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Aönißdbcrß, 4. Mai. Privatbriefe aus Kra­kau berichten von einem furchtbaren Blutbade, das der dortige Aufstand zur Folge gehabt hat, sie erzählen baß mehr als 1000 Menschen geblieben sind.

©rupberjoßtl). Polen. (Ämtl. Bericht Schluß) Am folgenden Tage (30. Apr.) setzte der Oberst v. Brandt seine Bewegung auf Neustadt fort, welches wider Erwarten von den Insurgenten verlassen war. Der General von Blumen war dagegen am Vormittage deö 30sten April von Schroda gegen Miloslaw aufgebrochen, hatte Wm- nagöra bereits besetzt gefunden und der gegen dasselbe vorgesendete Parlamentair war mit Büchsenfeuer empfan­gen worden. Bei Annäherung der Blumenschen Co- lonue verließen die Insurgenten jedoch Winnagüra und zogen sich auf MiloSlaw zurück. Nachdem der Geueral o. Blumen hier den Führer dieses Insurgenten - Corps, den vor Kurzem durch Se. Maj. den König begnadigten Mieroslawski, aufgefordert hatte, sich und seine Schaaren dem Gesetz und der Ordnung zu unterwerfen, dieses aber auf das Bestimmteste zurückgewiesen worden war, eröffnete die Artillerie den Kampf, worauf die Infanterie den Ort selbst von Norden her angriff und nach Hart nackiger Gegenwehr eroberte. Die Insurgenten wurden völlig aus Miloslaw herausgeworfen und zogen sich in den südlich deS Ortes gelegenen nahen Wald. Die Jn- 'anterie der Blumen'schen Colonne ging bis an die südliche Lisiere von Miloslaw vor, während die büffeitige Cavallerie eie Insurgenten bis an den Wald selbst ver- solgte. Hier wurde diese Cavallerie aber unerwartet von einem äußerst heftigen Büchsenscuer in Front und Flanke empfangen; sie stutzte und in diesem Augenblick fiel eine Abtheilung berittener Insurgenten auf ihre rechte Flanke, brachte die Cawallerie dadurch in Unordnung und war |ie bis Miloslaw und auf die dort befindlichen übrigen Truppen zurück. Da die ohnehin an Zahl weit über­legenen Insurgenten zu dieser Zeit noch bedeutende Ver­stärkungen von Neustadt her erhielten und nun mit er­neuerter Macht und großer numerischer Ucberlegenheit aus dem Walde gegen Miloslaw vordrangen, so gelang nur der aufopfernden Anstrengung der Officiere, das sofortige Eindringen der Insurgenten in den Ort zu ver­hindern, welcher hierauf noch 2 % Stunden gehalten würd'. Endlich, nach einem fünfstündigen blutigen Kampfe, waren sämmtliche Truppen der Blumen'schen Colonne auf'o Höchste erschöpft, so daß MiloSlaw den immer mit neuen Massen angreifenden Insurgenten über­lassen und der Rückzug auf Schroda angetreten werden mußte. Ein in Miloslaw genommenes metallneS Ge­schütz der Insurgenten mußte auS Mangel an Trans- portmitteln zurückgelassen werden. Der Rückzug selbst wurde von den Insurgenten nicht beunruhigt. Der diesseitige Verlust beträgt an Todten; 3 Officiere, 3 Unterofficiere und 12 Mann; an Verwundeten: 11 Of­ficiere, 1 Unterösficier und 29 Mann; dagegen an Ver­mißten: 8 Unterofficiere und 249 Mann. Der überaus bedeutende Verlust an Officieren wird am besten darthun, mit welcher Hartnäckigkeit gekämplt wurde und mit wel­cher aufopfernden Hingebung die Officiere den Soldaten vorangegangen sind. Posen, den 1. Mai 1848. Der commandirende General (gez.) v. Colomb.

Posen, 5. Mai. Die Erneuerung des Kam­pfes ist.auf allen Punkten des Großherzogthums aus- gebrochen, in Folge des an alle Polen ergangenen Mie- rolawskischen Aufrufs zur Nationalerhebung; alle Dör­fer stehen scitdun unter den Waffen, die Sensemänner geben mit der größten Unerfcbrccfenbeit in den Kampf. Bei der Stadt Wreschen sollen unter Mierolarpski 42,000 Polen versammelt sein. Generallieutenant v. Wedell zieht noch Truppen zusammen, um sie anzu­greifen. Durch einen Scheinangriff hat er die Polen am 2. Mai in dem Bereich der Geschütze gebracht und dann entsetzlich unter ihnen aufgeräumt, so daß dieselben ungefähr 800 Todte auf dem Platze gelassen. Mit wah­rer Todesverachtung sind die Polen in den Kampf ge­gangen. In den ersten Tagen wird nun wohl bei

