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Salzburg, 24. April. Heute zogen die tnolk schen Jünglinge welche auf dem hiesigen Lpccum fiudirten von hier in ihre Heimath ab,um sich zum Schutze ihres bedrohten Vaterlandes den Reihen der Vertheidiger an» zuschließen. Die Musikbande der Nationalgarde gab ihnen mit einer zahllosen Menge auS der Einwohnerschaft bis zur Gemarkung unserer Stadt daS Geleite.
Ulm, 26. April. Die Nacht ging ruhig vorüber, nachdem die mit anarchischen Elementen reich gespickte Partei des deutsch-katholischen Pfarrers Albrecht dem zu ihr haltenden Stadtschultheißen Schuster und Can- didaten Schüfterling einen Fakelzug — dem wackern, ehrenfesten freisinnigen Professor Haßler aber eine Katzenmusik gebracht hatte unter wildem Lärm und wüstem Geschrei!
Augsburg, 27. April. Für die Sammlung deutscher Frauen zu Begründung einer deutschen Flotte sind der Redaction der Allg. Ztg. bereits namhafte Summen von Seite hiesiger Frauen zugestellt worden. Sie wird wenn der Verein orgamsirt ist, und seinen Aufruf erlassen hat, öffentlichen Bericht über die Beiträge geben. Der Zweck des Vereins erinnert vor Allem an List, der nicht müde wurde den Deutschen die Nothwendigkeit zu predigen nicht die einzige Nation zu bleiben die auf der See völlig unmächtig wäre. Es ist daher hier der Ort ein Wort von der List-Sammlung beizufügen, zu welcher vor Jahr und Tag die Redaction der Allgem. Ztg. die Anregung gab. Sie hat — trotz der traurigen Hungerzeit, die bald nach Bekanntmachung des Aufrufs eintrat — ein nicht unerfreuliches Resultat geliefert. Außer etwa 6000 Gulden, die schon bei List's Tod von dem Handels» und Fabricantenstande in Baitrn, Würtemberg und Baden als Tribut der Dankbarkeit für ihn zusammenge- legt waren, und die dann — da List keinen Gebrauch davon gemacht hatte — seiner hinterlassenen Familie übergeben wurden, hat die in ganz Deutschland eröffnete Sammlung die Summe von 21,809 fl. gebracht. Hierzu darf die Leibrente gerechnet werden welche Se. Majestät König Ludwig von Baiern, aus Anlaß jenes Aufrufs, der Wittwe List'S und seinen beiden unverheiratheten Töchtern verliehen hat im Gesammtbetrage von jährlichen 800 st. In die Freude über diese Resultate mischt sich herbe Trauer bei dem Gedanken wie der rüstige Mann von seinem Schicksal ereilt wurde, so kurz vor dem Anbruch der neuen Zeit, in der wir seine lehreude und leitende Stimme so schmerzlich vermissen. Die Staatsgefangenen, die seit Jahren in Kufstein wie begraben lagen, wurden dem Licht und dem Leben wiedergegeben; er schläft seinen Schlaf fort auf dem dortigen Friedhöfe — wir können ihn nicht zum ersten deutschen Parlamente senden. Aber der erste deutsche KrsigSdam- pfer der aus der Sammlung der deutschen Frauen erkauft wird, soll den Namen „Friedrich List" führen, und das Bild des Mannes tragen. (A. Ztg)
Berlin, 24. April. In Folge des von der dänischen Regierung an ihre Kriegsmarine ertheilten Befehls, die deutschen Schiffe aufzubringen, ist der königlich
preußische Gesandte angewiesen worden , unverzüglich seine Pässe zu fordern, da dieser Schritt, der noch vor dein Ueberschreiten der Bundesgränze durch die deutschen Truppen gethan worden, einer Kriegserklärung von Seiten Dänemarks gleich zu achten ist. -— Die Bundesversammlung hat den hanseatischen Gesandten, Senator Banks, nach London gesandt, nicht um neue Unterhandlungen anzuknüpfen, sondern um dem englischen Cabinet die Lage der Sachen einfach darzujteUen, den allgemeinen deutschen Gesichtspunkt ihm gegenüber auszusprechen, zugleich auch, um zu sehen, welche Maßregeln sich zu schleuniger Herstellung einer dcuychcn Marine und Wahrung der deutschen HandelSmtcrcsscn treffen lassen; er wird in beiden Beziehungen gemeinsam mit dem königlich preußischen Gesandten vr.Bunfen handeln, da Preußen in dieser Angelegenheit vollkommen mit dem Bunde indemificirt. — Auf Ansuchen der Hansestädte hat die königlich hannoversche Regierung Einleitungen getroffen, um durch die schleunigste Herstellung von Küstenbatterien die Elbschifffa^hrt zu M)ern.
