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Hs"- 36.

Nassauische Zeitung.

Freiheit, Wahrheit und Recht!

Materielles und geistiges Wohl des deutschen Volkes!

Wiesbaden, 19. April 1848.

Das bisherige Abonnement auf die Nassauische Zeitung, in Wiesbaden vierteljährig fL 1 45 fr., wird nicht erhöht. Abonnenten, welche mit dem 1. April eintreten, erhalten, soweit der Vorrath reicht, un ent geldlich die Nummern 1 17. Man abonnirt in Wiesbaden in der Expedition am Friedrichsplatz; im Herzogtum, sowie in ganz Deutschland, nehmen alle Postanstalten Abonnements an mit verhältnißmäßiger Preis­erhöhung. Inserate werden mit 3 Kreuzern für die dreispaltige Petit-Zeile berechnet.

Deutschland.

O Die Parlamentswahlen in Nassau,

I.

Wiesbaden, 17. April.

Unser Wahl - Comite (welches indeß, beiläufig ge­sagt, blos aus Wiesbadnern besteht, und daher auch nur für den Ausdruck der öffentlichen Meinung von Wiesbaden, nicht für die des ganzen Landes, kann gelten wollen) hat folgende Candidaten für die Parla­mentswahl vorgeschlagen:

1. Hehner, Regierungs rath in Wiesbaden,

2. Bertram, Ministerialrath in Wiesbaden,

3. M. von Gagern, Legationsrath in Wies­baden.

4. Zais, Medicinalra th in Wiesbaden,

5. Hergenbahn; Prokurator in Wiesbaden,

6. Schulz, Conrector in Weilburg.

Von diesen 'fällt nun einmal vorab Hergenhahn weg, da derselbe bekanntlich gestern zum Präsidenten und Verweser des Ministeriums ernannt worden ist, welche Stelle die Theilnahme an der constituirenden Versammlung wohl ausschließen muß.

Im Uebrigen fällt es beim Lesen oder Hören der Candidatenliste schon von selbst in die Augen oder in die Ohren, daß die Empfohlenen sämmtlich, mit Aus­nahme eines Einzigen, von Wiesbaden sind. Wenn das Wahlcomits den Beruf in sich fühlte, nicht blos für den sechsten Wahlbezirk (Wiesbaden, Hochheim, Rüdesheim und Eltville) sondern für das ganze Land âqhorgeu , so hätte es diesen Beruf auch bewähren müssen durchs Vorschlägen solcher Männer, die auch nicht gerade jeder Zoll ein Wiesbadener sind.

Ich bin z. B>, wenn gleich dermalen in Wiesba­den lebend, von Geburt ein Westerwälder. Es thut mir nun wirklich leid für den armen Wester­wald, mit seinem arbeitssamen, tüchtigen Menschen­schlag, daß das Wiesbadner Comite die Ansicht zu haben scheint, auf diesen Höhen wüchsen keine Parla­mentsmitglieder. Ich sehe mich flüchtig unter der Zahl meiner dortigen Freunde und Bekannte um und finde, daß das Comite doch etwas an Beisichtigkeit gelitten hat. Da haben wir z. B. in Dillenburg den Proku­rator Schenck, ein Mann von großer politischer Bil­dung und durchgreifendem juristischen Scharfsinn, einen auch nicht von dem geringsten Schatten des Verdachts einer handwerksmäßigen Gewinnsucht oder schmutziger Händel befleckten Advocaten, (und solche Advocaten sind selten!) Wir haben dort ferner den Kaufmann Wilhelm Ernst Haas den jüngern, einen Geschäftsmann von hoher Intelligenz und freier Gesinnung, dem sein rasches und entschiedenes Wesen einen großen Vorzug gibt. Wir haben in Herborn den

Kaufmann Ernst Weckenbach, einen Mann von gründlicher gelehrter Bildung, ächter Gesinnungstüch­tigkeit und stahlfestem Willen.

Noch einen Mann vom Westerwald! Das ist der Decanatsverwalter Pfarrer Mar Schröder inRük- kerod, Amt Selters. Wenn irgend einer in seinem bis­herigen Leben Bürgschaft für seine Würdigkeit zum Vertreter des deutschen Volks bietet, denn ist er es. Er hat stets für die Sache des Volks gelebt, gearbei­tet und gelitten. Als Student war er eifriges und hochgeachtetes Mitglied der Burschenschaft in Halle, er hat damals mit Jahn geturnt, mit seinen Genossen geschwärmt, gedichtet und gesonnen für die Freiheit und Größe Deutschlands. Sein Lohn dafür war eine Jahre lange Haft in der Stadtvogtei und der Haus­vogtei in Berlin und auf der Festung zu Magdeburg. Nach seiner endlichen Entlassung würde derVerbre­cher" schwerlich zu einem Kirchenamt gelangt sein, wenn ihn nicht der Fürst zu Wied (sein Vater, der als Schriftsteller bekannte Kirchenrath Schröder, war Er­zieher am dortigen Hofe und hat den größten eigenen Opfern mit dem Fürstenhause alle Leiden der Napo­leonischen Herrschaft ertragen) zu einer Pfarrerstelle präsentirt hätte. In einem Winkel des Westerwaldes wirkt nun dieser Mann; an Kenntnissen und Verstand gewiß einer der ersten evangelischen Geistlichen Nas- sau'6 unablässig und unermüdlich Licht verbreitend nach allen Seiten, ein Stoiker in der Strenge seiner Grund­sätze, ein wahrer Christ in der Milde ihrer Durchfüh­rung. Ein Wort der Unduldsamkeit und feindseliger Polemik habe ich nie aus seinem Munde gehört. Wenn Herr Schulz in Weilburg und seine Anhänger noch der Meinung sind, daß man Geistliche zu Repräsentan­ten nicht brauchen könne, so bitten wir dieselben, sich an diesen faktischen Beweis zu spiegeln.

