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sein. Die Gewehre müssen durch ganz Deutschland nach einem Kaliber, überhaupt nach einem Muster gearbeitet sein, daß jeder Wehrmann die schadhafte Waffe aus- dem Depot einer jeden beliebigen Heeres- abthcilung Herstellen kann. Völlige Uebereinstimmung des Coinmando's versteht sich von selbst.
Da es für den Augenblick nicht möglich ist, die für die erste Klasse der Hülfsmannschaft erforderlichen Waffen in der oben angegebenen Uebereinstimmung anzu- schaffcn, so wird dieselbe vorderhand so gut als möglich bewehrt, und gibt später die Gewehre an die folgende Klasse ab. Für die beiden letzten Klassen bienen einstweilen Spicse und Sensen zur Bewaffnung.
§. 8.
Die Artillerie wird in ihrer jetzigen Stärke bestehen bleiben müssen; inscfern es aber bei der hohen Wichtigkeit dieser Waffe nöthig erscheint, sie zu vermehren, kann es auch durch besondere Abtheilungen der Volks- wehr bewerkstelligt werden, indem solche Batterien oder einzelne Stücke in geeignete Gegenden des Landes verlegt werden, um Gelegenheit zur Erlernung dieses Dienstes zu geben.
§. 9.
Bis sich aus der Wehrmannschaft eine hinreichende Zahl kriegsgeübter Führer für die verschiedenen Klassen der Hülfsmannschaft gebildet hat, und die ausgedienten Soldaten nicht dazu verwendet werden können, werden die Uebungen von kriegsfähigcu Officiren als Jnstruc- torcH geleitet; diesen werden bis dahin auch die oberen Führerstellen übertragen.
§. 10.
Für den nöthigen Felddienst wird die hinreichende Zahl der Aerzte aus dem Civilfach entnommen.
zu begünstigen, andrerseits die mannhafte Jugend 5um Dienst für die Vertheitigung des Vaterlandes vvrzu- bereiten, muß die Volkserziebung, die bisher auf erue gewisse geistige Dressur beschränkt war, erweitert werden. Die Jugend ist größtentheils verkümmert, geistig wie körperlich, und alle denkenden Aerzte sind einig daüber, daß ein Heer von Geistes- und Körperkrankheiten nur durch die verkehrte Erziehung hervorgerufen ist — für die körperliche Entwicklung der landwirch- schaftlichen Thiere ist gesorgt, für nnsere Kinder aber nicht, und nur der unverwüstlichen Kraft des deutschen Volks haben wir es zu verdanken, daß es nicht völlig verkümmert ist. Referent behält sich die Ausführung dieses Themas für eine andere Gelegenheit vor, und kehrt zur Sache selbst zurück.
Der Schullehrer sei ein ächter Pädagog, der eben sowohl die körperlichen, als die geistigen Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln berufen ist. — Daher unterrichte er dieselben auch im Turnen.*) Ob den^Leh- rern zugemuthet werden kann, zu den täglichen 6 stunden des bisherigen Unterrichts, oder vielmehr zu den wöchentlichen 30 Stunden noch 6 — 8 weitere binzu- zufügen, oder ob die nöthige Zeit den bisherigen Unter* richtègegenständen abgebrochen werden muß, kann hier nicht erörtert werden.
Sobald die männliche Jagend aus der Schule entlassen ist, muß sie wenigstens 2 Stunden lang am Sonntage (bei den Landleuten im Winter häufiger) unter einem Turnmeister die pädagogischen Uebungen fortsetzen, und allmälig zum militärischen Turnen übergehen. Diese Turnmeister werden einstweilen aus dem stehenden Heere genommen, in welchem das Turnen einen besonderen Uebungszweig ausmachen muß.
Alle turnkundigen Officicre sprechen sich übereinstimmend dahin ans, daß eine liirngeübte Jugend innerhalb 4 Wochen zum Felddienst vorbereitet werden kann.
§ . 3.
Die ganze waffenfähige Mannschaft vom zurück- gtlegten 20. Jahre an wird bis zum 24. Jahre jährlich auf 4 Wochen zu den Uebungen des Waffendienstes einberufen, jeden Herbst zu allgemeinen großen Uebungen im Felde. In der Zwischenzeit finden unter sclbstgewâhltcn Führern sonntägliche Uebungen in jeder Gemeinde Statt; alle 4 Wochen tritt das Bataillon zusammen; kleinere Gemeinden treten zu diesem Zweck zusammen, oder schließen sich den größern an. Ueber , die Waffenfähigkeit entscheidet die ärztliche Untersuchung, , für welche durch Sachverständige eine Instruction aus- zuarbeiten ist.