Geist der hiesigen Bevölkerung. Abends sah man 26er Arm in Arm, von Spirituosen erhitzt, durch die Stra­ßen ziehen, und so das mißtrauisthe Volk noch mehr reizen. Gegen halb i I Uhr wurde Generelmarsch für die Bürgergarbe geschlagen, es hieß, die Stadtthore seien besetzt, um dem Heranrücken der Ulanen und 26er von St. Paulin her Widerstand entgegenzusetzen. Von 11 Uhr an lauteten die Sturmglocken zum ersten Male in der diesjährigen Bewegung. Truppen vom 30. Iiifauteric-Rkglmenle rückten aus. Alles zog sich nach der Dledrichsstraße und dem Arresthause hin, wo Soldaten und Volk in Gemeinschaft Die sofortige Be­freiung von 5 Militär -Arrestanten verlangten, welche wegen Zurückführung des Bürgers Heis ins Wahl­lokal des 12. Bezirks dem Disciplmarverfahren unter werfen sein sollten. Alle Zugänge zum Arrestlokale waren gesperrt, in der Dledrichsstraße fielen Schüsse, und zwei Unglückliche, der Bürger Peter Hoffmann er­hielt eine Kugel durch die Weiche, ein zweiter Bürger wurde von hinten nach vorne durch den Bauch ge- schossen. Berre sollen noch leben; man zahlt noch an­dere minder schwer Verwundete. Der erste Schuß scheint seiner Natur nach von oben herunter gefallen zu sein. Die ganze Nacht wurden Barrikaden errichtet. Der Kölner Postwagen kern noch bis zur jetzigen Stunde die ganze Breite der Fleischstraße. Ein Theil des Volkes ist gar nicht zu Beile gekommen. Die Bürgergarde, entschiedener, als je zuvor, stand heute Morgen auf dem Kornniarkte unter den Waffen, die Sturmglocken gingen von Neuem. Das Ober-Bür- gvrm tstcramt publiziere in geschloffenem Carre, der Herr Obcr-P.asirent der Sifceiiiprooinj und der General von Schrecken stein, beide grade in Trier anwrseuv, halten die so ortige Uniersuchung der nächtlichen Vor­fälle angeordnet,' und die Dislokation der mißliebigen Truppen wurde augenblicklich erfolgen, sobald cs |up herausstelle, daß von ihnen die Provokation auogegan- gen sei. Unterdessen sollten die Bartfäden bleiben, und das Volk dieselben bewachen. Alle Mililairs seien in den Kasernen konsignirt, keiner dürfe sich auf der Straße blicken lassen. Sämmtliche Personen, die unter Lei­stung des Eides Einzelnheilen über die belrübenden Verfälle dcponiren könnten, seien ohne Weiteres auf­gefordert, auf dem Stadlhause zu erscheinen. Ein volkschümlicher Jurist wurde vom Volke als Verlrauens- mann zu der beginnenden Jnstrukiion abgeordnet, und auf den Antrag eines andern Redners gingen Dcpu- tätionen von je zwei Bürgern dem Zuzuge aus den betreffenden Landgemeinden entgegen, von denen zu er­warten stebe, daß sie auf das Signal der Slurmtiocken den Trierern zu Hülfe eilen würden. Die Deputation sollte die Landgemeinden mit den obwaltenden neuen Umständen bekannt machen und ihren Zuzug vorläufig verhinveru. Ls. Herrsche, so Hunt uujrr Dlick reicht, Einigkeit unter der Bevölkerung von Trier und das bisherige Entgegenkommen der Behörden läßt erwarten, daß jede gerechte Forderung erfüllt werden wird. Man baut noch immer neue Barrikaden, aber man hat sich das Wort gegeben, die Energie mit ruhiger Würbe zu paaren. Wiederum ein Beweis, wie wenig b.r neue Zustand der Dinge überall ein offizieller, ein anerkann­ter ist und was von oben herunter seit lange vernach' lässigt worden ist. 26 Soldaten haben gestern schwarz- roth-goldene Kokarden herunter gerissen! Der Staub der Dinge ist jetzt Nachmittags 2 Uhr, wo diese Zei­len zur Presse gehen, der der Erwartung auf das provisorische Ergebniß der Instruktion. Um 3 Ubr Veröffentlichung an das Volk. Alle Väoen sind geschlossen.

