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truppen anderer Staaten zur Erhaltung der inneren Ruhe nicht wesentlich erforderlich seien, da die großher- zogl. hessische Regierung zugleich um Zurückziehung ih­rer Truppen gebeten, so wird beschlossen, den Ober, befehlshaber des 7. und 8. Armeecorps überlassen, diese Zurückziehung nach Thunlichkeit zu bewerkstelligen.

Namens des..Luxemburgischen Gesandten wirdan- gezeigt, daß die Wahlen im Limburgischen zur Ratio-' nalversammlung keinerlei Beschränkungen, welche mit dem Beschluß des Vorparlaments und dem Bundsbe­schluß vom 7. April nicht übereinstimmen, unterworfen worden seien und daß indirekte Wahlen stattfinden, welche am 12. und 16. Mai vorgenommen werden sollen.

Dies wird dem Fünfziger-Ausschuß auf dessen Nach­frage mitzutheilen beschlossen.

Auf einen Antrag der Luxemburgischen Regierung wird beschlossen, den Gouverneur der Festung Lurcin- burg zu ermächtigen, zur Dämpfung von Unruhen im Großberzogthum kleinere Detachements, nvthigenfalls auch über den Rayon der Festung hinaus, unbeschadet der Sicherheit der Festung, unter eigene Verantwort­lichkeit abzuordnen.

Auf einen Bericht der Reclamations - Commission, wird beschlossen, dem Buchdruckerei-Jnhaber Krebs zur Veranstaltung einer Quartausgabe der Bundesproto­kolle, welche unmittelbar nach Unterzeichnung derselben erscheinen sollen, zu ermächtigen.

Auf eine Eingabe des Nationalvereins für deutsche Auswanderung nach Amerika wird beschlossen, das ge­meinnützige Streben dieses Vereins anzuerkennen, ihm die chunliche Unterstützung wegen etwa zu beantragen­der allgemeiner Maßregeln zuzusichern, und die Er­wartung auSzusprechen, daß bei der Neugestaltung Deutschlands diese wichtige Angelegenheit zur Natio- nalsachc werde erhoben werde.

/ranksurt; 12. Mai. Wegen Errichtung einer deutschen Kriegsflotte hat der Fünfzigerausschuß folgende Proklamation an das deutsche Volk erlassen:

An das deutsche Volk!

Brüder! Deutsche Kriegsflotten wiegten einst ihre Masten auf allen Meeren, schrieben fremden Königen Gesetze vor, verfügten selbst über die Kronen der Feinde deutscher Macht und Herrlichkeit. Jetzt sind wir wehrlos auf der wcltverbindendenden See, jetzt sind' wir wehr­los selbst auf unseren heimathlichen Strömen! Ihr wißt es, was mit gerechtem, heiligem Zorn jedes deutsche Herz entflammt. Das kleine Dänemark verhöhnt das große, im Lichte seiner Freiheit, im Bewußtsein seiner hohen Wellsendung doppelt mächtige Deutschland! Ein Paar Kriegsfahrzeuge, eine Handvoll Seesoldaten dürfen es wagen, deutsche Ströme zu sperren, unsere blühende Handelsmarine dem schmählichen bereits gewagten See­raub preiszugeben! Unsere Nationalehre' ist angetastet, der deutsche Gewerbsfleiß bedroht! Kann, darf ein großes, edles Volk Solches ertragen? In den Nord-I und Ostsecstaaten antworteten unsere wackern Brüder | bereits mit der That ein mannhaftes Nein! Sie ringen, Deutschland seetüchtig zu machen. Heiliger Eifer begeistert die Wackern. Sie scheuen kein Opfer, der Schmach ein Ende zu machen. Brüder! ganz Deutsch­land, das ganze Deutschland muß im gleichen Geiste wirfen. Gemeinsames Handeln thut noth, nur die ge­meinsame Kraft kann helfen für die Gegenwart, kann helfen für die Zukunft. Es gilt, eine deutsche Kriegs- Marine zu gründen. Der Fünfzigerausschuß wendet sich an das deutsche Volk, damit es unverweilt das große Werk fördern helfe. Sachverständige aus allen deut­schen Küstenstaaten werden am 31. Mai in Hamburg darüber tagen. Deutsches Volk, unterstütze sie mit der That. Wann hat Deutschland sein Gut gespart, so es die Ehre, die Unabhängigkeit des Vaterlandes galt? Auch der Heller des Unvermögenden wird dankbar an­genommen. Reich und Arm muß gleichzeitig die Freude werden, zu Deutschlands Erhebung mitzuwirken! Wenn

Deutschland und die Donaumündungen.

