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ihr eingegeken, daß sie in ihrer Erscheinung nach Außen in so kunstvoller Weise einen Bau aufgcfuhrt hat, der schon oft den Neid ihrer Gegner Erweckt hat. Weil sie dem Feind keine verwundbare L>eue barbot, hat er - darin sind diese Wühler sich alle gleich - das brave und getreue Volk zum Abfall zu bringen geftch, indem er seinen Führern Verbrechen ""fleg, d e, we n sie erwiesen wären, jeden Katholiken zum Austritt as einer Kirche nöthigen würde, die solche zu Leiter un Er über chrer BeKnner bestellt. Wenn man, wie von Den Fabrikanten unserer Artikel geschieht, den Jesutte und Ultramontanen, das will heißen, den Katholischen,

Vorwurf macht, und in diesem Vorwurf liegen alle andern größtentheils beschlossen daß man das Volk zu verdummen suche oder ihm die eben errunge­nen freien Institutionen entreißen wolle, so bemerke ich dagegen Folgendes: daß die katholische Kirche der Freiheit der Völker und dem Liberalismus nicht feind­lich sei, dafür verweise ich einfach aus England, Bel- aicn, Nord- und Südamerika und Frankreich. Ihr t|t jede Verfassung recht und genehm, schon deshalb, wert sie ihrem Beruf nach für alle Nationen bestimmt ist, diese aber nach vielen Formen regiert werden. In jenen Ländern scheint sie sich aber für allein gut zu ühlen, da ihrer Bewegung und ihrem allseitigen Wlr- en keine Hindernisse in den Weg gelegt werden. Ber den jüngsten Vorgängen in Frankreich und anderwärts sind die Bischöfe den desfalsissen Volkswünschen au(s Bereitwilligste entgegengekommen; weiterhin haben sie durch die aus freien Stücken augeordneten Dankfeste ihrer Gesinnung und Freude über die errungenen In­stitutionen öffentlich einen Ausdruck gegeben und damit als die höchsten Würdeträger der Kirche ein vollgültig ges Urtheil der letzter» selbst in dieser Sache abgelegt; und in der That haben sie damit eines der wesentlich­sten Bedürfnisse der katholischen Bevölkerung befriedigt, der auch die freisinnigste Verfassung recht und genehm ist, nur verlangen sie, daß das was Andern gewahrt, ihnen nicht bestritten werde, sondern sie nehmen die andern gewährten Rechte und Befugnisse auch für sich nach deren vollem Inhalte und allen den daraus flie­ßenden Consequenzen in Anspruch, und wessen jeden Eingriff darein, auch wenn es das Geringste beträfe, mit aller Kraft und Entschiedenheit als unbefugt zu­rück. Wie aber die Verfasser oft gedachter Artikel die Freiheit verstehen, geht schon aus dem ungeschlachten Tone derselben hervor; für sich nehmen sie z. B. die Preß- und Redefreiheit in Anspruch, bestreiten aber jedem Andern dasselbe Recht, wenn er es wagt, in Sachen des Glaubens und Denkens eine Ueberzeugung zu äußern, die von ihrer Meinung abweichl. Sie nehmen ihrerseits diese Freiheit in solcher Ausdehnung, daß sie sogar von der Verbindlichkeit sich frei glauben, für ihre Behauptungen, auch wenn diese auf Lug und Trug gestellt sind, die Beweise zu liefern. Und sie machen von ihrer einen so weiten Gebrauch, daß sie mit ihrer Suade, worauf sie die größten Stücke halten, eine halbe Bevölkerung in's Antlitz schlagend, mund- todt für immer zu machen sich erdreisten, und als da­zu unberechtigt selbe durch boshafte unaufhörliche Vera- tionen zu Tode Hetzen wollen. Auf allen Wegen und Stegen haben die Katholischen den Maulwurf unter der Erde klopfen und scharren hören; von den Bäu­men herab rufen die Unglüdäraben das nochmals zu, was sie schon hundert Mal haben hören müssen; und wo sie sich um auszuruhen für einige Augenblicke nie­derlassen, werfen die stymphalischen Vögel ihren Unratb ihnen auf die Köpfe. Und wenn über solche Miß- Handlung und veratorische Aufreitzungen den Kacholi- schen mal die Geduld ausgeht und für solche Ungebühr sich bezahlt machen, so ziehen sie hinter dem Rücken derselben den rothen Hahn auf und schreien über Ge­fahr und Verrath. Was noch die Schlagwörter be­trifft, womit die Verfasser ihre Artikel gewiß statt der Beweise so reichlich bedacht haben, so würden sie sehr