Das sind eben nur drei Vorschläge, wie sie mir grade einfallen. Aber es würde gewiß keiner der Vor­geschlagenen in den Augen von ganz Deutschland un­serer Heimath weniger Ehre bringen, als die von dem Comite erkorenen.

Gegen die Letzteren kann man freilich im Ganzen auch nichts einwenden, als daß sie zu sehr gewissen Kategorien angehören, nämlich daß sie, wie schon er­wähnt, fast alle Wiesbadener und fast alle aus dem höheren Beamtenstaude sind. Es sind ein Präsident und vier Räthe, welchen sich denn statt eines Assessors ein Conrector (gleichsam als professor elequentiae) anschließt. Die vorgeschlagenen höheren Beamten find tüchtige Männer und bekleiden wichtige Posten. Wenn sie in die constituirende Versammlung gewählt werden, dann müßten während ihrer Beurlaubung ihre Stellen anderweitig besetzt werden und ob dies gleich gut ge­lingen würde, steht in Frage. Dies gilt z. B. vor Allem von Herrn Hehner, welchem alle Eigenschaften

zu einem würdigen Parlamentsmitgliede nicht abzuspre­chen sind, der aber auf dem wichtigen Posten eines Negierungsdirektors, den er erst seit Kurzem bekleidet, kaum zu entbehren ist. Ob aubere der Vorgeschlage­nen, bei nicht zu verkennender Intelligenz und Gesin­nungstüchtigkeit eine hinreichende Kraft und Elasticität des Naturels, wie solche das öffentliche Leben in einem so großartigen Maßstabe erfordert, besitzen, steht wohl zum Theil in Frage.

Das Obige sind Vorschläge und Ansichten eines Einzelnen, die gern von Jedermann geprüft, aber Nie­mand aufgedrängt werden sollen. Der 25. ist schon nahe. Wir bitten daher unsere Freunde aus allen Gegenden des Landes, uns ihre Vota und Vorschläge baldigst mittheilen zu wollen. Wir werden sie alsdann in einem zweiten Artikel mittheilen und erörtern.

* Wiesbaden, 18. April 1848;

Das Gouvernement hat, angeregt durch die vielfachen Petitionen und Anträge, welche in diesem Sinne bereits eingegangen sind, den Plan gefaßt, der evangelisch- christlichen Kirche unseres Herzogthums eine möglichst- selbstständige, auf das Presbyterial - und Synodab- Princip gebaute Verfassung zu geben. Zu diesem Zweck wird eine aus Geistlichen als aus Laien zusammenge­setzte Landessynode berufen werden, um die GlicderuwA dieser kirchlichen Constitution zu berathen. Auch beab­sichtigt man vorher schon eine öffentliche Bekamvma- chung zu erlassen, wodurch zur Einreichung vom Vor­schlägen und dergl. ausgefordcrt, überhaupt ber öffent­lichen Meinung Gelegenheit gegeben wird, sich ausgie» big zu äußern. "

w Erwiederung.

auf den Artikel derFreien Zeitung" Nr. 24, 33, 35 datirt. von Limburg, Hadamar und Weilburg, schwere AaschutLi gangen der Limburger Katholiken und deren hohe Geistlichkâ betreffend.

Von der Aar, den 15. April. (Schluß.)

Katholiken und Protestanten, d. h. die Gutgesinn­ten, die noch an einen Gott und die Erlösungsbedürf­tigkeit des Menschen glauben, wie auch Recht, Ordnung und Gesetz für die Grundlage und den sichern Bestand der menschlichen Societät wie deö Einzelnen (Lebens und Eigenthums) nothwendig erachten, sollten doch endlich zu der Einsicht kommen, daß es bei dem Trei­ben der eben geschilderten Klasse sich gar nicht um Jesuiten oder Katholiken, oder diese und Protestanten handelt, sondern daß cs ein Kampf sei um Christen­thum und Heidenthum. Nachdem seit vielen Jahren das Gebiet des Wissens und alle Sphären des mensch­lichen Lebens und Thuns, so ist vorzüglich das reli­giöse oder christliche Gebiet so sehr revolutionirt, daß die Verwirrung der Begriffe und der Gräuel der

Die Höhlenjagd

in dkn westlichen Gebirgen.

