214
Freiheit, wo */l0 der Bevölkerung vor */I0 «« Furcht und Zittern sind. ,,
Darum nur eine rein konstitutionelle Monarchic Nur diese ReqierunqsforM hat bei uns historische und vernünftige Berechtigung. Jedes Kind begreift, daß Du gesetzgebende Gewalt nicht in einer Hand «ein kann, weil da zu viele und verschietenarkige ^mereffen v1 berücksichtigen sind, die Einer nicht alle überleben kann. Das war der großeJrrtbum der abioluten 1 tonai ebn. Allein eben "so leicht begreiflich ist es auch, daß di» vollziehende Gewalt am besten in einer Hand ruhe weil nur so Ordnung, Gleichmäßigkeit und 9r.gr lmä- ßigke t in der Staatsverwaltung herrschen kann. Duo hat der alte Homer schon gewußt. Ivr aber, die ihr es bis jetzt noch nicht wissen wollet, hütet euch, daß ihr es nicht zu euerm. eigenen Nachtheil einsehen lernt.
Die deutsche See-Unmacht.
Boa der Nordsee, 27. April. Gestern bat man von deutscher Seite die erste Antwort auf die Beschlag- nähme unserer Schiffe durch die I d ten gegeben. Du oldenburgischen Behörden legten Embargo auf einen in Brake liegenden dänisch n St. Thomas-fahrer. Zugleich mit der Kunde von diesem Entschluß erhielten wir Nachricht von. dem Siege unserer Truppen in Schleswig Wir sind überzeugt, daß Dänemark seinen Lerzweifiungk- kampf bald kinstellen muß, und ist daS der Fall, so haben wir uns zu all den Kriegswirren und Unruhen doch einigermaßen Glück zu wünschen. Einmal hat die Anmaßung deS NachbarS am Sund unsere Militärbehörden aus ihrem Schlafe gerüttelt, und sodann unsere k.ägliche Wehrlosigkeit zur See auch dem blödesten Auge klar gemacht. AlS Resultat stellt sich heraus, daß wir unsere Küsten befestigen und eine Kriegsmarine erhalten. Die Sih und Wesermündungen liegen ganz entblößt; weder Oldenburger noch Hannover hatten auch nur das Aller gdringste gethan, arm ihr Land und die Ströme zu schützen. Jetzt endlich, um die elfte Stunde, machen sie den Anfang. Die Bremer gingen mit ihrer gewohnten Energie zu Werke, und sandten Imputationen nach Hannover und Berlin, um wenigstens etwas Geschütz zu erhalten. In Hannover fanden sie den besten Willen uno vollkommene Einsicht in die Sachlage; in Berlin verweigerte ihnen der Mlnisterrath die erbetenen Geschütze, obwohl Hr. v. Pankow die Hü.flosigke t der Wesermündung auü eigener Anschauung kennt. Nur dem Kriegsminister verdankt man es, daß in dieser deutschen Angelegenheit die d.emi- fchen Abgeordneten die Zusage erhielten, man werde von Minden aus sechs Stück schweres Geschütz verabfolgen lassen. Wir sind Hrn. v.' Reyher dafür sehr dankbar. Auf oldenburgischer Seite wirst man Strandbattcrikn auf und schickt Truppen an die Mündung, nach Bremerhaven sind die bremischen Soldaten abgegangen; an der Elbe legt man gleichfalls Hand ans Werk. Doch ist das alles nur Stückwerk, denn es kommt darauf an, den Feind nicht in die Ströme hincinzulassen und deutsche Kauffah- rer gegen fremde Kaper- und Kriegeschiffe zu sichern. Man hatte daâ auch in Frankfurt gleich begriffen. Die Fünfziger, die Siebenzehner und der Bundestag sprachen sich für Herstellung einer deutschen Marine aus. Noch ehe die Kunde von diesem Beschluß nach Bremen gelangte, hatten die dortigen Rheder und Kaufleute in einer Versammlung berathen, was nöthig sei, uno den Dr. Andree nach Frankfurt gesandt, um do.t an geeigneter Stelle das Nöthige betreiben zu helfen. Zur Beantwortung aller technischen Fragen war zugleich ein ausgezeichneter Seemann, Cap-tän Hederich, mit nach Frankfurt geschickt worden. Es bandelt sich vor allen Dingen um möglichst schnelle Beschaffung von Kriegâkampfern. Und wäre nicht gerade eine so schwe-e Geldklemme, welche in nie gekannter Weise aus die Geschäfte drückt, so würden ohne Zweifel die Bremer auf eigene Fanst, im Vertrauen auf die deutsche Naijoo, mehrere KriegSdampfboote eben so willig an- gekouft und ausgerüstet haben, w e sie ihre Dreimaster
nach, der wirklich sich näher dem Lande zugewendet hatte,, um im Nothfall das schützende Dunkel des Wal^ deS zu erreichen.