Verwüstung, einen Grad schon lange erreicht hat, dl r das Schrecklichste befürchten ließ, wenn solche Doctriml von den Massen zur Anwendung .gebracht wurden. Es hat nicht an Solchen gefehlt, die diele Leue die Volkssprachen umzusetzen verstanden und in » 9' ligen Weisen und Kanälen unter es geleitet und wie mit guter Hausmannskost gefüttert ^ . ernten wir alle diese Früchte bävon, Schulöige wie Unschuldige. Die Großen und die cs besser wissen konnten, haben durch das Aufstellen und .ehren solcher Grundsätze dem Volke es zuvor gethan, und dies hat es ihnen einfach nachgemacht, wie es rm Outen und Bösen das immer gethan. Auf allen Gebieten, des Wissens wie des Glaubens, des Regierens wie des Gehorchens ist mit allen Vital- und Radikalwahrhetten des Christenthums so gründlich aufgeräumt, daß das Verständniß davon ganz vergriffen .st womit auch die Vegetation derselben nicht lange auf sich warten ließ. Besonders aber ist es für die Fürsten und die Volker rum Verderben ausgeschlagen, seitdem man nicht mehr aewußt, daß die Vital- und Radikalwahrherten des Christenthums, sobald dieses als Weltreligion verkündet worden, für das Staatsleben und dessen ge,ammte Institutionen constitutiv und regulativ in allweg gelten sollten, und es keineswegs in beider Willkür gestanden hat, sie anzuwenden oder nicht, wenn ihnen ihr wah­res Wohl am Herzen lag. Auch hier gilt:In seinem Andern ist Heil," und allein glücklich machend. Sicht es auf dem Gebiete der Philosophie nicht kläglicher aus als je? Wenn dem Volke das wilde Feuer des Zerstörens im Leibe steckt, so ist bet den Philosophen eine Scheu und Haß gegen alles Positive, Objective, die Intelligenz begründende, Leitende und Sichernde, und dieser Haß ist bei beiden durch die Verderbtheit der Intelligenz so gesteigert, daß die Liebe zur Wahr­heit und Weisheit in ihr Gegentheil, in den Haß der letztem umgeschlagen ist, also daß der Mensch das flieht und haßt, das ihm allein zum wahren Heile dient. Ebenso hat der Staat bisher nicht auf heid­nischem Grunde größtentheils beruht, war das Verhält­niß des Fürsten 'zu seinem Volke bisher nicht ein durch­aus heidnisches, da Mißtrauen sich eingekeilt zwischen beide, das von Seiten des Fürsten in dem stehenden Heere seinen Ausdruck gefunden; und hier hat das Volk, da es seinem Begehren um Bewaffnung, wenn auch unbewußt, auf ein christliches Princip hingewiesen hat, großes Verdienst sich erworben, möge es für den Fürsten Stoff zum Nachdenken sein. Sind nicht die Völker seit langer Zeit nach abstrakten philosophisch­heidnischen Theorieen regiert worden, indem die philo­sophischen Minister mit den ausgeheckten Doctrinen fort und fort erperimentirt haben? Daß die Diplomatie durchaus auf Lug und Trug gestanden hat und in ihrer Proteusgestalt Verderben genug gebracht hat, ist bekannt.

Wenn in den höheren Ständen also es um das Wissen und Leben bestellt ist, so droht von den unter­sten Schichten, den des Volkes, ein Sturm loszubrechen, der von Gelüsten und Tendenzen getragen wird, der den Fortbestand jeglicher Ordnung und jeglicher Obrig­keit in Frage stellt, und für die höchsten Güter und heiligsten Interessen der menschlichen Societät die ver­derblichsten Folgen nach sich ziehen würde. Sie hat es, diese Klasse, nachdem sie allen Begriffs von Recht und Gesetzmäßigkeit verlustig gegangen, jetzt, da alle Fugen des moralischen und rechtmäßigen Zusammen­hangs der Societät gewichen, auf den gänzlichen Um­sturz der letztern abgesehen um einen Zustand der Dinge herbeizuführen, der die Befriedigung ihrer gefährlichen Gelüste in Aussicht stellt. Um zu diesem Ziele zu kom­men, haben sie im richtigen Calcül die katholische Kirche in Angriff genommen, weil gerade sie zu allen Zeiten die Vertheidigung des Rechts und der Gesetze über­nommen und die Fürsten von je wohl gewußt haben, daß man in den Zeiten der Gefahr vor allen auf sie zählen könne. Diese Idee der Ordnung ist so sehr

Bedeutung gefragt würden; ferner sollten sie von ihnen um so Wehr sich frei zu machcn^bcftissen sein, als der Kampf auf diesem Gebiete fortan ein Prinzipienkampf sein wird, worauf solche Waffen als unbrauchbar er­scheinen, und nur mit denen des Geistes und der Wahr­heit ausgefochte» werden wird. In Wirklichkeit sollen sie nur als Vogelleim oder Lockspeise für das Geschmeiß dienen, das den Verfasser bei ihrer Fabrikation vor- geschwebt hat. Von den Verfassern mag aus dem Gesagten Jeder herausnehmen, was er der Beachtung werth findet, für Alle ist nicht Alles gesagt, das für ihn Passende möge er sich wohl zu Herzen nehmen und nicht sobald aus dem Gedächtnisse sich verschwinden lassen.

