212
schaaren treffen übrigens noch fortwährend erm In Kurzem werden wir an der Königsau oder in Jütland stehen." — In Tendern hat man unsere Truppen, wie wir aus andern Briefen erfahren, so freundlich ausgenommen, daß die Einwohnerschaft ihnen entgegengeeilt ist und die Damen die Offiziere mit Kränzen und Straußen beschenkt haben.
— Die unseren Hasen blockirende Galathea nahm gestern einen Besuch von dem schwedischen und holländischen Consul unserer Stadt entgegen und man erfuhr in Folge dessen, daß sie bisher noch nicht Ordre er- valten, ihre Station zu verlassen, jedoch solche fortwährend erwarte, da sie bereits schon seit 8 ^.agen ohne Nachrichten und außer Verbindung mit der dänischen Arme sich befinde. Eine nur geringe Besatzung und wenig Lebensmittel, hörte man auch, befäncen sich auf dem Schiffe.
— Augenblicklich hört man auch wiederholten Ka- nonenbonner von der Festung Frievrichoort her. Es wird, dem Vernehmen nach, zur Probe mit glühenden Kugeln geschossen.
Lübeck, den 29. Apr l. Wenn auch in Travemünde an die Herrichtung von Batterien Hand angelegt wird, so glauben wir doch, daß in diesem Augenblick noch sein GruM vorhanden ist, anzunehmen, die dänischen Postdampfschiffe hatten, in Travemünde eine ernstliche Behelligung zu befürchten. (Lüd. Corr.)
Republik Frankreich.
Paris, 2. Mai. He»tte sind bereits 600 Wahlen bekannt. Gegen 400 Repräsentanten haben schon ihre Plätze fi'rirt. Die erste Bank links ist für das provisorische Gouvernement bestimmt. Herr Laroche -Ja- quelin hat gestern seinen Platz vermerkt, ovgleich er noch nicht gewählt war.
Strasberg, 30. April. Die ministerielle Entschließung, welche den deutschen Flüchtlingen den Aufenthalt in den Departementen der Ardennen, derDoube rc. anweist, wird unverzüglich in Ausführung gebracht und von den Bethtiligten befolgt werden. Mittlerweile hat sich hier ein Ceniralausschuß der deutschen Republikaner gebildet, der heute folgenden Aufruf erlassen: „Eine Uebermacht von vertierten, aus der Ferne her- bcigczogcnen Söldlingen, deren Spuren nur Akte der eu.pöreudsten Perfidie und blutiger Barbarei sind, hat in Baden die repubtlkanischeu Waffen einstweilen niedergeschlagen und dem Volke das »hm verhaßte Fürstenregiment wieder aufgezwungen. Es gilt jetzt» mit aller Energie den Kampf von Neuem vorzuberciten, und zwar in einer planmäßigen Weise, welche der republikanischen Partei Deutschlands zur Zeit bessere Erfolge zu sichern im Stande ist, als eine Erhebung, die nothwendig eben so wenig verbreitet werden sonnte, wie sie langer zu umgehen »var. Die Unterzeichneten haben deshalb, in Verbindung mit den Bürgern Bekker, Bruhe und Lommel, einen provisorischen Centralausschuß gebildet, dessen Sitz Straßburg und dessen Ausgabe ist, die vereinzelten Bestrebungen zu einigen und die zerstreuten Kräfte nach einem gemeinsamen Ziele zu richten. Indem wir uns Vorbehalten, über unsere Zwecke uns weiter auszusprechen und namentlich die irregeleitete öffentliche Meinung über die wahre Lage der Dinge aufzuklären, erlassen wir diese vorläufige Anzeige mit dem Ersuchen, alle einschlägigen Mittheilungen, sowie alle Unterstützungen unserer Sache hierher richten zu wollen. Wir rechnen darauf, daß die republikanische Partei Deutschlands in dem Miß-
Rendsburg, den 2. Mai. Eine Verfügung der provisorischen Regierung vom 1. V. besagt: „'»lach cm der Krieg zwischen den Herzogtümern Lchleswrg-^ oi- stein und dem Königreiche Dänemark ausgcbrochcn nt, wird alle und jede Verbindung der diesseitigen staais- ai.gehörigen mit dem Feinde hierdurch untersagt. Namentlich haben die an den Küsten Wohnenden sich jedes Verkehrs mit den feindlichen Kriegsschiffen zu enthalten. Die llebertreler dieses Verbotes sind sofort zu verhaften, nach der Festung Rendsburg zu transport.ren und vor Gericht zu stellen, um nach Befund der Umstande mit der gebührenden Strafe belegt zu werden."
