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beständige Neutralität von Belgien garantiren, wurde beschlossen: den in Aussicht gestellten Eröffnungen von Seiten der belgischen Regierung selbst entgegen zu sehen.

Eine Anfrage der Vertrauensmänner über ihre fer­nere Stellung und etwaige Ergänzungen wurde an einen Ausschuß zur Begutachtung verwiesen.

Von der königlich preußischen Regierung wurde angezeigt, daß für die Unterkunft und Verpflegung der aus Krakau und von der russischen Gränze zurückge­wiesenen, nach Frankreich aber nicht zurückkehren wollen­den Polen Vorkehrungen getroffen seien.

Von derselben, daß sie übereinkunftsmäßig die Bun- desconlingente von Lippe und' Walbeck für die Be­satzung von Luxemburg stellen werde.

Vom Militärausschuß wurde über das Gesuch der Angestellten der Kanzlei der Militärcoinmission, in ihren dienstlichen Verhältnissen den Beamten der Bundes- Kanzlei gleichgestellt zu werden, berichtet und dem Ge­such entsprochen.

Der württembergische Gesandte überreichte das Ge­setz über die Volksbewaffnung.

Der badische Gesandte verlas den Bericht über seine Verhandlung mit dem Fünfzigerausschuß bezüg­lich drr von der Bundesversammlung den Regierungen gemachten Vorschläge wegen Bestellung einer Bundes- Erekntivbehörde.

Der Gesandte für Holstein erinnerte, daß der Aus- schuß zur Vollziehung des Artikels 19 der Bundesacte baldigst über den in der 37. Sitzung der Bundesver­sammlung von badischer Seite gestellten Antrag wegen der Zollvcrhältnisse berichten möge. Derselbe beantragte, daß die Festung Rendsburg zur Bundesfestung erhoben werde; deßgleichen, daß eine Commission bestellt werden möge zur Ausarbeitung eines Vorenlwurfs zu einem all­gemeinen bürgerlichen und peinlichen Gesetzbuch für Deutschland.

Frankfurt, 8. Mai. Die deutsche Bundesver­sammlung hat dem Oberbefehlshabex der zur Opera­tion nach den Herzogthümern Schleswig-Holstein beor­derten Bundeskontingenlen, so wie sämmtlichen unter seinen Befehlen stehenden Truppen durch ein Schreiben vom 4. d. Mts. ihre volle Anerkennung der Verdienste auögebrückt, welche sich dieselben um das deutsche Va­terland erworben.

Mannheim, 9. Mai. Die Erleichterung, der die Gesammtcinwohnerfchaft sehr drückenden Last der Einquartierung und Verköstigung von 7000 Mann Soldaten wurde, wie Sie gemeldet haben, bereits am 4. d. M, im Staatsministerium beschlossen, ist aber bis heute noch nicht vollzogen, wahrscheinlich weil die Be­fehle über die Dislocirung der Truppen vom Prinzen Karl von Baiern erst noch erwartet wurden. Heute ist uu« dieser in Person hier eingetroffen und hat einer Devutation des Gemeinderaths, welche ihm das An­liegen der Stadt vortrug, die Versicherung gegeben, daß morgen ein großrr Theil der Erekutionstruppen abgehen wird. D. Z.

Heidelberg, 10. Mai. Die Vorlesungen an unserer Hochschule haben seit acht Tagen begonnen und manche Besorgniß ist damit widerlegt.

Wien, 6. Mai. Das heute veröffentlichte Zu- geständniß eines Ministeriums zur Vertretung des Ackerbaus, der Industrie und der Gewerbe wird all­gemein als sehr zweckmäßig anerkannt und übt eine beruhigende Wirkung auf diese Klassen der Bevölke­rung aus.

Der Kaiser hat auf den Antrag des Ministers der Justiz die Entsendung einer Commission nach ver­schiedenen Ländern des deutschen Bundes sowie nach dem Königreiche Belgien, wo das mündliche und öffent­liche Gerichtsverfahren und das Institut der Schwur­gerichte schon seit längerer Zeit in Uebung sind, ge­nehmigt, um daselbst in lebendiger Anschauung die praktische Bewährung dieser Einrichtungen zu erfassen

und deren Wahrnehmungen bei Einführung dieser In­stitute auch in den Ländern des österreichischen Kaiser staates benutzen zu können. (Wien. Ztg.)

Wien, 7. Mai. Eine Note der französischen Regierung droht dem Wiener Cabinet mit 250,000 Mann und 400 Kanonen, wenn ein Bündniß zwischen Oesterreich und England gegen die Unabhängigkeit von ganz Italien zu Stande käme.