Zum Schluß noch allen gutgesinnten Bürgern unsers lieben Vaterlandes zur Beberzigung einige Leh­ren, die wir uns aus den Artikeln hcrausgezogen haben:

1) Unsere Verfasser haben zur Erringung unsrer freien Institutionen nicht beigetragen, von deren Inhalt und Werth sie einen eben so schlechten Begriff haben, als sie von einer derselben einen schlechten Gebrauch gemacht haben. Sie sind für die Frecheil noch unreif, haben wir ein wachsames Auge auf sie.

2) Da wir bei Sinnen sind, lassen wir die Thoren. Widmen wir unsere Kräfte zum wahren Wohl ^es Vaterlandes und beginnen auf einem Gebiete keinen Kampf, auf dem er zu jeder Zeit nur Unheil und Verderben gebracht hat.

3) Und ihr katholischen Mitbrüder wie ihr Gut­gesinnten alle, haltet fest an eurem Glauben nach sei­nem ganzen Inhalt, bekennt ihn ohne Scheu und Menschenfurcht, habt Liebe und Vertrauen zu euren geistlichen Führern, beweiset euch gehorsam und getreu jeglicher Obrigkeit in allen Stücken und zu aller Zeit. Zeigt euch würdig der Freiheit und erlaubt euch keine Ungebühr, gegen Keinen und in keinem Stück, und Alles wird sich zum Guten wenden.

+ Vom Westerwald, den 15. April.

Höret es, ihr Völker und Rationen, die Jesuiten sind aus Rom fort, sie sind im Anmarsch gegen Nassau, sie sind bereits in Hadamar eingezogen. Wenn ihr es nicht glauben wollt, so glaubt es derFrei.» Zeitung," demVolksfreund," derDidaskalia," Blätter», die zwar in andern Dingen keinen Glauben verdienen, in diesen aber gar keinen. Und wer sind diese Jesuiten? Nun die römische»? Nein! Die Freiburger? Nei»! Welche denn? Im Vertrauen gesagt, die Hadamaer: die Professoren Bellinger und Kehre in. Den Erstem kenne ich nicht genau, den Letzter» auch nicht (denn wer kennt die Jesuiten?), nur das weiß ich von Letz- term, daß er (echt jesuitisch!) entschieden deutsch gesinnt

und für deutsche Sprache und Literatur begeistert ist; daß er schon im Jahr 1840 (bei Herausgabe seiner Sammlung deutscher Musterreden) und seit der Zeit fortwährend darauf drang, mündliche Beredtsam- keit und Mündlichkeit der Rechtspflege fürdurch-

in Verlegenheit gekommen, wenn sie um deren wahre

aus nothwendig hielt (Vorrede zum 2ten Heft seiner Musterreden 1844); daß er daneben entschieden Katholik ist, aber den Nichtkatholiken eben so entschieden seines Glaubens leben läßt; daß er überhaupt auf religiöse Ueberzeugung dringt und nur dem JndifferentismuS, dem Unglauben herzlich abhold ist; daß er die monar- chisch-constitutionelle Staatsform für die uns am zuträg­lichsten hält und dem politischen wie religiösen Radi­kalismus entschieden entgegentritt. Und dieser Mann steht an der Spitze einer Lesegellschaft in Hadamar! Und welche Zeitungen sind dort aufgele t? Hört es, ihr Freunde des Volkes, ihr Feinde jesuitischer Verfin­sterung, und denuncirt cs dem Großmogul: die Frank­furter, Wiesbadener und Weilburger Blätter, die Weser, Königsberger, Kölner, Deutsche, Augsburger Zeitung re. Doch suchen wir des Pudels Kern, der die maßlosen Schimpfereien in derFreien Zeitung" und andern ebenbürtigen Blättern hervorgerufen hat und wahrschein­lich noch weiter hervorrufen wird, so ist es ganz einfach

neu Knieen emporrichten konnte, aber auch nirgends mehr einen Ausweg als da bot, wo sie mit ihrem Körper dem zum Aeußersten getriebenen Bären jeden Weg zur Flucht abschnitten.

Wah! sagte Tessakeh, als er sich neben Werner auf- richtete, der sich eben bemühte, das Korn seiner Büchse mit dem funkelnden Auge deS unruhigen Thiers in eine Richtung zu bringen.