Vertin, 24. April. Lord Palmerstons Aeußerungen im Unterhause, er hoffe, der Friede werde wegen einer Angelegenheit, wie die Schleswig-Holsteins, nicht gestört werden, scheinen auf der englischen Einbiivung zu beruhen, Deutschland werde der dänenholden Ansicht des britischen Staatssekretärs sein Recht unterordncn. Wenigstens erhellt das aus einer neuesten Mittheilung desselben an das preußische Cabinet, die nichts weniger erwartet, als daß die preußischen Truppen, wenn sie in Schleswig eingerückt seien, dasselbe alsbald wieder verlassen würden. Die Unwissenheit britischer Staatsmänner in staatsrechtlichen deutschen Dingen ist von jeher notorisch und wenn Lord Palmerston, nach seinen Ausdrücken im Unterhause zu urtheilen, etwas davon begriffen zu haben schien, worum es sich handelt, so scheint es andererseits, er habe daS in seinen Mittheilungen nach dem Kontinente wieder vergessen.
Posen, 20. April. Daß es hier jetzt nicht an russischen Spionen und Agenten fehlen kann, versteht sich wohl von selbst, denn Rußland ist nicht von seiner alten Politik, hier Uneinigkeiten zu stiften, zurückgekom- men; — und jetzt bietet sich hier dazu ein weites Feld. Namentlich befindet sich ein Gelehrter von einer russischen Universität hier, der es sich besonders angelegen sein läßt, den Charakter des Kaisers und die russische Glückseligkeit ins rechte Licht zu stellen. Und merkwürdig, der Mann findet geneigte Zuhörer, so daß man hier auch bald sagen wird, wie in Bromberg: lieber Russisch als Polnisch! (Brest. 3 )
Vreslau, 22. April. So eben geht die betrübende Nachricht ein, daß die Polen, um nicht ihren Namen im Deutschthum untergehen zu lassen, eine Deputation an den Czar beabsichtigen, welche ihn um Wiederherstellung des Königreichs Polen unter seinem Schutz und unter einem Prinzen seines Hauses bitten soll.
(Schl. Z.)
Vreotau, 25, April. Das polnische National- Comite in Posen hat gegen die Abtrennung der Gränzdistrikte vom Großherzogthum Posen Protest eingelegt. Es erklärt dies für eine neue Theilung Polens und somit für eine Gewaltthat.
SUtona, 25. April, Abends. „Schleswig, Gottorp wie auch Flensburg ist in unsern Händen. Ein Bataillon Dänen ist gefangen und ein Bataillon in die Schlei ge - triebe n." — Der vorstehenden telegraphischen Depesche lassen wir einen Bericht der „Brem. Ztg." folgen, der indeß nur Gerüchten, vielleicht sehr-voreiligen, seine Entstehung verdankt: „Schleswig nebst Schloß Gottorp wurde von den Preußen im Nu und wie im Umsehen genommen. Beim Uebergange in die Schlei bei Miffunde sind 700 Dänen ertrunken. Zwei Abtheilungen Dänen sind übergegangen. Der ganze Rückzug der Dänen von Schleswig bis Flensburg gab das furchtbarste Bild, welches man sich nur denken kann. Zahllose Leichen und Verwundete bedeckten weit und breit die Straßen, so daß die Kanonen nicht fahren konnten. Geschütz- und Gewehrsalven dauerten unaufhörlich bis nach Flensburg hin. Sämmtliche Kanonen, von den Dänen im Stich gelassen, sind von den Siegern erbeu- u-t. 800 Mann ' sind gefangen genommen. Die Bundestruppen schienen es auf Leben und Tod beschlossen zu haben, der Welt zu zeigen, daß sie in wenig Stun- Mi können, was sie ernst wollen. Deutschland samt mit hohem gerechtem Stolz auf diesen Sieg blicken."
Altona, 26. April. 600 Verwundete, größten- theils Dänen, sind nach Rendsburg und Kiel gebracht worden. Professor Langenbeck in Kiel hat allein 16 Schenkel abgenommen an Einem Nachmittage. Mehr als 400 Gefangene sind von Flensburg aus eingebracht worden; viele Officiere, unter andern auch der Oberst Alsten, sind gefangen. Die Braunschweiger, Hannoveraner und die Freischaaren haben sich eben so wacker gehalten, wie die Preußen, und eS war ein wahres Drängen, um den Feind zu erreichen. Die Dänen zu erreichen. Die Dänen sind unaufhaltsam im Rückmärsche, da man ihnen weis gemacht hat, daß man sie erschießen würde, sobald sie gefaNgen genommen werden.
Rendsburg, 26. April. Dem Vernehmen nach haben die Bundestruppen den Dänen in den Gefechten bei Schleswig und auf der Straße nach Flensburg nicht weniger" als 24 Kanonen abgenommen. General Möllendorf ist mit dem Regiment Kaiser Alexander und dem Schützenbataillon in Glücksburg eingerückt. Dem dänischen Hauptcorps steht nur noch der Rückzug nach Apenrade offen, welches übrigens, wie auch Hadersleben, stark verschanzt sein soll.
Börsenberichte.