Ein Icitrag zur Beleuchtung der äußern Verhältnisse deS Vaterlandes und der europäischen Civilisation. Von einem Offizier. Siegen und Wiesbaden bei Wilh. Friedrich. 78 Seiten. Preis: 36 Kreuzer.

(Fortsetzung.)

Unb dieser Aufschwung hat daS Volk bereits ergrif- ftn; seine unsichtbare Gewalt weht in Pallästcn und Hütten, sie bringt und die Verhältnisse im Osten klarer vor die Leele, regt daS Volksbewußtsein auf, und mit 7 ^Mf- Sollen wir daS asiatische, unter dün- m .. " urschein noch mit grauset Barbarei erfüllte L ' , ^" herrschender Volköstamm über zweihundert

fain.lie verbüllt .* . nUT "^ deutsche Herrscher- S _ ÄÄ M-» »°-,ch-n,-» las.

d» R-hh-tt »der »., -urep-rsch- <SlUialion «£ wachen s Das wäre unwürdig der großen Nation Vn würdig der mit der Nation verbundenen glorreichen Mo. narchien, auf welche der erste Stoß fallen würde. Da- rum wollen wir von den Hochgebirgen der Alpen bis zu den Fluthen der Memel, vom Rhein bis zu den ste­

ten aus, die in ihren Verzweigungen fest verbunden, von dem feit einem Vierteljahrhundert unter allen sla­vischen Völkern aufstrebenden Geiste begünstigt und von der MilitairdeSpotie unterstützt, kein höheres Interesse, als die Befriedigung ihres Ehrgeizes und ihrer Habsucht kennt und die Krone schon oftmals zu Eroberungen wi- ver ihren Willen, zu politischen Mißgriffen und zur Rücknahme von Beschlüssen gezwungen hat, die auf eine denbürgischen Karpathen, welche die letzten deutschen bere&n^ ^wanicipation der niedergedrückten Gemeinen waren. Ein Glück für daâ Reich, daß in

das deutsche Volk will, werden bald schwarz-roth-gol­dene Flaggen auf deutschen Kriegsschiffen wehen, wer­den bald unsere Feinde uns achten zur See, wie auf dem festen Lande. Voran, wackeres deutsches Volk, allüberall Deine Ehre zu wahren, allüberall für die Entfaltung Deiner Machtherrlichkeit zu sorgen! Frank­furt am Main, den 11. Mai 1848. Der Fünfziger- ausschuß. Soiron. Simon, Schriftführer.

Bewegung der deutschen Presse.

Zur Abwehr des Hohnes der Schweizerpreffe.

Indeß wir Deutsche in bedenklicheren Tagen, wo die ganze Diplomatie des Kontinents gegen die Schweiz verschworen war und von Frankreich nur die schmäh­lichsten Intriguen gegen die eidgenössische Sache aus­geheckt wurden, eine eben so warme als uneigennützige Sympathie für den Principienkampf, der sich dort in den Bergen ausfocht, an den Tag legten, indeß unsere Presse mit wenig Ausnahmen gegen die Cabinetspolitik der deutschen Großmächte trotz Censur und Polizei einen hartnäckigen und eifrigen Strauß auskämpften und unsere deutsche Gutmüthigkeit bewundernd und begeistert die Heldenthaten sich erzählen ließ, die bei Gislikon und auf dem Rothenberge vollbracht worden waren, indeß wir bei dem Schweigen der Engländer und Franzosen in Worten und wohl hie und da auch in Thaten un­sere Sympathie für die Unabhängigkeit der Schweiz kund gaben, erwiedert man uns jetzt von dort den Gruß mit Hohn und Schmähungen, mit offener Sym- patbie für die deutsche Sonderbündelei, mit widrigem Liebäugeln mit den Franzosen und Italienern. Allem Anschein nach wird es nicht lange dauern und man wird in der Schweiz mit Czechen, Magyaren, Dänen, Polen, Russen u. s. w. fraternisiren, gegen die Deutschen allein als die eigentlichen Erbfeinde feindlich Fronte machen.