Wah! ein bequemer Wigwam, aber ein schlechter Kampfplatz, und dann die Richtung von Werners Büchse bemerkend, flüsterte er diesem zu:

Schieß nicht nach dem Kopf, wenn Du fehlst, sind wir Beide verloren, und die Bestie ist nicht einen Au­genblick ruhig ziel' auf den Brustknochen, wenn auch die Kugel das Herz nicht trifft, so wird sich der tödtlich Verwundete zusammenkanern und unS weniger gefährlich aber warte! ich will den Schwarzen einen Augen­blick ruhig halten, und nun möge mein weißer Bruder gut zielen und schnell treffen.

Raum hatte Tessakeh diese Worte beendet, alS er tauschend den Ruf deâ Hirschkalbes nachahmte. Hochauf- horchend richtete sich der Bär, als er den schrillen, un­erwarteten Lant hörte, empor, und in demselben Mo­ment donnerte auch das massive Gewölbe den Krach der Büchse nach. Wie von einem elektrischen Schlage aber getroffen und ehe noch der Rauch von der Mündung des Rohreâ fortziehen konnte, stürzte sich der Bär auf den Schützen, dem nicht einmal Zeit blieb, die Büchse hin­zuwerfen und sein breites Messer zu ziehen, sondern zu- rückgeschlendert durch die fürchterliche Gewalt und Kra

deâ UnthierS, traf er mit dem Kopf an die Felsenwanv neben sich und brach bewußtlos zusam i en.

(Fortsetzung folgt.)

Deutschland und die Donaumündungen.

Ein Beitrag zur Beleuchtung der äußern Verhältnisse des Vaterlandes und der europäischen Civilisation. Von einem Offizier. Siegen und Wiesbaden bei Wilh. Friedrich. 78 Seiten. Preis: 36 Kreuzer.

(Fortsetzung.)

Nach dem Vorhergegangenen wurden wir also die Dabrudschda und die asiatischen Bezirke, sowie das ge­meinschaftliche Eigenthum der Donau von ihrem Ein­tritte in das türkische Gebiet bis zur Mündung der Su­lina, daö Recht der Schifffahrt auf dem schwarzen Meere, eine freie Handelsstraße über das armenische Gebirge h'ö zur persischen Grenze und daS Schifffahrtsrecht auf dem Euphrat und Tigris erwerben müssen. Hieraus ent« pringen eine Menge verschiedener Handelöwege, welche ich zur See aus den Häfen der Dabrudscha und zu Zand auS der asiatischen Kolonie nach allen Seiten ver­breiten, und wovon folgende die wichtigsten sind. Die ersteren führen 1) nach den Häfen des europäischen Ruß­lands, besonders nach Akjermann, Odessa, Nikolajew, Cherson und Taganrog; 2) nach den Häfen deS osma­nischen Reiches am schwarzen und am Marmormeere, vorzüglich nach Warna, Konstantinopel, Galliopoli, Mun­

dania, Sinope, Unieh, Trabesun und Rizeh, unb 3) na$. den kleinen Häfen Kaukasiens und Georgiens am schwar­zen Meere von der Müncung deS Kuban bis zu derje­nigen des Rion; die letzteren 1) durch Georgien in den mittleren und östlichen Kaukasus, 2) über Erzerum nach Aleppo, DamaSk, uno weiter nach Westarabien und Aegypten, 3) über Erzerum den Euphrat und Tigris abwärts nach Bagdad (wo die große Karawanenstraße nach JSpahan abgeht) und Basra und von hier nach den persischen und arabischen Ländern am persischen Meer­busen, und endlich 4) über das armenische Hochgebirge bis zur persischen Grenze, von wo eine nördliche Haupt, straße nach Khoi und Tauris, sodann längst der Süd­seite deS kaspischen SeeS über Räscht, Balfrusch und Asterabad nach Mesched, und eine südliche nach Ma- ragha am See Urmia, Kaöbin, Teheran und JaSpahan führt. Jene setzt auf der linken Seite nach Buchara, Samarkand und Khokand, auf der rechten nach Herat und Kabul in daS innerste Asien, diese mit der von Bag­dad kommenden vereinigt, durch daö südöstliche Persien nach Indien fort. Von Buchara, Samarkand und Kho­kand her kann der Handel in den jenseits des Belurtagh gelegenen, zur kleinen Bucharei gehörigen, großen Han­delsstädten Kaschger und Jerken unmittelbar mit den Chi­nesen betrieben werden. Zu Haupthandelsstationen und Waarenniederlagen der Dampfschiffahrt, Maden unter­halb deS Zusammenflusses des Murad und Euphrat, Mossel am Tigris und Baera am Schat el Arab eig­nen. Der Karawanenverkehr wird nach Norden und Süden, sowie auch östlich bis in Persien meist durch die