Die Armee ist im raschen Vorrucken begriffen. Am 29 April befand sich das Hauptquartier des Generals v. Wrangel in Apenrade, vorgestern wird es bereits in Habersleben gewesen sein, von wo es eben so rasch die Gränzen überschreiten wird, so daß man es in diesem Augenblick wohl schon in Kolbing roirb, vermuthen können. Im Westen wird das Hauptquar- tier des Prinzen von Augustenburg jetzt in Ripen sein, während General Halkett Vorkehrungen zum Uebergang nach Alseu trifft. (S. H. Z)
Flensburg, 27. April. Ein außerordentlicher Zapfenstreich labte so eben unsere Ohren mit lieblichen Tönen. Welch ein greller Abstand, wenn wir noch vor 6 Tagen einen dänischen hörten! Jetzt klärt sich der Himmel wieder über unserer guten Stadt auf! Jetzt werden die Rechte des Vaterlandes bewahrt und geschützt!
— Heute Nachmittag traf ein dänischer Parlamentär in Begleitung eines dänischen Husaren beim preußischen General von Sonderburg hier an. Er wurde mit verbundenen Augen wieder weggefahren. Den Husaren und Postillon behielt man einstweilen hier. Der Däne hat sich auf Alsen stark verschanzt und man erwartet hier schon Nachrichten von der gestern hinge- sandten hannoverschen Artillerie und den heute Morgen dorthin gegangenen preußischen Truppen. Andr. Cbri- stiansen (wahrscheinlich auch seine gute — Frau) ist nach Sonderburg geflüchtet. Sein Haus ist augenblicklich noch in eine „außerordentliche Caserne" verwandelt. Es logiren etwa 1000 Mann darin und kehren das Oberste nach Unten. Heute morgen zeigte sich aus einem Fenster eine Fahne mit der Inschrift: „ Tydsk Nätivnaleinkom."
Schtrswig, den 30. April. Heute kehrte eine Freischaar , unter der wir Jünglinge aus Landau in Roenchaiern sprachen, bereits nach der Heimatb zurück. Wie wir vernehmen, werden, da Schleswig frei geworden ist, dir Freischaaren nach und nach heimkehren, insofern sie sich nicht dem regulären Militär einran- giren lassen wollen. Gestern wurden wiederum neun Todte, die an ihren Wunden gestorben, beerdigt; auch der preußische Garde - Eapitän von Normann ist für unsere Freiheit gestorben. Der Atjutant des Herzogs von Braunschweig, v. Fricke, ist in eine Privalwohnung gebracht. Drei Kugeln haben den Kopf schwer verletzt; bei näherer Untersuchung, welche früher unmöglich war, soll er auch noch am Körper verwundet befunden sein. Die Jugendkraft kann hier, unter mütterlicher Pflege, allein helfen.