Noch find wir in völliger Ungewißheit über den weiteren Verlauf der Dinge berichten können wir jedoch vorläufig unsern auswärtigen Lesern, daß, während wir diese Zeilen schreiben, bereits fast sämmt­liche Barrikaden von bereitwilligen Händen weggeräumt sind und somit diesen Nachmittag die seit gestern Mor­gen gänzlich unterbrochene Cirkulation für Wagen in­nerhalb der Stadt wieder berqestcllt sein wird. (Tr. Z.)

Wreschen derHauptschlag fallen. General v. Pfuek i^ endlich mit ausgedehnten Vollmachten hier angekommen. Heute ist die Proklamation des Generals v. Colomb und des Oberpräfiventen v. Beurmann erschienen, wo» rin das Standrecht angeordnet wird.

Aufruf.

Die deutsche Flagge ist nicht mehr frei und die deutschen Häfen sind durch dänische Kriegsschiffe gegen jeden Verkehr gesperrt. Auf denn, Deutsche, wehrt Euch und ergreift die Mittel ein Joch und Fesseln ab* zuschütteln, welche die deutsche Flagge nicht langer tra­gen darf! Bewaffnet Dampfböte und Kauffahrteischiffe und besetzt sie mit Männern, die entschlossen sind, un* sere Flagge von der erniedrigenden Schmach zu befreien und wenn auch theuer erkämpft, so wird der Sieg unser sein!

Auf denn, erstehe junge Marine, zur Vertheidigung der deutschen Flagge! Nur rasch ans Werk gegangea und die Ausführung muß gelingen!

Die Unterzeichneten fordern zu einer Generalver- sammlung am Sonnabend, 6. Mai um 2 Uhr im gro­ßen Saale der Börsenhalle auf und werden bann ihre Pläne verlegen.

Hamburg, den 5. Mai 1848.

. J. C. Godeffroy und Sohn.

R. M. Sloman.

Schleswig-Holsteinische Ilngelegenheiten.

Rendsburg, 5. Mai. Ein Bericht des Ober« bcfchlsvabers an die Hobe provisorische Regierung der Hcrzogtbümer Schleswig-Holstein zu Rendsburg besagt: Einer hohen Regierung theile ich hierdurch ergebend mit, daß gestern, am Jahrestage der Schlacht von Groß-Görschen die beuncpen Trrppen unter meinem Befehl die jütische Gränze bei Kolding überschritten und noch am Abend desselben Tages die Festung Fri- derica besetzt haben, diesen wichtigsten Brückenkopf Dä­nemarks auf dem Festlande. Der Feind hatte auch die Grenzen der dänischen Provinzen und die starke Stellung bei Kolding ohne Widerstand verlassen und vnr einer Patrouille deö die Avantgarde commandiren« den Gonerals v. Bonin öffnete Friderica seine Tbore. Alle dänischen Truppen batte man nach Fühnen über* geschifft, das Kriegsmaterial war zum größten Theil mitgenommen , nur 7 Geschutzröhre, welche vergraben worden, ziemlich bedeutende Munitionovorrälhe, Ge­treide und Mebl sind in unsere Hände gefallen. Der Feind scheint bis zuletzt die Absicht gehabt zu haben, sich im Seefort zu halten, denn der Graben desselben war neuerdings palifadirt wvrcen. Ich habe bereits die nöthigen Befehle zur Zerstörung dieses Forts ge­geben. Heute um 3 Ubr Nachmittags wurde die deutsche Fahne am Flag^eustabe des Seeforts aufgezo­gen und mit 101 Kanonenschüssen sälutirt. So lange die Fahne dort webt, wird kein Zoll von den Schiffen, die den kleinen Belt passiren, erhoben werden. De« Muth und die Ausdauer, mit welcher das Heer unter meinen Befehlen die Gefahren überwunden und die anstrengendsten Märsche ertragen hat, welche zur Er­reichung eines so glorreichen Resultats erforderlich wa­ren, kann ich nicht genug anerkennen.

Friderica, den 3. Mai 1848.

Der Oberbefehlshaber der Armee (gez.) Wrangel.

(Späteren Berichten zufolge war das Hauptquar­tier in Veile und die Vorposten nach HorsenS vor­geschoben.)

/lCHsburfl, den 3. Mai. Gestern ist Friderica ohne Blutvergießen besetzt worden und somit der Schlüs­sel des kleinen Belts in den Händen der Unsrigen. Was aber wichtiger ist, die schleswig-holsteinische Frage ist nicht wieder Gegenstand weitläufiger, diplomatischen Unterhandlungen geworden. General v. Wrangel hat den Herrn v. Evers, der den Dänen Namens Ru^

tern der sie prüfend betrachtendcnden Käufer,, um im Voraus auo deren Mienen zu lesen, welches Loos ih­rer harre, wenn dieser oder jener sie erstehen sollte.