Aus Siebenbürgen, 1. Mai. Wieder dringt ein Ruf herüber, ein Ruf von Deutschlands ferner Wacht in Siebenbürgen. Die Sachsen stehen Mann für Mann unter den Waffen, gerüstet gegen äußere wie innere Feinde, gegen Jeden, der ihr siebenhundert- jähriges Recht, ihr Gebiet zu verletzen, sich erkühnt; ihre Turner haben an die deutsche Jugend einen be­geisterten, kampfesmuthigen Zuruf erlassen und die Vertreter des sächsischen Volks haben den Schutz des deutschen Parlaments aufgerufen. Männer Deutsch­lands! die siebenbürger Sachsen haben zu den Waffen gegriffen, denn es droht ihrer Nationalität von allen Seiten Gefahr; noch suchen sic Deutschlands Vermitte­lung bei den Magyaren, die in blinder Leidenschaft allen Nichtmagyaren Ungarns ihre Sprache, ihre Herr­schaft ausdringen wollen. Männer Deutschlands! ein Volk, das 700 Jahre in ferner Abgeschiedenheit von seinem Mutterlande unter den wildesten Türken- und Tatarenstürmen seine deutsche Sprache, seine deutschen Sitten, seine alte, freie deutsche Verfassung bewahrt hat, ist wohl werth, daß sich das heißgeliebte Mutter­land feiner in den Tagen der Noth erinnere und ein Wort milspreche bei der neuen Gestaltung der Dinge.

(D. a. Zig.)

Aus Cytol, 7. Mai. Seit dein Treffen, das die Truppen Radetzky's aus der Stellung am Mincio hinter die Etsch zurückdrängte, werden bei uns die Besorgnisse wieder lauter, die Nähe der Gefahr tritt uns härter an den Leib. Man fürchtet, es möchten die Italiener den Feldimrrschall angreifen, ehe Nugent zu ihm stoßen kann. Auch der Einfall in Judikarien, im Nons- und Sulzberg wird sicherlich wiederholt. Wir hören bereits von Ansammlung neuer Schaaren, die diesmal reguläre Soldaten und Geschütz mit sich bringen wollen. So rufen wir denn unsern Grenz­wachen ein ernstlichesHabt-Acht" zu. Es sind jetzt viele wackere Männer auf dem Piket. Die Jnnthäler schickten ihren Zuzug in herrlichster Auswahl. Es ist eigenthümlich, wie diese Kämpen bojoarischen Stammes mit der Rüstigkeit und Kraft ihrer Gestalten ein rüh­riges, lebensfrisches, keckes Wesen die heitere Streit­barkeit ihres Volkes kundgeben in Schritt und Haltung. Die Schützen von Kufstein, Jenbach, Zillerthal was sind das für schöne Streiterhaufen! Von Wiltau kam auch eine Kompagnie rühmlichbekannter Zielschützen, mit ihnen marschirten der Lanzknecht (Fürst F. Schwar­zenberg) und Graf Colloredo. Auch alle unsere kampf­lustige Jugend steht bereits an den Gränzen, die Inns­brucker Studenten und die Wiener unter Adolph Pichler, dem Poeten. (D. Ztg.)

Berlin, 8. Mai. Nach heute hier angelangten Nachrichten aus Posen, welche in der heutigen Wahl­männerversammlung von zwei Offizieren als auch von General Colomb gemeldet mittheilen, soll der Krieg im Großherzogthum beendet sein, indem die Insurgenten bei Barczyn sich auf Gnade und Ungnade ergeben hätten.

* Berlin, 9. Mai. Rußland und Oesterreich haben, wie man aus sicher Quelle erfahren will, ein Schutzbündniß geschloffen. An Preußen soll die Ein­ladung dazu auch ergangen sein, allein das preußische Cabinet hat diese neue heilige Allianz entschieden ab­gelehnt. Es geht das Gerücht von dem Eintreffen einer Depesche, welche die Meldung enthielte, daß der Kaiser von Rußland auf den Plan der Herstenung eines selbst­ständigen Königreichs Polen eingegangen sei. Ein

anderes Gerücht läßt den Fürsten Paskewitsch hieher notificiren. daß, falls nicht Posen binnen so und so viel Zeit pacificirt wäre, russische Truppen in dr- Großherzogshum einrücken würden.