§ . 4.
Die Mannschaft vom 24. — 30. Jahre bildet die erste Klasse der Hülfsmannschaft; sie ist bestimmt, in Kriegszeiten mit ins Feld zu rücken, und wählt ihren Führer aus ihrer Mitte; sie übt sich in Gemeinde- Abtheilungen alle 14 Tage, und tritt mit der jungen Volksivehr (§. 3) alle 4 Wochen zusammen.
§ . 5.
Die Mannschaft vom 30. — 40. Jahre bildet die zweite Klasse der Hülfsmannschaft; sie nimmt an den monatlichen Uebungen Theil, und rückt nur in'ö Feld, wenn das Vaterland in Gefahr ist; sie wird dann zur Bemannung der Festungen, Bewachungen von Transporten ic. verwendet.
§ . 6.
Die Mannschaft bis zum 54. Jahre wird nur zum innern Dienste verwendet, um Ruhe und Ordnung zu erhalten, und nimmt nur an den großen Herbstübungen Theil. Auch diese beiden letzten Klassen wählen ihre Führer aus ihrer Mitte.
Die zum Felddienst bestimmte Mannschaft (§. 3 und 4) muß stets vollständig bewaffnet und gerüstet
Bewegung der deutschen Presse.
Die Nothwendigkeit eines Krieges mit Rußland.
Für einen Krieg mit Rußland spricht vor Allem ein Verhältniß, das ihn auf die Länge doch unvermeidlich macht, ob man dafür oder dagegen spreche. Es hieße ganz alle Natur von Menschen und Staatsverhältnissen verkennen, wenn man glauben wollte, Rußland könne und werde in der versprochenen Neutralität beharren. Entweder die Bewegung, in der wir leben, stockt in Folge der ersten Ueberspannung, dann wird Rußland den Moment der Abspannung erspähen, um einen Gegenschlag der Reaction zu fördern, oder die Bewegung hat ihren Fortgang und wühlt zuerst die slavischen Völkerschaften aus, so wird Rußland mit seinem Widerstand nicht allein seinen nächsten, sondern auch jeden fernsten Feind zu treffen suchen. Auf alle Fälle wird RuA«nd die Freiheit nicht ruhig an seinem Thron lagern lassen. Und wenn die Politik der Freiheit so klug und entschlossen ist, wie die des Despotismus, so sollte sie ihrerseits eben so wenig die Despotie ruhig an den Pforten ihrer Reiche lagern lassen. Sie ist nicht gesichert, so lange Rußland unbewegt in der vollen Herrschaft über seine rohen Kräfte ist, so wenig als sie.gesichert war, so lange Oesterreich in Metternich's Banden lag. (Deutsche Ztg.) Ueber die Erblichkeit der deutschen Kaiserwürde.
Die Abneigung der deutschen Stämme, einem unter sich eine Hegemonie zuzugcstehen, macht gegenwärtig die Wiederherstellung einer erblichen Würde unmöglich. So wenig Norddeutschland das Haus Habsburg oder Wittelsbach zu derselben erheben möchte, eben so einmüthig werden sich Oesterreich und Baiern gegen die dauernde Herrschaft des preußischen Regentenhauses erklären. Bereits im fünfzehnten Jahrhunderten sprach der Cardinal Nikolaus Cusanus aus: „wenn die Fürsten den Kaiser, so werden die Völker die Fürsten verschlingen."
Es hat noch lange gedauert; aber jetzt hat daS demokratische Princip gesiegt. Wir dürfen diesen Sieg nicht durch einen geschichtlichen Rückgriff wieder gefähr
*) Der Kürze wegen muß Referent auf P. G. Ling, die Gymnaftik, übersetzt von Rathenliein, Berlin 1847, verweisen. 63 gibt ein pädagogisches, diätetisches, hygienisches, militärisches Turnen.
den, sondern müßten die Consequenzen ziehen. Nicht durch einen Fürsten, sondern durch eine wahrhaft demokratische Centralgewalt muß die deutsche Einheit her- gcstellt werden. Das einzig Mögliche und das einzig Heilsame ist die Uebertragung der exekutiven Central- gemalt an eine auf bestimmte Zeit erwählte, selbst han- delnde und für ihre Handlungen verantwortliche Persönlichkeit. Eine solche wird weder die Eifersucht der einzelnen Stämme anregen noch dynastische Zwecke wirksam verfolgen können. (Berliner Zeitungs-Halle.)
