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das Resultat begrüßten. Das Stadthaus war gestern Abend beleuchtet. Aus den Provinzen führen wir noch folgende Wahlen an: Eure- und Loire-Departement wurden die Erdeputirten Isambert und Subervic ge­wählt, Marne-Departemenl Leon Fancher. Im Nord- Departement hatten die gemäßigten Candidaten defi­nitiv gesiegt. Leider haben in Mehrern Orten gelegent­lich der Wahlen bedauerliche Unruhen statt gefunden. Jene zu Rouen waren ernster Art und sind noch nicht gedämpft, indem eine Depesche von vorgestern Nacht 1^/r Uhr Truppenverstärkungen verlangt, da der Kampf seit Abends sechs Uhr ununterbrochen dauerte und Na­tionalgarde und Truppen gegen die Insurgentenbanden einen harten Kampf zu bestehen hatten, der durch ein Complott veranlaßt zu sein scheint, indem leichter Stra­ßenunfug rasch die Bedeutung einer wahrhaften Insur- rection annahm und mehrere Barrikaden förmlich er­stürmt werden mußten. Die Sache wurde freilich so arg, daß man mit Kanonen die Barrikaden nieder- schießen mußte acht Mann National fielen und 15 wurden verwundet. Wie die Sache abgelaufen, weiß man bis zur Stunde noch nicht, da gestern der Kampf fortdauerte. St. Sever hatte hatte sich auch erhoben und Barrikaden wurden dort errichtet. Der National sagt, ein Regiment sei zur Verstärkung nach Rouen ge­sandt und die Stadt in Belagerungszustand erklärt worden. Nach Andern sind auch 2000 Mann mobiler Nationalgarde hingesandt. Das Steele schreibt von gestern Nachmittag 3 Uhr, daß man die Geschütze gegen die Barrikaden gestern Morgen spielen ließ und daß bas Landvolk hereinftröme, um die Aufrührer zu be­kämpfen. Um 6 Uhr Abends war bas Feuer noch nicht zu Ende. Aus den zertrümmerten Barrikaden verjagt, zogen sie sich auf die Ebene von Sotteville, wo sie sich verschanzt haben. Das 52. Lmienregiment ist auch von BeriaiUes hingesandt. Achtzig hatte man gefangen ge­nommen, worunter ein Professor eines Pensionats, der von einer Barrikade herab zum Aufruhr aufforderte. Auch zu Nunes haben blutige Unruhen statt gehabt, wozu die Wahlen der Erdeputirten Bechard, de Larcy u. s. w. den Vorwand boten. Mehrere Todte und viele Verwundete gab es. Zu Castel-Sarrazin floß auch Blut. Von St. Etienne hört man, baß ein De- laschement Nationalgarden, das ein Kloster schützen sollte, im Rausch sich der brutalsten Gewaltthaten gegen die armen Nonnen schuldig machte. Die Eröffnung der Nationalversammlung ist auf den 5. Mai festgestellt, den Jahrestag der Eröffnung der General -Sraaten von 1789.

Nachschrift. Eben trift von Rouen die Kunde ein, daß nach dem blutigen Kampfe die Insurgenten sich meist freiwillig ergeben, unter der Bedingung, daß man ihres Lebens schone. Nichtsdestoweniger begannen fie im Laufe des gestrigen Tagen wieder an andern

dèn Oestcrrcichern gelingt, die durch Freischaare» aus bcr Romagna verstärkten Venezianer aus ihrer Stel­lung bei Treviso zu vertreiben. Venedig selbst wird kaum Widerstand leisten.

3lftma, 19. April. Der eben cintreffende Bahnzug (12 Uhr) bestätigt das Einrücken der deutschen Truppen in Hadersleben, und kann nunmehr das Festland von Schleswig als von den Dänen gereinigt angesehen werden, denn einige nach Westen versprengte Corpö dürsten ohne Mühe in Gefangenschaft genommen werden. Wichtiger wäre die Nachricht, welche mir von einem aus Rendsburg kommenden Reisenden gegeben wird, wornach auch die Insel Alfen, man erinnert sich, daß hier die erste Landung erfolgte von dem Feinde gestern Morgen -geräumt worden sei. Auch erhielt sich big Nachricht von einer Contre-Revolution in Kopen- Hagen.

Aeudsl'ueg, 29. April. DasTageblatt" mel­det in einer Nachschrift: So eben wird hier eine Abthei­lung dänischer Gefangenen, 4500, eingebracht. Schon vorher hatten 11 Ofsicwre, unter denen ein Oberst- Lieutenant, die hiesige Hauptwache bezogen. Die nähern Umstände morgen.