<AuS denMiffisippi-Bildcr, Licht- und Schattcnieiten transatlantischen Lebens.")

»j)ii Friedrich Verstärker.

(Fortsetzung.)

Als er noch unschlüssig da lag, sah er zu seiner un­gemeinen Beruhigung daS Licht Teffakeh'S sich langsam nähern, und bald war der Indianer dicht bei ihm und frug, warum er zögere. Werner machte ihn durch we- nige Worte mit seiner Lage bekannt.

Zeigt sie die Fänge? fragte der Indianer.

Nein aber sie hat gewarnt.

f Sie ist wie ein Hound auf der Fährte eines Bären! Sie warnt, aber wenn der Feind naht, zieht sie 'sich zurück mein Bruder mag dreist an ihr vorbeikriechen, sie wird ihre Augen schließen und schlafen.

Werner folgte, obgleich höchst ungern, dem gegebe­nen Rath, und vorsichtig die Büchse voranschiebend, war er bald an der Seite der Schlange, die mehrere Male die kleinen Augen zu öffnen versuchte und stärker und drohender rasselte. Jetzt lag er dicht neben ihr, und obgleich er sich fest an die entgegengesetzte Wand schmiegte, war doch der Raum so eng, deß sein rechter Arm fast die zusammengerollte Gestalt deS gefährlichen Feindes berührte.

Langsam zog er die Kniee herauf und streckte sich

weiter nach vorn, da öffnete die Schlange auf's Neue die Augen und dicht vor sich die helle Flamme erbli­ckend, sperrte sie weit, mit zum Sprunge zurückgebeug­tem Kopfe den Rachen aus, in dem, weiß und glänzend, die giftgefüllten Fänge an beiden Seiten der Zunge la­gen, während ihre Augen im grünen Feuer funkelten.

Entsetzt riß Werner das Messer aus der Scheide, in demselben Augenblick aber fühlte er Teffakeh'S Arm auf seiner Hüfte, und dessen Tomahawk zischte, mit sicherer Hand geführt, zur Schlange hinüber, die sich in ihrem Blute wand.

Zwar wußte Werner, daß sie jetzt unschädlich war, dennoch schauderte er, als sie in ihren letzten Todeszu- ckungen sich in dem engen Raume herum wand, und ihre kalten Schuppen seine heißen Wangen berührten. Mit rascher Hand drückte er sie von sich, Teffakeh aber erfaßte den zuckenden Körper und schnitt ihm bedächtig die Klappern ab, die er an seinem Gürtel befestigte.

Das beendigt, wollte Werner seinen Weg fortsetzen, als er sich plötzlich durch die Hand Teffakeh'S gehalten fühlte, der ihm leise zuflüsterte:

Hab Acht ich höre kein Winseln mehr der Bär ist erwacht und seine Augen sind offen. Wenn er unü windet, wird er sich hören lassen, aber der Rauch unserer Lichter zieht zurück.

Wahrhaftig, Du hast Recht, Teffakeh, erwiederte Werner, der alte Bursche muß aufgewacht sein und wird eben kein freundliches Gesicht schneiden, wenn er die Lichter sieht. Die verdammte Schlange hat meine Auf­merksamkeit so in Anspruch genommen, daß ich in der

That gar nicht mehr an den Bär dachte Du warst gerade zur rechten Zeit gekommen, denn ich

Hst! rief der Wilde die Hand erhebend, ich höre den Bären er wird unruhig!

Beide Männer lauschten ein paar Minut.n, aber Todtenstille herrschte, und kein Laut war vernehmbar, Werner jedoch sah nach seiner Büchse, ob daS Zündhülr- chen noch richtig saß und daS Korn nicht verschoben und glänzend sei, reinigte das Bisir von dem Lehme, der sich hinein gesetzt hatte, und rückte, von seinem Gefähr­ten gefolgt, wieder leise vor.

Da tönte ein leiseS Brummen an sein Ohr und gleich darauf trat, auS der dichten Finsterniß der Höhle die dunkle Gestalt des Bären hervor, dessen Augen wie ein paar glühende Kohlen im Lichte funkelten. Bruni- mend zog er die Luft ein und hob die Nase, um V Natur der neuen Ankömmlinge zu erforschen; obg' ' 4 aber der Luftzug zurückging und er nicht recht die' .eich terung von seinen Feinden bekommen konnte, w Wit- ihm doch zu nahe, als daß er nicht hätte Un aren sie en sollen, und schnaubend und blasend zog rath mer- der langsam zurück, ehe noch Werner Zei' er sich wie- mmer beweglichen Kopf deS schwarzen x hatte, den Korn zu nehmen. Gesellen aufé

Beide Jäger wußten, daß setzt »

Handeln gekommen war, und schob *** Augenblick zum den rauhen Boden hin, der zu rückn ^ lautlos über die sie auch bald wieder erre ,chte> ^'^bude» Bestre nach, ner zu seinem Entsetzen bem,erft X ""d zwar, wie Wer, die hier wohl so geräumig ^^ ^ ^de dec Höh/ ^