Endltch gab der Sheriff kas Zeichen zum Beginnen und ein kräftiger Neger, mit breiten , gutmüthigen Ge- sichtözügen und wahrhaft herkulischen Armen ward zuerst vorgeführt; ihm folgte ein junges, kränklich aussehendeo Weib mit hohlen Augen und eingefallenen Wangen, die ein Kind an der Hand führte und einen 'Säugling auf dem Arme trug.

Nero , las der Richter aus dem Aultionsverzcichniß ab, Nero, männlicher Sklave, fünfundkreißig Jabre alt, von kräftigem Körperbau und gesunder Lelbesbeschaf- fenheit, seines Handwerks ein Schmied, weiß auch be- s»UkL»S gut mit der Axt umzugehen; Maria, feine Frau, achtzehn Jahre, vorzüglich brauchbar im Baumwoll.nfelb; Scipio, ihr Kind, drei Jahre alt und ein Säugling weiblichen Geschlechts.

Verkauft Ihr nicht den Mann allein, Richter? rief ein Pflanzer aus Felic.ana Parish; die Frau sieht verdammt dünn aus! Die Unglück.iche preßte ihr Kind an die Brust und febaute mit ängstlichem Blicke im Kreise umher, und der Mann griff nach ihrer Hand, als fürchtete er, von ihr gerissen zu werden.

Nein, erwiederte der Richter, die Familien werden nicht getrennt. Und mit einem tiefen, aus innerster Se.ele kommenden Athemzug erleichterte sich das Herz der Armen.

Sechshundert Dollars I sagte ein Creole vom False River.

Sechshundert fünfzig.

Siebenhundert.

Achthundert.

Tausend! rief ein kleiner runder Mann mit gemüth­lichem Antlitz, der eben erst in die innere Einfriedigung des Gerichtshofes hereingentten und noch nicht einmal vom Pferde gestiegen war, der aber den unter dem Ham­mer befindlichen Sklaven kannte.

Taufend Dollars! wiederholte der Sheriff, alâ eine augenblickliche Pause entstand; Gentlemen, tausend Dol­lars bedenkt, daß der Mann allein zwölfhundert werth ist!

Tausend und fünfzig! bot ein baumlanger Mann in blauem Frack.

Der Neger warf einen flehenden Blick auf den klei­nen Dicken, den dieser auch zu verstehen schien, denn er nickte dem Sheriff zu und rief:

Fünfzig mehr!

Master Turnbull, sagte der Lange leise, indem er zu ihm trat überbietet mich nicht weiter und wir werden nachher wegen des Mannes schon Handels einig werden.

Meint Ihr? so? fragte Turnbull, ihn von der Seite betrachtend; wollt die Leute trennen, eh? seid wohl ein Sklavenhändler?

Das ist mein Geschäft, antwortete der Lange; also laßt mich bieten, und wenn sie mir zugeschlageu siad, so wollen wir un» schon, wie gesagt, wegen vem Schmied vertragen.

Zwanzig mehr! rief er jetzt, seine Stimme erhebend und von Turnbull wegtretend.

Hundert mehr! rief Turnbull und die Augen der bei­den Sklaven glänzten vor Freude.

Geht zum Teufel! murmelte der Sklavenhändler und schritt auf die andere Seite, um die nächstfolgenden Ne­ger zu betrachten.

Zwölfhundert und zwanzig! rief der Sheriff. Zwölf­hundert und zwanzig zum ersten, zum zweiten und -*- zum dritten! wiederholte er und schlug bei dem letz­ten Wort mit seinem Stock auf das Geländer. Mr. Turnbull, sie sind die Ihrigen.

In ängstlicher Spannung hatten die beiden Neger das Zuschlägen deö Verkäufers erwartet, jetzt aber eil­ten sie voll freudiger Hast auf ihren neuen Herrn z«, denn Turnbull war als der gutherzigste Mana in ganz Parish bekannt, faßten seine Hände, küßten und drück­ten sie und geberbeten sich wie Kinder, di« cio neues Spielzeug erhalten haben.

Ich fürchtete schon, Massa möchte m'cht komme«! sagte Nero , während er auf's Neue die Hand seines je­tzigen Herrn ergriff und dann das kleine feurige Thier, auf dem dieser ritt, streichelte.

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