Wir wollen es der radikalen Schweizerpresse nicht zu schlimm deuten, daß sie für unsere deutschenRe­publikaner" so eifrig Partei nahm; noch weniger wollen wir den Republikanern an der Limmat und an der Aar zumuthen, sich für unsere konstitutionelle Monar­chie zu begeistern. Es ist das Sache des politischen Geschmacks; die Antipathie ist ganz gegenseitig, denn wir unsererseits in Deutschland möchten uns eben so wenig für eine Republik enthusiasmiren, in welcher die Politik der Berner oder Zürcher Zeitung das große Wort führt. Aber eines hätten die Herren in der Schweiz nicht übersehen sollen und bei der Nähe des Schauplatzes auch nicht übersehen dürfen, daß für die unermeßliche Mehrheit der deutschen Nation der repu­blikanische Putsch im Seekreis ganz dasselbe war, was der jesuitische Sonderbund für die Schweiz. Beide wollten die Gelüste einer Minderheit dem unzweideu­tigen Willen der Mehrheit auftrotzen, Beide beschworen lieber den Bürgerkrieg über das Vaterland, als daß sie sich dem Willen der Mehrheit fügten, Beide ver­schmähten die Kotterie, selbst das offene Einverständniß mit dem Auslande nicht, um dem widerstrebenden Jn- lande den Willen einer Faktion aufzudringen. Ja noch mehr; von den wenn auch scheinbaren Gründen, wo­mit der Sonderbund seine unrechtmäßige Existenz zu rechtfertigen suchte, läßt sich auch nicht einer für unsere Sonderbündler im Seekreis gebrauchen; Nichts von dem, was den Dialektikern der sieben Kantone als Grund der Berechtigung gelten konnte, war auf die jämmerliche Schilderhebung im südwestlichen Winkel Deutschlands anzuwenden. Und doch sympathischen un­sere republikanischen Nachbarn, die so eifrig und ritter­lich für dasRecht der Majoritäten" fochten, hiermit dem brutalen Unrecht einer Minorität und doch schmäh­ten sie lieber ein großes Volk, als daß sie es über sich vermocht hätten, ihren Irrthum über die Bedeutung der republikanischen Partei in Deutschland einzugestehen.

Wir haben häufig einen Unterschied machen hören zwischen Berner Plumpheit und Zürcher Feinheit; man hat uns die derbe ungeschlachte Natur des Bären im

Wasser zu unserer Donau entsenden , nur eine Seele sein; die Pforte wird um ihrer selbst willen uns die Landstriche überlassen, die wir für unsere Wohlfahrt be­dürfen, deren Abtretung an uns ganz Europa verlangen muß zur Sicherung deâ Gleichgewichtes und die Civili­sation zu ihrer eignen Rettung.

Von dem Kaiser der Reußen und dem Kaiserhause, als einer Herrscherfamilie deutschen Stammes und deut­schen Sinnes glauben wir zwar nichts fürchten, keine Einmischung in unsere Angelegenheit mit der Pforte be­sorgen zu müssen, weil sie die bereits erworbenen Rechte Rußlands nicht beeinträchtigt. Aber daS russische Volk, d. h. das Volk der herrschenden Großrussen, ist uns ge­fährlich; diese Gefahr geht aber nicht, wie man bisher irrig glaubte, von dem nur oberflächlich gebildeten Adel, der über 23 Millionen Leibeigene uud gutsherrliche Bauern (einige Millionen mehr wie die Krone) mit der Knute gebietet, auch nicht von dem unwissenden, gro- jentheilS unmoralischen Klerus, der nicht geachtet wird, ondern hauptsächlich von einer Korporation feiler Beam-

Westen nicht selten in eine unvortheilhafte Parallele gestellt mit dem feinern Gepräge der Zürcher Bildung und Erziehung. Nach der politischen Presse beider Städte zu urtheilen, können wir den Unterschied nicht gerecht­fertigt finden; wir finden die Saturnalien der Zürcher Zeitung weder würdiger, noch feiner, noch geistreicher, als das, was die junge Politik in Bern drucken läßt, und wenn die Neue Zürcher Zeitung, so wie sie uns vorliegt, die herrschende Politik in Zürich eben so treu wiedergibt, wie die Berner Zeitung die des gegenwär­tigen Großen Raths und seiner Parteiführer, so könn­ten wir das Schicksal beider Kantone nur gleich tief beklagen, wenn eine solche Politik dort Aussicht auf Herrschaft hätte. Während das Berner Blatt sich damit begnügt hat, die Thatsachen falsch zu berichten und an sie ihr Räsonnement gewürzt mit den obligaten Schmähreden anzuknüpfen, schien das Zürcher Or­gan so eigentlich es darauf anzulegen, die Ehre einer ganzen Nation in recht bübischer Weise zu bemäkeln. Man wird vielleicht das Gewicht solcher Ergießungen viel geringer anschlagen, wenn man die unmittelbare Quelle, von dem Nimbus der Entfernung entkleidet, vor Augen hat, aber man wird es auch unseren Lands­leuten nicht verargen können, wenn sie, minder gleich- müthig als wir und minder bekannt mit der attischen Urbanität und Sitte der Schweizer Presse, allmälig die Geduld verloren und sich allerwärts, wo sich zu­fällig das Zürcher Blatt hin verlief, die lauteste Ent­rüstung kund gab über die flache und unwürdige Fri­volität, womit hier die Politik eines großen Volkes behandelt wird.

Eine genaue Kenntniß der deutschen Zustände und eine scharfe, treffende Beurtheilung hat man billiger Weise von der Schweizer Presse nie verlangt, wohl aber durfte man von ihr mehr politisches Anstandsge­fühl und mehr Achtung vor sich selbst erwarten, als ihre neuesten Erzeugnisse bewiesen haben. Das alte Lied vomdeutschen Michel" sieben Mal die Woche in allen Variationen wiederholt, die gemeine Anspielung aufdeutsche Bedienten," der skurrile Spott über die Entwickelung der Dinge in Deutschland, die zu beur­theilen dem Publieisten an der Limmat auch jeder Be­ruf fehlt, der unwürdige Hohn über jeden öffentlichen Act deutscher Politik, die kleinlichen Ausfälle und Schmä­hungen auf Personen und Zustände machen bei jedem anständigen Politiker einen ganz entgegengesetzten Ein­druck, als den die Urheber beabsichtigten. Wenn man in Deutschland zu Subscriptianen auffordert für den Anfang einer Kriegsflotte und die Neue Zürcher Zei­tung glaubt, diese patriotische Regung lächerlich machen, zu können, so fällt damit das republikanische Blatt in die letzte Kategorie serviler Hofblätter; oder wenn Je­mand in Zürich beim Aufziehen der deutschen FkiMe von einem Polizeimann daran gehindert wird und die Neue Zürcher Zeitung sich über den Spaß von Herzen freut, so stellt sie nur sich selber und der republikani­schen Polizei, die vor den drei Farben eine ähnliche Scheu zu haben scheint wie unsere monarchische, ein ungeheures Armuthszeugniß aus; wenn sie es z. B. wahnsinnig" findet, daß wir zum Schutz der tyroler Gränze vor wälschen Freischaaren aufgefordert hatten, so weckt sie damit über den Zustand des eigenen Ge­hirns den bedenklichsten Verdacht; oder wenn sie hof­färtig fragt, mit welchem Recht denn Deutschland den Dänen Schleswig-Holstein entreiße, so stellt sie damit nur ihrer eigenen publicistischen Befähigung ein Zeug­niß aus dessen entsprechendes Prädikat schwer zu finden ist.

Oder sollte hinter dieser plumpen und alltäglichen Umhüllung sich eine Politik verbergen, die mit Schmä­hungen anfängt und mit Feindseligkeiten endet? Sollte hinter diesen Ausschweifungen einzelner Blätter vielleicht doch die junge Staatskunst der Zukunft liegen und die letzten Nummern der Berner und Zürcher Zeitungen das Programm einer neuen Politik enthalten? Der Inhalt entspräche dann dem Gefässe. (DeutscheZtg.)

Niklaus einen kräftigen Herrscher hat, der die auâ so vielartigen heterogenen Gestalten bestehende Masse zu­sammenzuhalten, ihre Lenker zu zügeln weiß, denn un­ter einem schwachen Prinzen würde die Aristokratie der Beamten und Reichen, oder die Militärmacht das Ueber» gewicht über die Krone davon tragen und dieselbe in Gefahr stürzen. Zu einer Auflösung des Reichs durch innere Gebrechen, worauf so manche hoffen, möchten bei der Vollgewalt einer Bureaukratie, die mit asiatischem Despotismus herrscht, also die Elemente fehlen; ja wir sind vielmehr überzeugt, daß seine Festigkeit sich in dem­selben Verhältnisse vermehre, als Zeit hat, seine in­nern Hülfsquellen zu entwickeln und zu vervielfältigen und die verschiedenartigen Stoffe durch Versetzung und. Vermengung derselben, durch gemeinsame, mit rücksicht­loser Strenge durchgeführte Anordnungen und durch mög­lichste Abweisung aller freisinnigen Ideen zu einem ge- diegenen Ganzen zu verschmelzen. Und daß dieses auf eine energische Weise geschieht, davon zeugen unter an­deren die Maßregeln zum Verdrängen des deutschen Prin­cips in Liefland, Esthland und Kurland, die Gleichstel­lung des polnischen Adels mit dem russischen, dadurch seine Begünstigung gegen ein ungleich edleres Volk, wie das herrschende ist, diejenigen der griechischen Kirche auf Kosten der großen Mehrheit der geflissentlich zurückgesetz«. ten polnischen Katholiken, welche man, so wie auch die Protestanten und Armenier durch allerlei Begünstigungen zur herrschenden Kirche hinüber zu locken sucht, die Ent­führung der polnischen Jugend gegen die kaukasischen Ge- birgSvölker u. s. w. (Forts, f.)