Königsberg, 4. Mai. Gestern wurde von sonst glaubwürdigen Personen die Nachricht verbreitet, daß dänische Schiffssoldatcn, etwa 84 an der Zahl in Böten an unserer samländischen Ostseeküste in der Nähe von Gr^Hubnicken und Gr.-Kuhren gelandet seien, um in den dort gelegenen Ortschaften zu fouragieren. Ob die hospilirenden Herren Dänen nun den Proviant baar bezahlt oder ihn für gute Beute erklärt haben, weiß ich nicht zu sagen. Jedenfalls haben sie- wie man hört, sollen sie es besonders auf Schafe und Rindvieh abgesehen haben keine fette Beute gemacht, denn die haidenartigen Wälder lassen nur einen ver­krüppelten und magern Viehstand gedeihen. Außer­dem erzählt man, daß von Pillau aus auf der See russische Kriegsschiffe gesehen worden sind.

Srcdlnu, 7. Mai. Ueber die Vorgänge im Großherzogthum Posen sind wir seil gestern ohne alle direkte Nachricht. Die Post, welche von hier nach Posen geht, ist nur bis Kosten gekommen und von dort wieder hierher zurückgeschickt worden. Der Con- ducteur dieser Post will bei Kosten Kanonendonner ge­hört haben. Ebenso ist seit gestern der Postenlauf zwischen Krotoschin und Posen eingestellt worden, sowie der zwischen Kozmin und Gnesen. Alles Dies deutet darauf bin, daß der Aufstand im vollen Gang ist.

Posen, 6. Mai, (Abends.) Die Nachrichten von den in der Stadt Buk durch die Insurgenten ver­übten entsetzlichen Gräueln übersteigen jeden Begriff. Die Truppen waren in der Nacht angekommen und begaben sich, auf's äußerste ermüdet, sorglos zur Ruhe, weil die Bürgerwehr die Bewachung der Stadt über- nommen hatte; aber schon im ersten Schlafe wurden jene von den Polen überfallen und größtentheils nie­dergemetzelt. Indessen soll das gegen MitlÄg cinge- troffene Bataillon aus Grä; surchbare Rache geübt haben.

Srombrr^, 6. Mai. Gestern bin ich mit vie­len Deutschen hierher geflüchtet und sende Ihnen bei­folgenden Bericht:, Die Stadt ist heute in großer Aufregung. Durch Flüchtlinge, die in den beiden letzten Tagen aus der ganzen südlich an Bromberg stoßenden Gegend, aus Mogilno, Trzemeszno, Strzelno, in großer Anzahl hier eingefroren sind, ist cs zur Ge­wißheit geworden, daß das organisirte polnische Heer auf unsere Stadt im Anzuge begriffen ist, ja nach einigen Angaben soll es nur noch wenige Meilen von hier entfernt sein. Demnach ist es nicht gelungen, dasselbe au der polnischen Grenze bei Wreschen, wo man es durch die bedeutenden preußischen Truppen aus Schlesien, Posen und Gnesen eingeschlossen glaubte von allen Hülfsmitteln zu entblößen und entweder zur Nieberlegung der Waffen zu zwingen oder zu vernich­ten. Vielmehr ist es den Polen geglückt, indem sie die preußischen Streitkräfte bei Witkowo, Gembitz und Mogilno umgingen, ein neues Terrain zum Kriegs­schauplätze zu machen, wo ihnen nun nicht nur in den polnischen Insassen zahlreiche Verstärkungen zuströmen, sondern sie auch, indem sie die vielen deutschen Dörfer plündern, im Ueberfluffe Lebensbedürfnisse zusammen­bringen. Allerhand Gräuel fehlen bei diesen neuen Beraubungen der Deutschen und Juden nicht. Zur Beruhigung unserer Einwohnerschaft hat zwar eine heute Mittag von der Regierung ausgegebene Bekannt­machung beigetragen, laut welcher der General Hirsch­feld gestern mit einem Corps von Gnesen aus zur Sicherung der bromberger Gegend abgegangen ist, auch sind wir benachrichtigt,' daß der Uebergang über die Netze von den Preußen besetzt sei, doch sichert uns dies vor einem Handstreiche nicht. Den Polen ist ge­rade Bromberg vorzugsweise verhaßt, weil von hier aus die Reaction gegen die Reorganisation deS Groß-

Vier Wochen später, zu Ende des Monats Oktober batten sich eben mehrere Männer an der Landung von Bayou Sarah versammelt, um die Ankunft des Paket- bootS von New-Orleans zu erwarten, als ein junger Pflanzer auâ der Nachbarschaft herbeisprengte und sein Pferd einem dort stehenden Neger zum Halten gab. Es war der ächste Nachbar HawthornS, und Alle umdräng­ten ihn mit Fragen nach dem Schicksal des so schwer Geprüften.