Wien, 25. April. 5pCts Metall.'71. W Metall: -. -; 3pCt. Metall. -. -; 2'/,pCt. Met.-. -; Bankactien 1120. —; 500 fl. Loose 109. —; 250 fl. Loose 74. —; Nordb.- Actien 85. —; Gloggnitzer 75. —; Mailänder 56.
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
Mit dem 1. Mai tritt in Mainz, durch eine Actien-Gesellschaft gegründet, eine neue Zeitung in's Leben, welche den Titel:
Rheinische Zeitung
führt und die Interessen der konstitutionellen Monarchie vertritt. Weit entfernt der Reaction, käme sie woher sie wolle, zur Stütze zu dienen, wird unsere Zeitung die Freiheiten, welche das deutsche Volk errungen, sowie deren weitere Ausbildung, auf das äußerste vertheidigen, und sich die Erzielung der Einheit und Kraft des Gelammt -Vaterlandes zur höchsten Aufgabe machen, dagegen den Bestrebungen jeder anarchischen Partei mit aller Entschiedenheit entgegen treten.
Das Blatt erscheint täglich, und kostet in Mainz und im ganzen Umfange des Großherzogthums Hessen jährlich fl. 7, zu welchem Preise auswärts der Portoaufschlag kommt; Insertionen werden mit 4 Kr. pr. Zeile vergütet.
Man abonnirt bei allen Postexpeditionen. ' (143)
Mainz, im April 1848. Expedition der Rheinischen Zeitung.
Bei Unterzeichnetem ist erschienen: Entwurf des deutschen Reichs-Grundgesetzes.
Der hohen, deutschen Bundesversammlung als Gutachten der 17 Männer des öffentlichen Vertrauens überreicht am 26. April 1848.
Frankfurt a. M. Benj. Krebs.
Exemplare des obigen wichtigen Werkes (Preis 12 Kr.) sind bei mir eingetroffen; Anbestellungen darauf werden nach der Reihenfolge des Eingangs von mir erpedirt. .. ^'"baden. Wilhelm Friedrich,
v — Buchhändler ant Friedrichsplatz.
Der „wohlmeinende Bürger" deS Aufrufs „an die Soldaten" in der gestrigen Zeitung möge doch Folgendes beherzigen:
In unsrer Zeit, wo Alleâ in jeder Hinsicht nach Deutschheit strebt, sollte man besonders, was an das Volk und für das Volk gesprochen und geschrieben wird, auch in einem demselben verständlichen Ton reden und schreiben. Einsender dieses, der schon viel gelesen hat, mußte erst zwei Fremdwörterbücher nachschlagen, bis er das Wort „Rodomantade" verdeutscht fand, wieviel Hunderte werden sich über „Don Ouixoterieu" den Kopf zerbrechen oder mißmuthig den wohlmeinenden Rath bei Seite werfen.
Ist denn unsre liebe Muttersprache so arm, daß man aus dem Französischen und Spanischen ein Kauderwelsch zusammenstoppeln muß ??! (146)
erschienen und wird soeben versandt: (145)
Eine deutsche Frau.
Gedicht von â u g u st e S M h d t.
lalt: Vorwort. — Des Mädchens 18 ®eu,en‘ Geh. 30 kr.
- Der Besuch. - Die — Ein Jahr nach der Hochzelt. — Die Bruthenne.
linge. — Walte Gott! — Mter^Ä ~ Die Sparbüchse. — Leidenssegen. — Die Flücht- Wiesbaden, 29. April 1848 aum. — Am Sarge. — Die Großmutter.
--------------------------..... _______ Wilhelm Friedrich am Friedrichöplatz.
Peter Kuch aus Montabaur, geboren am 6. Juni 1786, ist seit dem 21. Juni 1813 unbekannt wo abwesend. In Folge höherer Ermächtigung wird dieser Abwesende, dessen Leibes- oder Testamentserben anmit aufgefordert, sich zur Empfangnahme seines curatorifch verwalteten Vermögens innerhalb 90 Tagen bei dem unterzeichneten Gerichte zu melden, widrigenfalls solches den darum nachsuchenden Jntestaterben des Peter Kuch nach Maßgabe des landesherrlichen Edikts vom 21. Mai 1781 vorerst nutznießlich gegen Caution, sodann aber, wenn dieser das 70. Lebensjahr erreicht haben wird, eigenthümlich überlassen werden soll.
Montabaur, den 13. April 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt. (147) Emmerich.
Aromatisches Kräuteröl zum Wachsthum und zur Verschönerung der Haare, welches unter der Garantie verkauft wird, daß es ganz dieselben Dienste leistet, als alle bisher angepriesenen, theuren und oft über 1 Rthlr. kostenden Artikel dieser Art. (148)
Das Flacon von derselben Größe 54 Kr.
Allein zu bekommen in der Expedition dieses Blattes.
" '^^ $' âE ^"ebricheplatz. — glattem ; Karl Braun. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedri»