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Raffauischc Bntunq

Freiheit, Wahrheit nn» Recht! Materielle« und geistige« Wohl -e- deutsche« Volke«!

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Wiesbaden, N Mai 1S£8,

Das vierteljährige Abonnement auf die Nassauische Zeitung betragt in Wiesbaden fL 1. 45 kr. Ein Abonnement für Wiesbaden auf 14 Tage 34 Ein Monats - Abonnement für Wiesbaden 40 kr. Ein Abonnement für zwei Monate (Mai u. Juni) fl. 1. 12 kr. Man abonnirt in Wies­

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Deutschland.

2 Medidationen über das deutsche Reichs- grundgesetz. /

Wiesbaden, 8. Mai.

1 I. Ein rrdlich.r Kaiser.

Wie wir es voraussagten, hat sich gegen den Ent­wurf des Neichsgrundgesetzes, welchen die Siebenzehner der deutschen Bundesvelsammlung vorgelegt haben, ein großer Sturm erhoben. Die republikanischeMainzer Zeitung" bläßt wüthend in das Alarmborn und läßt unablässiig ihren Feuerruf:Reaktion, Reaktion!" er­tönen, überall schmiedet man Adressen dagegen, und selbst in unserer guten Stadt Hadamar, welche doch Mar von Gagetn, das Haupt der Siebenzehner, zum Parlamentsmitglied gewählt hat, erhob sich, glaubhaften Zeitungsartikeln zufolge,ein Sturm des Unwillens über dieses elende Machwerk." (Freie Zeitung.)

Wir wollen nun einmal zwischen diesen Alarm­signalen, diesem Feuerrufe und diesemSturm des Unwillens von Hadamar" hindurch steuern und uns genau und kritisch das Ding ansehen, welches man so rasch und entschieden einelendes Machwerk" getauft hat. Was ihm am meisten geschadet hat in den weite­sten Kreisen der öffentlichen Meinung, das ist die Idee eines erblichen deutschen Kaisers, welche an seiner Spitze steht. Sie hat ein solches Vorurthcil gegen sich in di, Schranken gerufen, daß an eine Prüfung des Uebrigeu

geisterten Jünglinge, die in den Jahren 18171822 Pläne entwarfen für die Größe des deutschen Vater­landes, Pläne, die sie nachher in Kerker und Ban­den büßen mußten ? Sie wollten einen deutschen Kaiser. Was wollten die Männer in den dreißiger Jahren, welche (freilich auf dein Wege heimlicher Konspiration, der noch nie zu etwas Guten geführt hat) Deutschland von seinem Joche zu befreien trachteten? Mögen einige auch eine deutsche Republik gewollt haben, eine große Mehrzahl wollte einen konstitutionellen deutschen Kaiser. Und endlich die Vicbrrakn der vierziger Jahre, sie haben in der Regel ihre Blicke nicht so hoch über bk Gränzen ihres besondern Wirkungskreises erhoben, aber glaubt Ihr nicht, wenn man ihnen von einem coiistilu- tionellen deutschen Kaiser gesprc chen, ihre Herzen hätten alle dieser Id e zu gejauchzt? Nun aber, da die Siebenzehner einen deutschen Kaiser vorschlagen, da sind sie aiif einmal Reaktionäre und Vaterlandsverräther.

Warum?

Ei nun, weil der gute deutsche Michel meint, da müsse er sich doch vor seinem Nachbar drüben in Frank­reich'schämen, der habe seinen König fortgejagt, und er (der Michel) mache sich nun zu seinen vielen-

D i e Sklavin.

IKK KnMissest»! »Vildrr, Licht-un» $d)attrn|eiten tran-atlantischen Leben«.")

»M Friedrich Serstirker.

(Schluß.)

Vierzehn Tage waren nach diesem Abend verflossen, als der Doktor zuerst wieder nach Bayou Sarah hin­überfuhr, sich aber dort sehr mäßig hielt, seine Geschäfte schnell besorgte und dann wieder hinüber nach Pointe - Coupee fahren wollte. Er sah sehr blaß aus und eine breite, noch nicht ganz geheilte Narbe zog sich über seine Stirne.

Als er dem Flußufer zuschritt, um das Fährboot zu erreichen, das eben anlandete, hörte er seinen Namen rufen, und sich umwendend, erka nte er Guston, der ihm winkte und bald an seiner Seite war.

Nun Doktor, wie geht's? fragte ihn dieser, ihm die Hand schüttelnd, waö macht die Stirn? das muß ein höllischer Schlag gewesen sein!

War's auch, Guston, war's auch; warf mich nieder wie ein Stück Holz; der Hund hat aber seine Bezah­lung bekommen.

Er soll über Bord gefallen und ertrunken sein? fragte Guston, den Doktor von der Seite sirirend.

Verdammt will ich fein, wenn ich weiß, wie er fort­gekommen ; als ich ihn zuletzt sah, stand er noch fest ge­nug auf der Ruderbank, nm mich mit dem scharfkanti­

nigen noch einen neuen, indem er zu drei und dreißig fürstlichen Civillistcn als vier und dreißigste auch nod eine kaiserliche hinzufüge, er glaubt da mache er sich lächerlich vor den Augen Europas, wenigstens hat man ihm das so fest und wiederholt vorgeredet, daß er anfängt, es plausibel zu finden.

Aber, Freund Michel, glaubst Du denn, daß es sich hier allein um dieFütterungskosten" handle, und daß eindeutscher Präsident" etwa billiger zu halten se«, als eindeutscher Kaiser?" Ich glaube nicht. Die Bedürfnisse werden im Ganzen dieselben sein, die Kosten sind also auch dieselben. Ein erblicher deuischer Kaiser aber wird aus eignen Mitteln etwas zusetzen können, ein Präsident nicht.

Doch das sind alles Vorfragen. Lassen wir das Geplänkel und gehen der Sache zu Leib. Da fragt sichs Denn:.

1. Ist ein erblicher deutscher Kaiser nothwendig?

2. Ist derselbe möglich?

Wenn diese beiden Fragen nicht bejaht werden kön­nen und müssen, dann fällt die ganze Idee vom deut­schen Kaiser in die Brüche.

Ob er nothwendig lst?

Sehen wir nach Norden,

Krieg mit den Dänen !

Sehen wir nach Osten,

Krieg mit den Slaven, den Polen und den Czechen!

Sehen wir nach Süden,

Krieg mit Den Italienern!

Sehen wir nach Westen,

Bürgerkrieg im eigenen Lande, unruhige Aus­sichten im Nachbarlande!

Sehen wir uns um im Innern,

überall separatistische Gelüste, überall kleinli­cher Neid, erbärmliche Scheelsucht, Stadt ge­gen Stadt, Land gegen Land, der Ackerbau im Krieg mit den Gewerben, der Arbrilerstand zum Angriff gerüstet gegen Alle, Handel und Industrie stockend, das Geld verschwunden, der Credit gelähmt, die Staaismaschinen und Staatsmaschinchen erschlafft 1

Will Jemand behaupte», daß dies Bild übertrieben und craß sei? Kann Jemand behaupten, daß es nur einen Finger breit von der Wahrheit weiche?

Wir glauben, es gehört keine große Prophetengabe duzu, sich dieses Bild auszumalen, welches auf jenes folgen wird, wenn, ohne zeilige Vorsorge unserer Seite, der große Guckkastenmann, die Weltgeschichte, das er-

stcre ab- und ein zweites aufrolli.

Wir bedürfe

eil in all diesem Gewirr, der gegen

einander streitenden Interessen einer starken und ein- heitlichkii Leitung, welche keiner Schwankung und kei­nem InfragesteUen unterworfen ist. Ohne sie haben

gen Holze zu Boden zu schlagen, aber der brave Ma­ster... Ihr geht mit nach Pointe Coupee, nicht wahr? unterbrach er sich plötzlich selbst.

Der Master soll ihn erschossen haben, behaupten die Neger wie mir gesagt wurde, fuhr Guston, ohne die Zwischenfrage zu beantworten, fort.

Die Neger wissen nichts und können kein Zeugniß vor Gericht ablegen; ich wollte übrigens, ich hätte an jenem Abend Euern Vorschlag angenommen und Euch daâ Mädchen überlassen; ich wollte, ich hätte es!

Nun, seid Ihr nicht mit ihr zufrieden? Ich nehme mein Wort selbst jetzt noch nicht zurück wenn auch nicht mehr aus derselben Ursache als neulich.

Leider fuhr der Doktor ärgerlich heraus habe ich sie heut morgen begraben lassen.

Begraben? frug Guston, erstaunt einen Schritt zu­rücktretend; begraben? das junge kräftige Mäochcn?

Ich wollte, ich hätte weder sie noch den nichtswür­digen langen Janke« je mit Augen gesehen; die Dirne kostet mich ein schmähliches Geld, und dann legt sich der kleine weibliche Teufel hin und wird krank. Erst glaubte ich, sie wolle mich nur zum Narren haben und ließ sie auf Anrathen meiner Frau züchtigen, sie mukSte aber nicht und wurde zuletzt ohnmächtig; nun ließ ich sie in ein Krankenhaus bringen und gab ihr eine alte Frau als Pflegerin; ich wollte sie doch nicht gern ver- lieren, sie war doch wenigstens ihre, fünfhundert Dollars werth. Da setzte sich der kleine Racker in den Kopf, Nichts mehr zu essen, legt sich hin und liegt da und rührt sich nicht.

wir einen Krieg Aller gegen Alle; eine Freiheit, die in Zersplitterung und Auflömng enden wird, während auf der andern Seite nur jener starker Ceniralpunkt eine Stütze nach Innen zum Ausbau freier Institutionen und einen Damm gegen Außen zur Entwickelung un­terer ganzen nationalen Machtfülle abgeben kann.'