Kiel, den 1. Mai. Aus einem vom 28. April aus Tonkern batirten Schreiben mache ich Ihnen folgende Mittheilungen: „Die Freicorps sind jetzt vom äußersten rechten Flügel auf den äußersten linken versetzt. Gestern marschirten wir von Krusau und Um- gegknd auf der Straße nach Tondern vorwärts, während das Gros der Armee auf der Straße nach Norden verging. Viele von uns haben deßhalb auch schon
feint Lust mehr, hier im Lande herumzuziehen, undilingen ihrer ersten Unternehmungen haben sich deßhalb Urlaub geben lassen. Neue Frei-Izu verdoppelten Anstrengungen finde
nur einen Sporn
verdoppelten Anstrengungen finden und daß sich Die
Sympathie für ihre gerechte Sache in wirksamer Weise bestätigen werde. Unsere Adresse ist im Gasthof „zum Rebstock" zu erfahren. G. Struve. K. Heinzen.
Großbritannien.
London, 1. fOtai. Die Times spricht sich in einem größeren Artikel über die Schleswig-Holsteinische Frage stark zu Gunsten der Dänen aus. Unter an- denn sagt sie: Man kann nicht dulden, daß Dänemark untergehe, weil sein mächtiger und ehrgeiziger Nachbar durch revolutionaire Aufregung erzittert. Nichts ist in den bestehenden Verpflichtungen unseres Landes klarer und bindender als unser feierliches Versprechen, daS vas Gouvernement von Georg l. 1720 gegeben: „dem König von Dänemark und seinen Erven und Nachfol- gern den fortdauernden und friedlichen Besitz des damals in feinen Handen befindlichen Theils von Schleswig für immer zu garamiren und zu erhalten und denselben gegen Alle und Jede zu vertheidigen, der direkt oder indirekt ihn stören möchte."
Bergwerks-Angelegenheit.
Am 27. April hatte sich in Olpe bei Siegen eine Menge der größeren und kleineren Bergwerksbesitzer, so wie Hütten u v Hammerwerke aus den Bergamtobezirke» Siegen und Bochum versammelt, um sich über die zu ergreisenven gesetzlichen Maßregeln zu berathen, die da« zu führen konnte», den langst gefühlten, seit vielen Jahren oft uno vielseitig beklagten kostbaren, unnöthigen, meistens unnützen, oft schädlichen Druck der Bergbehörde», wo nicht ganz abzuswütteln, doch so zu regeln, daß der eigentliche Zweck, — Förderung deS Bergbaues, ohat hemmende, veraltete, 7 bis 8 meist auü dem Mittelalter stammenden Beigordnungen, rote deren entsprechende Einrichtungen — erreicht werde und dem jetzigen Zertgeiste wie der fortgeschrittenen Bildung der Gewerke mehr an» gepaßt werden möge.
ES wurde zu diesem Ende ein Comite erwählt, und als Grundlage die Idee festgehalten, die ungerechte, ungleichförmige, auf kniffige Manipulation Angewiesene Ein« Zehntel-Abgabe sofort abzuschaffen, ferner den Bergbau wie jedes andere Gewerke und andere Vermögen nach seinem Werthe, d. h. nach seinem auf vernüstige», jedoch nicht gezwungenen Betrieb beruhenden Netto-Ertrag zu besteuern; dann vorerst, biS die zu versammelnden Stände hierüber nach Anhörung von Sachkennern (nicht bloS Leuten von der Feder, sondern auch vom Leder) daS Geeignete entschieden haben würden, unS von der rechten Rheinsette, in Rücksicht auf diese Abgabe, mit denen deS unten Rheinufers oder den Hutten der Lippe-Gegend, die im Puncte des ein Zehntel ihrer Gruben sehe geruy fixirt sind, gitichzustellen.
Dann wurde atS unerläßlich erkannt, alle auf die diversen Bergordnungen gestützten CaducirungS - und Fretfahrungs-Jveen, allen den nötigen Real-Credit der Gruben zu einer Chimäre machenden Bestimmungen fallen zu lassen, da jetzt Kemer selbst am dre werthvollste Grube wahren Hypothek-Credit hat, indem Versäumung irgend einer Formalität daS verpfändete Object in andere Hande bringen kann.