Der deutsche Kaiser.
Wer soll es sein? Die Frage, wird man uns entwerfen, — sie ist schwer zu beantworten. — Beim Beginne der Bewegung richteten sich alle Blicke nach Preußen. Es gab hundert auf der Hand liegende Gründe, welche Preußen, wenn es ernsthaft der deutschen Sache sich annahm, an die Spitze Deutschlands stellten. Das Alles hat fürs erste die unglückselige Nacht des 18. März verdorben. Oesterreich? Es hat sich durch eigene Schuld in eine so heillose Lage gebracht, daß es Thorheit wäre, an seine Hegemonie zu denken. Der Erzherzog Johann schien uns eine Zeit lang als der rechte Mann für die Krone; doch bei Oesterreichs Lage hätten wir kaum etwas Anderes, als eine Art Johann ohne Land. Es ist kein Heer, keine Flotte, keine Kasse, kein Haus für ihn da.--Sehen wir deßhalb, bis Alles geordnet und geschlichtet, ganz von Persönlichkeiten ab. Uebergeben wir die exekutive Gewalt in den Rcichsangelegenheiten bis dahin einem engen Ausschusse des Reichstages, stellen wir irgend einen thatkräftigen Mann an dessen Spitze—- dann mag später die Frage wegen der Reichswürde gelöst werden.
Unterdeß kann Preußen sich in den Augen des übrigen Deutschlands rehabilitiren, bei Dannewirke hat eS den ersten schritt dazu gethan; doch noch viel, sehr viel muß es thun, damit ihm das getäuschte Volk Vertrauen schenken kann. Preußen darf das Vorur- theil, wir ständen im Beginne einer Reaction, nicht ein allgemeines werden lassen.
Und noch eins: ein Krieg mit Rußland ist unvermeidlich. Die preußische Regierung hat mit unbegreiflicher Blindheit versäumt, sich an Deutschlands Spitze zu stellen. Aber ihr Glück bleibt ihr treu: der Krieg mit Rußland! Welche Gelegenheit, noch einmal die alte Scharte auszuwetzen! Nur jetzt nicht abermals versäumt! Hinter den Schlachtreihen der Russen, dort, auf den Wahlplätzen wider die Barbaren- Horden, die den Abscheu der gesitteten Welt bilden, wo es gilt, die Schmach eines verfluchten Bündnisses abzuwaschen und die höchste Ehre zu verdienen, welche die deutsche Nation vergeben kann, — dort liegt die deutsche Kaiserkrone. Der Tapferkett, dem .pcl^ denmuth, der rücksichtslosesten Aufopferung für das große deutsche Vaterland wird man sie als freie Gabe bringen, welche man für viel zu heilig hält, um sie einer Macht in den Schooß zu werfen, über deren Antlitz noch der Schleier einer blutbefleckten, unheilvollen Nacht gebreitet liegt. Nach d. Köln. Z.)
30. Sitzung der deutschen Bundesver- sammlung vom 10. Mai 1848.
In der heutigen Sitzung wurde auf eine Anzeige des FünfsigerauSschusses beschlossen, nähere Erkund^ gung einzuziehen, ob die Gerüchte begründet seien, daß in der Schweiz gegen die Deutschen als solche Mißhandlungen verübt werden.
Sodann wurde der großherzoglich luxemburgischen Gesandtschaft angesonnen, über die Wahlen zur Nationalversammlung in Limburg und die deßhalb getroffenen Anordnungen baldigst Auskunft zu geben.
Auf mehrere von den Vertrauensmännern eingeschickte Adressen, welche den Wunsch aussprechen, eS möge der deutsche Bund eben so, wie dies früher von den übrigen europäischen Großmächten geschehen sei, die
gemäße Reformen anstreben und dadurch sehr an Popularität gewinnen. Ob dieses wahr ist, wird die Folge lehren.
-Hasst, 19. April. Der Kaiser von Rußland hat mittels eines dem regierenden Fürsten von Seiten des russischen StaatâkanzlerS , Grafen Nesselrode zugekommenen Erlasses den unwiderruflichen Entschluß auSgespro- chen, daß er nicht dulden werde, daß die Anarchie bis in die Länder vordringe, welche unter Rußlands Pro- tectorät stehen und daß eS ihr nicht gelingen solle, die Bande zu schwächen, welche diese Lander mit dem oS- mangchkn Reiche vereinigen. Der regierende Fürst hat a". ^°d mit landesväterlicher Warnung vor den bösen ® M Juw'derhandelnâ publiciren lassen.