Beweist Ihr uns, daß dieses Ziel auf einem an­deren Wege unter den dermaligen Zeiten möglich ist, dann geben wir Euch recht. Wenn nicht, dann müßt Ihr uns zugestehen, daß ein erblicher konstitutioneller, deutscher Kaiser eine Nothwendigkeit ist.

Diese Nothwendigkeit schien Anfangs nicht vorzu- liegen. Sie ist aber gewachsen und hat an Grundlage gewonnen, in dem Maße, daß die Schwierigkeit der Weltlage gewachsen ist. Der Aufstand in Baden hat den Schlußäein gelegt zum Bau des deutschen Kaiser­reichs, und wie Heine irgendwo den Barnbagen von Ense dieHebamme des jungen Deutschlands" nennt, so kann man mit Fug und Recht, trotz all seiner vor­aussichtlichen Protestationen, den Friedrich Hecker die Hebamme des deutschen Kaisers" nennen, denn be­schleunigt hat er dessen Geburt sicherlich.

Morgen wollen wir uns denn mit der Frage be­schäftigen, ob die Kaiseridee ausführbar sei, und wo wir unseren Kaiser zu suchen haben.

Die Preuß. Landwehr und ihre Bedeu­tung für Deutschlands Wehrhaftigkeit.

F^itibaitn, den 8. Mai 184S.

Preußen, welches den Anspruch äufgegeben hat, außerhalb Deutschland irgend Etwas sein zu wollen, welches in Deutschland aufgehoben sein will, welches jetzt eil 33 Jahren die ersten Siege für Deutschland erfoch­ten hat, Preußen, welches 800,000 kampfgeübte Streiter für Deutschland stellen kann besitzt seine Hauptstärke in seiner Landwehr. Jedermann in Preu­ßen ist bekanntlich ohne Ausnahme militärpflichtig und die Dienstzeit ist nur 3 Jahre; nach deren Vollendung tritt der Soldat in die Landwehr 1. Aufgebots bis zum 40. Jahre ein. Zu jedem Linienregiment gehört ein Lanvwehrregiment. Die jährlichen Uebungen der Landwehr, die größeren militairischen Revuen, zu wel­chem die Landwehr auf 46 Wochen hinzugezogen wird, haben es seit 33 Jahren erprobt, daß die Tüch­tigkeit des preuß. Mikitärstaals in seiner kernhaften Landwehr beruht. Der ganze Staat ist außer der po­litischen Eintheilung auch in Bezug der Landwehr mi­litärisch nach den einzelnen Regimentern, Bataillons ic. eingelheilt. Der Stamm Der Landwehr eines jeden Bataillons besteht aus 1 Major. Lieutenant, Feldwe­bel, Unteroffizier re. an demjenigen Platze, von welchem das Bataillon seinen Namen trägt, und außerdem für jeden Landrathskreis in einem Kreisfeldwebel. Im

Umsonst ging ich selbst zu ihr und versuchte Alle«, sie wieder zur Vernunft zu bringen, umsonst drohte ich ihr mit den siirchterlichsten Strafen, und lief ihr wirk­lich, nur um ihr zu beweisen, daß eS mein Ernst sei, einige Hiebe geben; eS blieb vergebens. Sie ließ Alles ruhig mit sich anstelle« und gestern Mittag, als ich zu ihr ging, um noch einmal zu versuchen, ob stärkere Dro­hungen vielleicht einen größeren Einfluß auf sie habe» möchten, richtete sie sich plötzlich auf ihrem Bette in Die Höhe, schwatzte allerlei dummes Zeug von A.fonS, Ba» ter und Mutter und fällt um sie war todt.

Ich wollte doch, Ihr hättet sie mir damals über» lassen, sagte Guston, nachdenkend und verstimmt vor sich niedersehend dann wandte er sich rasch von Dem Doktor ab, und schritt langsam nach Bayou Sarah zurück.

Deutschland und die Donaumündungen.

Ei» Antrag zur Beleuchtung der äußern Verhältnisse deS Vaterlandes und der europäischen Civilisatio». Von einem Offizier. Siegen und Wiesbaden bei Wilh. Friedrich. 78 Seite». Preis: 36 Kreuzer.

(Fortsetzung.)

Um diese Zeit kam die Hetärie, ein Bund zur Herstellung der griechischen Selbstständigkeit, zu größerer Reife; anstatt aber mit der Befreiung des alten Grie­chenlands, wo der meiste Zündstoff vorhaude» war, z«