Republik Frankreich.

Paris, den 29. April. Endlich ist das definitive Wahlresultat in der ganzen Hauptstadt bekannt. Gestern war man den ganzen Tag mit dem Schlußscrulinium im Hotel de Ville beschäftigt. Hr. Marrast proclamirte folgende Namen als diejenigen, die hier definitiv ge­wählt sind: Lamartine 259,800 Stimmen, Dupont (de I'Eur) 245,083 St., F. Arago 243 640 St., Garnier- Pogeö 240,890 St., Maerast 229,166 St., Marie 225,776 St., Crcmicur 210,699 St., Beranger (der Dichter) 204,271 St., Carnot 196,608 St., Bethmonl 189,252 St., Duvivier 182,175 St., Ferd. de La- stcprie 165,156 St., Vavin 151,101 St., General Cavaignac 144,187 St., Berger (Erdeputirter) 136,660 St., Pagnerre 136,229 St., Buche; 135,678 St., Cormenin 135,050 St., Corbon, Bildhauer in Holz (Redaktor des Atelier) 135,643 St., Causfidiere 133,772 St., Albert 133,041 St., WolowSki 132,333 St., Ptpm , Ubrmachergeselle, 131,969 St., Ledru-Rollin 131,587 St., Schmith, Arbeiter, 124,383 St., Flocon 121,865 St., Louis Blanc 121,140 St., Recurt 118,075 St., Perdiguier, Zimmergcsellc, 101,290 St., J. Ba­stide 110,228 St., Coquerel, protestantischer Pastor, 109,934 St., Garnon, Erdeputirter, 106,747 St., Guinard 106,262 St., Lamennais 104,871 St. Hier­nach haben die Erdeputirten Moreau und Boissel die meisten Stimmen. Nachdem Hr. Marrast in der Salle St. Jean das Resultat verlesen, las er es vom Perron des Stadthauses noch einmal den versammelten Tau­senden vor, die unter dem Rufe: es lebe die Republik!

Punkten den Kampf, wo die Kavallerie sie aber aus- cinandersprengte.

Heute Morgen drei Uhr war cs ruhig zu Rouen und man glaubte, daß der Kampf zu Ende. Gegen 250 Personen sind verhaftet, darunter der Adjunkt Durand, dessen Clubbreden man den Aufstand Schuld gibt. Die Stadt ist in Kriegszustand, nicht in Belage­rungszustand erklärt.

Italien.

Der Venetianer Kriegsbericht vom 21. April be­richtet nichts für uns neues, dagegen enthält die Vene- kianer Zeitung vom 24. die in gedrücktem Tone geschrie­ben ist einen Beschluß der Consulta und, der Regierung, der den Umsturz der Markuörepublik und die politische Verschmelzung mit der Lombardei einletten soll. Morgen näheres. Weitere Venetianer Blätter als bis pim 22. liegen uns nicht vor, obwohl wir heute bereits Vlätter bis zum 26. haben sollten. Dem Mailänder officiellen Blatt vom 25. nach stünde eine Hauptschlacht bald zu erwarten.

Schweiz.

Dan der Schweizer Grenze, 28. April. Heute Nacht haben sich die Freischärler von der Schu­sterinsel, etwa 500 Mann, wieder nach Frankreich zu­rückgezogen, und, wie man sagt, sich aufgelöst. So Gott will, haben diese unseligen Unruhen ein Ende erreicht. Hecker, der eüyqe Tage in Basel war, soll seinen übereilten Schritt sehr bereuen, und mahnt al­lenthalben zur Einstellung des Aufstandes, weshalb er nunmehr bei seiner Partei alsVerräther" verschrieen ist. (K. Z.)

Wiesbaden, den 1. Mai 1848.

Heute wurde der Kursaal und die Kaufläden er­öffnet. Die tägliche Musik Nachmittags findet im Park hinter dem Kursaal in gewöhnlicher Weise statt. Die Trinkgelder in deren Umgebung haben nunmehr Ver­schönerung erhalten und Wiesbadens Wirthe und Ho­telsbesitzer haben ihre Locale zum Empfang der Gäste bestens eingerichtet.

Da sich Wiesbaden der besten Ruhe erfreut und seine Umgebungen den Fremden einen mannigfachen Genuß gewähren, so hofft man, daß die überall herum - irrenden und Ruhe suchenden Reisenden sich Wiesbaden erwählen.