Er hat vollendet! sagte dieser, traurig im Kreise um­herblickend.

Was? er ist gestorben? riefen Alle wie aus einem Munde.

Todt! wiederholte d.r Pflanzer; ich komm: eben von dem Orte, wo eine der noch gesunden Sklavinnen an jedem Morgen die Nahrungsmittel holte an jedem Tage weniger und hörte das Entsetzlichste. Vorge­stern starb der letzte seiner männlichen Sklaven, sein treuer Hannibal, der sich noch, stets mit den Kranken beschäftigt, unglaublich lange aufrecht gehalten. Hawthorn, dessen Sohn ebenfalls bis dahin jeder Ansteckung ent­gangen war, konnte den Verlust des treuen Dieners nicht überleben, und schoß sich heute Morgen, wie mir das Mädchen erzählte, eine Kugel durch den Kopf.

Fürchterlich! riefen. Alle.

Sein Sohn, sagte die Regresse, sei der Verzweis- Lung nahe und mache sich jetzt die bittersten Vorwürfe, daß er keinen andern Arzt beigezogen.

Gehangen sollte der Bursche werden! rief Turnbull, der eben hinzugekommen war; lange hab' ich's dem Al­

ten gesagt, der Bursche verstehe nichts. Nein, da mußte er an den Niggern Herumquacksalbern, biâ er sie Alle glücklich unter der Erde hat. Wenn ich einer von den Gläubigern wäre, dann sollte er seinem Schicksal nicht entgehen. Was gedenken denn diese überhaupt setzt zu thun und wie fleht mit dem Verkauf am nächsten Montag?

Gott weiß es! erwiederte ihm ein Kaufmann von Bayou Sarah; seit die Pest dort wüthet, hat Niemand wieder an den Verkauf gedacht. Ich gehöre auch mit zu den Gläubigern, aber seit etwa virrzchn Tagen ha­ben wir das Wachen aufgegeben. Im Anfang hielten wir die Plantage gut im Auge, weil wir nicht ohne Grund vermutheten , er möchte sich und seine Reger nach TexaS oder sonst wohin in Sicherheit bringen. Daö ist setzt nun freilich nicht mehr zu befürchten, und obgleich ich viel Geld bei dem Unglück verliere, thut wir der arme Teufel doch leid!

Und wo ist sein Sohn, der Doktor? fragte Turn­bull.

Er soll, erwiederte der Pflanzer, nach des VaterS Selbstmord fein Pferd bestiegen haben und fortgesprengt sein, Niemand wisse, wohin.

Wir müssen morgen auf jeden Fall einmal hinaus! rief Turnbull nach kurzem Bedenken. Das geht nicht, wir können es vor Gott und der Welt nicht verantwor­ten, die wenigen Menschen, die noch dort sind, ohne Rettung nnd Hülfe zu lassen. Die Krankheit muß sich erschöpft haben.

Ich gehe nicht mit, betheuerte der Pflanzer; heute.

Morgen konnte ich, als der Wind gerade von dort her- über blies , die Leichen riechen mir grauöt's bei dem bloßen Gedanken daran.

Ich gehe auch nicht, sagte der Kaufmann, ich habe bei der Sache schon genug eingebüßt, will nicht auch noch mein Leben wagend

Alle hatten einen Verwand oder sagten gerade her­aus, daß sie sich vor Ansteckung scheuten, und Turnbull mußte seinen menschenfreundlichen Plan aufgeben, da er allein nichts hätte ausrichten können.

Oede Stille herrschte indessen aus der Plantage. Jetzt sank die Sonne hinter den Wipfeln der Magnolie» in rhr grünes Bett, düsterer und unheimlicher wurde es auf der verlassenen Ansiedlung und hie und da glitzerte schon ein matter Stern von dem blauen Himmelsge­wölbe nieder, als aus verschiedenen Richtungen fünf Ne­ger, in dunkle Decken gehüllt, auf dem Platz erschienen und sich dem Wohnhaus näherten. An der Hinterthür angekommen, schlug einer derselben mit seinem Messer an eine alte blecherne Kaffekanne, die dort scheinbar nach­lässig hingeworfe» war, und wiederholte das Zeichen fünfmal, ehe sich die Thür öffnete, aus der, ganz im Anzug der westlichen Backwoodömen, mit ledernem Jagd- Hemd, Leggins, MoccasinS, Büchse und Messer, Hawt­horn heraustrat und, einen Augenblick auf der Schwelle stehen bleibend, scharf umherblickte.

(Fortsetzung folgt.)