Der Pflanzer.
e&atttnwtn Iran«a,lan, isâen ?ebrn«.") "° Friedrich GerftLrker.
(Fortsetzung.)
mit Euch zurück, Turnbull, wandte er sich rasch zu die-
.Gut, gut! sagte Hawthorn, und winkte Un • V™’ '$ mu$ m‘$ »^streuen, bliebe ich einen Tag un- mit der Hand, macht'S wie Ihr wellt, mir ^^n Meinigen, ich würde wahnsinnig!
— wär' ich auch zur Ruhe! Wollt Ihr nicht einm I n ^° kommt! sagte dieser, der nicht ungern die ge- mit in mein HoSpital? wandte er sich dann an Turn- t ^âhe der Kranken mied, vielleicht giebt'ö noch bull, es ist der Mühe werth, einen Blick hineiuzuwer°>oar/^.,<"^ ^^ge, Euch zu helfen; ein rechter Mann wenn ich die Kranken einer ganzen Stadt in Ver-Idem .^"iW°n, so lange er noch ein Pferd hat, auf und einen Kopf, mit dem er spekuliren
Wahrung hätte, könnt'ö nicht schlimmer auSseheu. Ich habe meines Aufsehers HauS dazu geräumt und diesen in meine Wohnung genommen.
Danke, danke! sagte Turnbull , ängstlich einen Schritt zurücktretend, man soll sich doch nicht unnütz in Gefahr begeben; diese Krankheit ist ansteckend und ich möchte sie nicht gern nach Hause tragen; wer kommt aber dort geritten?
Einer von meinen Negern, erwiederte Hawthorn, mein Ausseher sollte ihn heute Morgen auf die benachbarte Plantage nach Lebensmitteln schicken, ich sehe, er kehrt mit den Körben zurück.
Der Sklave kam auf seinen Herrn zugeritten und warf die leeren Körbe vom Pferde.
Wie so, Scipio? fragte dieser erstaunt, warum bringst Du daS Bestellte nicht?
Wollten Nigger auf keine Plantage lassen, sagte der Angeredete in zornigem Ton — war auf jeder, bei Lob- kinS, Whartons, Heckmann, Sajer und wie sie Alle heißen, sagten, Nigger solle zum Teufel gehen, erbrächte die Pest mit!
DaS dacht ich! seufzte Hawthorn. Ich reite wieder
kann. Kommt mit mir zu den Meinigen, Ihr könnt Euch da ein wenig erholen und vielleicht erschöpft sich die Krankheit hier, auf jeden Fall entgeht Ihr selber der Gefahr.
Schweigend wandten die Männer ihre Pferde auf die Straße zurück und überließen den Platz seiner schauerlichen Oede und Einsamkeit; ehe sie aber die Lichtung noch verließen und den Wald betraten, hörten sie die wilden Klagegesänge der Neger, die ihre Freunde und Verwandten in die Gruft senkten.
ES ist ein eigenes Gefühl, das selbst den Kühnsten, Unerschrockensten ergreift, wenn er sich einer Gegend nä- hert, in der eine ansteckende Krankheit wüthet und wo cer Tod heimtückisch auS dem Hinterhalt bricht und sein Opfer ergreift, ehe es die Nähe des Fürchterlichen ahnt. Mancher wird sich mit trotzigem Herzen und unverzag- tem Sinn den Reihen starrender Bajonnette entgegen werfen; sein Fuß zögert aber, wenn er daS Land betreten soll, auf dem die Pest ihre entsetzliche Ernte hält; er würde den Feind, dem er in'ö Auge schauen könnte, mit frischem Muth angreifen — hier aber, wo er den Tod in jedem freundlichen Handdruck, in jedem Athemzug vermuthe» muß, wendet er sich und fleht den fluch- beladenen Ort. So war eS mit den Bewohnern des Parish West-Feliciana; Keiner betrat mehr die Pflanzung deS unglücklichen Hawthorn, und als die Todesnachrichten immer schreckenerregender eintrafen, als zuletzt die Nachricht ankam, daß die Leichen unbeerdigt auf ihren Lagerstätten lägen, wurde ein wirklicher Cordon gezogen.