Börsenberichte.

London, 29. April. Consols 82'/, a V,; 5pEt. Ard. 12'/, â '/«; span. 3pCt. 22s/,; port. 17 â 17'/«; Integrale 417a.

Madrid, 25. April. 3pCt. R. 21'/. G.; 4pCt. R. - ; 5pCt. R. 13/* G.; unverz. Sch. 5'/, P. (Nach der Börse, 3pCt. R. 21'/, G.; 5pCt. R. 13'/. P.; unverz. Sch. 5. G.)

Amsterdam, 30. April. (Effectensocietät 47, Uhr). Inte­grale 41 7j 5 Ars. â 510 Pf. St. 7'/,,; span. inl. 3pCt. R. 16'/«; Port. 3pCt. R. 15/,; Port. 4pCt. R. 157,.

Wien, 28. April. 5pCt. Metall. 70; 4pLOMetaff. TB ; 3pCt. Metall.; 2'/,pCt. Met. 33; Bankactien 990; 500 fl. Loose 100; 250 fl. Loose 67; Nordb.-Actien80.; Gloggnitzer 75; Mailänder 50.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

So eben hat bei mir eine gewichtige Schrift die Presse verlassen:

(157)

Die Deutsche Diplomatie wider das deutsche Volk.

In zwei Nummern der Nassauischen Zeitung sind von einem Ungenannten Anzeigen gemacht worden, welche Dienst und Benehmen mehrerer Angestellten des Bahn­hofs von Wiesbaden betreffen.

Es sind diese Angaben genau untersucht und dieje­nigen Verfügungen getroffen worden, welche schuldige Rücksichten gegen das Publikum und Ordnung im Dienst

nothwendig machen.

C159) Director Ieil.

wichtiger Aktenstücke.

Zum

Verständniß der Vergangenheit

und zur

Warnung

Die Lieferung von 1500 Frankfurter Bütten gemisch­ter Kohlen für den Bedarf der herzoglichen Hofhaltung dahier soll im Wege der Submission vergeben werden.

Lusttragende wollen ihre Offerten bis zum 15. die­ses Monats Vormittags 9 Uhr verschlossen mit der Aufschrift:Kohlenlieferung" bei der unterzeichneten Stelle einreichen. Daselbst können auch die Bedingun­gen täglich in den gewöhnlichen Bureaustunden einge- sehen werden. (160)

Wiesbaden, 2. Mai 1848.

Herzogs. Nassauisches Hos-Commissariat.

Die Schrift umfaßt 3 Bogen im größten Octav - Lexicon - Format. Geh. Preis 18 Kr.

Wiesbaden.

Wilhelm Friedrich

Buchhändler am Friedrichsplatz.

Bei Unterzeichnetem ist erschienen:

-. ../^.K^ GrnndacMcs.

3 Äutachten der 17 Männer des öffentlichen Vertrauens überreicht Frankfurt a. M. am 26- April 1848.

Exemplare des obigen wichtigen Werkes (Preis ' ^*' ^â'

w«®«^«««? der Reihenfolge des Eingangs von mir erpëdin bn mir eingetroffen; Anbestellungen darau

(IM)

Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.

Wilhelm Friedrich,

Buchhändler am Friedrichsplatz.

(161)

Weg Republik!

Entsprossen ist das Fürstenwort aus edlem Herz, Als Ihr zum Schlosse zogt, den vierten März, Was Ihr gewünscht, was Ihr begehrt, Das ist willfahrt, Euch gern gewährt, D'rum denket an den Tag zurück Und rufet All', weg! Republik.

Warum in Zorn, in Haß und Neid noch leben? Da doch nach Einigkeit Ihr solltet streben, Seid deshalb Alle gern bereit. Dem großen Ruf zur Einigkeit, Das ist das größte, schönste Glück, Wenn Ihr jetzt ruft: weg, Republik.

Seht nur zurück auf Frankreichs stürm'sche Zeiten Und den Erfolg, die Tausende von Leiden;

Zufrieden könnt an Eurem Heerd Genießen jetzt, was Gott bescheert, Denkt an den Freiheitstag zurück, Ruft aber laut: weg! Republik. Des Friedens Palme wehet Euch hienieden; Wenn des Ledens Dasein ist geschieden, Und sterbend noch mit schwachem Mund Die letzten Worte thuet kund, Es war der Kinder größtes Glück, Gerufen: weg! weg! Republik.

Wiesbaden, 2. Mai 1848.

Heinrich Wagner.

Redacteur: Karl Brann. Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.