" Mehrere Minuten war das Segelboot so im wahren Sinne des Wortes über die Stromflache fortgcfprun«
gen, alâ der Master, der im Vordertheile lauerte aufmeiffam über ten Wasserspiegel hinschaute, in Höhe sprang und ansrief:
und die
der
Tort sind sie, ich fthe daâ Doot!
Hurrah, meine Bmschen, greift aus! schrie der Doktor, und Ihr, Master, gebt mir Euer Messer, ich vill dem bleichen Rigger zeigen, was es zu bedeuten hat, in Louisiana einen Reger zu stihlen.
Der Angercdcte griff auch, ohne weiter ein Wort zu erwiedern » unter seine Weste, holte sein langes Jagd-
hervor und reichte es dem Doktor, der eâ aus der Scheide riß und jubelnd schwang.
, . ^"s hè mit fast übermenschlicher Anstrengung
^tine Bahn veri'olgt, als er aber die Ritterschläge der Dcrzolgcnveü immer näher und näher kommen hörte n nun ein sah, daß er selbst nur noch eine kurze Zeit Ja* seine Kra te übersteigende Ruv in würde auâhalren beT^r^ Us-r. H tte er e.nma.
„^^ s° ™ è Verfolgung im Dunkel ohne Hunde unmöglich gemacht. Da — als Alfons seine letzten Kräfte anstrengte, daS Werk zu vol- lenden, als er seine Verfolger schon dicht hinter sich
— brach ihm daS rechte Ruder und sein Boot flog
âJeaunai« muh der Master erkannten augenblicklich
und ihre verfügbaren Seeleute gern und willig zu Diensten stellen. Es handelte sich in Frankfurt von Seite veS Bundestags zunächst um Ereditverwilligung. Für energische Maßregeln erklärten ft 0 nur die Gesandten von Baden, Kurhcffen, Hannover und der Hansestädte: Sie übrigen verhisken sich mehr oder weniger gleichgültig, und es waren Vorstellungen genug nöthig, um über eine der wichtigsten Nationalgelegenheitrn' in einer nächsten Sitzung einen Beschluß zl^ erwirken , der nicht ge ade;u ungünstig war. Insbesondere tagte man in Frankfurt über das Verfahren des Grafen Colloredo, wie denn überhaupt die österreichische Diplomatie eine in kiesen Tagen deS Dranges uno der Prüfung doppelt auffallende und unpassende Stellung einnimmt. Wir hoffen, daß Hr. v. Colloredo endlich die Vollmacht für den nöthigen Credit gegeben haben wird; ohne diese wäre die Sendu g des Hamburger Syndikus Banks nach London rein Überfluß sig und für die deutsche Seevertheidigung könnte nichts geschehen. Es fragt sich: will man eine deutsche Flotte oder nicht? Die Antwort ist in Frankfurt wie von tocit. der Nation bejahend ausgefallen. Weshalb also zögern und auf die lange Bank schieben, und nicht lieber r sch thun, was koch geschehen soll und muß? Over sollen wir warten bis noch mehr deutsches Eigenthum geschädigt wird, als ohnehin schon der Fall ist? Und soll die Rivalität ter Diplomaten der Großmächte gegen die der feinern Staaten auch in dieser Zeit noch fortdauern? Und haben wir ter Prüfungen noch nicht so viele, daß sie uns alle mahnten jede Kleinlichkeit bei Seite zu werfen? (A. a. Z.)
Sociale Reform.
Ansprache des preußischen Central-Vereins für das Wohl der arbeitenden Klaffen.
„Auf den gemeinschaftlichen Bericht vom 30. Juli v. J. und den Bericht des Ministeriums des Innern vom 12. d. M. ermächtige Ich das Letztere, dem trift den übrigen Anlagen zurückerfolgenden Statut des Central-Vereins in Preußen für das Wohl der arbeitenden Classen die Bestätigung zu ertheilen, will auch Dem Vereine beschränkte Corporatiousrechte, so weit diese das Recht Kapitalien und Grundstücke auf seinen Namen erwerben zu dürfen, in sich begreifen, hiermit verleihen und demselben die nachgesuchle Portofreiheil bewilligen. Zugleich ermächtige Ich das Finanzministerium, nach Bestätigung des Statuts die durch Meinen Erlaß vom 25. Oktbr. 1844 zur Förderung der Zwecke des Vereins bewilligten 15,000 Thlr. dem Vorstände des Central Vereins zu überweisen.
