänzlich hergestellt sein werde. Das österreichische Bundescontingent wird im Laufe dieses Monats noch erwartet.

Republik Frankreich.

Poeis, 9. Mai. Ausführliche Darlegung von La- marrins Rede in der Mitte her Nationalversammlung vom 8. Mai, Frankreichs Beziehungen nach Außen be­treffend.

(Fortsetzung.)

Indem die Republik Frankreich in diesem Zustande her Jsolirung und der Untergeordnetheit stand, hatte sie zweierlei Beschlüsse zu fassen: Mit den Waffen ge­gen alle Throne und gegen alle Territorien des Kon-

ßen beantragt worden sei, welchen den Zweck haben solle, dem innigen Einverständnisse Englands und Frankreichs das Gewicht einer ähnlichen Verbrüderung ter nordischen Mächte entgegenzusetzen, in Wien aber kein n Anklang gesunden habe, indem das östreichische Kabinet in dem guten Einvernehmen zwischen England m$ Frankreich weder ein beunruhigendes, noch seinen Interessen nach­theiliges Verhältniß -erblicke , im Gegentheil sein auf­richtiger Wunsch sei, diese Mächte in Eintracht neben einander zu sehen, weil von ihrer Stellung zu einander der allgemeine Friede in mehr wie einer Beziehung ab­hängig sei, überdieß es auch nicht gerathen sein dürfte, sich zu tief in die russische Freundschaft einzulassen und dadurch den westlichen Mächten Anlaß zur Eifersucht zu geben, da eS sich, wenn heute oder morgen die Würfel über die orientalische Frage fallen, nur zu leicht fügen könnte, daß Oestreich mit den letzteren Hand in Hand gehen, und Rußland die Stirne zu bieten hätte. Fragt man sich hier, waS die russische Politik mit einem Bünd­nisse gegen zwei entfernt liegende Staaten, die noch nicht auf den Einfall gekommen sind, ihm Gefahr zu bringen, beide aber die Erhaltung des türkischen Reichs als wesentlich zur Sicherung des europäischen Gleichge­wichtes erachten, bezwecken wolle; so ist die Beantwor­tung sehr leicht und tritt noch klarer hervor durch die zuerst in Berlin entstandene, später allgemein gewordene Vermuthung, daß der Zweck der Reise des russischen Kaisers nach England kein anderer sei, als sich mit der Königin wegen der Theilung der Türkei zu verständigen, so wie durch die ans den Donaufürstenthümern nach

Wien gelangten Berichte, wonach angeblich auS Peters­burg die Nachricht eingelaufen sei, daß man russischer SeitS darauf hinarbeite, Serbien, die Moldau und Wal­lachei mit den daran gränzenden türkischen Provinzen zu einem Königreiche unter türkischer Hoheit und russi­schem Schutze zu verbinden und dessen Beherrschung dem Herzoge von Leuchtenberg zu übergeben. Dieß freilich sind alles nur Vermuthungen; wir können aber nicht umhin, jenem Berliner Korrespondenten beizupflichten, welcher meint, dnß, wer in der Politik zu Hause sei, wisse, daß dergleichen Reden, aufgetaucht in Kreisen, die aus der Politik kein Geschäfte machen, oft die Dinge eher an der Wurzel erfassen, wie die hochgelehrten Män­ner von Fach, eben weil sie ganz unbefangen sind und ihre Bedingung im Grunde der Zeit finden.

Nehmen wir hiezu den Umstand, daß, während diese und ähnliche, Muthmaßungen entstanden, sich ansehnliche rnssische Streitkräfte an der europäisch - und asiatisch­türkischen Gränze zusammenzogen, sich bald darauf zum Schutze der Pforte eine englisch ° französische Flotte im ägeischen Meere versammelte, verbinden wir denselben mit der rücksichtlosen Erschwerung unserer Schifffahrt durch die Vernachlässigung der Sulinamündung, mit den unfreundlichen Schritten gegen deutsche Nationalität in den Ostseeprovinzen, gegen die abendländische Kirche u. s. w.; so dürfen wir als ziemlich wahrscheinlich an­nehmen, daß Rußland, im Vertrauen auf sein nnerhör- teS Glück und auf die gewöhnte Uneinigkeit der deut­schen Völker, und sich der Hoffnung hingebend, in Deutsch­land eine die Verfolgung der gemeinsamen Interessen

l lähmende Partei zu finden, alleS aufbieten werde, un­sere Erwerbungen im Osten zu hintertreiben, selbst auf die Gefahr hin, dadurch einen Krieg gegen den deutschen Bund und die Pforte hervorzurufen einen Krieg, der möglicherweise auch das übrige Europa mit hineiureißen und sich zu einem Jdeenkampfe, zu einem solchen der Civilisation gegen die Barbarei, gestalten kann. Wir wollen nun kürzlich die Kraftemassen berechnen, welche in diesem Kampfe einander gcgenüberstehen werden.

1) Die russische Furchtbarkeit wird am gewöhnlich­sten durch die ungeheure Ausdehnung deS Reiches und die gewaltigen Zahlen der Truppenmassen dargestcllt, ohne zu bedenken, daß die erstere meist in menschenlee­ren , unbewohnbarer! Einöde» besteht, die höheren auf unzuverlässigen Angaben beruhen, und in Beziehung auf ihr geistiges Gewicht und ihre Lenksamkeit den Heeren der civilisirten europäischen Staaten bei weitem nicht gleichkommen. Nach der von dem Statistiker Schubert dargelegten Uebeisicht, gegen deren Glaubwürdigkeit nichts aufgcfundcn werden kann, enthält das regelmäßige Heer 41,200 Mann kais.rliche Garde, 84.000 Reuterei, 331,000 Linien - Infanterie , 40,800 Artillerie , 10,500 Genie­truppen und 19,000 regelmäßige Kosaken, zusammen 526,700 'Mann, wozu noch 104,600 GarnssonÄruppen kommen, also im Ganzen 631,300 Mann, so daß der Gesammtbestand, die Bevölkerung zu 61 Mill. Geelen gerechnet, etwa 1 Przt. betragen würde.

(Fortsetzung folgt.)