In diesem Sinne sind sofort Vorstellungen an daS hohe Ministerium gerichtet worden. Zu besserer Begründung künftiger mehr motivirter Vorschläge war eS der allgemeine Wunsch der zahlreichen Versammlung, sich in dieser Beziehung mit den Kohlen- Gewerten der Ruhrgegend zu einer einigen Verbindung zu gestalten, um auf diese Weise eine gleichmäßige, woh.thätige Ordnung vieler so wichtigen Angelegenheit auf gesetzlichem Wege anzubahnen.
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art
Bekanntmachung.
In Folge der Ermächtigung des Herzog!. Hof- und Appellationsgerichts zu Usingen ist Mathias R e n n o von Oberursel wegen Verschwendung unter Curatel gestellt und ihm in ber Person deS Friedrich Brider! t zu Oberursel ein Curator angeordnet worden.
Es wird daher zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Rechtsgeschäfte in Zukunft nicht mit Mathias Renno, sondern mit dessen oben genannten Curator äbzufchlikßen sind.
Königstein, 29. April 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt.
V74) Weber.
_ Edictalladung.
«Sw .52* ^"ögen des Jacob Seibel und vèr ConcurS eröffnet von Hadamar geworden ist; fTwirb ^ rechtskräftig und persönlich« Rechte Ue m Ä“”3 Cmsl^cr von Rechtswegen eintretenben Auasckln»^^"!- deS handenen Masse Termin auf ^ ^ ®on der vor-
Dienstag, den ». Juni b. -»
Morgens 8 Uh« hierdurch anberaumt.
Hadamar, 25.' April 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt.
(ns) z Noth. ‘
Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrick«^ -------------------
q>«ptaA — Redacteur: Karl Braun. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.
Feinste balsamische
(176)
zur und ein
Zahn ■ Winctnr
von
Doctor J. Thomson in London, schnellen Heilung des erschlafften Zahnfleisches zur vorzüglichsten Erhaltung der Zähne, dabei sicheres Mittel gegen Zahnschmerzen, und als
feines Mund-Parfüm ganz besonders zu empfehlen.
Das Flacon a 11.1. 12 kr.
Zu bekommen in der Expedition dieses Blattes.
In der Wilhelm Friedrich-sehen Verlagsbuchhandlung in Wiesbaden ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu
(177J
beziehen:
LUGOL’S
Jntersuchungen und Beobachtungen
über die Ursachen der
/Skrofel - Krankheiten.
Deutsch von Dr. L v. HAXTHAUSEN.
Für Aerzte und Laie«.
2W Seiten, gr. 8. auf Velin-Maschinen-Papier. 0. 1 45 kr.
Bei Unterzeichnetem ist erschienen:
(178)
Köchin und Küche.
Umfassendes Kochbuch der neuesten Zeit. Gründliche An' eisung in 700 geprüften Kochrecepten, wie man alle Arten von Suppen, Saucen, Gemüsen, Fleisch-, Fisch- und Mehlspeisen, süßen Gerichten, Pastete», Backwerk und Puddings K. auf die wohlfeilste Art zubereiten kann. Nebst einer Anweisung, größere und kleinere Tafeln mit Geschmack zu verzieren, sowie die Gerichte zu ordnen: durch Zeichnungen erläutert.
Von Julie Neich, geb. Schul.
272 Seiten auf milchweißem Maschinenpapier, in Umschlag gebunden. 34 fr.
Wilhelm Friedrich,
Buchhändler am Friedrichsplatz.
In der Rheinstraße, im Hause deS BauinspectorS Lossen, Nr. 9, ist mit 1. Julid. J. der dritte Stock, bestehend in 6 Zimmern, Küche, mit sonstigen Räumen zu vermiethen. (180)
Bei Unterzeichnetem sind sämmtliche Bücher, welche in den hiesigen Schulen gebraucht werden, dauerhaft gebunden, zu den billigsten Preisen zu haben.
Wiesbaden. Wilhelm Friedrich,
(179) Buchhändler am FriedrichSplatz.