Potsdam, den 31. März 1848.
(gez.) Friedrich Wilhelm. (ge;I v. Auerswald. Hanftmann.
An die Ministerien des Innern und der Finanzen und den General-Postmeister v. Schaper."
Der neue Gerst, welcher über unser deutsches und preußisches Vaterland aurgegangen ist, hat auch den Central-Verein für das Wohl der arbeitenden Classen aus den Banden des Todes, die ibn bereits umfangen hielten, erlöst. Geboren in dem Augenblicke, als das zollvereintc Deutschland sich seiner industriellen Macht bewußt zu werden anfitig, erhält er doch erst die Kraft zum Leben jetzt, wo Deutschland seine ganze nationale, aus der Freiheit wiedergeborene Stärke erlangt. Das Recht der freien Vereinigung ist gesichert, die constitutionelle Regierungsgewalt, wie sie bereitwillig unser Statut bestätigt und unserm Vereine Vertrauen geschenkt hat, wird ihn in den Schranken des Gesetzes frei sich entwickeln lassen, sie wird ihn unterstützen und fördern, um, nachdem die Freiheit errungen, die Wohlfahrt der bisher mit der Noth des Lebens kämpfenden Classen begründen zu helfen. Die Zoll- und Gedanktnfchrankeii, wehte die deutschen Bruderstämme noch getrennt hielten, sind gefallen oder werken in Kurzem fallen, die Wirksamkeit unsers Vereins kann sich jetzt in Wahrheit über ganz Deutschland erstrecken. So rufen wir denn mit freudigen Hoff
daß der Flüchtling in ihren Händen sei, und stießen ein Freubengeschrei auS. Der Erstere wandte sich nur noch an den Doktor und rief diesem ermahnend zu: Bringt ihn nicht um! als das Boot auch schon an das andere hinansckoß i nd jener mit erhobenem Messer jubelnd hin- überfpranq.
Er sollte aber seinen Triumph nicht lange' genießen; AlsonS, wohl wissend, daß für ihn alle Hoffnung verschwunden sei, und fest entschlossen, nicht lebendig in tie Hände seiner Reiniger zu fallen, war, mit oent Ende deS abgebrochenen RuderS in der Hand, das er hochgkschwungen über seinem Kopse hielt, auf das Sltzbret gesprungen, und von schwerem Schlage getrosten, stürzte der Doktor rückwärts in das Boot, während das Messer f.incr Hand entfiel und in die Fluthen versank.
Beauvais, der im Begriff war, dem Doktor zu folgen, würde ein gleiches Schicksal mit dem Erstern getheilt haben, hätte nicht der Master, der sich wohl hütete, in den gefährlichen Bereich des R derö zu kommen, eine Pistole gezogen und sie schnell und besonnen auf den frei Dastehenden abgedruckt.
Beim Krach des Schutzes stürzte der Schwergetrof- enc zusammen, das wiekererbobenc Ruder entfiel feiner Hand und für einen Augenblick stand er aufrecht da, starr und fest zum Himmel emporfehend, dann stöhnte er'„Selinde!" und sank rückwärts in die Fluth.
~ A sons! rief daS Mädchen mit herzerschütterndem 'ö^ret und folgte mit Gedankenschnelle dem Sinken- ben, aber Beauvais, dies noch zur rechten Zeit gewah
nungen, mit neuer Begeisterung die Brüder in allen Gauen des schönen Vaterlandes auf, an das große Werk zu gehen mit stoischem Muthe, aber auch mit Besonnenheit. Sociale Reformen können nur her. Vorgehen aus bewußter Einsicht, ans der nur allmälig zu erringenden Umgestaltung der verschiedensten Verhalt,ilsse und unter Beücksichtigiing der mannigfaltigsten, oft sich durchkreuzenden Interessen. Darum, ihr Männer des Arbeiterstandes, haltet fest an der Einsicht, die — wir hoffen es — in der Mehrzahl von Euch noch lebendig ist, daß nur in friedlichem Wege eine Verbesserung Euerer Lage zu erreichen ist. Bedenket auch, wenn Ihr die neue Freiheit benutzet und zusainmetr- nftff,, um Euch über Euere Wünsche und Beschwerden zu besprechen, die gegenwärtige Lage derer, von denen Ihr Abhülfe erwartet; bedenket daß Handel und Gewerbe stocken und welche ungeheuren Capital-Verluste durch den großen Umschwung berbeigeführl sind; bedenket daß wir die errungene Freiheit nicht sichcrsteUen. können, wenn wir nicht Alle Hingebung genug be- Ittzkn nndermeidliche Verluste zu tragen. ’ Führet vor allen Dingen Euere Sache nicht gewaltsam, führet ge nicht durch Zerstörung! Das ist nicht der Weg Euere Lage zu verbessern, sondern zu vrrschlechtern. Oie öffentlichen Behörden — deß sind wir gewiß — werten überall geneigt sein Euere Anträge zu hören, Euere Wunsche, so viel in ihren Kräften 'steht, zu be- rücksichtigen und zu vermitteln.
Habt Vertrauen zu dem neuen Geiste, der durch die Welt gebt: seine Macht ist die Macht der Wahr- ber't und des Guten, seine gewaltige Kraft wendet die Herzen der Besitzenden mehr und mehr Stierem -oose zu, w i r vertrauen i b m, wir vertrauen Euch. Wir werbt n Euch Dieses Vertrauen beweisen, indem wir sofort Vorkehrung treffen werden, daß bei unserer Thätigkeit der Rath und die Stimme von Männern aus Eurer Mitte vernommen werken. Wir forkern die schon bestehenden Local-Vereine und diejenigen, die sich jetzt, wie wir hoffen, in den Städten unD Fabrikorten Des Vaterlandes bilden werden, auf ein- Gl iches zu thun. Wir wünschen, daß kiese Loeal- Vereine in innigem Zusammenhang mit uns, in möglichst geringer Abhängigkeit von uns steben. Wir werden nicht unmittelbar eingreifen in ihre Wirksamkeit, aber wir wünschen, daß sie uns in Kenntniß von Der» leiben erhalten, daß sie uns namentlich in Stand setzen das allgemein Noibwendige und durch die Hülfe der Staatsorgane zu Erreichende kennen z« lernen und durch unsere Vermiiteluug der Verwirklichung näher zu führen. Im klebrigen wollen wir, so viel wir vermögen, die Local-Bereine mit unserm Rath und mit unseren Gelckräften Unterstufen und für jetzt als Mittel zur Verbesserung Der Lage der arbeitenden Volköklaffen folgende lezeichnen und zu ihrer Erwägung uild Anwendung anregen:
(Schluß folgt.)
ÄkkÜN, 3. Mai. Dem auswärtigen Ministerium ist heute ein Bericht deS Oberpräsibenten von Pommern zngekommeii, folgenden Inhalts: Soeben (am 2. Mai.) geht mir durch Estaffette von dem Lankrath des ufetom» wolliner Kresses die Mittheilung zu, daß gestern Nach- mittag die dänische Fregatte „Harsruen" vor der swine» niünder Rbede erschienen ist uno sich etwa % Meilen von dem Eingang deâ Ha'enâ vor Anker gelegt hat^ zwei englische Kauffahrteischiffe sind von der Fregatte mit einem scharfen Schusse angehalten und haben die Weisung erhalten, in keinen preußischen Hafen einzulau- ien, wie dies von den beiken an'â Land gekommenen Capitainen berichtet ist. Die Fregatte sowohl wie die beiden englischen Schiffe liegen auf der Rhede vor An- ker. Gestern Abend 9 */, Uhr ist in Swinemünde noch die jedoch unverbürgte Nachricht etngegangen, daß von Der dänischen Fregattte vier Boote abgcsetzt seien. Die für den Hafen von Swinemünde und Dessen Umgegend
rend, sprang in daâ kleine Boot und das weiße, flat- ternde Gewand erfassend, ehe es veischwanv, zog er mit Hülfe seiner Leute die Ohnmächtige an Bord zurück.
(Schluß folgt.)
Du bist mein!
Ich hatte Dich und presse Dich
Zn meine Arme w nnigkich,
Die zuckende Lippe so liebeheiß. Schwelgt an dem blendenden Busen so weiß» Aushauchen möcht ich an Deiner Brust Mein tiefes Leiv, meine selige Lust: Du bist mein, Du bist nicht mein!
Mein bist Du setzt und in Ewigkeit, Trennt uns vaâ Schicksal noch so weit, Das liebende Auge Die Sterne schaut. Auf Dich und auf mich, meine fuße Braut, An Diesem Altar umarm' ich Dich Unv ia> halte und ich presse Dich: Du bist mein, Du bist sa mein l
Miszelle.
A.'S edklmüthige Fürstenhandlung wollen wir auf bis Crllarung des Großherzogs von Weimar aufmerksam machen, daß er von seiner Civilliste von 280,000 Thlr. auf 30,000 Thlr. zum Besten des Landes verzichte. — ißie werden LouiS Philipp und Metternich Diesen Zeitgeist beklagen.